Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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L

(114 words)

Author(s): B. Bischoff †
der elfte Buchstabe des lat. Alphabets. Er entsprach der wahrscheinlich von den Etruskern vermittelten west–griech. Form des Lambda, die aus einem geraden Schaft und einem kürzeren schrägen, nach oben gerichteten Strich am unteren Ende bestand. Die klassische lat. Form des L mit einem vollen rechten Winkel blieb für die Majuskelschriften maßgebend. Die Minuskelform (seit dem 4. Jh.) endete mit einer kleinen Umbiegung auf der Zeile; die Schleife des kleinen 1 der modernen Schreibschriften stammt aus der spätma. Kursive. B. Bischoff † Bibliography Jensen, H.: Die Schrift in Verg…

Laage-Petersen, Holger

(84 words)

Author(s): T. Nielsen
* 28. 5. 1885 in Viborg, 17. 2. 1949 in Kopenhagen, dän. Büchersammler, Großkaufmann und Handelskammerpräsident. Seine H. C. Andersen–Slg., die er der Kgl. Bibl. Kopenhagen vermachte, ist in gewisser Hinsicht (Widmungsex., Übers.) unübertroffen; mit über 1000 Meistereinbänden von Anker Kyster ist sie auch äußerlich sehr wertvoll. T. Nielsen Bibliography Topsøe–Jensen, H.: Dedikationseksemplarer i den L.–P.ske H. C. Andersen–Sämling. In: Bogvennen Neue Reihe 8. 1953, S. 7—45 Dal, E.: Den L.–P.ske H. C. Andersen–Sämling. In: Fund og Forskning 2. 1955, S. 58—74.

Laakmann

(238 words)

Author(s): P. Kaegbein
baltische Buchdruckerfamilie. Heinrich L. (* 25. 9. 1802 in Lübeck, 2. 6. 1891 in Dorpat) war Buchdrucker und Verleger. Zuerst arbeitete er in Lübeck, Frankfurt am Main und Paris (bei Finnin Didot), dann war L. 1835 — 1844 Leiter der Druckerei Lindfors' Erben in Reval. 1837 gründete er eine Buch– und Steindruckerei in Dorpat, zunächst als Zweigstelle der Revaler Firma, seit 1841 unter seinem Namen. Sie wurde 1846 als erste in Nordliv– und Estland mit einer Schnellpresse sowie später mit einer Bu…

Laarman, Märt

(104 words)

Author(s): P. Kaegbein
* 22. 2. 1896 in Euseküll (Estland), 18. 4. 1979 in Reval, estnischer Maler und Graphiker. 1916—1945 war L. Lehrer für estnische Sprache und Zeichnen in Reval, um 1920 engagierter Vertreter des Kubismus. In der Buchkunst bevorzugte er den Holzschnitt und gestaltete insbes. bibliophile Bücher; u. a. ill. er eine Anthologie von Friedebert Tuglas (1957—1962). P. Kaegbein Bibliography Teeder, I.: Märt Laarman. In: Märt Laarman. Tallinn 1969, S. [2—5] Eesti kunsti ajalugu (Estnische Kunstgesch.). Kd. 1, 2 und 2. Tallinn 1970—1977 Loodus, R.: Märt Laarman raamatu-kunstnikuna (M. L.…

Labanation

(41 words)

Author(s): G. Pflug
(auch Labanotation) ist eine von dem Tänzer und Choreographen Rudolf von Laban (1879—1958) in seinem Werk «Schrifttanz, Methodik und Orthographie» (2 Bde. Leipzig 1928 — 1930) entwickelte Methode zur Aufzeichnung choreographischer Abläufe. G. Pflug Bibliography Hutchinson, A.: Labanotation. London 1972.

La Barre, Nicolas

(118 words)

Author(s): S. Corsten
(de) † 1522 in Paris, franz. Drucker und Buchhändler. L. war gleichermaßen als Verleger und Lohndrücker aktiv. Unter seinem Namen kamen Lehrbücher für den akademischen Unterricht, aber auch volkssprachige Lit. (u.a. ein Totentanz) heraus. Seit Beginn seiner nachweisbaren Tätigkeit (1495) verwendete er verschiedene Signete, welche seine Handelsmarke mit dem Monogramm NB, gehalten von Adam und Eva bzw. zwei Engeln, zeigen. L. betrieb sein Unternehmen in der Pariser Rue St. Jacques «sub coronato lilio». S. Corsten Bibliography Claudin, A.: Histoire de l'imprimerie en France…

Labbé, Philippe

(115 words)

Author(s): W. Grebe
* 10. 7. 1607 in Bourges, † 17. 3. 1667 in Paris, franz. Jesuit und Polyhistor. L. trat mit 16 Jahren in den Jesuitenorden ein und studierte Rhetorik, Philosophie und Theologie. Er verfaßte über 80 Werke, darunter viele zur antiken und franz. Geschichte. Er trat auch als Bibliograph hervor. Seine «Bibliotheca bibliothecarum», Paris 1664, ist die erste selbständig ersch. Bibliographie der Bibliographien. Eine erste Ausarbeitung veröffentlichte er bereits 1653 als Suppl. zu «Nova bibliotheca manuscriptorum librorum». W. Grebe Bibliography Backer, A. de / Sommervogel, C.: Biblioth…

La Bédoyère, Noël–François Henri Huchet, Comte de

(112 words)

Author(s): P. Neumann
* 1782, † 1861, franz. Büchersammler. Der lit. und historisch interessierte Gardeoberst sammelte seit 1810 Schrifttum aller Völker und Zeiten, ließ diese universelle Bibl, jedoch 1837 versteigern, nachdem er aus politischen Gründen 1830 freiwillig den Militärdienst verlassen hatte. Eine neue Slg., bereichert durch Ankäufe gleichgearteter Bibl.en, beschränkte sich auf die Franz. Revolution, Napoleon und die Restaurationszeit, sie enthielt auch Flugschriften und Zeitungen. Die mit kostbaren Einbän…

Laboratory Press

(111 words)

Author(s): F. J. Mosher
Lehrwerkstatt am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh, Pennsylvania, gegr. 1923 und geleitet von Porter Garnett (1871—1951). Die Presse war bestimmt, Studenten des Instituts Buchgestaltung und Drucktechnik zu lehren. Etwa 144 Drucke wurden entworfen und auf einer Handpresse unter Garnetts Leitung gedruckt. Als dieser zurücktrat, stellte die Presse ihre Arbeit ein. Sie wurde 1960———————————————1963 als New Laboratory Press unter der Leitung von Jack Werner Stauffacher neu ins Leben gerufen. F. J. Mosher Bibliography In Tribute to Porter Garnett. In: Carnegie…

Labyrinth Editions

(170 words)

Author(s): F.J. Mosher
ist das Impressum, das von Richard Bigus (*1951), Dichter, Künstler und Drucker von sechs bibliophilen, limitierten Ed. von Gedichten (1977—1989), verwendet wird. Bigus erlernte den Buchdruck unter Jack Stauffacher bei der Cowell Press auf dem Campus der Univ. von Kalifornien (Santa Cruz) und unter William O. Everson bei der Lime Kiln Press. Sein erstes Buch, Pablo Nerudas «Ode to Typography» (Torrance, California 1977), entstand als Abschlußarbeit an der Yale University School of Art. Als Beisp…

Lacarelle, J. J. S.

(9 words)

Siehe La Roche Lacarelle

La Chambre, Jean de

(139 words)

Author(s): A. R. A. Croiset van Uchelen
* um 1600 in Haarlem, † 15. 3·1668, franz. Schul–und Schreibmeister sowie Schriftstecher in Haarlem. L. gab drei Schreibbücher heraus: «Verscheyden geschriften, geschreven ende int koper gesneden door Jean de la Chambre, liefhebber ende beminder der pennen», Haarlem 1638. obl. 4°, Titel mit Porträt von inhoudende verscheijden geschriften. Geschreven door Jean de la Chambre, Francoijsche School Meester binnen de Stadt van Haarlem» 1649. obl. 4°, «Exemplaren op d'Italiaensche manier gheschreven door Jean de la Chambre ... ende int Koope…

Lachmann, Karl

(189 words)

Author(s): G. Lohse
* 4. 3. 1793 in Braunschweig, † 13. 3. 1851 in Berlin; 1818 Professor in Königsberg, 1825 in Berlin. L. gilt neben J. Grimm als der Begründer der Germanistik. Von Haus aus Klassischer Philologe, übertrug er die ihm vertrauten editorischen Prinzipien auf die dt. Literatur. Die Herstellung eines kritischen Textes aus einer Vielzahl von Überlieferungsträgern stand im Zentrum seiner Arbeit. Erst L. hat mit seinen Textausg. die Beschäftigung mit der dt. Lit. des MA auf eine sichere Grundlage gestellt…

Lackeinbände

(138 words)

Author(s): Red.
sind Bucheinbände, deren Deckel mit Lackmalereien geschmückt sind. Die Technik – Miniaturmalereien mit Wasserfarben auf einem mit Lack überzogenen Kreidegrund – ist eine persische Erfindung und dann auf die Türkei und Indien übergegangen. Die Blütezeit der L. ist das 16. und 17. Jh. Dargestellt sind figürliche Szenen, Tierbilder, Jagdszenen; auf türkischen Einbänden wird ein ornamentales Dekor bevorzugt, und die jüngeren indischen L. sind zum größten Teil mit realistischen bunten Blumenarrangeme…

Lackington, James

(172 words)

Author(s): G. P. Jefcoate
* 31. 8. 1746 in Wellington, Somerset, ✝ 22. 11. 1815 in Budleigh, Devon, engl. Buchhändler. Nach der Ausbildung als Schuhmacher ging L. 1773 nach London, wo er eine Buchhandlung gründete. Als überzeugter Methodist spezialisierte sich L. zunächst auf den Verkauf frommer Traktate. Später wurde das Angebot erweitert. Er entwickelte als erster in Großbritannien das gewinnbringende Konzept des Modernen Antiquariats («remaindering»). Sein Motto lautete «small gains do great things». Zus. mit seinem G…

Lack, Lackfarben

(66 words)

Author(s): G. Hiersemann
sind Lösungen von nichtflüchtigen, filmbildenden Stoffen in verdunstenden (organischen) Lösemitteln. Wegen der flüssigen Zubereitung kann L. durch Aufwalzen oder Drucken auf den Werkstoff, etwa bedrucktes Papier oder Pappe, aufgebracht werden, um diesem einen hohen Glanz, verbunden mit Oberflächenschutz, zu geben. Klarl.e sind farblose Lösungen, Lackfarben deren Anreibungen mit Pigmenten (Farbstoffen). Das Lackieren in der Druckverarbeitung erfolgt im allg. auf Lackiermaschinen. DeckfarbenDruckfarbenLasurfarben G. Hiersemann

Lacroix, Paul

(155 words)

Author(s): G. Gabel
* 27. 2. 1806 in Paris, ✝16. 10. 1884 ebd. Bereits als Schüler gab L. eine dreibändige Ausg. der Werke Clément Marots heraus, wenig später trat er als Verf. mehrerer Komödien hervor. Neben Romanen, journalistischen Arbeiten und den Werkausg. franz. Autoren wurde L. durch seine zahlreichen lit. und historischen Studien bekannt. Unter verschiedenen Pseudonymen (P. L. Jacob, Antony Dubourg, Pierre Dufour und bes. Le Bibliophile Jacob) machte er sich als emsiger Bibliograph wie als Bibliophiler eine…

La Croze, Mathurin Veyssière de

(130 words)

Author(s): W. Schochow
* 4. 12. 1661 in Nantes, ✝ 21. 5. 1739 in Berlin. C. gehörte seit 1697 der Kurfürstlichen bzw. Kgl. Bibl, zu Berlin und seit 1701 der Preußischen Akad. d. Wiss. an. Er verwaltete zusätzlich, wohl seit 1718, das Kgl. Medaillen- und Antiquitätenkabinett und lehrte seit 1725 zugleich am Collège français. Der einstige Benediktiner galt seinen Zeitgenossen als Sprachgenie und als «wahres Magazin der Wissenschaften» (so Friedrich der Große); außer den klassischen beherrschte er eine Vielzahl weiterer …

Lactantius, L. Caecilius (in einigen Hss.: Caelius) Firmianus

(623 words)

Author(s): J. Hönscheid
(2. Hälfte 3. Jh. –1. Viertel 4. Jh.) Kirchenvater. Nachrichten über sein Leben verdanken wir fast ausschließlich den Angaben des Hieronymus in «De viris illustribus». Geboren in Nordafrika, wahrscheinlich Schüler des Rhetors Arnobius von Sicca, wurde L. durch den Kaiser Diokletian als Lehrer der lat. Rhetorik in die neue Residenzstadt Nikomedeia berufen, wo er kurz vor oder in der Verfolgungszeit Christ wurde. Hier war er wahrscheinlich Lehrer Konstantins des Großen, der ihn nach 312 zur Erziehung seines ältesten Sohnes nach Gallien, in die Umgebung von oder nach Trier berief. In s…
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