Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Maecenas, Gaius

(245 words)

Author(s): G. Pflug
— nach Tacitus (Ann. 6, 11) Gaius Cilnius f 8 v. Chr. Aus altem etruskischen Adel stammend, war er Freund und Berater des Kaisers Augustus, der ihn mehrfach mit politischen Missionen betraute. Sein Name ist mit der Förderung der Kunst und Wissen- schaft verbunden, da er einen Kreis von Dichtern, die Rücksicht auf ihre Herkunft und ohne sie ernsthaft in ihrer Freiheit einzuengen. Zu ihnen gehörten Vergil, der ihm seine «Geórgica» widmete, Horaz, der ihn in zahlreichen Gedichten anredet, und Prope…

Maffei, Scipione

(112 words)

Author(s): Red.
* 1. 6. 1675 in Verona, 11. 2. 1755 ebd., Marchese, war zunächst Dichter, Literat und Soldat. Für die Gesch. der Schrift hat M. durch zweierlei Entscheidendes geleistet: er entdeckte die Kapitularbibl. seiner Vaterstadt, die bei einer Überschwemmung auf die Schränke gelegt und vergessen worden war; sie enthielt wertvolle Hss. in lat. Kapitalis, Unziale und Minuskel aus dem 6.—9. Jh. Dazu erkannte er, daß es nur drei Gattungen der röm. Schrift gibt, Majuskel, Minuskel, Kursive, und daß die «Nationalschriften» Mabillons nur Ausgestaltungen der einen röm. Schrift sind. Red. Bibliograp…

Magazin

(245 words)

Author(s): P Ukena
(als Zeitschriftentitel). Nach dem Vorbild der Londoner Wochenschrift «The Gentleman's Magazine» (1731 – 1833), wo das Wort zum ersten Mal publizistisch gebraucht wird, ersch. im 18.Jh. zahlreiche unterhaltend-belehrende Zss. mit schöngeistigen und populärwiss. Beiträgen, häufig in der Form des Digest (z.B. «Neue Auszüge aus den besten ausländischen Wochen und Monatsschriften», 1765 ff.). Zu den ambitioniertesten Unternehmen gehört das von Lichtenberg und Förster hrsg. «Göttingische M. der Wisse…

Magazin

(672 words)

Author(s): R. Fuhlrott
(in Bibliotheken), ein aus dem Arab. stammendes Wort, bezeichnet Räumlichkeiten oder Gebäude zur Lagerung von Warenvorräten, in Bibl. en zur Aufbewahrung von Buchbeständen. Die Entstehung des M.s läßt sich zeitlich schwer festlegen. Im wesentlichen ist das M., wie wir es heute verstehen, ein Produkt des 19. Jh.s, in dem der Bücherzuwachs in den Bibl. en durch die maschinelle Buchherstellung zu einem Massenproblem wurde, das nach einer engeren, kompakten Buchaufstellung verlangte. Nach Leyh, in d…

Magazinaufstellung

(4 words)

Siehe Buchaufstellung

Magazinbenutzung

(103 words)

Author(s): G. Wiegand
Benutzung des Bestandes einer Bibl, unmittelbar in den (ansonsten geschlossenen) Magazinräumen. M. steht begrifflich im Gegensatz zur Ausleihe einerseits und zur Benutzung in Freihandbereichen andererseits. Meist liegt ein bes. Anlaß für die M. vor, z.B. die bequemere Durchsicht ganzer Zeitschriftenreihen. Man erspart sich auf diese Weise den Transport der Bände zur Ausleihe oder in einen Lesesaal. Das Recht zur M. ist manchmal auf besonders definierte Benutzergruppen beschränkt, z.B. auf Profes…

Magazinbibliotheken

(141 words)

Author(s): H.-J. Genge
Im 19. Jh. reichte die seit dem Barock überkommene Saalbibl. wegen der ständig wachsenden Buchproduktion nicht mehr aus, die Neuzugänge unterzubringen. Um Provisorien zu vermeiden und den Bibl.en ein organisches Gefüge zu bewahren, schlug Leopoldo della Santa bereits 1816 vor, die Bibl.gebäude funktionell dreizuteilen und neben Verwaltungs und Benutzungsräumen bes. Magazinräume vorzusehen. Von richtungweisender Bedeutung für die Entwicklung der M. waren der Umbau der Bibl, des British Museum in …

Magazinieren

(174 words)

Author(s): G. Wiegand
Überstellen von Beständen in ein Magazin als Gegensatz zur Freihandaufstellung in einer Bibliothek. Dabei kann es sich um Neuzugänge handeln, für die nach dem Benutzungskonzept und/ oder den räumlichen Möglichkeiten der Bibl, ein Magazin als der geeignete Aufbewahrungsort angesehen wird. Es kann sich aber auch uni schon länger in der Bibl. vorhandenes Material handeln, das nach zeitweiliger Präsentation in einem Freihandbereich in ein Magazin überfuhrt wird, um an der bisherigen Stelle anderen W…

Magazinrevision

(120 words)

Author(s): H.-J. Genge
Bei der M., die an Hand des Standortkataloges erfolgt, wird der Buch- und sonstige Medienbestand im Magazin einer Bibl. auf Vollzähligkeit und Verstellungen überprüft. Man unterscheidet Gesamt und Teilrevisionen. Eine Gesamtrevision – früher auch als «Büchersturz» bezeichnet – ist arbeits wie personalaufwendig. Wegen der Größe der Bestände wird sie heute kaum noch durchgeführt. Bereits im 19. Jh. sind die Bibl.en immer mehr zu Teilrevisionen übergegangen. Bei ihnen werden die Bestände abschnittw…

Magdeburg

(851 words)

Author(s): C. Alschner
1. Buchdruck Der erste Drucker in M. war Bartholomäus Ghotan, der etwa 1479— 1484 hier wirkte. Seine Hauptwerke sind ein Missale für das Bistum M., Psalterien und ein niederdt. Arzneibuch. Seit 1483 arbeiteten einige Jahre Albert Ravenstein und Joachim Westphal in M., auch Johann Grashove war nur kurz hier tätig. Der erste Drucker, der länger blieb, war Simon Koch. Er druckte zwischen 1485 und 1504 vor allem Breviere, Meßbücher und Erbauungslit., z.T. in niederdt. Sprache. Ca. 1490— 1504 druckte M…

Magdeburger Zenturien

(116 words)

Author(s): Red.
ist die Bezeichnung für die erste große protestantische Kirchengeschichte. Sie wurde von Matthias Flacius Illyricus in Magdeburg hrsg., war nach Jahrhunderten (centuriae, die Verf. heißen Zenturiatoren) eingeteilt und betont antikatholisch. Die M. Z. ersch. 1559 — 1574 in Basel in 13 Bdn., die 13 Jh.e umfassen (VD 16, E 218 — E 238; Neuaufl. Nürnberg 1757 — 1765, 6 Bde. bis zum 5. Jh.). Das katholische Gegenwerk sind die Annales ecclesiastici von C. Baronius, 12 Bde. Rom 1588 bis 1607. Red. Bibliography Schaumkell, E.: Beiträge zur Entstehungsgesch. der M. Z. Ludwigslust 1898 Scheible,…

Magelone

(129 words)

Author(s): H. Roseufeld †
franz. Erzählung von Trennung und Wiedervereinigung zweier Liebenden, Peter von Provence und der schönen M. von Neapel (15. Jh.). Die längere Fassung erschien 1480 in Lyon, die kürzere wurde seit 1477/ 1479 in vielen, meist Lyoner Drucken als sog. Volksbuch von G. Le Roy und M. Huss mit den gleichen Holzschnitten, verbreitet. Bessere 111. gab 1489 J. Dupré bei, bescheidenere 1490 Jean de la Fontaine. Die dt. Übers, von Veit Warbeck erschien zuerst bei Steiner in Augsburg 1527, wurde jahrhunderte…

Magere Schrift

(72 words)

Author(s): A. Ihlenfeldt
In einer Schriftfamilie werden Schriften nach ihrer unterschiedlichen Strichstärke durch Definition des Schriftzeichners bzw. des Herstellers mit den Bezeichnungen leicht, mager, kräftig, normal, halbfett, fett, extrafett u.a.m. bezeichnet. Dabei gilt bei einigen Schriften die magere als Grundschrift, bei anderen als ein gegenüber dieser dünner gezeichneter Schnitt. Für diese Festlegungen gibt es keine allg. gültige Definition. A. Ihlenfeldt Bibliography Kirchner, K.: Satz, Druck, Einband und verwandte Dinge. Wiesbaden 1970, S. 68

Maggs Bros., Ltd.

(65 words)

Author(s): G. P Jefcoate
Antiquariat in London, britischer Hoflieferant. Die Firma, die 1854 von Uriah Maggs gegr. wurde, befindet sich seit 1938 am Berkeley Square. Sie zeichnet sich durch bes. schöne Kat. aus. M., das u.a. als Spezialist für Reiselit. gilt, ist eines der letzten Londoner Antiquariate in Privatbesitz. G. P Jefcoate Bibliography Pease, M. R.: The bookshops of London. 3. Ausg. London 1987, S. 266-267

Maghrebinische Einbände

(74 words)

Author(s): F. A. Schmidt-Künsemüllerf
sind die im 14. und 15. Jh. im westlichen Nordafrika (Algier, Tunis, Tripolis, Marokko), dem sog. Maghreb, geschaffenen Einbände, die im weitesten Sinne zur islamischen Einbandkunst gehören. Sie stehen stilistisch den gleichzeitigen ägyptischen Einbänden nahe. Als Dekor haben sie geometrische Muster oder ovale Mittelstücke mit vier Eckverzierungen. Die Ornamente sind zumeist aus Knotenstempeln gestaltet, die Innenseiten häufig mit hellbraunem Leder bezogen und mit Arabesken blind geschmückt. Islamischer Bucheinband F. A. Schmidt-Künsemüllerf

Magini, Giovanni Antonio

(108 words)

Author(s): P. H. Meitrer
15. 6. 1555 in Padua, 4. 2. 1617 in Bologna, ital. Astronom (seit 1588 Professor in Bologna) und Geograph. M. ist wichtig als Schöpfer des ersten Nationalatlas von Italien. Die Ed. hat er zunächst mit der Publikation von Einzelblättern seit 1595 vorbereitet. Die Gesamtausg. u.d. T. «Italia» mit 61 typenbildenden Regionalkarten konnte erst von M.s Sohn Fabio realisiert werden (Bologna 1620, weitere Ausg. ebd. 1630, 1632 und 1642). P. H. Meitrer Bibliography Almagia, R.: L' «Italia» di Giovanni Antonio Magini e la carto-grafia dell'Italia dei secoli XVI e XVII. Neapel/Florenz 1922 Giova…

Magische Bilder

(6 words)

Siehe Stereographische Bücher

Magister

(127 words)

Author(s): S. Corsteu
als Attribut zu Druckernamen. Nicht wenige Drucker des 15. und 16.Jh.s bezeichnen sich in den Schlußschriften als «m.» bzw. «impressoriae artis m.», so z.B. Sweynheym & Pannartz 1471 in Rom (GW 4210), Johann Koelhoff d. Ä. 1472 in Köln (H 11786) und Ulrich Zell ebd. 1473 (GW 6067). Daß damit nicht der an den Univ. erworbene akademische Titel gemeint sein kann, geht auch aus einer zweisprachigen Schlußschrift von Erhard Ratdolt aus dem Jahr 1494 hervor, wo der Titulatur «artis impressoriae m.» in…

Magister–cum–discipulis-Holzschnitte

(139 words)

Author(s): S. Fussel
entstanden aus der ma. Hss.–Tradition, zumeist in Initialen, Gelehrte im Kreise ihrer Schüler darzustellen; seit 1475 finden sich in Zierinitialen auch der Ink. Abb. von Gelehrten, z.T. mit Schülern, seit 1473 («Cato», Basel: Martin Flach) Titelholzschnitte mit Schulszenen, die Lehrer und Schüler im Disput zeigen. Je nach der ursprünglichen 111.-Absicht werden die Lehrer als Astronom (beim «Lucidarius»), mit Turban als heidnischer Lehrer, bzw. mit Nimbus bei Heiligen (Thomas von Aquin bei der hä…

Magistratsbibliotheken

(4 words)

Siehe Behördenbibliothek
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