Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Tastatur

(242 words)

Author(s): G. Pflug
Mit der Erfindung und der Entwicklung von Geräten, mit denen durch manuellen Druck Schriftzei-chen auf eine lesbare Unterlage gebracht werden, entstanden Tastaturen zur Erzeugung dieser Zeichen. Den Ausgangspunkt dieser Entwicklung bildet die Erfindung der Schreibmaschine im 18. Jh. und ihre Weiterentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert. Sie hatte urspr. ca. 30 Tasten für die Darlegung der alphanumerischen Zeichen und einiger Sonderzeichen. Im späten 19. Jh. wurde die Zeichenzahl erheblich erhöht (ca. 50 Tasten). Die Ausw…

Tastbare Karten

(6 words)

Siehe Taktile Karten

Tastlesen

(476 words)

Author(s): R. F. V. Witte
ersetzt das optische Erkennen eindimensionaler, gegenständlicher graphischer Information durch haptisches Erfassen taktiler Medien mittels des Tastsinnes; sein Organ ist die Haut, bes. die der Hände, Füße und Lippen. Das T. ermöglicht es Blinden Relief-Darstellungen von Schriftzeichen, Symbolen und Graphik zu erkennen. Vibrierende Umrisse (Optacon), thermische und elektrische Informationen (unterschiedliche Wärme- bzw. Strom-Impulse) können ebenso über das T. interpretiert werden, wie verschiede…

Tate, John

(57 words)

Author(s): G. Brinkhus
† 1507, gilt als der erste Papiermacher in England. Papiere aus der von ihm in der Nähe von Hert-ford eingerichteten Papiermühle sind seit 1494 anhand der Wasserzeichen sicher nachweisbar. G. Brinkhus Bibliography Renker, A.: Das Buch vom Papier. Leipzig 1936, S. 46 Hills, R. H.: Papermaking in Britain 1488–1988. London 1988, S. 9 bis 12

Tatler, The

(116 words)

Author(s): H. Bohrmann
die bedeutendste «moralische Wochenschrift» Englands (1709–1711 von Richard Steele und Joseph Addison hrsg.), die nicht nur dort stilbildend wurde und zahlreiche Nachahmer im englischsprachigen Be-reich (auch Nordamerikas) und allen europäischen Spra-chen fand. Der T. verband liter. und unterhaltende Qualitäten mit journalistischer Nachrichtenübermittlung. In der Kombination ließen sich z. Zt. der aufblühenden bürgerlichen Öffentlichkeit hohe Aufl.en erzielen, da die Inhalte und deren Vermittlung dem bes. auch weiblichen Lesepublikum entgegenkamen. H. Bohrmann Bib…

Tatsachenbericht

(89 words)

Author(s): H. Bohrmann
ist eine journalistische Beitragsform bes. in der Illustrierten, aber auch in der Boulevardpresse, die meist als Fortsetzungsgesch. ein Mixtum aus Reportage (recherchierten Tatsachen) und fiktionalen Elementen darstellt. Wichtigstes Darstellungsmittel ist die Personalisierung von Sachverhalten. In den 1950er und 1960er Jahren haben illustrierte Zss. (Stern, Quick), aber auch Rundfunkprogrammzss. (HörZu) vielfach die jüngste Zeitgesch. als T. aufbereitet. Aber auch Kriminalfälle, Spionageberichte u. ä. werden als T.e dargeboten. H. Bohrmann Bibliography Knittel, H…

Tatsächlich verbreitete Auflage

(65 words)

Author(s): H. Bohrmann
ist bei Druckmedien eine der wichtigsten Kennzeichnungen, aus denen Anzeigenkunden den potenziellen Leserkreis im Vergleich mit konkurrierenden Angeboten abgleichen können. Die T. ist größer als die verkaufte Aufl., aber kleiner als die Druckauflage. In sie werden die verkauften Stücke (Abonnement- und Einzelverkauf), aber auch die zu Werbezwecken (etwa bei Messen) gratis abgegebenen Exemplare eingerechnet. H. Bohrmann Bibliography IVW-Auflagenmeldungen. Bad Godesberg 1950 ff

Täubel, Christian Gottlob

(86 words)

Author(s): P. Neumann
* 1750 in Buchholz/Sachsen, † 1813 (?) in Wien, dt. Drucker und Fachschriftsteller, seit 1781 in Halle und Leipzig, 1791 in Wien vor allem im Musiknotendruck tätig. Er schrieb: Orthographisches Handb. der Buchdruckerkunst, Halle 1785 (ND Darmstadt 1984); Praktisches Handb. der Buchdruckerkunst für Anfänger, o. O. 1791 (ND Darmstadt 1982); Allgemeines theoretisch-praktisches Wb. der Buchdruckerkunst und Schriftgießerei, Wien 1805–09; Neues theoretisch-practisches Lehrbuch der Buchdruckerkunst, Wien 1810 (ND Darmstadt 1984). P. Neumann Bibliography Boghardt, M. / Wilkes,…

Taube, Mortimer

(137 words)

Author(s): G. Gabel
* 6. 12. 1910, † 3. 9. 1965, amer. Informationswissenschaftler und Bibliothekar, studierte an den Univ.en Chicago, Harvard und California und erwarb 1936 das Bibl.diplom. Anschließend arbeitete er in den UB von Oakland, Rutgers, Duke und wirkte 1944 bis 1949 an der Library of Congress und 1949–1952 bei der Atomic Energy Commission. 1952 gründete T. die Firma Documentations Inc., die auf dem Gebiet der Informationstechnologie tätig war. Das Unternehmen erhielt vornehmlich Aufgaben von Regierungss…

Tauber, Maurice Falcom

(228 words)

Author(s): G. Gabel
* 14. 2. 1908 in Norfolk, Virginia, † 21. 9. 1980 in New York, amer. Bibliothekar, studierte an der Temple University und wurde dort 1931 Mitarbeiter in der UB. 1934 erhielt er das Bibl.diplom von der Columbia University, 1941 schloß er seine Studien an der Univ. Chicago mit dem Doktor in Bibl.wissenschaft ab. Anschließend war er als Hochschullehrer und Mitarbeiter an der UB Chicago tätig. 1944 wechselte er als Professor für Bibl.wissenschaft an die Columbia University. Bekannt wurde T. für sein…

Tauber’sche Buchhandlung

(153 words)

Author(s): K. Gutzmer
in Nürnberg, gegr. 1639 von Johann Tauber (1608–1664) als Buchhandlung und Verlag. Nach dem Tod seines Sohnes und Nachfolgers Johann Daniel T. (1641–1716) übernahm Friedrich Roth-Scholtz die Leitung, der 1720 T.s Tochter Anna Maria heiratete und neuer Inhaber wurde. Schwetschkes Codex Nundiarius weist nach, daß T. 1657–1737 die Leipziger Messe besuchte und bis 1710 204 Neuerscheinungen anzeigte. 1711–1715 wurden keine Bücher angegeben, die nur nach Leipzig und nicht nach Frankfurt gekommen waren…

Taubstummenalphabet

(4 words)

Siehe Gebärdensprache

Tauchnitz, Bernhard

(195 words)

Author(s): H. Wendland
* 25. 8. 1816 in Schleinitz bei Naumburg, † 13. 8. 1895 in Trattlau (Oberlausitz). Der Neffe des Karl Christoph Traugott T. gründete 1837 ebenfalls eine Verlagsbuchhandlung und Druckerei mit Stereotypie. Mit seiner durch große Korrektheit edierten «Collection of British Authors», in der 1884 der Bd. 2228 erschien, fand T. große Beachtung und erwarb damit ein großes Vermögen. Über 800 Tsd. Stereodruckplatten lagerten in seinem Magazin. Bereits 1837 erwarb T. von Koenig & Bauer die erste Schnellpr…

Tauchnitz, Carl Christian Philipp

(85 words)

Author(s): H. Wendland
* 4. 3. 1798 in Leipzig, † 16. 4. 1884 ebd., Verlagsbuchhändler und Buchdrucker. Der Sohn des Karl Christoph Traugott T. verspürte weniger Talent und Neigung, das Druckund Verlagsgeschäft mit Erfolg weiterzuführen, so daß die Schriftgießerei mit ihren dt., lat. und orientalischen Schriften um 1870 an W. Drugulin verkauft wurden. Druckerei und Verlagsbuchhandlung wurden später ebenfalls abgestoßen. T. setzte die Stadt Leipzig zu seinem Universalerben ein. H. Wendland Bibliography Heichen, P: Taschenlexikon der hervorragenden Buchdrucker und Buchhändler. Leipzig 188…

Tauchnitz, Karl Christoph Traugott

(159 words)

Author(s): H. Wendland
* 29. 10. 1761 in Großspardau bei Grimma, † 14. 1. 1836 in Leipzig, erlernte in Leipzig und Berlin bei J. F. Unger die Buchdruckerkunst. Zurückgekehrt nach Leipzig, gründete T. dort 1797 eine Buchdruckerei. Um 1800 erweiterte er seinen Betrieb mit der Gründung einer Schriftgießerei. T. beeinflußte mit der Qualität seiner dt. und lat. Schriften die zeitgenössische Typographie erfolgreich, er gab auch viele orientalische Schriften heraus. In seinem Verlag ersch. seit 1808 Ausg.en griech. und röm. …

Tauenpapier

(45 words)

Author(s): P. Neumann
auch Manilapapier gen., ein holzfreies bis holzhaltiges, scharf satiniertes und zähes Papier von braungelblicher Färbung und mit einem Gewicht von 80 bis 140 g / qm für die Herstellung von Versandtaschen. P. Neumann Bibliography Keim, K.: Das Papier. 2. Aufl. Stuttgart 1956, S. 342.

Taufbuch (Taufmatrikel)

(119 words)

Author(s): A. Landersdorfer
in der katholischen Kirche seit dem Konzil von Trient (1545–1563) verbindlich vorgeschrieben, enthält gemäß c. 535 § 2 CIC (Corpus Iuris Canonici) alle «den kanonischen Personenstand der Gläubigen» betreffenden Daten, also neben Taufe auch Fir-mung, Eheschließung, Adoption, Empfang der Weihe, Ablegung der ewigen Gelübde und Rituswechsel. In den dt. Kirchen der Reformation wird die Führung von T.ern bislang uneinheitlich gehandhabt; jedoch existiert mittlerweile eine entsprechende Richtlinie der …

Taufpfennig

(4 words)

Siehe Buchdruckersitten

Tau, Max

(145 words)

Author(s): T. Nielsen
* 19. 1. 1897 in Beuthen, † 13. 3. 1976 in Oslo, dt. Schriftsteller und Verlagslektor. T. war 1928 bis 1938 Lektor im Verlag Bruno Cassirer und ging 1938 wegen seiner jüdischen Herkunft ins Exil nach Norwegen (1943–1945 in Schweden); wieder in Oslo, wurde er Verlagslektor bei Tanum, von 1956 an bei Aschehoug. T. leistete Bedeutendes als liter. Vermittler und war ein engagierter Vorkämpfer für Humanität und Frieden; als erster erhielt er 1950 den Friedenspreis des dt. Buchhandels. Sein Lebenslauf…

Tauromachien

(161 words)

Author(s): K. Wagner †
zusammenfassende Bez. für die gesamte Lit. über den Stierkampf, die bes. in Spanien und einigen südamer. Ländern ein geschlossenes bibliophiles Sammelgebiet darstellt. Die Blütezeit dieser Lit. liegt im 19. Jh. Nachdem Antonio Carnicero bereits 1790 eine Reihe von Stichen herausgegeben hatte, folgte 1815 die «Tauromaquia» Francisco de Goyas mit 33 Bl., zu denen weitere sieben in der 3. Aufl. von 1876 kommen. Im 20. Jh. schuf Pablo a Picasso eine Reihe von Kupferstichen zu diesem Thema. Der bedeu…
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