Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Nationalbibliothek

(332 words)

Author(s): G. Pflug
Der Begriff tritt 1792 zum ersten Mal auf, als der französische Staat nach der Revolution von 1789 die «Bibliothèque royale» in Paris zum nationalen Besitz erklärte und in «Bibliothèque nationale» umbenannte. Er hat sich seitdem — trotz des wenig präzisen Begriffs «national» — als Sammelbezeichnung für diejenigen Bibl. en durchgesetzt, zu deren Aufgaben es gehört, das in einem Staat erscheinende Schrifttum möglichst vollst. zu sammeln und zu archivieren, entweder auf einer gesetzlichen Grundlage…

National Book Committee

(8 words)

Siehe National Book League

National Book Council

(8 words)

Siehe National Book League

National Book Council (NBC)

(104 words)

Author(s): D. H. Borchardt
(Australien), ist eine Vereinigung von Körperschaften und Personen, die beruflich oder persönlich am Buch interessiert sind. Das Ziel des NBC ist es, Bücher unter das Volk zu bringen, Auskunft über alle Aspekte des Buchwesens zu vermitteln, Freude am Lesen und Bücherbesitz zu fordern, staatliche Unterstützung für das Buchwesen zu gewinnen und Bücher vor unerwünschten Steuern zu schützen. Der Vorstand besteht aus persönlichen und korporativen Mitgliedern und Vertretern der Australian Society of A…

National Book League

(198 words)

Author(s): G. P. Jefcoate
(seit 1986: Book Trust) Gemeinnützige Vereinigung in Großbritannien zur Förderung des Buches und des Lesens in der Gesellschaft überhaupt. Ihr Vorgänger, der «National Book Council», war bereits 1925 gegr. worden. Die N. ersetzte den Council gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als eine Gruppe führender Verleger und Buchhändler die Initiative ergriff, der Leseforderung einen neuen Impuls zu geben. Sie sollte Vertreter des Buchhandels mit Autoren, Lehrern, Bibliothekaren und dem Publikum zusammenb…

National Book Sale

(115 words)

Author(s): G. Gabel
(Nationale Buchverkaufsaktion) Nach diesem 1955 eingeführten Plan darf der britische Buchhandel Titel aus der neueren Buchproduktion, die wenig nachgefragt sind, innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu reduziertem Preis verkaufen, um die Lager zu räumen. Die traditionell im Januar durchgeführte Aktion wird gemeinsam von der Publishers' Association und der Booksellers' Association geplant und der Zeitraum finden Verkauf genau festgelegt. Kein Buchhändler darf preislich herabgesetzte Titel vor ode…

National Book Trade Provident Institution

(54 words)

Author(s): G. P. Jefcoate
gegr. 1961 als Zusammenschluß der 1837 gegr. Booksellers' Provident Institution mit der 1902 gegr. National Book Trade Provident Association. Seit 1968 als Book Trade Benevolent Society bekannt, eine Vereinigung zur Unterstützung bedürftiger Mitglieder des britischen Buchhandels. Die Ges. besitzt ein Erholungsheim in King's Langley, Hertfordshire. G. P. Jefcoate

National Book Week

(7 words)

Großbritannien, Leseförderung rung

National Library Service for the Blind and Phy sically Handicapped (NLSBPH oder NLS)

(909 words)

Author(s): R. F. V Witte
ist die zusammenfassende Bezeichnung für das 1931 gegr. Blindenbibliothekssystem der Library of Congress (LC) in Washington, District of Columbia. Es ist der größte und am besten au…

National Library Week

(9 words)

Siehe Vereinigte Staaten von Amerika

National Printing Ink Research Institute (NPIRI)

(113 words)

Author(s): F. J. Mosher
N., heute (1992) eine hundertprozentige Tochterges. der National Association of Printing Ink Manufacturers (NAPIM) in Hasbrouck Heights, New Jersey, wurde 1946 gegr. und der Lehigh University (Bethlehem, Pennsylvania) angegliedert, w…

National Program for Acquisitions and Cataloging (NPAC)

(297 words)

Author(s): F J. Moslier
Initüert auf Grundlage von Title II C des US Higher Education Act (HEA) aus dem Jahre 1965, wodurch die Library of Congress (LC) bevollmächtigt wurde, «so weit wie möglich alle gegenwärtig weltweit publizierten, wissenschaftlich wertvollen Bibliotheksmaterialien» zu erwerben und Kataloge wissenschaftlicher Literatur für Hochschul– und Forschungsbibliotheken zu erstellen. NPAC (Beginn 1966) ist eines der beiden Bundesprogramme für die kooperative Erwerbung von Bibliotheksmaterialien, die den Farmington–Plan (eingestellt 1972) ersetzten. Das zweite Programm verwendete (gemäß Public Law 480) Devisenüberschüsse, um für ausgewählte amerikanische Forschungsbibliotheken Bibliotheksmaterialien im (vor allem nichtwestlichen) Ausland zu erwerben. Um bei diesen Materialien eine unnötige doppelte Katalogisierung zu vermeiden, machte sich die LC Techniken der «kooperativen Katalogisierung» zu eigen, wo immer dies in Zusammenarbeit mit den Produzenten ausländischer Nationalbibliographien durchführbar war. Beide Erwerbungsprogramme wurden in den 1980er Jahren aufgrund von Kürzungen der Bundesmittel und der Erschöpfung der amerikanischen Devisenüberschüsse stark eingeschränkt. Seitdem sind in den Aufbau kooperativer Erwerbungs– und Katalogisierungsprogramme für ausländische Literatur in amerikanischen Bibliotheken außer der LC die bibliographischen Einrichtungen OCLC und Research Libraries Information Network (RLIN) sowie einige zentrale Forschungsbibliotheken einbezogen worden. Das Center for Research Libraries (Chicago) gewinnt zunehmend an Bedeutung als Ausgangspunkt für die kooperative Erwerbung anderer ausländischer Materialien wie Zeitungen, Dissertationen und internationale Dokumente. Der Conspectus der Research Libraries Group (RLG) hat die lokale und kooperative Erwerbungsplanung und damit die Geschäftsentscheidungen amerikanischer Bibliotheken in mehr als 5000 Fachgebieten verbessert. Darüber hinaus liefert er die Grundlage für eine Vielzahl von Kooperationsbestrebungen bei der Katalogisierung wenig verbreiteter ausländischer Publikationen sowie für die Verteil…

National Reprographie Centre for Documentation

(78 words)

Author(s): G. P. Jefcoate
gegr. 1967 an der Fachhochschule Hatfield, Hertfordshire, England. Seit 1984 «CIMTECH – the National Centre for Information Media and Technology» genannt. CIMTECH arbeitet als unabhängiges Informationszentrum für Informatik und Medientechnologie. Seine Arbeit wird durch die Subskriptionen von etwa 900 Institutionen und Organisationen finanziert, wovon ca. 40% im Ausland sind. CIMTECH bietet einen Beratungsdienst, Bildungs– und Forschungsprogramme. Organ des Zentrums ist das sechsmal j. erscheinende Journal «Information Management & Technology». G. P. Jefcoate

Nationalschriften

(82 words)

Author(s): T. Frenz
Auf Jean Mabillon zurückgehende Sammelbezeichnung für die Schriften der Übergangszeit nach dem Ende der antiken Schrifteinheit und vor der Ausbreitung der karolingischen Minuskel. Man verstand darunter vor allem die insulare, westgotische, merowingische und beneventanische Schrift (Beneventana). Der Ausdruck wird heute möglichst nicht mehr verwendet, da er anachronistisch eine «nationale» Identität der damaligen Staaten suggeriert. Eine befriedigende neue Terminologie hat sich aber noch nicht gefunden. T. Frenz Bibliography Handbuch der Bibliothekswissenschaft.…

Nationalsozialismus

(6,510 words)

Author(s): B. Sösemann
1. Voraussetzungen und Zusammenhänge. Die nationalsozialistische Kultur–, Wissenschafts–, Büdungs– und Propagandapolitik prägte auch das Buch–, Presse– und Bibliothekswesen. Dieses war ein Teil des öffentlichen Lebens, dessen Institutionen und verantwortliche Vertreter die Buch–, Presse– und Bibliothekspolitik ebenfalls in einem höchst unterschiedlichen Maß mitgestalteten. Es sind deshalb sowohl die verschiedenartigen Institutionen von Staat und Gesellschaft mit ihren keinesfalls eng aufeinander abg…

Nationalstenographie

(47 words)

Author(s): H. Kieser
Mit N. bezeichnet man die Bemühungen, die verschiedenen im 19. Jh. in Deutschland gebräuchlichen stenographischen Systeme durch eine allg. verwendete Stenographie zu ersetzen. Einheitskurzschrift H. Kieser Bibliography Haeger, E.: Geschichte der Stenographie. 2. Aufl. Wolfenbüttel 1974 Moser, E / Erbach, K.: Lebendige Kurzschriftgeschichte.8. Aufl. Darmstadt 1979

National Union Catalog (NUC)

(346 words)

Author(s): F. J. Mosher
Der NUC wurde 1901 an der Library of Congress (LC) als Kartenkatalog für diejenigen Titel (nicht im Besitz der LC) begonnen, die amerikanische Forschungsbibliotheken der LC meldeten. Im Januar 1956 wurde der NUC Teil des gedruckten LC Catalog (eingerichtet 1942 und ursprünglich nur ein Katalog der Titelkarten der LC). Seit 1956 sind Titel, die von anderen amerikanischen Bibliotheken erworben und der LC angezeigt werden, mit deren eigenen Neuerwerbungen in diesem Kartenkatalog verzeichnet. Er wur…

National wertvolles Kulturgut

(448 words)

Author(s): G. Pflug
Seit Beginn des 20. Jh.s haben zahlreiche Staaten Gesetze oder Rechtsverordnungen zum Schutz national wertvollen Kulturgutes erlassen, die eine Abwanderung dieses Gutes ins Ausland verhindern sollen. Einige Staaten — wie Italien oder Österreich — haben ein generelles Ausfuhrverbot mit einem Erlaubnisvorbehalt erlassen, der entsprechende Modifikationen vorsieht. In anderen Ländern — wie der Schweiz und den USA — besteht jedoch auch weiterhin eine völlige Liberalität bei der Ausfuhr von Kulturgut.…

NATIS

(201 words)

Author(s): G. Pflug
(National Information Systems) ist ein 1974 von einer Intergovernmental Conference der UNESCO auf Anregung des damaligen Präsidenten der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA), Herman Liebaers, beschlossenes Programm zur Planung nationaler Infrastrukturen für Dokumentation, Bibl.en und Archive. Nachdem die UNESCO 1971 für die wiss. – technische Information mit dem Programm UNISIST ein intern. System auf fachwiss. Basis geschaffen hat, das dem weltweiten Nachweis wiss. –technischer Lit. dient, wurde e…

Natronpapier

(4 words)

Siehe Kraftpapier

Natronzellstoff

(83 words)

Author(s): H. Bansa
ist der Zellstoff, welcher in einem alkalischen Verfahren mit Hilfe von Natriumhydroxyd hergestellt ist. Das Natronverfahren wird bzw. wurde vorwiegend bei Verwendung von schnellwachsenden Laubhölzern und Gräsern als Rohstoff eingesetzt. Es liefert im Vergleich zum Sulfit–, Sulfat– und neuerdings Organocellverfahren eine geringere Ausbeute und eine weniger gute Qualität. Insgesamt, auch bedingt durch das gen. Ausgangsmaterial, hat N. eine vergleichsweise geringere durchschnittliche Faserlänge und niedere Festigkeitseigenschaften. H. Bansa Bibliography Handb. der…

Naturdruck

(205 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
Druck von originalgetreuen Reproduktionen natürlicher Objekte (z.B. Pflanzen und Pflanzenteile, Tiere und Tierteile, Textilien, Fossilien, Mineralien etc.) mittels mechanischer Techniken, z.T. auf Maschinen. Um 1830 formte der Däne P. Kyhl Pflanzen auf Neusilber- oder Kupferplatten ab, die er als Druckformen benutzte; 1850 gelang dann der Wiener Hof– und Staatsdruckerei unter A. Auer von Welsbach die entscheidende Vollendung durch Verwendung der Galvanoplastik: Aus der galvanisch erzeugten Hochd…

Naturfarbenfotografie

(4 words)

Fotografie Lumière-Autochromplatte

Naturkarton

(53 words)

Author(s): H. Bansa
entweder ein Karton mit unbehandelter Oberfläche (Gegennsatz: Chromo- und gestrichener karton) oder ein gegautschter, d. h. in seinen die Stärke ausmachenden Lagen im nassen Zustand zusammengepreßter, K., im Gegensatz zu aus mehreren (Duplex-, Triplex-) zusammengeklebtem. H. Bansa Bibliography Handb. der Papier- und Pappenfabrikation (Papierlexikon). 2. Aufl. Bd. 2. Niederwalluf 1971, S. 1256

Naturkunstdruckpapier

(83 words)

Author(s): H. Bansa
ist ein Natur-, also ein nicht gestrichenes Papier, das aber doch eine Glätte aufweist, die mit der von hochwertig gestrichenem und deshalb höchstmöglich glattem Kunstdruckpapier verglichen werden kann. Die Glätte des N.s wird durch hohen Füllstoffgehalt und durch scharfes Satinieren (Satinierte Papiere) erreicht. H. Bansa Bibliography Handb. der Papier- und Pappenfabrikation (Papierlexikon). 2. Aufl. Bd. 2. Niederwalluf 1971, S. 1256 Kotte, H.: Welches Papier ist das? 2. Aufl. Bd. 2. Heusenstamm 1972, S. 44 Schwieger, H. G.: Papier-Praktikum. Wiesbaden 1973, S. 86.

Naturleinen

(62 words)

Author(s): K. Jäckel ✝
ist ein Bucheinbandstoff, bei dem Kette oder Schuß aus Leinenfäden bestehen. Diese Fäden sind knotig und ungleichmäßig dick, wodurch sich auch im Gewebe eine ungleichmäßige, doch reizvolle Oberfläche ergibt. N. wird nicht eingefärbt, sondern behält seinen Naturfarbton, ein gedecktes Beige. K. Jäckel ✝ Bibliography Krickler, G.: Die Werkstoffe des Buchbinders. Hannover 1969 Zahn, G.: Grundwissen für Buchbinder. Itzehoe 1990, S. 73.

Naturpapiere

(55 words)

Author(s): G. Hiersemann
sind nichtgestrichene Papiere, die bei der Herstellung unter Druck zwischen Walzen eine glatte sowie verdichtete Oberfläche erhalten können (Satinage). Diese benötigen daher weniger Druckfarbe als matte Papiere, sind weniger auftragend und können (vollgeleimt) gut mit Tinte beschrieben werden (Schreibpapier). G. Hiersemann Bibliography Frieling, W. R.: Wörterbuch der Verlagssprache. 2. Aufl. Berlin 1992, S. 85.

Naturschnitt

(36 words)

Author(s): G. Brinkhns
ist in der Buchbinderei die Bezeichnung für den unbehandelten Buchschnitt nach dem Beschneiden. G. Brinkhns Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 414 Zahn. G.: Grundwissen für Buchbinder. Itzehoe 1990. S.126. 310

Naturselbstdruck

(325 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
Abdruck natürlicher Objekte (z.B. Pflanzen, Pflanzenteile, Tiere, Tierteile, Textilien, Fossilien, Mineralien etc.) durch Abreiben, Drücken oder Drucken mit Farbe, wobei das Objekt selbst als Druckform dient; im 19. Jh. weiter entwickelt zum Naturdruck. Seit dem Zweiten Weltkrieg wird in Europa der N. vorwiegend für Kinderbücher verwendet. In Japan, Australien, Hawaii und an den Küsten Amerikas wird sehr häufig auch der japanische Fischabdruck angefertigt. Dafür wird der Fisch gereinigt, eingefä…

Naturwissenschaftliche Illustration

(1,090 words)

Author(s): Red. | J. Daum
Die ersten uns bekannten Abb. von Tieren stammen aus der Zeit um 30000 v. Chr. Es sind die Felsritzungen und Höhlenmalereien in den südfranz. und nordspan. Höhlen. Dabei findet sich in der Höhle von Lascaux im Tal der Vezere eine riesige Bilderslg., die ihresgleichen sucht (ca. 15000 v. Chr.). Diese Bildkompositionen sind in ihrer naturalistischen Darstellung bis heute wohl kaum übertroffen worden. Während die ägyptischen Tier- und Pflanzenbilder noch ausschließlich ganzheitlich charakterisieren…

Nauck, Albert, & Co.

(9 words)

Siehe Heymann, Carl, Verlag

Naudé, Gabriel

(269 words)

Author(s): P. Neumann
* 2. 2. 1600 in Paris, 30. 7. 1653 in Abbeville, franz. Bibliothekar. Der kenntnisreiche Organisator hat 1627 mit seinem Lehrbuch «Advis pour dresser une bibliothèque» (2. Aufl. 1644, ND 1963) eine erste Anweisung für die Bibl.Verwaltung vorgelegt: bestimmend den Umfang und die Ordnung der Bestände, fordernd die Erschließung durch Kat. und die öffentliche Benutzung. Nachdem er Bibliothekar beim Präsidenten de Mesmes in Paris, Kardinal Bagni in Rom (1630-1641) und Kardinal Richelieu in Paris gewe…

Naudet, Joseph

(202 words)

Author(s): A. Labane
* 8. 12. 1786 in Paris, ✝ 13. 8. 1878 ebd., franz. Bibliothekar. N. war seit 1806 Professor am Gymnasium Napoléon, seit 1816 an der Ecole Normale und seit 1817 am Collège de France, an dem er den Lehrstuhl für lat. Poesie innehatte. Er wurde 1817 Mitglied der Académie des inscriptions et belles lettres, deren ständiger Sekretär er 1852–1862 war, und wurde 1832 in die Académie des sciences morales et politiques gewählt. Ab 1830 war er im Erziehungsministerium Generalinspekteur für den Unterricht,…

Naudin, Bernard-Etienne-Hubert

(171 words)

Author(s): A. Labane
* 11. 11. 1876 in Châteauroux, ✝ 7 - 3-1946 in Noisy-le-Grand (bei Paris), franz. Graphiker, Sohn eines Uhrmachers in Châteauroux. Im Gymnasium hatte er Baptiste Bourla (Schüler von Eugène Devéria) als Zeichenlehrer. 1897 wurde er in die Hochschule der schönen Künste Paris aufgenommen und arbeitete in der Werkstatt des Malers Léon Bonnat (1833-1922). Von Francois Courboin erlernte er die graphischen Techniken. Um 1904 gab er das Malen auf und widmete sich der Federzeichnung und der Radierung. N.…

Nauhaus, Wilhelm

(236 words)

Author(s): F. A. Schwidt-Kihisemüller †
* 23.9.1899 in Erfurt, † 31. 7. 1979 in Halle, einer der bedeutendsten dt. Einbandkünstler des 20. Jh.s. N. wurde ausgebildet in Malerei und Graphik an der Kunsthochschule in Weimar, später an der Kunstgewerbeschule in Barmen. Hier entdeckte er seine Neigung zur Buchbinderei, absolvierte eine entsprechende Lehre und ging dann zu Otto Dorfner in Weimar, zwei Jahre später zu Paul Kersten in Berlin. 1928 wurde er als Lehrer für Buchbinderei an die Staatl. Hochschule für bildende Künste in Berlin be…

Naumann, Emil Robert Wilhelm

(84 words)

Author(s): W. Schmitz
* 3. 12. 1809 in Leipzig, † 31.8. 1880 ebd., studierte Theologie und Philologie und war 1832-1876 Oberlehrer an der Nicolaischule zu Leipzig, gleichzeitig 1830-1880 Stadtbibliothekar. 1840-1870 gab er das «Serapeum» heraus, die erste bibliothekswiss. Fachzs. in Deutschland. R. Proctor veröffentlichte 1897 ein systematisch geordnetes Gesamtreg. dazu. In einigen Veröff. machte N. die Bestände der Leipziger Bibl, bekannt, u.a. «Catalogus librorum ma-nuscriptorum, qui in bibliotheca senatoria civitatis Lip-siensis asservantur» (1838). W. Schmitz Bibliography Biographisch…

Naumann, Friedrich

(186 words)

Author(s): K. Gutzmer
* 25.3. 1860 in Störmthal bei Leipzig, † 24. 8. 1919 in Travemünde, zunächst evangelischer Pfarrer, widmete sich ab 1897 ganz der Politik. Am 2. 12. 1894 begann in Frankfurt a. M. die «Hilfe» zu erscheinen, das Organ der von N. ins Leben gerufenen national-sozialen Bewegung. Für diese «Wochenschrift für Politik, Lit. und Kunst» (Untertitel ab 1907; Aufl. 1893: 6000, 1910: 150 Tsd.) gründete N. 1899 den Verlag der «Hilfe» in Berlin, 1906 umgewandelt in «Fortschritt (Buchverlag der Hilfe) GmbH.» G…

Nauru

(113 words)

Author(s): D. H. Borcluirdt
eine Inselrepublik im Süd-Pazifik, Hauptstadt Yaren, hat eine Landmasse von ca. 21 km 2 , eine Bevölkerung von ca. 5000 Nauruanern und ferner 2500 Gastarbeitern. Sie ist abhängig vom Phosphat-Bergbau. Alle Eingeborenen können lesen und schreiben, doch das Buchwesen ist kaum entwickelt. Eine NB wird seit 1990 aufgebaut, und verschiedene Schulen haben kleine Büchersammlungen. Die University of the South Pacific (Hauptcampus in Fidji) hat eine kleine Bibl, im Nauru Campus. Eine einzige Buchhandlung…

Nautische Bücher

(615 words)

Author(s): Red.
vermitteln dem Schiffsflihrer diejenigen Kenntnisse, die zur Ergänzung der praktischen «Seemannschaft» notwendig sind. Sie unterrichten über Bau und Gebrauch der nautischen Instrumente; sie lehren die Bestimmung der Zeit und der geographischen Lage des Schiffsortes auf konstruktivem Wege mittels Seekarten oder auf rechnerischem Wege mittels Sternbeobachtun- gen. Die für derartige Berechnungen notwendigen astronomischen Zahlenwerte, die Ephemeriden, sind in bes. Büchern zusammengefaßt und in der …

Nautische Ziffern

(40 words)

Author(s): Red.
sind die von den normalen Ziffern abweichenden, in den Mediaevalschriften vorhandenen Ziffern mit Ober- und Unterlängen, die in den nautischen Tabellen verwendet werden, weil sie ein deutlicheres Ziffernbild ergeben. Sie werden auch Mediaeval- oder Logarithmenziffern genannt. Red.

Nay, Alexander

(89 words)

Author(s): T. Nielsen
* 1822 in Magdeb urg, 11. 11. 1883 in Stockholm, dt.-schwed. Lithograph. Er kam ca. 1860 nach Stockholm, wo er schon durch das topographische Bildwerk «Sverige framstäldt i taflon> (1850-1856) bekannt war; es wurde, wie mehrere seiner Werke, in Kopenhagen gedr., wo er früher ansässig gewesen war. Er war der produktivste Lithograph Schwedens; sein letztes Werk ist das groß angelegte und mit Farblithographien reich ausgestattete «Uplands heregardar» von C. A. Klingspor und B. Schlegel (1881). T. Nielsen Bibliography Svenskt Konstnärs Lexikon. Bd. 4. Malmö 1961, S. 179-180.

NCR-Papier

(115 words)

Author(s): H. Bausa
ist urspr. der Markenname eines US-amer. Produkts (National Cash Register bzw. Wiggins Teape-Gruppe), und zwar für ein Durchschreib- und innerhalb dieser Gruppe für ein Farbreaktionspapier: das obere, auf der Vorderseite mit Hand oder Maschine zu beschreibende Bl. eines zweiteiligen Satzes ist auf der Rückseite mit einem bestimmten Stoff imprägniert und das untere Bl. auf der Vorderseite mit einem anderen. Beide Stoffe sind farblos. Wenn jedoch der erste durch den Druck des Schreibinstrumentes m…

NDB

(6 words)

Siehe Neue Deutsche Biographie

Neale, John Preston

(68 words)

Author(s): G. P. Jefioate
* ca. 1780, † 14. 11. 1847 in Tat-tingstone bei Ipswich, engl. Aquarellmaler und Zeichner, vor allem wegen seiner architektonischen und topographischen Zeichnungen bekannt. Zu seinen Arbeiten gehören Ill. zu «The history and antiquities of the abbey church of Westminster» (1818). G. P. Jefioate Bibliography Thieme-Becker Bd. 25, S. 369 Houfe, S.: Dictionary of British Book Illustrators and Caricaturists. Rev. Ausg. London 1981, S. 398.

Neapel

(1,471 words)

Author(s): A. Nuovo
1. Buchdruck und Verlag Um die Jahre 1470-1471 nahm die Druckkunst in Neapel ihren Anfang; bis zum Ende des 15. Jh.s wurden 294 Ausg. hergestellt. Sie betreffen vor allem weltliche Themen, wie Lit., Rechtswiss. und Medizin. Bereits für die ersten Jahre (bis 1479) kann von einer bes. regen Produktion gesprochen werden, gegen Ende des Jh.s aber geriet die Druckkunst in eine tiefe Krise. Einer der ersten Drucker war der aus Sulz stammende Sixtus Riessinger, der sich bes. durch die Produktion rechtswiss…

Néaulme, Jean

(510 words)

Author(s): K. Gutzmer
getauft 27. 6. 1694 in 's-Gravenhage, j· 5. 1. 1780 ebd., niederl. Buchhändler und Verleger. N., der einer Familie hugenottischer Refugiés aus Sedan entstammte, erlernte den Buchhandel ab 1718 in seiner Vaterstadt; von 1720 an hielt er regelmäßig Buchauktionen ab. 1726 heiratete er Marianne Gibert aus Paris. Im Jahr davor hatte er mit dem 18 Jahre älteren Kollegen und Glaubensgenossen Pierre Gosse (ca. 1676-1755) den Verlag «P. Gosse & J. Néaulme» gegr., der bis 1734 bestand. Danach setzten die …

Nebehay

(209 words)

Author(s): P. R. Frank
Wiener Antiquare und Kunsthändler. Gustav N. (26. 6. 1881 in Wien, 7. 9. 1935 in Marienbad) trat nach Lehre in Wien und Leipzig bei C. G. Boerner ein. Mit diesem begründete er den intern. Ruf des Hauses, u. a. mit musterhaften Katalogen. 1916 betrieb er eine Kunsthandlung in Wien und forderte junge Künstler (Klimt-, Schiele-Kat.). Ab 1928 lebte er in Berlin. Seine Söhne Christian M. N. (11. 5. 1909 in Leipzig) und Ingo N. (14. 9. 1915 in Leipzig) haben Kunsthandlungen und Antiquariate in Wien ge…

Nebenbahn

(59 words)

Author(s): G. Brinkhns
Kann die Arbeitsbreite der Papiermaschine für eine Fertigung nicht voll ausgenützt werden, weil das gewünschte Papierformat vom Maß der Papiermaschine abweicht, wird dennoch in voller Arbeitsbreite produziert und die überflüssige Breite als N. abgetrennt. Die N. wird dann häufig als Schmalformat weiterverarbeitet und unter Umständen zu Sonderkonditionen angeboten. G. Brinkhns Bibliography Handb. der Papier– und Kartonerzeugung. Leipzig 1989.

Nebeneintragung

(104 words)

Author(s): S. Corsten
Nach den Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) kann zusätzlich zur Haupteintragung unter einem für das Auffinden hilfreichen weiteren Ordnungsmerkmal eine N. gemacht werden. Zu diesem Zweck wird die Einheitsaufnahme durch Zusätze geändert. Es gibt einteilige und zweiteilige N.en. Sie unterscheiden sich dadurch, daß der erste bzw. zweite Ordnungsblock der Haupteintragung zum zweiten Ordnungsblock der N. gemacht wird. Auf die N.en wird unter der Einheitsaufnahme durch einen Vermerk hi…

Nebenrechte

(209 words)

Author(s): L. Delp
die mangels anderweitiger Absprache bei Abschluß eines Verlagsvertrags beim Verf. verbleibenden Nutzungsrechte wie z.B. zur Übers, in eine andere Sprache oder Mundart, für die Wiedergabe einer Erzählung in dramatischer Form oder eines Bühnenwerkes in der Form einer Erzählung, für die Bearb. eines Werkes der Tonkunst, für die Benutzung eines Werkes zum Zwecke der mechanischen Wiedergabe durch das Gehör, für die Benutzung eines Schriftwerkes oder einer Abb. zu einer Verfilmung, aber auch für die V…

Nebenstunden

(129 words)

Author(s): Red.
ist ein in der Zss.-Lit. des 18. Jh.s häufiges Titelkennwort, das gern mit vorausgesetztem adjekti-vierten Lander- oder Städtenamen in Verbindung gebracht wird. Über den Inhalt der Zss. sagt das Titelkennwort N. nichts aus. Seine Verwendung als Zss.-titel ist wohl so zu erklären, daß der Inhalt entweder von den Verf. in Stunden, die ihnen neben dem Beruf frei blieben, verfaßt wurde oder aber, daß er für die Mußestunden der Leser bestimmt war. Für beide Möglichkeiten gibt es Belege. Die früheste …

Nebensystemstelle

(30 words)

Author(s): G. Wiegand
ist die Stelle in einer bibliothekarischen Klassifikation, an der zusätzlich zur Hauptsystemstelle eine weitere sachliche Nebeneintragung vorgenommen wird. N.n können u.U. auch durch Verweisungen ersetzt werden. G. Wiegand

Nebentätigkeit

(5 words)

Siehe Schriftstellerische Nebentätigkeit

Nebentitel

(116 words)

Author(s): S. Corsten
Die dt. Regelwerke für die alphabetische Katalogisierung bezeichnen Titel, die sich in Wortlaut oder Sprache vom Haupttitel unterscheiden, inhaltlich jedoch identisch sind, als N. Sie können zus. mit dem Haupttitel auf dem Haupttitelbl. stehen, sind häufig aber auch an anderen Stellen des Buches zu finden. Von ihnen sind Verweisungen bzw. eine Nebeneintragung zu machen. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) schränken den Begriff ein und bezeichnen Titel in anderen Sprachen oder Schriften als Paralleltitel. S. Corsten Bibliography Fuchs, H.: Kommentar zu de…

Nebiolo, Società

(145 words)

Author(s): K. Gntzmer
ital. Schriftgießerei und Druckma-schinenfabrik in Turin, gegr. von Giovanni Nebiolo (1848-1925), der 1878 die kleine Schriftgießerei von G. Navizzano erwarb und durch die Herstellung von Setzmaschinen und Druckzubehör erweiterte. Von N.s Schriften errangen die «Biado», «Iliade», «Inkunábula» u. a. intern. Anerkennung. Typographen wie A. Butti, G. da Milano und A. Novarese arbeiten für ihn. N. entwik-kelte sich zum bedeutendsten Hersteller von Bogen- und Rollenoffset-Druckmaschinen in Italien. M…

Necrologium von St. Germain

(10 words)

Siehe Martyrologium von St. Germain

Nederlandsche Vereeniging van Antiquaren

(36 words)

Author(s): B. Kitzinger
1935 auf Initiative von M. Hertzberger in Amsterdam gegr. Standesvertretung der niederl. Antiquare. Der Verband ist Mitglied der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) und veranstaltet j. eine Antiquariats-messe. B. Kitzinger

Née de la Rochelle, Jean-François

(169 words)

Author(s): G. Gabel
* 9. 11. 1751 in Paris, 16. 2. 1838 ebd., franz. Buchhändler und Biblio-ELLE phile, der bei seinem Stiefvater Gogué in Paris eine Buchhändlerlehre durchlief, 1786-1793 das Unternehmen allein führte, und sich dann zu privaten Studien auf seine Landgüter an der Loire zurückzog. 1802 - 1828 war er dort als Friedensrichter tätig. Von seinen zahlreichen Veroff. sind zu nennen: Vie d'Etienne Dolet (1779), Bibliographie instructive (1782, zugleich Bd. 10 der von G. F. Debure redigierten «Bibliographie …

Neff, Paul

(247 words)

Author(s): K. Gutzmer
* 1. 12. 1804 in Mannheim, 3. 10. 1855 in Stuttgart, gründete am 8. 10. 1829 in Stuttgart einen Verlag mit einer Sortiments- und Kommissionsbuchhand-lung. Letztere wurde 1907 von K. F. Koehler, Leipzig, gekauft und ging später in Koch, Neff & Oetinger auf. N. hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung Stuttgarts zum zentralen Buchumschlagplatz. Der Neffe Paul Neff (II) führte die Firma ab 1865 mit Erfolg als Kunstverlag weiter («Klassiker der Malerei», «Kunst für alle» u. a. m.). Nach seinem T…

Nefgen, August

(80 words)

Author(s): R. Golpon
* 1865 in Lüneburg, ✝ 1930 in Bad Godesberg. 1906 gründeten die dt. Tiefdruckpioniere Rolffs, Mertens und N. in Siegburg die Dt. Photogravur AG, um ihre Erfindungen auf dem Gebiet des Rakeltiefdrucks gemeinsam auszuwerten. 1910 erhielt N. ein Patent auf sein Rotogravurverfahren. Das neue Verfahren mit Pigmentpapier und einem speziellen Arbeitsraster hat den bis dahin üblichen, qualitativ nicht befriedigenden autotypischen Tiefdruck mit Direktbeschichtung des Zylinders fast völlig verdrängt. R. Golpon Bibliography Braun, A.: Der Tiefdruck. Frankfurt a.M. 1952.

Negativdruck

(25 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
nennt man Drucke, bei welchen Schrift wie Bild weiß bzw. farblos auf schwarz gedr. Fläche ste-hen. Negativdruck. ltes Danziger Stadtwappen. C. W. Gerhardt

Negatives Ausdrucken

(41 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
bei Rakeltiefdruck entsteht, wenn nicht das volle Druckbild erscheint, sondern nur ein Teil, wie z.B. die Rasterstege oder -näpfchen. Ursachen können z.B. sein: zu hoher Anpreßdruck, zu tiefe Ätzung, zu niedrige Farbviskosität u. a. m. C. W. Gerhardt

Negative Stempel

(47 words)

Author(s): Red.
sind die für den Schmuck vor allem der dt. Renaissanceeinbde. verwendeten Rollen und Platten mit (vergoldeten) figürlichen Darstellungen, bei deren Abdruck das Bild entgegen den für Blinddruck üblichen Stempeln vertieft erscheint. Red. Bibliography Helwig, H.: Einf. in die Einbandkunde. Stuttgart 1970, S. 58 bis 59.

Negativkopierverfahren

(53 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
nennt man mehrere Verfahren zur Umkehrung der Vorlagen negativ/positiv oder positiv / negativ. Sie werden bei der Druckformherstellung für Buchdruck, Flexodruck und Offsetdruck eingesetzt. C. W. Gerhardt Bibliography Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 415 bis 416 Dorra, M. / Walk, H.: Lexikon der Satzherstellung. Itzehoe 1990, S. 197.

Negativpapier

(37 words)

Author(s): H. Bansa
war in der Reproduktionstechnik vor deren Revolutionierung durch die Elektronik ein Papier, das wie Planfilme und Photoplatten mit einer silbersalzimprägnierten Gelatineschicht versehen war und das aus Kostengründen an deren Stelle verwendet werden konnte. H. Bansa

Negativschrift

(20 words)

Author(s): Red.
nennt man eine Schrift, die weiß auf dunklem Bedruck- oder Beschreibstoff steht; auf Filmen erscheint sie transparent. Red.

Neger

(4 words)

Siehe Ghostwriter

Negker (Necker, Denecker), David de

(180 words)

Author(s): I. Bezzel
* in Augsburg, f nach 1578, Formschneider, Verleger und Drucker. Als Nachfolger seines Vaters Jobst de Negker arbeitete N. als Formschneider und Verleger in Augsburg. Neben zahlreichen Einzelbl. gab er 1557 ein mit Holzschnitten geschmücktes Passionale heraus. Wegen der 111. zu der anonym verbreiteten Komödie Martin Schrots «Von der erschrecklichen Zerstörung des ganzen Papsttums» (Augsburg 1558, VD 16 S 4306) wurde er 1559 inhaftiert. In Wien, wo N. später als Formschneider und vielleicht auch …

Negker (Necker, Denecker), Jo(b)st de

(147 words)

Author(s): I. Bezzel
* in Antwerpen, f nach 1544, Formschneider und Verleger. N., seit etwa 1510 in Augsburg ansässig, beteiligte sich als Formschneider an einigen der von Kaiser Maximilian I. geplanten Holzschnittwerke, am Theuerdank, am Triumphzug und an einer Folge österr. Heiliger. Auf eigene Kosten gab er zahlreiche graphische Einzelbl. heraus, u.a. nach Zeichnungen J. Burgkmairs d.Ä., 1539 die anatomischen Taf. des Andreas Vesalius und 1544 eine vergrößerte Kopienfolge des Totentanzes nach Hans Holbein d.Ä. Fe…

Neimanis, Ludis (1836-1926)

(111 words)

Author(s): P. Kaegbein
lettischer Verleger und Buchhändler in Mitau. Er verlegte seit 1891 Werke bekannter lettischer Dichter, Schriftsteller und Vertreter der lettischen Nationalbewegung (u.a. Vilis Plüdonis, Aspazija, Rüdolfs Blaumanis) sowie wiss. Lit. und Schulbücher. Auf die buchkünstlerische Ausstattung dieser Publikationen legte er persönlich großen Wert. 1894 eröff-nete er eine Buchhandlung in Mitau und war seit 1903 zugleich Leiter der Mitauschen Abt. des in diesem Jahr gegr. Lettischen Verleger–und Buchhändlervereins (Latviesu grämatu izdeveju un tirgotäju biedriba). P. Kaegbein B…

Neithartsche Familienbibliothek

(182 words)

Author(s): I. Bezzel
Den Grundstock der N. legte der hochgebildete Ulmer Pfarrer Heinrich Neithart (f 1439) mit 300 vorwiegend theologischen und juristischen Hss. des 14. und 15. Jh.s. Für die «Liberey» wurde über der Neithartschen Kapelle des Ulmer Münsters ein eigener Raum eingerichtet. 1465 wurde ein Kat. erstellt. Nach dem Willen des Stifters sollten die Bde. gegen entsprechende Sicherheiten langfristig an Fami- lienmitglieder und an Gelehrte ausgeliehen werden. Nach dem Aussterben des Geschlechts gelangten die …

Nekrolog

(169 words)

Author(s): W. Grebe
(aus griech. νεκρός = Leichnam und λόγος = Rede) Bezeichnung für den Nachruf auf einen kürzlich Verstorbenen wie für die Slg. von Biographien von Verstorbenen. Im europ. MA. sind N.e (obituaria, Totenbücher) kalendarische oder annalistische Verz. von Toten einer geistlichen Gemeinschaft für die j. Gedächtnisfeiern. Für Deutschland erfolgt die wiss. Ed. vor allem in den Monumenta Germaniae historica, Necrologia Germaniae, Bd. 1-5. Durch F. Schlichtegroll und seine «Nachrichten von dem Leben merkwürdige…

Neleus aus Skepsis (Kleinasien)

(96 words)

Author(s): B. Bader
Mitglied der von Aristoteles begründeten Philosophenschule des Peripatos. Theophrast, Schüler und Nachfolger des Aristoteles, vermachte dem N. seine Bibl, samt dem schriftlichen Nachlaß des Aristoteles. Die Erben des N. lagerten die Bücher in Skepsis in einem Keller, nachdem vielleicht ein Teil davon an König Ptolemaios Philadelphos für die Bibl, von Alexandria verkauft worden war. Die N.-Bibl. bildet eine wichtige und kritische Phase in der Uberliefe-rungsgesch. der aristotelischen Schriften. Apellikon B. Bader Bibliography Moraux, R.: Der Aristotelismus bei den Gri…

Nelson, Axel

(107 words)

Author(s): T. Nielsen
* 11. 9. 1880 in Norrköping, † 20. 5. 1962 in Uppsala, schwed. Bibliothekar, klassischer Philologe mit bes. wertvollen VeröfF. innerhalb der ma. Philologie und Wissenschaftsgesch.; 1909 wurde er an der UB Uppsala angestellt, schon 1914 Abt.-Direktor und 1929 .bis 1945 Leiter der Hss.-Abt. N. war der klassische gelehrte Bibliothekar, der den wiss. Charakter des Bibliothekarberufes entschieden vertrat. In scheinbarem Wider-G Spruch dazu war er 1931 -1941 Vorsitzender der Direktion der ÖB Uppsala und hat sich für die Lösung ihrer Bauprobleme eingesetzt. T. Nielsen Bibliography Kleb…

Nelson, Thomas

(174 words)

Author(s): F J. Mosher
* 25. 12. 1822 in Edinburgh, 20. 10. 1892 ebd., schottischer Verleger. N. war der Sohn von Thomas Nelson (1780-1861), dem Gründer des Verlages Thomas Nelson & Sons in Edinburgh, und Bruder von William Nelson (1816-1887); er leitete die Abt. Herstellung der Familienfirma. 1850 erfand er eine Rotationsdruckmaschine, mit der er aber keinen Erfolg hatte, weil er versäumte, sie patentieren zu lassen. Sie wurde von Konkurrenten nachgebaut. Mit seinem Bruder William weitete N. die Aktivitäten der Firma…

Neobar, Conrad

(98 words)

Author(s): S. Corsten
† Ende 1540 in Paris, franz. Buchdrucker. N. stammte aus Vorst bei Kempen /Niederrhein. Er betrieb in der franz. Hauptstadt unter der Adresse «Rue du Mont-Saint–Hilaire â 1'Image Notre Dame» eine Offizin, aus der einige sorgfältig gedr. griech. Klassikerausg. hervorgingen. König Franz I. ernannte N. 1539 zum «Imprimeur du Roi en lettres grecques». Als der Drucker schon ein Jahr später starb, führte seine Witwe, Tochter eines Professors für Griech., die Offizin noch einige Zeit weiter, Grecs du Roi S. Corsten Bibliography Lepreux, G.: Gallia typographica. Ser. Parisienne. T. 1…

Nepal

(367 words)

Author(s): G. Grönbold
offizieller Name: Nepäla Adhiräjya (141 Tsd. km 2 , 21 Mio. Einwohner [1993]). Hauptstadt: Kath-mandu. Die konstitutionelle Monarchie liegt am Südrand des Himalaya zwischen Indien und Tibet. Staatsreligion ist der Hinduismus. Die Zahl der Analphabeten ist sehr hoch: 1981 waren es 79,4% (68,3% Männer, 90,8% Frauen). Das Gefälle Stadt (52,6%) zu Land (81,3%) ist stark. N. ist besonders reich an Handschriften. Hierhin flüchteten viele Buddhisten, aber auch Brahmanen, als der Islam in Indien vordrang (bes. seit 1200). Noch bis 1951 war das Land für Ausl…

Neresheim

(332 words)

Author(s): P. Amelung
(Nöresheim). Das Kloster St. Ulrich und Afra in N., im heutigen Ostalbkreis von Baden–Württemberg, wurde 1095 von Graf Hartmann von Dillingen und seiner Gemahlin Adelheid als reguliertes Chorherrenstift gegr. und bereits 1106 in ein Benediktinerkloster umgewandelt. 1258 — 1763 stand das Kloster unter der Vogtei der Grafen von Oettingen, aus der es sich schließlich nach über 500 Jahren freikaufen konnte und für wenige Jahrzehnte reichsunmittelbar wurde. Bei der Säkularisation fiel es 1803 an die …

Nering

(207 words)

Author(s): I. Bezzel
(Neringk, Nerinck), Melchior✝ 1587, Buchbinder, Buchhändler und Drucker. N. arbeitete in Posen seit 1559 als Buchbinder, spätestens seit 1564 auch als Buchhändler. 1576 gründete er dort die erste Druckerei, in der 1577 und 1578 vor allem Schriften aus dem Umkreis der Posener Jesuiten erschienen. 1579 — 1581 druckte N. in Graetz (westlich von Posen), 1581 — 1587 in Thorn. Unter den rund 75 nachgewiesenen Druckwerken überwiegen Schriften in lat. und poln. Sprache. In Thorn brachte N. einige deutschsprachige Bücher heraus, u.a. 1584 das alte Kulmische Recht. I. Bezzel Bibliography Wojc…

Nerli

(266 words)

Author(s): P. Amelung
(Nerlius), Bernardo de', Florentiner Humanist und Verleger des 15. Jh.s. Aufgrund der von ihm stammenden lat. Widmungsvorrede an Piero di Lorenzo de'Medici in der Ende 1488 / Anfang 1489 vollendeten griech. Erstausg. der Werke Homers (HCR 8772; Goff H–300) und seiner Erwähnung im Kolophon dieses Drucks wurde N. von den Bearb. des BMC als Drucker angesehen. Mit ziemlicher Sicherheit war N. jedoch nur der Anreger, Finanzier und Verleger dieser Ausg., bei der er von seinem Bruder Neri und von Giova…

Nerlich

(208 words)

Author(s): D. Debes
Formschneider–, Drucker– und Buchhändlerfamilie in Leipzig. 1. Nikolaus N. I, Formschneider und Briefdrucker, wurde am 26. 1. 1525 Leipziger Bürger,✝ 1540. Ein Sohn aus zweiter Ehe mit Margarethe Otto war 2. Nikolaus N. II, Buchdrucker ( * 2. 2. 1540 Leipzig, 31. 8. 1612 ebd.), er lernte bei Jakob Lucius, wurde 1. 11. 1563 Leipziger Bürger und heiratete 1564 Ursula, Tochter des Pergamenters Andreas Heyne. Er besaß in den 1570er Jahren ein Haus in der Ritterstraße, 1578 ein Haus vor dem Grimmaischen Tor, leistete 1589 den Buc…

Nesbitt, Alexander John

(224 words)

Author(s): F J. Mosher
* 14. 11. 1901 in Paterson, New Jersey,✝ 23. 7. 1995, amer. Lehrer, Kalligraph und Drucker. N. lehrte Typographie und Beschriftung an der Cooper Union Art School (1950 — 1957) in New York, Graphikdesign an der Rhode Island School auf Design ( 1957 — 1965) in Providence und Design an der Southeastern Massachusetts University (1965 — 1974) in North Dartmouth, Massachusetts. Er und seine Frau Ilse Buchert Nesbitt gründeten 1965 die Third & Elm Press in Newport, Rhode Island. N. verfaßte Aufsätze fü…

Nesbitt, Elizabeth

(195 words)

Author(s): F. J Mosher
* 15. 4.1897 in Northumberland, Pennsylvania, ✝ 17. 8. 1977 in Atlantic City, New Jersey, amer. Bibliothekarin. N. diente 1920 — 1926 als Kinderbibliothekarin an der Carnegie Library von Pittsburgh, Pennsylvania, und 1929 — 1962 als Dozentin für bibliothekarische Arbeit mit Kindern an der Carnegie Library17. 8. 1977 in Atlantic City, New Jersey, amer. Bibliothekarin. N. diente 1920 — 1926 als Kinderbibliothekarin an der Carnegie Library von Pittsburgh, Pennsylvania, und 1929 — 1962 als Dozentin …

Nessel

(45 words)

Author(s): G. Brinkhus
ungebleichtes Baumwollgewebe in Leinwandbindung. Es wird in der Buchbinderei zum Aufziehen von Plänen benutzt, eignet sich aber auch zum Hinterkleben von Buchblöcken in Klebebindung. N. dient auch als Rohgewebe für Bucheinbandstoffe. G. Brinkhus Bibliography Krickler, G.: Die Werkstoffe des Buchbinders. Hannover 1982, S. 73

Nessel, Daniel

(208 words)

Author(s): O. Mazal
Präfekt der Hofbibl, zu Wien 1680 bis 1700. N. wurde als Sohn des Schulrektors Martin N. in Aurich in Ostfriesland geboren und kam nach Studien der Rechtswissenschaft in Lüneburg und Rostock 1667 nach Wien. Am 20. 5. 1680 wurde er als «Unter–Bibliothecarius» Leiter der kaiserlichen Hofbibl. zu Wien. Sein Wirken wurde sehr zwiespältig beurteilt. Seine Zurückhaltung gegenüber der Benutzung trug ihm nach seinem Tode den Spottvers ein «Nunc Bibliotheca patet, quia Nesselius latet». Die geplante Erri…

Nestle-John, George

(61 words)

Author(s): P. Neumann
* 15.2.1839, 28. 4. 1895 in Frankfurt a.M., dt. Bibliophile. Die von ihm zwischen 1875 und 1890 gesammelten und aufwendig katalogisierten Hss. aus dem MA und ill. Bücher und Einbände aus dem 15. — 19. Jh. wurden 1931 bei J. Baer in Frankfurt a.M. versteigert. P. Neumann Bibliography Adolph, R.: Bücher, Sammler, Antiquare. [München] 1971, S. 218 — 221

Nestorianische Schrift

(197 words)

Author(s): U.-B. Kuechen
eine vom 6. Jh. n. Chr. bis heute benutzte Form der syrischen Schrift, hat sich aus dem Estrangelā entwickelt. Infolge konfessioneller Spaltung der Syrer in Ostsyrer (Nestorianer) und Westsyrer (Jacobiten) bildeten sich auch zwei weitere eigene Schriften, die n. S. und das jacobitische Sertō. Alle drei Schriften sind linksläufige Kursive mit 22 Konsonantenzeichen. Während im Estrangelā nur andeutungsweise eine Vokalisation erfolgte, entwickelte die n. S. ein vollst. System der Vokalbezeichnung d…

Net Book Agreement

(296 words)

Author(s): G. P.Jefcoate
Abkommen zwischen den beiden Branchen des britischen Buchhandels, das den Ladenpreis von Büchern festsetzen soll. Es wurde zuerst 1890 vom Verleger Frederic Macmillan gefordert und zwischen den Handelsverbänden Publisher's Association (gegr. 1896) und Associated Booksellers (gegr. 1895; seit 1948: Booksellers' Association) ausgehandelt. Das N. trat zum 1. 1. 1900 in Kraft. Es sieht vor, daß der Verleger den Verkaufspreis eines Buches festlegen darf (Preisbindung). Dafür bekommt der Buchhändler einen Handelsrabatt, der dann entfällt, wenn er Büch…

Netolický, Bartoloměj

(123 words)

Author(s): M. Bohatcova
Prager Drucker in den Jahren 1540 — 1552 und 1561 — 1562, hat etwa 56, meistens katholische Drucke hergestellt. Als nach dem Schmalkaldischen Krieg Ferdinand I. von Habsburg wegen dem Ständeaufstand den Buchdruck in Böhmen verbot, wurde nur N. privilegiert und zum Hofdrucker ernannt, um das Dokument des Königs vom Jahre 1547 «Acta aller Handlungen» zu drucken. Unter Mitarbeit von G. Melantrich gab N. 1549 auch eine utraquistische ill. Bibel heraus. Im Jahre 1553 verkaufte er seine Druckerei an Melantrich. M. Bohatcova Bibliography Mašek, P.: Význam Bartoloměje Netolického pro č…

Nettesheim, Heinrich

(137 words)

Author(s): W. Schmitz
Kölner Buchführer und Verleger, ✝ nach 6.4. 1604 in Köln (?). 1579 ist N. als Buchführer gen., die Drucke aus seinem Verlag stammen aus den Jahren 1585 — 1603, doch gibt es zwei ältere von 1559 und 1568, deren Jahresangabe vorerst mit Vorsicht zu behandeln ist. N. besaß eine geachtete Position in der Kölner Stadtgemeinde und verfügte über einigen Besitz. Er hat nur Werke in dt. Sprache gedr., inhaltlich geprägt von den beiden Schlagworten «volkstümliche Lit.» und «Neueste Nachricht» (Ztg.). Er i…

Nettetal-Kaldenkirchen

(130 words)

Author(s): R. Feldmann
Bibl. des ehemaligen Birgittenklosters. Das Kloster wurde im Jahre 1625 (also mitten in der Gegenreformation) durch den Herzog von Jülich und Berg, Wolfgang Wilhelm, gestiftet. Daher fehlen in der Bibl. naturgemäß Hss. und Frühdrucke. Infolge der Säkularisation aufgehoben, blieb die Bibl. im Besitz der ortsansässigen Pfarrei erhalten. Sie enthält noch etwa 1000 Werke vorwiegend des 17. und beginnenden 18. Jh.s. Es überwiegen Bücher zur Apologetik (mit einem hohen Anteil an volkssprachlicher Kont…

Nettohandel

(144 words)

Author(s): K. Gutzmer
Der unter den Sortimenter-Verlegern übliche Changeverkehr wurde am Ende des 18. Jh.s durch den N. abgelöst, d.h. es wurde nur noch gegen bar oder auf Kredit unter Gewährung von Buchhändlerrabatt geliefert. Vorkämpfer dieser Reform, die sich gegen die Auswüchse des Tauschhandels und den Nachdruck richtete, war P. E. Reich, seit 1762 Mitinhaber der Weidmannschen Verlagsbuchhandlung, und die 1765 von ihm gegr. Buchhandelsgesellschaft. Nach heftigen Kontroversen zwischen Reichsbuchhändlern und den L…

Nettoladenpreis

(35 words)

Author(s): K. Gutzmer
eine Bemessungsgrundlage für das Autorenhonorar, in der Regel Ladenpreis abzüglich des Rabattes, den der Verleger dem Sortimentsbuchhändler einräumt. Bei unterschiedlichen Einbandarten gilt häufig der Preis des broschierten (ungebundenen) Buches als N. K. Gutzmer

Nettopreis

(54 words)

Author(s): K. Gutzmer
im Handel mit Büchern ist der um den Buchhändlerrabatt verminderte Ladenpreis. Die Berechnung der Buchhändlerrabatte war weit bis ins 20. Jh. hinein sehr uneinheitlich. Infolge Partielieferung (Partie), Reizpartien und Umsatzbonus ist es auch heute noch schwer, den N. pro Einzelex. zu ermit teln. N. plus Bezugskosten ergeben den Einkaufspreis (Einstandspreis). K. Gutzmer
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