Enzyklopädie der Neuzeit Online

Purchase Access
Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

Subscriptions: Brill.com

Apanage

(766 words)

Author(s): Schnettger, Matthias
Als A. bezeichnet man die Ausstattung, die ein regierender Fürst von der Landesherrschaft ausgeschlossenen Familienmitgliedern gewährte, um ihnen einen standesgemäßen Unterhalt zu ermöglichen. Der Begriff A. geht auf das mittellat. apanagium (auch appanamentum, von appanare, »ausstatten« zurück. Im dt. Sprachraum taucht der Begriff erst im 16./17. Jh. auf, das Institut der A. ist aber älter. Weitere Bezeichnungen sind Deputat, Erbgebührnis, Landesportion, Pension etc. Die Einrichtung der A. entstand im Zuge der Individualsukzession und der Durchsetzung des…

Aphorismus

(955 words)

Author(s): Spicker, Friedemann
Der A. ist eine kontextuell isolierte, konzise, bis auf Satz und Einzelwort verknappte literarische Prosaform, die als unsystematisches Erlebnisdenken im Grenzgebiet von Philosophie und Literatur im bes. Maße auf die Mitarbeit des Lesers angewiesen ist. Im Grundsatz ist der A. nichtfiktional und oft rhetorisch oder metaphorisch markant. Das Kriterium der Autorintention schließt Zitate, Pointen, Sentenzen und von Herausgebern etwa aus Briefen nur exzerpierte, aphorismusähnliche Kurztexte aus. Zur Vorgeschichte des dt. A. ist auf verschiedene antike Quellen zu v…

Apodemik

(872 words)

Author(s): Stagl, Justin
A. bezeichnet die Methodik der frühnzl. Bildungsreise und die dazugehörige literarische Gattung. Das Wort ist eine humanistische Neuprägung aus griech. apodēmeín (»in der Fremde, verreist sein«), substantivisch wurde es erst zu Ende des 18. Jh.s verwendet [2], adjektivisch seit dem späten 16. Jh. Die Reisekunst (lat. ars apodemica = »Kunstlehre des Reisens« oder prudentia peregrinandi, analog auch in anderen Sprachen: engl. art of travel; franz. art de voyager, dt. »Reisekunst«, »Reiseklugheit«) war eine Schöpfung des dt.-schweizer.-niederl. Gelehrtenhumanismus [4]; [3]…

Apokalyptik

(2,138 words)

Author(s): Sparn, Walter
1. Begriffe und Vorgeschichte 1.1. Apokalyptik und Apokalypse Der Begriff A. wurde erst 1820 von dem Theologen K. I. Nitzsch für ein Denken und Verhalten gebildet, das den künftigen Weltlauf als Abfolge dramatischer Ereignisse ansieht, die sich in eine kosmische Katastrophe ausweiten und dieser Welt und Zeit ein Ende setzen. In solchen Weltanschauungen wird unterstellt: (1) das Geschick der Menschheit ist Teil der kosmischen Geschichte, die ihrerseits die Menschengeschichte zum Mittelpunkt hat; (2) die …

Apokalyptizismus

(10 words)

s. Chiliasmus

Apologetik

(1,326 words)

Author(s): Nüssel, Friederike
1. Zur Entwicklung des Begriffs A. bezeichnet das Unternehmen, den Wahrheitsanspruch der christl. Religion gegenüber kritischen Einwänden zu verteidigen. Da zur geschichtlichen Entwicklung des Christentums von Anfang an die Auseinandersetzung mit anderen Religionen gehörte, wurde die Aufgabe der A. schon in urchristl. Zeit als notwendig angesehen (1 Petr 3,15). Dabei galt es nicht nur, für die Legalität der christl. Religion einzutreten, sondern auch die Plausibilität des christl. Glaubens vor dem Fo…

Apotheke

(942 words)

Author(s): Wahrig, Bettina
Das Wort A. kommt aus dem Griechischen (»Warenlager«); der Arzt und Medizinschriftsteller Galen bezeichnete so seine Medikamentensammlung. Die ersten Belege für die Existenz des Apothekerberufs stammen jedoch aus dem arabischen MA [7. 267]. Im 13. Jh. entstanden die ersten europ. Gesetze, die den Beruf des Arztes und Apothekers (= Ar.) voneinander trennten ( Constitutiones Friedrichs II. 1231/41 für die sizilischen Erblande; Beschluss der Pariser medizinischen Fakultät 1271). Die Ausbildung der Ar. erfolgte bis ins 19. Jh. in einer Lehrlings- und einer Geselle…

Appellation

(10 words)

s. Rechtsmittel

Appellationsgericht

(14 words)

s. Gericht | Gerichtsverfassung | Rechtsmittel

Aptum

(10 words)

s. Decorum

Arabische Welt

(18 words)

s. Islamisierung | Religiöse Interaktion | Weltwahrnehmungen

Arabistik

(1,074 words)

Author(s): Mangold, Sabine
Der Begriff A. als Bezeichnung für das Studium des Arabischen tauchte in Europa erst nach 1850 auf. Doch haben europ. Gelehrte sich seit etwa 1500 wiss. mit der Sprache und Literatur, aber auch mit der Geschichte und der Kultur der Araber beschäftigt. Während das MA das Studium der wichtigsten Sprache der islam. Welt, der Sprache des Korans, ausschließlich im Dienste der Mission betrieb, veränderten Reconquista, Reformation und Humanismus die Motive für die Auseinandersetzung mit dem Arabischen. Anstelle einer religiös aufgeladenen und an der praktischen Überzeugungsarb…

Arbeit

(9,881 words)

Author(s): Ehmer, Josef | Saurer, Edith
1. Definitionen von Arbeit 1.1. Weiter und enger Arbeitsbegriff Jede historische Gesellschaft hat ihr eigenes Verständnis von A., und innerhalb jeder Gesellschaft existieren unterschiedliche und sogar entgegengesetzte Konzepte davon. Auch der gegenwärtige A.-Begriff der westl. Gesellschaften ist ambivalent. Auf der theoretischen Ebene hat sich im Lauf des 20. Jh.s ein breites Verständnis von A. durchgesetzt. »A. im weitesten Sinne ist jede einen äußeren Effekt auslösende Betätigung körperlicher oder geistiger Kraft«, heißt es im Handwörterbuch der Staatswissenschaft…

Arbeiterbewegung

(1,245 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff und Gegenstand Unter A. versteht man die organisierte Interessenvertretung der Arbeiterschaft in der Industriegesellschaft durch Gewerkschaften und eine (oder mehrere) eigene polit. Partei(en). Als soziale Massenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s entstanden, erreichte die A. im 20. Jh. auf der Basis des allgemeinen Wahlrechts ihren polit. Höhepunkt. In allen europ. Ländern (nicht aber in den USA) erlangten Arbeiterparteien immer wieder Regierungsbeteiligung und trugen wesentlich …

Arbeiterprotest

(12 words)

s. Arbeitsniederlegung | Protest

Arbeit, motivisch-thematische

(788 words)

Author(s): Hinrichsen, Hans-Joachim
In der dt.sprachigen Musikwissenschaft bezeichnet der Terminus ein Kompositionsverfahren: Ein ganzer musikalischer Satz oder wesentliche Teile davon werden mit Hilfe von Abwandlung, Fortspinnung, Kombination oder Umgruppierung aus wenigen, dem Thema (oder den Themen) der Komposition zugrunde liegenden Motiven (Leitmotiv) entwickelt, sodass der Fortgang des musikal. Geschehens beständig mit den Hauptthemen in Verbindung steht. Es handelt sich also um ein Verfahren der Zusammenhangbildung wie der …

Arbeitsbräuche

(1,136 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Handwerklich 1.1. Begriff Während ältere Studien, die sich mit Formen kultureller Repräsentation der Handwerker befassten, diese als »Sitte« und »Brauch« abhandelten [4], setzte sich seit den 1930er Jahren dafür der Begriff »Brauchtum« durch [5], dem mitunter gar ein germanischer Ursprung verliehen wurde [12]. Dem Handwerk schrieb man in Ausübung des »Brauchtums« – selbst wenn es sich um im 19. Jh. neu »erfundene« Bräuche ( invented traditions) handelte – eine »beharrliche Traditionstreue durch die Jahrhunderte« zu: Ein einheitlicher Zug sei durch alle Ei…

Arbeitshaus

(1,392 words)

Author(s): Sokoll, Thomas
1. Begriff Das A. ist eine typisch nzl. Erscheinung. Im 16. Jh. entstanden, war es im 17. und 18. Jh. in ganz Europa verbreitet. Der Intention nach dienten A. der Züchtigung und Bestrafung des »arbeitsscheuen Gesindels« (Landstreicher, Vagabunden, »Zigeuner«, Obdachlose etc.) durch institutionelle Zwangsarbeit. Sie sollten also potentiell alle – aus welchen Gründen auch immer – »arbeitslosen« Angehörigen der arbeitenden Klassen und unterständischen Schichten treffen (Arbeitslosigkeit). Wegen des Z…

Arbeitskräftemigration

(10 words)

s. Arbeitsmigration

Arbeitslohn

(10 words)

s. Lohnarbeit
▲   Back to top   ▲