Enzyklopädie der Neuzeit Online

Get access Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Abschreckung

(10 words)

s. Strafzweck

Absetzung

(10 words)

s. Fürstenabsetzung

Absolute Musik

(804 words)

Author(s): Gerhard, Anselm
Der wohl erstmals 1846 verwendete Ausdruck A. M. ist so erfolgreich wie unscharf: Die Formel wirkt prägnant, weil in der Regel nicht präzise bezeichnet wird, wovon die Tonkunst eigentlich »losgelöst« (absolut) sein soll. Gewiss geht es primär darum, der Musik eine Unabhängigkeit von allem zuzuweisen, was jenseits der Töne liegt, etwa von funktionalen Zusammenhängen in Liturgie, höfischer Repräsentation und Tanz (Tanzkunst) von der Abbildung bestimmter Affekte (Gefühl), Gegenstände und Programme …

Absolutismus

(3,713 words)

Author(s): Wrede, Martin
1. Begriff Der Begriff A. steht zum einen für die Regierungsart des zunehmend zentralisierten frühnzl. Fürstenstaates, zum anderen für die von diesem Fürstenstaat geprägte Epoche zwischen frühem 17. und spätem 18. Jh. (Zeitalter des A.); sie war konstitutive Grundlage des nzl. Europa. Ähnlich dem Ancien Régime entstammt der Terminus den publizistischen Diskussionen der Französischen Revolution und bezeichnet, wie jenes mit abgrenzend-abwertender Tendenz, die überwundene, als Willkürherrschaft interpretierte »unumschränkte« Monarchie. Als liberaler Kampfbegrif…

Abstammung

(16 words)

s. Ahnenprobe | Evolution | Genealogie | Verwandtschaft

Abstieg, sozialer

(14 words)

s. Soziale Mobilität

Abtreibung

(10 words)

s. Schwangerschaftsabbruch

Abwasser

(10 words)

s. Assanierung

Abzug, freier

(13 words)

s. Auswanderungsfreiheit

Acht

(10 words)

s. Reichsacht

Ackerbürgerstadt

(687 words)

Author(s): Keller, Katrin
Bei der A. handelt es sich um einen Stadttyp, der aufgrund von wirtschaftlichen und sozialen Merkmalen definiert und bereits im MA erkennbar wird. A. waren im rechtlich-histor. Sinne Städte (Stadt), also mit städtischen Rechten ausgestattete Siedlungen, deren Bewohner aber neben Handwerk oder Dienstleistungsberufen in erheblichem Maße Landwirtschaft betrieben. Das Ausmaß dieses landwirtschaftlichen Engagements ist entscheidend für die Zuordnung zu diesem Stadttyp: Während in fast allen spätma. und frühnzl. Städten Ackerbau, Viehhaltung, G…

Acta eruditorum

(752 words)

Author(s): Gestrich, Andreas
Unter dem Titel A. E. gab der Leipziger Philosophieprofessor Otto Mencke 1682 die erste dt. Gelehrtenzeitschrift heraus (Zeitschrift). Sie enthielt lat. Anzeigen, Zusammenfassungen und Rezensionen zu Neuerscheinungen aus allen Bereichen der Wissenschaft. Die A. E. erschienen monatlich, wurden aber am Ende des Jahres mit einem Index auctorum ac rerum für den jeweiligen Jahrgang versehen und daher auch in Jahrgängen gebunden. Seit 1689 erschienen Supplementbände zur Ausweitung der Berichterstattung [8]. Nach dem Tod Otto Menckes wurden die A. E. zunächst von dessen Sohn Jo…

Adel

(5,792 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
1. Begriff Der aus dem Althochdt. stammende Begriff A. beschreibt eine »durch Vorrang der Rechte und Pflichten vor dem Volk, zunächst der Bauern, vom HochMA an auch der Stadtbürger (Stadtbürgertum) [6. 1], hervorgehobene Herrenschicht«. Als »Ehrenstand, welcher um vorhergehender Tugenden und Verdienste willen von der höchsten Obrigkeit verliehen wird, und auf die Nachkommen erbet«, figuriert der A. im Zedlerschen Lexikon, dem wichtigsten dt.sprachigen Nachschlagewerk des 18. Jh.s. [2. 467]. In seiner Ulmer Stadtgeschichte hatte Felix Fabri schon 1488 zwölf Merkmale…

Adelsbewusstsein

(10 words)

s. Standesdenken

Adelsehre

(692 words)

Author(s): Graf, Klaus
Ohne Zweifel war die Ehre, das »Gesetz des Adels« (so A. von Kotzebue, 1792), ein zentraler aristokratischer Grundwert, der seine Geltung von der hochma. Standesideologie des Rittertums bis zur Gegenwart bewahren konnte (Adel; Ritter; Standesdenken). Die neuere Forschung zur Sozial- und Kulturgeschichte der Vormoderne (Frühe Neuzeit) hat zwar die Kategorie Ehre zur absoluten Herrscherin über die sozialen Beziehungen erklärt, auf dem Feld der Adelsforschung vermisst man dagegen umfangreichere Studien, die sich dem gan…

Adelshochzeit

(805 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
Bis heute stellen A. ebenso glanzvolle wie vielbeachtete Höhepunkte adeligen Lebens dar. Im Unterschied zur Gegenwart spielte der moderne Begriff der Liebe bei den frühnzl. Hochzeiten allerdings keine Rolle. Als Mittel einer »zielgerichteten Familienpolitik« stand bei der Eheschließung vielmehr der Wunsch einer dynastischen Absicherung im Vordergrund (Dynastie). Im Europa des 16.-18. Jh.s bedeutete der Akt der Eheschließung für das adelige Brautpaar in mehrfacher Hinsicht einen Initiationsritus: War mit der Heirat einerseits die Gründung eines eigenen Hausstan…

Adelskirche

(1,649 words)

Author(s): Wieland, Christian
1. Adelige Exklusivität und kirchliche Hierarchie Als A. werden diejenigen Teile der (kath.) Kirche bezeichnet, die vom Adel dominiert wurden und deren Pfründen sich in adeligem Besitz befanden. Bereits seit dem frühen MA wurden hohe kirchliche Ränge mehrheitlich mit Adligen besetzt; zugleich verliehen Kardinals-, Bischofs- oder Abtsrang und andere kirchliche Dignitäten ihren Trägern bzw. deren Familien und allgemeiner der Oberschicht der Städte, in denen Kathedralen und Stifte angesiedelt waren, adelsgleichen Rang. Neben der familiären I…

Adelskrise

(779 words)

Author(s): Graf, Klaus
Der Begriff der A. steht für ein geschichtswiss. Deutungsmodell, das den Versuch unternimmt, krisenhafte Phänomene der Adelsgesellschaft auf politischen, sozio-ökonomischen und ideologischen Feldern zu beschreiben und zu erklären. 1965 führte der engl. Sozialhistoriker Lawrence Stone in The Crisis of the Aristocracy, 1558–1641dieses am Beispiel des engl. Hochadels entwickelte Konzept in die histor. Forschung ein. Inzwischen herrscht unter Historikern allerdings weitgehende Einigkeit darüber, dass die Annahme einer generellen A. höchst …

Adelsleben

(2,143 words)

Author(s): Gersmann, Gudrun
1. Begriff Die Heterogenität des europ. Adels schlug sich zwischen dem 15. und 19. Jh. auch in der adeligen Alltags- und Erfahrungswelt nieder. Zwischen dem Dasein des eng in das herrscherliche Zeremoniell eingebundenen Vertreters des alten franz. Adels, des portug. fidalgo und des verarmten Landadeligen an der Peripherie des Alten Reiches existierten nicht einmal dem eigenen Selbstverständnis nach biographische Berührungspunkte. Während das höfische »Theater« (Norbert Elias) in Versailles für die luxusliebende noblesse d'épée (Geburtsadel) Erfahrungsraum wie Aktio…

Adelsnation

(838 words)

Author(s): Bahlcke, Joachim
1. Begriff Der Begriff A., der uns in poln. Quellen etwa seit Mitte des 16. Jh.s begegnet ( naród szlachecki), deutet auf ein in SpätMA und Früher Nz. für ganz Ostmitteleuropa markantes Strukturmerkmal hin: den ungewöhnlich hohen Grad adelsständischer Durchformung des Staates. Zwischen 1300 und 1500, während der Formierung der Ständeverfassungen in Polen, Böhmen und Ungarn, war es dem Adel gelungen, seine Macht v. a. regional fest und dauerhaft zu verankern. Auch in späteren Jahrhunderten waren damit jeder monarc…
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