Enzyklopädie der Neuzeit Online

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Subject: History

Die Enzyklopädie der Neuzeit Online, die auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie der Neuzeit (J.B. Metzler Verlag Stuttgart, 2005-2012, in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen) basiert, bietet in über 4.000 Schlagwörtern einen facettenreichen Blick auf das bedeutsame Zeitalter von der Mitte des 15. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seit 2017 wird die Enzyklopädie der Neuzeit Online regelmäßig erweitert. Neue Artikel kommen hinzu und bestehende Artikel werden um neue Abschnitte und zusätzliche Literatur ergänzt. In Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes sind neue Artikel auch einzelnen Räumen und Regionen gewidmet oder reflektieren aktuelle Trends der historischen Neuzeit-Forschung.

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Josephinismus

(1,611 words)

Author(s): Demel, Walter
1. Begriffsgeschichte Der Begriff J. entstand bald nach dem Tod Kaiser Josephs II. (1790). War damit ursprünglich meist dessen gesamtes Reform-Werk gemeint, wurde der Inhalt des Begriffs ab 1832 auf dessen Kirchenpolitik konzentriert bzw. reduziert und überwiegend negativ akzentuiert [6]. Dies blieb jedoch umstritten: So verstand die Forschung unter J. einen »Reformkatholizismus« [15] oder aber eine antikirchliche Form des Staatskirchentums [2. Bd. 1, 47–55] (Kirche und Staat). Letztere Auffassung machte dafür primär Staatskanzler Kaunitz, danach aber auch…

Journal

(12 words)

s. Zeitschrift | Zeitung

Journal des Savants

(23 words)

s. Acta Eruditorum | Gelehrte Zeitschrift | Literarisch-kulturelle Zeitschrift

Journalismus

(2,300 words)

Author(s): Requate, Jörg
1. Begriff Der Begriff J. setzte sich in seinen europ. Sprachvarianten (engl. journalism, ital. giornalismo, portug. jornalismo) erst in der ersten Hälfte des 19. Jh.s durch. Auch franz. journalisme, von dem diese sich herleiteten, war erst im ausgehenden 18. Jh. gebräuchlich geworden. Etymologisch war das Journal zunächst nicht die Zeitung, sondern das Tagebuch. Der dt. Begriff »Tagesschriftstellerei«, der auf diese Herkunft verweist, verlieh dem J. eine pejorative Konnotation, im Sinne von »nur für den Tag (flüchtig) ge…

Jubiläum

(1,619 words)

Author(s): Dohrn-van Rossum, Gerhard
1. Begriff und Entstehung Während das Jubeljahr als Erlass- bzw. Ablassjahr auf at. und christl. Traditionen zurückgeht (Heiliges Jahr), wurde das J. als feierliches und festliches Gedenken an ein histor. Ereignis in bestimmten längeren Zeitintervallen (meist nach einer »runden« Zahl von Jahren; daher die Redensart »alle Jubeljahre«) in der Frühen Nz. entwickelt und erst im 19. Jh. zu einer kulturellen Selbstverständlichkeit. Nach Leviticus 25,8–31 sollte auf sieben siebenjährige Zyklen mit je einem Ruhejahr das jeweils siebte Ruhejahr, das »Jobeljahr« ( iobeleus) folgen: …

Judaistik

(14 words)

s. Judentum | Wissenschaft des Judentums

Juden

(17 words)

s. Aschkenasim | Judentum | Jüdische Gesellschaft | Sephardim

Judenemanzipation

(10 words)

s. Emanzipation

Judenfeindschaft

(2,085 words)

Author(s): Helbig, Annekathrin
1. Antijudaismus und Antisemitismus J. ist eine im christl. Denken über Jahrhunderte hinweg tief verankerte Abneigung gegenüber Juden, welche sich in der Nz. in Stereotypen, alltäglichen Schikanen, Unrecht und Ungleichbehandlung sowie Judenverfolgungen niederschlug. J. – basierend auf Vorwürfen, wie sie von der christl. Seite vorgetragen wurden – ist für die islam. Welt der Nz. nicht bekannt; hier galten Juden zwar nicht als gleichberechtigte Untertanen, aber als Schutzbefohlene ( dhimmi); vgl. Osmanische Gesellschaft. In der Forschung wird vielfach für eine genaue …

Judenrecht

(999 words)

Author(s): Battenberg, Friedrich
1. Definition und Geltungsbereich Man unterscheidet i. Allg. zwischen dem jüdischen Recht (den in der Halacha begründeten Rechtsregeln; innerjüd. Recht) und dem J., das diejenigen Normen umfasst, die die Beziehungen zwischen den Juden und der nichtjüd. (christl., islam.) Umwelt regeln sollen. Beide Materien konnten aufeinander bezogen sein, indem das J. von halachischen Regeln beeinflusst, jenes aber auch zur Interpretation des jüd. Rechts herangezogen wurde und in die Responsen der Rabbiner Eingang…

Judentum

(8,101 words)

Author(s): Grözinger, Karl Erich
1. Definition Der Begriff J. (hebr. jahadut) bezeichnet sowohl die Gemeinschaft und die gesellschaftlichen Lebensformen der Juden (Jüdische Gesellschaft) als auch die von diesen hervorgebrachte Religion und Kultur (Letztere werden im Folgenden behandelt). Das Wort J. ist von der Selbstbezeichnung jehudi (Plural jehudim) abgeleitet; sie geht auf den namensgebenden Stammesvater Jehuda, dessen Stamm und den nachherigen Staatsnamen zurück. Daneben ist bis heute die biblische (= bibl.) Selbstbezeichnung »Volk Israel« ( Am Jisrael) gebräuchlich. Seit der Aufklärung sind …

Judentum, Wissenschaft

(15 words)

s. Wissenschaft des Judentums

Judenverfolgung

(2,065 words)

Author(s): Helbig, Annekathrin
1. Begriffsbestimmungen 1.1. Verfolgungen J. bedeutet hier antijüd. Gewalt gegenüber einer größeren Gemeinschaft, welche über die alltäglichen Dimensionen der Judenfeindschaft hinausging. J. waren »Maßnahmen von Obrigkeiten gegenüber Juden als Gemeinschaft …, die von kollektiven Vorstellungen geprägt wurden und die das übliche Maß der theoretisch geforderten antijüd. Bestimmungen übertrafen« [8. 380]. Während der Begriff Judenfeindschaft für die gewohnheitsmäßige feindselige Einstellung der christl. Bevölkerung gegenüber Juden steht, sind J. a…

Judenviertel

(10 words)

s. Ghetto

Jüdische Gemeinde

(2,059 words)

Author(s): Kosman, Admiel
1. Entwicklung bis zum 17. Jahrhundert Die ursprüngliche Form der J. G. (hebr. kehilla) entstand zur Zeit des Zweiten Tempels (ca. 520 v. d. Z.) mit der Entwicklung der Synagogen zu Institutionen des jüd. Gemeinwesens. Die J. G. wurde Mittelpunkt des religiösen und sozialen Lebens, insbes. nach der Zerstörung des Zweiten Tempels (70 n. d. Z.). Neben der Erhaltung der Synagoge und der mikwe (des rituellen Tauchbades) gehörten die Rechtspflege, Krankenfürsorge, Schulbildung für Waisenkinder sowie der Unterhalt eines Arztes zu den Pflichten jeder J. G. …

Jüdische Gerichtsbarkeit

(2,541 words)

Author(s): Klein, Birgit E.
1. Vorrang jüdischer Gerichtsbarkeit Die Rechtspflege nach Grundsätzen jüdischen Rechts gilt seit der Antike als essentieller Teil der jüd. Religionspraxis (Judentum). J. G. und jüd. Recht sind zentral für das Verständnis der jüd. Geschichte, denn das jüd. Recht umfasst alle Lebensbereiche, nicht nur die Kategorie des issur ve-hetter (hebr.; »rituell Verbotenen und Erlaubten«), sondern auch den weitgefassten Bereich der dine mammonot (hebr.; »Geldangelegenheiten«), im Deutschen mit »Ritualrecht« und »Vermögensrecht« nur unzulänglich wiedergegeben. Zum R…

Jüdische Gesellschaft

(6,415 words)

Author(s): Klein, Birgit E.
1. Ausgangspunkt und Definition Seit der Antike ohne eigenen Staat, lebten Juden als größte und bedeutendste religiöse und ethnische Minderheit im Europa der Nz.; ihre Siedlungsgebiete erstreckten sich, ausgehend von Kleinasien, nach Westen und Norden über den nordafrikan. und europ. Mittelmeerraum bis nach West-, Mittel- und Osteuropa, nach Süden bis in den Jemen und Äthiopien, und nach Osten über Irak und Persien bereits im HochMA bis nach Indien. Seit dem Ende des 15. Jh.s lebten Juden auch auf d…

Jüdische Kunst

(2,116 words)

Author(s): Weber, Annette
1. Gegenstand J. K. ist seit dem 19. Jh. Diskussions- und Forschungsgegenstand, wobei die von der Minderheit erwartete Anpassung an die Mehrheitskultur und die daraus resultierende Stilpluralität die Definition ihrer Eigenart erschweren. Bis zur Emanzipation im 18./19. Jh. behinderten der Ausschluss vom christl.-zunftgebundenen Handwerk und das biblische Bilderverbot die Entstehung autonomer J. K. Ihre Entwicklung konzentrierte sich auf Symbolik sowie auf Bild- und Baumetaphern, die jüd. Geschichte und Religiosität widerspiegelten [9]; [7]; [16]; [22]; [23]. Weber,…

Jüdische Literatur

(2,332 words)

Author(s): Riemer, Nathanael
1. Begriff und Entwicklung J. L. bezeichnet im weitesten, weltliterarisch orientierten Sinn alle Schriften, die von Juden und Autor/innen jüd. Herkunft verfasst wurden [9]; es gab jedoch immer wieder polemische, apologetische und wiss. Versuche, die J. L. hinsichtlich ihrer Sprachen, Gattungen, Themen und Autor/innen ein- und abzugrenzen. War bis zur zweiten Hälfte des 18. Jh.s die J. L. überwiegend religiös geprägt und damit fest im Judentum verankert, so wird mit der Haskala (der jüd. Aufklärung in der Zeit von etw…

Jüdische Medizin

(749 words)

Author(s): Jankrift, Kay Peter
1. Begriff Der Begriff J. M. ist zwiespältig und lässt sich abhängig vom Blickwinkel unterschiedlich definieren. Gemeint sein können zum einen die durch das jüd. Religionsgesetz, die Halacha (Jüdisches Recht), festgelegten Richtlinien zur medizinischen Praxis. Weiter gefasst wird J. M. zum anderen als jegliche Form der M. verstanden, die von jüd. Heilkundigen mit ihren durch religiöse Vorstellungen beeinflussten Erfahrungen und Gewohnheiten praktiziert wird. In diesem Zusammenhang fand der Begriff…
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