Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Taiwan

(456 words)

Author(s): A. Dufey
offizielle Bezeichnung: Zhonghua Minguo (Mandarinchinesisch), Republic of China (Englisch), Fläche 35.980 km2, 22.749.838 Einw. (2004) hauptsächlich Chinesen und 400 Tsd. Ureinwohner. Es liegt im südli-chen Teil des Inselbogens vor der ostasiatischen Küste und umfaßt die Insel T. (früher Formosa) sowie die Inselgruppen Pescadores, Matsu, Spratly und Quemoy. T. ist durch die Formosastraße vom chinesischen Festland getrennt. Hauptstadt ist Taipeh (T’aipei, Taibei). Religion: 93 % hängen einer Mischung aus Ko…

Taktile Karten (auch Atlanten und Globen)

(153 words)

Author(s): P. H. Meurer
hergestellt in Prägedruckverfahren als Informationsmittel vor allem für Sehgeschädigte, sind eine Weiterentwicklung des eng verwandten, aber visuell verwendeten Reliefs. Hauptunterschiede zu diesem Vorbild sind die Hinzufügung von Namen in Blindenschriften, Plastizität auch bei den Signaturen und eine Überbetonung niveaugleicher Elemente wie Straßen und Flüsse. Die frühesten T. für Blinde sind aus den USA bekannt, z. B. der «Atlas of the United States for the use of blinds» (Boston 1837). Pionie…

Taktile Medien

(324 words)

Author(s): R. F. V. Witte
bezeichnet im Blinden-(Bibliotheks-) wesen die für Sehgeschädigte hergestellten stereoplastischen, tastbaren graphischen Darstellungen von Abb.en, Plänen, (geografischen) Karten und Bildern als Bas- oder Reliefs unterschiedlichster Ausbildung, (aber auch Modelle, nicht jedoch die fühlbaren Blindenschriften). T. können zusätzlich farblich gestaltet sein (Siebdruck); sie sind Umsetzungen vorhandener Vorlagen, die ein logisches Nachvollziehen des Dargestellten gestatten oder Originale eigenen (küns…

Taktische Zeichen

(86 words)

Author(s): G. Hiersemann
symbolhafte zeichnerische Darstellungen für militärische Lagen, angebracht auf Karten und Skizzen sowie als Hinweisschilder im Gelände. Dargestellt wird z. B. bei Truppen ihre Einteilung, Aufstellung, Stärke, Bewaffnung, Bewegungsrichtung mit zeitlichem Ablauf. Bei Einrichtungen werden etwa Gefechtsstände, Landeplätze, Lazarette, Sperren, Versorgungspunkte und Zerstörungen eingezeichnet. Laufend nachgetragen, ermöglichen T. einen schnellen Überblick über die Lage als Grundlage weiteren Handelns.…

Taktstrich

(98 words)

Author(s): G. Pflug
Mit dem Übergang von der ma. Tonaufzeichnung durch Neumen zur modernen Notenschrift zu Beginn des 17. Jh.s (Mensuralnotation), welche die Aufzeichnung mehrstimmiger Musik ermöglichte, wurden die Taktwerte (etwa - oder ⅔-Takt) senkrecht in der meist fünflinigen Musikaufzeichnung durch Takt-striche angegeben, wobei in der Regel der betonte Ton unmittelbar auf den T. folgt. G. Pflug Bibliography Dahlhaus, C.: Zur Entlastung des modernen Taktsystems im 17. Jh. In: Archiv für Musikwissenschaft 18. 1961, S. 222–224 Wolf, J.: Handb. der Notationskunde. (ND) Hildesheim 1963 Tappolet…

Talbot-Meister

(91 words)

Author(s): C. Sauer
Buchmaler in der Nachfolge des Boucicaut-Meisters, der mit den 1436 aus Paris vertriebenen engl. Besetzern nach Rouen zog und dort Stundenbücher sowie Hss. profanen Inhalts illustrierte. Für Lord John Talbot, Earl of Shrewsbury († 1453), fertigte er u. a. 1445 eine Hs. mit franz. Romanen an (London, British Library, Royal 15. E. VI). Nach 1450 arbeitete er im Auftrag des Rats der Stadt Rouen (z. B. Paris, BN, fr. 1261). C. Sauer Bibliography Avril, F. / Reynaud, N.: Les manuscrits à peintures en France, 1440–1520. Paris 1993, S. 92–93, 169–170.

Talbot, William Henry Fox

(220 words)

Author(s): C. Reske
* 11. 2. 1800 in Melbury Abbas, Dorset, † 17. 9. 1877 in Lacock Abbey, Wiltshire, engl. Philologe, Physiker, Chemiker und Pionier der Fotografie. 1818–1825 Studium in Cambridge, 1833 bis 1834 Parlamentsmitglied. Seine Experimente mit der «Camera obscura» ab 1833 führten 1835 zur Entwicklung des fotografischen Papiernegativs (photogenic drawings), das er 1840 modifiziert als «Kalotypie», später als «Talbottypie» bezeichnete, 1841 patentieren ließ und bis 1855 Anwendung fand. Ein in Kochsalzlösung getauchtes Papier wird mit Silbernitrat bestrichen, nach dem Trock…

Ta’liq

(5 words)

Siehe Arabische Schrift

Tallahassee

(248 words)

Author(s): G. Gabel
Hauptstadt des amer. Bundesstaates Florida mit ca. 50 Tsd. Einwohnern. Es gibt dort eine rege Papierindustrie und etwa 30 Buchhandlungen. Bibliotheken. 1. Florida State University: Die 1851 als Studienseminar gegr. und 1905 zum staatlichen College für Frauen umgewandelte Einrichtung nahm 1947 ihren heutigen Namen an und ging zugleich zur koedukativen Ausbildung über. Seither gehört sie zur Multi-Campus-Univ. des Staates Florida. Die UB unterhält eine Zentrale und sechs Zweigbibl.en, darunter die Law Library (230 Ts…

Tallinn

(4 words)

Siehe Reval

Talmud (hebr. Lernen, Lehre)

(174 words)

Author(s): E. Tönges
Sammelwerk des rabbinischen Judentums. Die jüdische Auslegung der Tora wurde im 2. Jh. n. Chr. kodifiziert (Mischna). In der Mischna ist das Material in sechs Ordnungen nach folgenden Gesichtspunkten zusammengefaßt: 1. Saaten (Ackerbaugesetzte), 2. Fest (Festzeiten), 3. Frauen (Eheund Familienrecht), 4. Beschädigungen (Zivil- und Strafrecht), 5. Opfer (Opferwesen, Kultgesetze) und 6. Rein-heit (Reinheitsgesetz). Im 3.–5. Jh. fügten die Rabbiner neue Entscheidungen hinzu. Sie werden Gemara (Zufüg…

T (als Initiale)

(6 words)

Siehe Te-igitur-Initiale

Tamil-Schrift

(143 words)

Author(s): G. Grönbold
In Tamil-Sprache ist die älteste Lit. der Draviden Südindiens abgefaßt. Die Herkunft ihrer Schrift ist noch nicht ganz aufgehellt. Sie stammt wohl vom süd-lichen Zweig der Brahmi-Schrift ab, unter starkem Einfluß der älteren Grantha-Schrift. Sie hat nicht so ausgeprägt runde Formen wie die anderen Schriften auf Palm-blatt; obgleich bis ins 20. Jh. Palmblätter als Beschreibstoff Verwendung fanden. Die früheste Inschrift stammt von 740 n. Chr. Entsprechend dem Lautstand der Tamil-Sprache fehlen im Ver-gleich zu anderen indischen Schriften verschiedene Z…

Tampa

(173 words)

Author(s): G. Gabel
Stadt in Florida mit ca. 280 Tsd. Einwohnern. Der Ort besitzt ca. 30 Buchhandlungen und Antiquariate. UB. 1. University of Tampa. Gegr. 1931 als College und 1933 in eine Univ. in privater Trägerschaft umgewandelt. Die UB bietet ihren Benutzern einen Lit.be-stand von ca. 185 Tsd. Bdn. und 160 Tsd. Mikroformen an. 2. University of South Florida. Die 1956 gegr. Univ. ist Teil der staatlichen Multi-Campus-Univ. mit fünf weiteren Zweigstellen im Bundesstaat Florida. Seit 1961 besteht dort eine Bibl.schule. Bestand der UB ca. 1,6 Mio. Bde., 3,9 Mio. M…

Tampondruck

(54 words)

Author(s): C. Reske
ist ein indirektes Tiefdruckverfahren, bei dem das Druckmotiv von einer eingefärbten Druck-form mittels eines Zwischenträgers (Tampon) auf den Bedruckstoff gebracht wird, der üblicherweise eine ungewöhnliche Geometrie besitzt (z. B. bei Verpackungen). C. Reske Bibliography Liebau, D. / Weschke, H.: Polygraph Fachlexikon der Druckindustrie und Kommunikationstechnik. Frankfurt a. M. / Bielefeld 1997, S. 490.

Tamponierverfahren

(113 words)

Author(s): H. Wendland
ist eine ältere Bezeichnung für die Herstellung mehrfarbiger Kupferstiche und Schabkunstblätter, die von einer einzigen Platte abgezogen werden. Die gestochene oder geätzte Platte wurde vollkommen mit Tampons (dollies oder poupées) in verschiedenen Farben ausgemalt, deshalb waren die Vorarbeiten für jeden Abzug langwierig und kompliziert. Da sich die einzelnen Abzüge oft stark unterschieden, ist das T. im Ergebnis eher der Monotypie vergleichbar, die ebenfalls nur einen Abzug erbringt. Das T. ka…

Tangieren

(39 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
durch die Möglichkeit des Einkopierens längst überholte Technik, Rastertöne auf Hoch- und Flachdruckplatten zu erzeugen. Tangiermanier C. W. Gerhardt Bibliography Krüger, O.: Die Illustrations-Verfahren. 2. Aufl. Leipzig 1929 Walenski, W.: Wb. Druck + Papier. Frankfurt a. M. 1994.

Tangiermanier

(99 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
heißt die in der Vergangenheit praktizierte Technik des Tangierens. Zu diesem Zweck dienten die Tangierplatten (auch «Tangierfelle»); das waren in einen Holzrahmen gespannte harte Gelatinefolien. Diese Folien trugen in Form von Erhöhungen oder Vertiefungen, die man ihnen durch Prägen oder durch Guß in einer Form verliehen hatte, das gewünschte Muster. Sie wurden auf der erhabenen Seite mit Umdruckfarbe eingewalzt, mit der Bildseite auf die Druckplatte gelegt und von der Rückseite her mit einer weichen Walze abgerieben. C. W. Gerhardt Bibliography Krüger, O.: Die Illustration…

Tanjé, Pieter

(99 words)

Author(s): H. Wendland
* 15. 2. 1706 in Bolsward (Friesland), † Juni 1761 in Amsterdam. Graveur, Kupferstecher. T. erhielt eine Ausbildung zum Graveur kupferner Tabakdosen. Seine frühesten Kupferstiche sind 1726 datiert. Er arbeitete meist nach fremden Vorlagen und schuf besonders vorteilhafte und elegante Porträts. Daneben entstanden Sittenbilder nach Cornelis Troost, Buchillustrationen nach Dubourg zu Racines Werken (Amsterdam 1743), zu Rabelais’ Werken (Amsterdam 1741) sowie Titelblätter und Titelvignetten, meist nach franz. Vorbildern. Pieter Tanjé. Bibelillustration «Vertreibung…

Tannengesellschaft

(94 words)

Author(s): W. Harms
Die «Aufrichtige Gesellschaft von der Tannen» war im 17. Jh. die wichtigste, vor allem durch weltliche und geistliche Lit. wirksame dt. Sprachges. im Elsaß. Um die Autoren Johann Matthias Schneuber und Jesaias Rompler von Löwenhalt stand die T. neben- und nacheinander späthumanistischen Positionen Matthias Berneggers und der Straßburger Reformorthodoxie Johann Schmidts wie auch der lutherischen Orthodoxie nahe. Die Arbeit an der dt. Sprache war bes. im Werk Romplers Teil einer umfassenden Kultur-, Bildungs- und Gesellschaftskritik. W. Harms Bibliography Bopp, M.: Die «T.»:…

Tanner, Thomas

(265 words)

Author(s): A. Rabeler
* 25. 1. 1674 in Market Lavington, Wiltshire, † 14. 12. 1735 in Oxford, engl. Theologe und Büchersammler. T., der älteste Sohn des Vikars Thomas Tanner (1640?-1717) und seiner ersten Frau Sarah Willoughby († 1711), stieg nach dem Studium der Theologie in Oxford (ab 1689) bis zum Bischof von St. Asaph (1732) auf. 1701 heiratete er Rose Moore, Tochter des bedeutenden Büchersammlers John Moore, der die Qualität von T.s Slg. nachhaltig beeinflußte. T. sammelte Bücher als Arbeitsgrundlage für seine k…

Tannhausen (in Schwaben)

(146 words)

Author(s): A. K. Offenberg
erhielt um 1593 eine hebräische Druckerei; sie wurde von Stephan Schurman und Peter Geisler geleitet und gab 1593–1594 ein Machsor (Festtag-Gebetbuch) nach aschkenasischem Ritus heraus, das unvollst. geblieben ist, weil fast die ganze Aufl. mit allen Druckmaterialien vor Beendigung des Drucks von den Einwohnern Thannhausens vernichtet wurde. Nur wenige Ex. sind erhalten. 1594 erschien eine Ausg. der Sulatot (synagogale Poesie zwischen Pessach und Schawuot / Wochenfest). Die Herstellung der beiden Veröff. übernahmen Isaak und Simon Levi Ginzburg. A. K. Offenberg Bibliography…

Tansania

(221 words)

Author(s): I.-D. Wolcke-Renk †
(Jamhuri ya Muungano wa Tanzania / United Republic of Tanzania), Staat in Ostafrika am Indischen Ozean. Auf 945.087 km2 lebten 1996 ca. 30,6 Mio. Einwohner (ca. 32,4 Einwohner/km2). Offizielle Hauptstadt ist Dodoma, Regierungssitz Daressalam. Amtssprache ist Kisuaheli, daneben Englisch. Seit 1967 besteht eine siebenjährige Schulpflicht, die Analphabetenrate betrug bei Erwachsenen 1995 etwa 32 Prozent. Die ältesten Bücher T.s sind arab. Hss. aus dem 16. Jahrhundert. Die frühesten Druckwerke stammen von Missionshäusern. Gegenwärtig gibt es 20 Verlage…

Tantieme

(53 words)

Author(s): L. Delp
(franz.) Umsatz- oder Gewinnbeteiligung, meist an den Erträgen von Werken, z. B. als Vergütung für den Urheber aus der Veröff. seines Werkes durch einen Verlag (Verlagsvertrag), aber auch als Lizenzgebühr zugunsten des Lizenzgebers für die Gewährung einer Lizenz. Die Höhe der T. richtet sich nach der getroffenen Vereinbarung. Honorar L. Delp

Tantras

(121 words)

Author(s): G. Grönbold
bilden eine eigene Gruppe in der Sanskritlit. und enthalten die Lehren des Tantrismus, der seit etwa der Mitte des 1. Jh.s n. Chr. in Indien faßbar ist. Er propagiert magische Mittel, um die Erlösung zu erlangen. Seine Wurzeln sind wohl vorindogermanisch. Er tritt bes. im Hinduismus, aber auch im Buddhismus (als Vajrayāna) auf, weniger im Jainismus. Allen gemeinsam ist der Glaube an die Kraft der Mantras (magische Silben), Mudrās (Handhaltungen), und äu-ßere wie innere Riten. In sog. linkshändigen T. kommen auch sexuelle Praktiken vor. G. Grönbold Bibliography Banerji, S. C.: A brie…

Tanttu, Erkki

(66 words)

Author(s): T. Nielsen
* 3. 10. 1907 in Viipuri, † 5. 5. 1985 in Helsinki, finn. Zeichner, vielfach als Illustrator tätig, u. a. zu Werken von Aleksis Kivi, Hans Christian Andersen und Hj. Nortamo. Sein Stil ist realistisch, bewegt, mit Anstrich von Humor. T. war ebenso ein hervorragender Holzschneider; er hat zahlreiche Exlibris entworfen. T. Nielsen Bibliography Tanttu, J.: Isä piirtää. Kuvia Erkki Tantun elämästä. Helsinki 1990.

Tanum, Johan Grundt

(124 words)

Author(s): T. Nielsen
* 12. 4. 1891 in Kristiania (Oslo), † 25. 2. 1978 ebd., norw. Buchhändler und Verleger. Er übernahm 1928 in eigenem Namen das Sortiment von Aschehoug und erwarb 1965 die Buchhandlung Cammermeyer, die in der Firma T. völlig aufgegangen ist. Seine Buchhandlung nimmt in Oslo einen hervorragenden Platz ein. T., der 1939–1946 Vorsitzender des norwegischen Buchhändlervereins war, gab 1945 die Programmschrift «En bedre bokhandel» heraus; posthum erschien seine Erinnerung «Søndagsbarn?» (1978). Tanzschrift. Abbildung aus: Kurt Peters: Lexikon der klassischen Tanztechnik. …

Tanzschrift

(292 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine Festlegung von Tanzschritten und -haltungen durch spezielle schriftliche oder bildliche Darstellungsformen. Neben dem Begriff T. sind auch andere Bezeichnungen verbreitet, etwa Choreographie, Kinesographie, Motographie, Orchesographie, Rhythmographik, Scoreographie, Semesiographie, Stenochoreographie, Terpsichographie sowie die dt.sprachigen Begriffe Tanzschreibkunst, Tanzkurzschrift und Bewegungsschrift, schließlich auch Bezeichnungen, die auf die Namen ihrer Schöpfer zurückgehen, etwa…

Tapeten

(84 words)

Author(s): H. Bansa
sind eine Wandverkleidung in erster Linie aus Papier, aus Leder und auch aus Gewebe. Manche T. aus Papier, sowohl historische als auch moderne, und zwar solche, welche die spezifischen Papiereigenschaften wie Dicke, Flexibilität, Oberflächenstruktur bewahren, können als Buntpapiere verstanden werden, die für den genannten speziellen Zweck bestimmt sind, aber auch für andere, z. B. als Bezugs- oder Vorsatzpapier für den Bucheinband verwendet werden. H. Bansa Bibliography Die Tapete. Hrsg. von F. Teynac usw. München 1982 Hoskins, L.: Then papered wall. New York 1994.

Tardieu

(308 words)

Author(s): A. Labarre †
Pariser Kupferstecherfamilie (17.–19. Jh.). 1. Nicolas-Henri T. (* 18. 1. 1674, † 27. 1. 1749), Schüler von Jean Audran (1667–1756), wurde 1721 in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen. Er arbeitete für das «Cabinet» des Kunstsammlers Joseph Antoine Crozat (1696–1740), die «Galerie de Versailles» und ähnliche Werke. Er zeichnete sich als Stecher von Reproduktionen der Gemälde des Jean Antoine Watteau (1684 bis 1721) aus und widmete sich auch den Werken der alten Meister sowie denen von Charles LeBrun (1619–1642), Antoine Coypel (1661–1722) und Nicolas Lancret (1690 bis 1743). 2.…

Targum (aramäisch «Übersetzung»)

(149 words)

Author(s): E. Zwink
plural Targumim; die teilweise paraphrasierenden, zum mündlichen Vortrag in der Synagoge in verschiedenen Versionen entstandenen aramäischen Übers.en des hebräischen Grundtextes 1. der Tora (Pentateuch), 2. der Propheten und 3. der Poetischen Bücher (Hagiographen) ohne Dan, Esra und Neh. Das Aramäische setzte sich im nachexilischen Judentum Palästinas und Babyloniens als Umgangssprache durch und verlangte volkssprachige Übersetzungen. Die spätere Schriftform erhielt quasi-kanonische Bedeutung un…

Tarif

(264 words)

Author(s): P. Neumann | L. Delp | G. Pflug
1. der Buchdrucker In Deutschland kam 1848 ein erstes Tarifabkommen über wöchentliche Lohnzahlung, Arbeitszeit und Lehrlingsausbildung zustande, 1852 wurde durch ein Innungsstatut der Leipziger Druckereibesitzer ein Akkordtarif festgesetzt. 1873 vereinbarten die Arbeitgeber im Dt. Buchdruckerverein und die Arbeitnehmer im Dt. Buchdruckerverband einen Akkordlohn für Setzer, Mindestlöhne und Zuschläge, Arbeits- und Pausenzeiten sowie ein Schiedsgericht (1886 revidiert). Ortszuschläge wurden 1878 fest…

Tarnschriften

(182 words)

Author(s): H. Kieser
gehören zur Gattung der Propaganda-schriften im weiteren Sinn. Sie verschleiern ihren Inhalt durch irreführende Verfasser- und Titelangaben sowie einen fingierten Erscheinungsvermerk. Gelegentlich werden dem eigentlichen Text Seiten unverfänglichen Inhalts vorangestellt. Eine Spielart der T. sind solche, die existierende Veröff.en als Deckmantel benutzen und / oder sogar eine bekannte Einbandgestaltung übernehmen (z. B. Reclams Universal-Bibliothek). Im allg. haben T. wegen der Art ihrer Verbrei…

Tarragona

(277 words)

Author(s): K. Wagner †
Hauptstadt der gleichnamigen span. Provinz. 1. Buchdruck Im 15. Jh. waren in T. vorübergehend nur zwei Druckereien in Betrieb. 1484 gab Nikolaus Spindeler den «Manipulus curatorum» (Haebler 454), ein «Breviarium Tarraconense» (GW 5473) und 1485 möglicherweise den «Llibre de les dones» des Francesc Eiximenis heraus. Gegen Ende des Jh.s druckte Johann Rosembach vor allem liturgische Bücher für die Kathedrale, so 1498 die «Aurea expositio hymnorum» (Haebler, K.: Bibliografia iberica del siglo 15. München …

Tartessische Schrift

(329 words)

Author(s): H. Buske
verschiedentlich auch turdetanische gen., hat ihren Namen nach Tartessos, antiken Quellen zufolge der Name für eine Stadt, ein Land oder den Fluß Baetis, heute Guadalquivir. Die Fundorte der tartessischen Inschriften sind geographisch recht klar ab-gegrenzt und liegen hauptsächlich im westlichen Gebiet der Algarve (Portugal) und in Andalusien im Südwesten Spaniens. Die T. wird durchweg übereinstimmend der Zeit zwischen dem 7. und 5. Jh. v. Chr. zugeordnet. Sie gehört mit der nordostiberischen un…

Tarto maa rahwa Näddali-Leht

(210 words)

Author(s): P. Kaegbein
erste Ztg. estnischer Sprache, ersch. 1806 mit 43 Nr. in Tartu (Dorpat). Dieses «Wochenblatt für das Dorpater Landvolk» war an die damals noch leibeigenen estnischen Bauern gerichtet. Es wurde in der Druckerei von J. M. G. Grenzius hergestellt. Jede vierseitige Ausg. war durch einen Holzschnitt mit strohbedecktem Riegenhaus, Ziehbrunnen und Hakenpflug sowie einer Kirche im Hintergrund geschmückt. Hrsg. waren die volkstümlich gesinnten Pastoren Gustav Adolph Oldekop (1755–1838) und Johann Philipp…

Tartu

(2,063 words)

Author(s): P. Kaegbein
(deutsch Dorpat) ma. Hanse- und spätere Univ.stadt in Alt-Livland, seit 1558 mehrfach kürzere oder längere Zeit unter russ., poln. oder schwed. Herr-schaft, seit 1918 zu Estland gehörend. 1. Buchdruck Vor der Einrichtung der ersten DrukkereiinT. 1631 / 32 wurden die in der Stadt für kirchliche und Unterrichtszwecke benötigten Bücher anderswo gedruckt, die ersten reformatorischen Katechismen in estnischer und lettischer Sprache 1525 vermutlich in Wittenberg. Von ihnen existiert kein Ex. mehr. Ein weiterer estnischer Katechis…

Taschenausgabe

(437 words)

Author(s): K. Gutzmer
ist ein Sammelbegriff für Bücher handlichen Formats, der aber nicht Synonym für Taschenbuch ist. Auf dem Buchmarkt kommen T.n häufig vor bei Kalendern, Andachtsbüchern, Bibeln, Wb., Sprach- und Reiseführern, Ratgebern, Bestimmungsbüchern usw., mitunter in flexiblen Ledereinbänden. Bücher im Taschenformat erfreuten sich schon früh großer Beliebtheit. Der Druckerverleger Aldus Manutius brachte ab 1501 lat. und griech. Klassiker in Kleinoktav heraus. Ihm folgten die Elzevier und Didot. Ihre Ausg.en…

Taschenbuch

(2,086 words)

Author(s): K. Gutzmer
ist eine vieldeutige Bezeichnung, heute jedoch wird als T. ein kleinformatiges, meist preiswertes Buch mit flexiblem Einband bezeichnet. Allein schon die vielfach synonym gebrauchten Begriffe Almanach und Kalender gebieten eine Sonderbehandlung. 1. Geschichtliche Entwicklung Als Titelbegriff begegnet das Wort «Taschenbuch» schon im 16. Jh., als Johann a Otmar und Hans a Schönsperger d. J. 1510 bis 1520 vier Ausg.en u. d. T. herausbrachten (VD 16 T 198.201): Taschenbüchlin Auß einem Closter in dem Riess kompt dises Taschenbüchlein suess das der Mensch sol bey jm …

Taschenbuchausgabe

(20 words)

Taschenbuch Taschenbuch. Umschlag von Celestino Piatti zu Heinrich Böll: Irisches Tagebuch. dtv Nr. 1. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1961.

Taschenbucheinband

(88 words)

Author(s): G. Brinkhus
Taschenbücher werden in der Regel in Klebebindung hergestellt und haben einen leichten, flexiblen Einband aus Karton, meistens mit einer schmutzabweisenden Oberfläche versehen, der am Rücken fest mit dem Buchblock verklebt ist. Die Bde. einer Taschenbuchreihe werden nach einem einheitlichen graphischen Konzept gestaltet und heben in der Regel das individuelle Bild eines Verlags hervor, wobei das Verlagssignet eine wesentliche Rolle spielt. Paperback und wiss. Taschenbuch geben bei der Gestaltung des Einbands der sachlich präzisen Information den Vorzug. G. Brinkhus Biblio…

Taschenbuchformat

(37 words)

Author(s): Ch. Reske
Abmessung eines Taschenbuches in Breite und Höhe. Das T. gehört zu den kleineren Formaten und überschreitet selten die Größe Oktav. Ch. Reske Bibliography Rehm, M.: Lexikon – Buch, Bibliothek, Neue Medien. Mün-chen usw. 1991, S. 262–263

Taschenbuchladen

(171 words)

Author(s): K. Gutzmer
nennt man eine Sortimentsbuchhandlung, die sich ausschließlich oder hauptsächlich mit dem Verkauf von Taschenbüchern befaßt. Das Zunehmen der Taschenbuchproduktion hatte zur Folge, daß seit den 1960er Jahren die Taschenbücher häufig aus dem Sortimentslager ausgegliedert und in einer gesonderten Taschenbuchabt. angeboten wurden, der im allg. eine ei-gene Warengruppe zugeteilt wurde. Dies erforderte meist wenig Aufwand, da sich Taschenbücher auf Grund ihrer Ausstattung und Akzeptanz gut zum Selbst…

Taschenbuch-Originalausgabe

(140 words)

Author(s): K. Gutzmer
Der Begriff ist ein wenig präziser Hinweis darauf, daß es sich um die Erstveröff. eines Werkes handelt, dessen Rechte der Taschenbuch-Verlag direkt vom oder von dessen Beauftragten erworben hat. Bei Taschenbuchverlagen, die vorwiegend Sachbücher, konfessionelle Lit., Kinderbücher, Ratgeber o. ä. produzieren, ist der Anteil der Originalausg. verhältnismäßig hoch. Die für Übers., Herstellung, Werbung und Vertrieb anfallenden Kosten sind erheblich höher als bei den üblichen Lizenzausg.en, aber ande…

Taschenbuchrecht

(68 words)

Author(s): L. Delp
bes. Befugnis eines Verlages, neben oder anstelle der Herausgabe einer üblichen Ausg. das gleiche Werk in der von der Originalausg. unterschiedli-chen Gestaltung als Taschenbuch erscheinen zu lassen. Dieses verlagsrechtliche Nebenrecht kann auch (etwa vom Original-Verlag oder vom Autor) gesondert an Dritte (z. B. an einen Taschenbuchverlag) vergeben werden. Die Taschenbuch-Lizenz ist als selbständige urheberrechtliche Nutzungsart – ähnlich einer Buchgemeinschaftslizenz – obergerichtlich in Deutschland anerkannt. L. Delp

Taschenwörterbuch

(230 words)

Author(s): H. Buske
handliches, kompaktes Wb. im Taschenformat, alphabetisch nach Begriffen geordnet und alle Gebiete der Unterhaltung, Bildung, Konversation, des Wissens betreffend oder als fachliches Nachschlagewerk dienend. Mit der Bez. T. wird nur das Format ausgedrückt. T.er sind hervorgegangen aus den kleinformatigen Almanachen und Taschenbüchern des 18. Jahrhunderts. In gleichen Formaten tauchen um 1800 die ersten Wb. mit der Bez. T. auf wie «Italiän.-dt. und dt.-italiän. T.», Stuttgart 1793–94, oder J. Chr.…

Taschkent

(347 words)

Author(s): H. Röhling
ist seit 1930 die Hauptstadt Usbekistans und sein wirtschaftlich-industrieller, kultureller und Verkehrsmittelpunkt. Erstmals im 1. Jh. n. Chr. erwähnt, stand es im 8. Jh. unter arab., im 14./ 15. Jh. unter Timurs Herr-schaft, wurde 1865 russ., seit 1867 Sitz des Generalgouvernements von Turkestan, 1919–1924 Hauptstadt der ASSR Turkestan. Die Gründung der Univ. erfolgte 1918, 1943 die der Akademie der Wissenschaften. In T. wirken 24 Fachschulen, 9 Theater und 6 Museen. Das 1973 gegr. und 1974 eröffnete Kulturinstitut sorgt auch für die Ausbil…

Taschner, Ignatius

(89 words)

Author(s): H. Wendland
* 9. 4. 1871 in Lohr am Main, † 25. 11. 1913 in Mitterndorf bei Dachau, Bildhauer, Zeichner und Buchillustrator, Schüler der Münchner Akademie, tätig in München, Breslau und Berlin. T. war außerordentlich vielseitig und hat neben Plastiken, Brunnen, Statuen, Möbel, Tapeten, Ofenkacheln, Kirchenfen-stern, Beleuchtungskörpern auch Buchill. entworfen, so zu Ludwig Thoma «Der heilige Hies», zu Grimms Mächen und Musäs «Nymphe des Brunnens» (Gerlachs Jugendbüherei). Tastatur des Tasters einer Monotype-Bleisatzmaschine, auf der drei komplette Alphabete Platz haben. Um 1950. H. We…

Tassis, S. Auguste

(51 words)

Author(s): G. Pflug
(19. Jh.), franz. Typograph, der als einer der ersten Regeln für die Korrektur eines Drucksatzes veröffentlichte. Sein «Guide de correcture» erschien 1852 in Paris und erlebte bis 1876 sieben Aufl.en, sein «Traité pratique de la ponctuation» folgte 1859 und erschien bis 1882 in vier Auflagen. G. Pflug
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