Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Obelisk

(1,050 words)

Author(s): Dlugaiczyk, Martina
1. Form und Herkunft Als O. (lat. obeliscus, von griech. obelískos) bezeichnet man einen hohen, zumeist schlanken, sich nach oben verjüngenden Steinpfeiler quadratischen Querschnitts, der in einer Spitze (Pyramidion) endet. In der Terminologie des 16. und 17. Jh.s ist die Verwendung der Begriffe O. und Pyramide fließend; hinzu kommt der Oberbegriff Meta zur Bezeichnung der Spitzsäulen, die im antiken Circus an den Endpunkten der Spina (der beim Wagenrennen zu umrundenden Mittelmauer) aufgestellt waren. Über den ursprünglichen Sinn von O. fehlen authentische Berichte…

Obereigentum

(11 words)

s. Geteiltes Eigentum

Oberschichten

(12 words)

s. Eliten | Gesellschaft

Objektivität

(1,717 words)

Author(s): Lehmann-Brauns, Sicco | Jordan, Stefan
1. Begriff O. bezeichnet als wiss. Ideal des 19. Jh.s das Ziel, eine vom Subjekt des Wissenschaftlers unabhängige Erkenntnis zu erreichen. Angesichts der emphatischen normativen Bedeutung, die dem O.-Anspruch seit dem 19. Jh. zukommt, erstaunt es, dass die spezifisch moderne Verwendung des Begriffs erst im späten 18. Jh. entstand [6]. Von der Scholastik bis an die Schwelle des 19. Jh.s bedeutete lat. esse objective das bloß Vorstellungsmäßige, vom Erkennen Gemeinte [3. 45]. Die scholastischen Kategorien des Subjektiven und Objektiven besaßen in der Philosophie …

Obligation

(10 words)

s. Vertrag

Obrigkeit

(6,832 words)

Author(s): Carl, Horst | Schorn-Schütte, Luise
1. Quellenbegriffe Der Begriff O. (frühneuhochdt. »Oberkeit«) begegnet seit dem ausgehenden MA; seit dem 16. Jh. wurde er fast ausschließlich zur Bezeichnung für weltliche und geistliche Herrschaft (= H.) verwendet. Erst im 19. Jh. wurden stattdessen Begriffe wie Staatsgewalt oder Landesherrschaft gebraucht. Die frühnzl. Bezeichnung bezieht sich auf die herrschaftliche Gewalt, die fest in eine ständische Ordnung eingebunden ist (Stand, Stände). In den Quellen des 16. bis 18. Jh.s werden verschiede…

Observatio

(10 words)

s. Beobachtung

Observatorium

(986 words)

Author(s): Mommertz, Monika
1. Begriff O. gehören zu den für die Herausbildung der nzl. Naturwissenschaften, deren Epistemologien, Idealen und Praktiken wegweisenden Einrichtungen. Während der Frühen Nz. verstand man unter einem O. im weiteren Sinne einen Raum zur Beobachtung himmlischer oder irdischer Phänomene, im engeren Sinn meist ein mit wissenschaftlichen Instrumenten zur regelmäßigen und kontinuierlichen Beobachtung von Himmelsphänomenen ausgestattetes Gebäude (Synonyme u. a. lat. specula ‹domestica›/»Warte«; turris mathematica bzw. astroscopeia/»math. bzw. astroskopischer Turm«…

Obst

(2,000 words)

Author(s): Schöller, Rainer G.
1. Definition, Forschungsstand und Quellen O. ist die Sammelbezeichnung für die essbaren Früchte und Samenkerne mehrjähriger Nutzpflanzen. Die Enzyklopädien von Zedler [2] und Krünitz [3]; [4] unterscheiden die saftreichen Früchte des Kern-O. (Apfel, Birne, Quitte, Mispel), des Stein-O. (Kirsche, Pflaume, Aprikose, Pfirsich), des Beeren-O. und die Kerne des Schalen-O. (Hasel-, Walnuss, Esskastanie). Einige Arten wie Mirabellen, Reineclauden, Amorellen, Johannis-, Stachel-, und Gartenerdbeeren wurden erst in der Nz. in größerem Ausmaß kultiviert [12]. Neben dem Kult…

Obstetrik

(957 words)

Author(s): Osten, Philipp
1. Begriff O. ist ein Oberbegriff für jene Bereiche der Medizin, die sich mit der Geburt befassen (von lat. obstare, »gegenüber stehen«; verweist auf den/die der Gebärenden gegenüberstehenden Helfer/in). Vereinzelt wurden unter O. – im Gegensatz zu den Handlungen einer Hebamme – nur die Tätigkeiten männlicher Geburtshelfer gefasst, unabhängig davon, ob es sich dabei um Chirurgen, Accoucheure oder akademische Ärzte handelte. Diese Differenzierung war jedoch nicht zwingend. V. a. im span., ital., niederl. und engl. …

Obszöne Literatur

(13 words)

s. Pornographie

Ochotniki

(10 words)

s. Otchodniki

Ochsenhandel

(785 words)

Author(s): Rippmann, Dorothee
Vom regionalen und transkontinentalen Viehhandel des 15. bis 19. Jh.s zeugen neben alten Ochsenwegen Ortsnamen wie Oxford, Ochsenhausen, -furt und -zoll. Der Begriff O. indessen kann in die Irre führen, da einzelne Herden, insbes. die im 16. Jh. nach Oberitalien ausgeführten ungar. Rinder, mehrheitlich aus dreijährigen Kühen und Stieren bestanden [7. 46, 51, 57]. Die Zeitgenossen hielten jedoch am Begriff fest. Laut Zedlers Universallexikon wurde im 18. Jh. mit Ochsen »jährlich ein grosser Handel in allen Ländern getrieben, wie solches die grossen Ochse…

Ode

(1,254 words)

Author(s): Burdorf, Dieter
1. Begriff und Anfänge Die O. ist neben der Elegie und der Hymne die wichtigste an antiken Vorbildern orientierte lyrische Gattung der Nz. (Antikerezeption 4.6.). Sie ist meist in einem hohen Ton verfasst und erhebt einen besonderen Kunstanspruch. Zu unterscheiden sind zwei lit. Hauptformen: (1) die horazische O. (nach dem Vorbild des röm. Dichters Horaz, der seinerseits auf griech. Muster von Alkaios, Asklepiades und Sappho zurückgriff); sie zeichnet sich durch einen vierversigen, gleichmäßigen Str…

Ofen

(1,033 words)

Author(s): Bleidick, Dietmar
1. Allgemein Der Begriff O. bezeichnet im häuslichen Bereich – im Gegensatz zur offenen Feuerstelle, dem Herd und dem Kamin – einen geschlossenen Feuerraum, dessen Wärme entweder zu Heizzwecken nach außen abgeleitet oder im Inneren zur Lebensmittelzubereitung verwendet wird (vgl. Heizen; Hausbrand; Haushaltstechnik). In Handwerk, Gewerbe und Hüttenwesen dienten Öfen in der Nz. zur Gewinnung von Prozesswärme u. a. bei Schmelzprozessen, beim Seigern, Sintern und Brennen sowie im Bereich der Materialverformung und der Chemietechnik (Chemisc…

Offenbarung

(1,227 words)

Author(s): Ohst, Martin
1. Grundlagen Im Zuge der Neuformierung des erkenntnistheoretischen Problembewusstseins in der Hochscholastik des 13. Jh.s (Thomas von Aquin, Johannes Duns Scotus) erhielt der O.-Begriff seine dauerhaften Konturen: O. (lat. revelatio) bezeichnet die Selbstkundgabe Gottes, die dem Menschen Gotteserkenntnis und Heilsteilhabe ermöglicht. O. ist demnach schon in der Schöpfung geschehen, doch wegen der Sünde vermag sie den Menschen nicht mehr hinreichend zu leiten, obwohl sich Gott jedem innerlich im Gewissen und äußerlich in d…

Öffentliche Meinung

(952 words)

Author(s): Zimmermann, Clemens
1. Begriffsverständnis Der Begriff der Ö. M. steht disziplinär zwischen der Ideen-, der Kommunikations- und der Sozialgeschichte. Seit der Antike galt Communis opinio als diejenige Meinung, die von allen oder den meisten anerkannt wurde. Gemeint waren ungeschriebene Gesetze und konforme Positionen. Hohe Respektabilität und Glaubwürdigkeit derjenigen, die eine zunächst private Meinung äußerten, erhöhten die Chancen, dass diese den Status einer öffentlich relevanten erlangte [5. 152 f.]. Die Ö.M. stellte sich histor. innerhalb konkreter öffentlicher (= öff.) …

Öffentliches Gesundheitswesen

(14 words)

s. Gesundheitswesen, öffentliches

Öffentliches Recht

(7,406 words)

Author(s): Simon, Thomas
1. Definition Die Rechts-Ordnung stellt man sich seit dem 19. Jh. typischerweise zweigeteilt vor: Die Gesamtheit der R.-Normen wird in der Dichotomie von »öffentlichem« und »privatem« R. (Privatrecht) aufgefangen: Alle Rechtsnormen zählen zu einem der beiden Bereiche. Das Ö. R. umgreift in den modernen R.-Ordnungen die Teilgebiete des Verfassungsrechts und des Verwaltungsrechts, wobei man das Erstere üblicherweise wiederum in Staats(organisations)recht und die Grund-R. unterteilt findet. Diese drei Grundelemente des Ö. R. im modernen Sinne haben sich aus ga…

Öffentlichkeit

(3,397 words)

Author(s): Schmale, Wolfgang | Zimmermann, Clemens | Mahlerwein, Gunter
1. Gesellschaft 1.1. Strukturelle Bedingungen Ö. und Gesellschaft stehen in einem engen Verhältnis der Wechselwirkung. Ohne Ö. gibt es keine Gesellschaft, ohne Gesellschaft keine Ö. Da die Gesellschaft der Neuzeit prinzipiell segmentiert war, gilt dies auch für die Ö. Diese Segmentierung wurde durch sprachliche, räumliche, schichten- bzw. klassen- sowie geschlechterspezifische Grenzen bedingt (Stand, Stände; Klasse; Geschlecht). Diese Grenzen sind allerdings nicht als »rote Linien« zu denken, sondern…
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