Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur

Get access Subject: Jewish Studies
Edited by: Dan Diner

Von Europa über Amerika bis zum Vorderen Orient, Nordafrika und anderen außereuropäischen jüdischen Siedlungsräumen erschließt die Enzyklopädie die neuere Geschichte der Juden von 1750 bis 1950.

Rund 800 Stichwörter präsentieren den Stand der internationalen Forschung und entwerfen ein vielschichtiges Porträt jüdischer Lebenswelten - illustriert durch viele Karten und Abbildungen. Übergreifende Informationen zu zentralen Themen vermitteln ca. 40 Schlüsselartikel zu Begriffen wie Autonomie, Exil, Emanzipation, Literatur, Liturgie, Musik oder Wissenschaft des Judentums. Die Enzyklopädie stellt Wissen in einen Gesamtkontext und bietet Wissenschaftlern und Interessierten neue Einblicke in die jüdische Geschichte und Kultur. Ein herausragender Beitrag zum Verständnis des Judentums und der Moderne.

Die Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur Online basiert auf der gedruckten Ausgabe Enzyklopädie Jüdischer Geschichte und Kultur von J.B. Metzler Verlag (2011–2015), herausgegeben von Dan Diner.

For more information: brill.com

Golem

(2,706 words)

Author(s): Yair, Gad | Soyer, Michaela
Der Mythos vom Golem (hebr.; ungeformte Substanz, Puppe), einem mit magischen Mitteln erschaffenen menschenähnlichen Wesen, reicht bis in die jüdische Antike zurück. Die Geschichten über den Golem waren anfangs auf religiöse Kontexte beschränkt und der Akt seiner Schöpfung galt als der Inbegriff von Frömmigkeit. Ab dem 16. Jahrhundert teilt sich die Golem-Überlieferung: Die jüdische Tradition bewahrte das Bild des Golems als einer übermenschlichen Figur, die geschaffen wird, um die jüdische Geme…

GosET

(2,815 words)

Author(s): Veidlinger, Jeffrey
GosET ( Gosudarstvennyij yevrejskij teatr) bezeichnet einen Verbund von jiddischen Staatstheatern in der Sowjetunion der Zwischenkriegszeit. Das größte und prominenteste von ihnen war das Moskauer Jiddische Staatstheater ( Moskovskij gosudarstvennyij yevrejskij teatr). Dort wie auch an anderen regionalen jiddischen Staatstheatern arbeiteten führende Schauspieler, Musiker, Künstler, Regisseure, Bühnenautoren und Techniker. Viele von ihnen nutzten die Theaterbühne, um ihr Jüdischsein im Rahmen des sowjetischen Kontextes zum Aus…

Gottesidee

(3,058 words)

Author(s): Brumlik, Micha
Für den deutsch-jüdischen Philosophen Hermann Cohen (1842–1918) war die Gottesidee zeit seines Lebens ein bedeutendes Thema. In dem Begriff verschränken sich die beiden zentralen Referenzpunkte seines Denkens, die kantische Philosophie und die jüdische Religion. Die Gottesidee, wie sie bei Kant, im Kantianismus und bei Hermann Cohen artikuliert wurde, zeichnet sich dadurch aus, dass alle metaphysische Spekulation durch Moralität ersetzt wird – ein Ansatz, bei dem nicht wenige von der deutschen K…

Grammophon

(1,498 words)

Author(s): Fetthauer, Sophie
Das Grammophon wurde 1887 in den Vereinigten Staaten von dem aus Deutschland stammenden Erfinder Emil Berliner (1851–1929) entwickelt. Erzogen im Geist der Emanzipation, sah Berliner im technischen Fortschritt eine humanitäre Leistung und gleichzeitig einen Weg zur Integration in die US-amerikanische Gesellschaft. Auch an der Entstehung von Schallplattenfirmen in den Vereinigten Staaten, England und Deutschland war Berliner beteiligt; sie führte zu einer weltweit arbeitenden Schallplattenindustr…

Groshnbibliotek

(873 words)

Author(s): Sholokhova, Lyudmila
Die literarische Reihe Groshnbibliotek war eine Gründung linkspolitischer jüdischer Kreise in Polen. Sie erschien zwischen 1930 und 1936 in Warschau und stellte eine einzigartige Sammlung populären Lesestoffs für die jüdischen Arbeiter dar. Ihre Themen, die sich zwischen sachlicher Information und Unterhaltung bewegten, bedienten die literarischen Vorlieben der polnischen Juden in der Zwischenkriegszeit. Gleichzeitig hatten die Hefte didaktischen Anspruch: Sie vermittelten die Ideologie der jüdischen Arbeiterbewegung Polens. Die Initiatoren der Groshnbibliotek wa…

Gruppe 47

(3,651 words)

Author(s): Briegleb, Klaus
Vereinigung von Schriftstellern und Kritikern in der frühen Bundesrepublik, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Erneuerung der deutschen Literatur beitragen wollte. Nach heftigen Diskussionen im Gründungsjahr 1947 verständigte sich die Gruppe darauf, künftig nicht über den Nationalsozialismus zu debattieren. Aus der Emigration zurückgekehrte Autoren hatten in der Regel keine Chance auf Zugehörigkeit. Die Gruppe 47 ist exemplarisch für die Tabuisierung der Schoa und der jüdisch-nichtjüdischen…