Lexikon des gesamten Buchwesens Online

Get access Subject: History
Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

More information brill.com

Talmud (hebr. Lernen, Lehre)

(174 words)

Author(s): E. Tönges
Sammelwerk des rabbinischen Judentums. Die jüdische Auslegung der Tora wurde im 2. Jh. n. Chr. kodifiziert (Mischna). In der Mischna ist das Material in sechs Ordnungen nach folgenden Gesichtspunkten zusammengefaßt: 1. Saaten (Ackerbaugesetzte), 2. Fest (Festzeiten), 3. Frauen (Eheund Familienrecht), 4. Beschädigungen (Zivil- und Strafrecht), 5. Opfer (Opferwesen, Kultgesetze) und 6. Rein-heit (Reinheitsgesetz). Im 3.–5. Jh. fügten die Rabbiner neue Entscheidungen hinzu. Sie werden Gemara (Zufüg…

T (als Initiale)

(6 words)

Siehe Te-igitur-Initiale

Tamil-Schrift

(143 words)

Author(s): G. Grönbold
In Tamil-Sprache ist die älteste Lit. der Draviden Südindiens abgefaßt. Die Herkunft ihrer Schrift ist noch nicht ganz aufgehellt. Sie stammt wohl vom süd-lichen Zweig der Brahmi-Schrift ab, unter starkem Einfluß der älteren Grantha-Schrift. Sie hat nicht so ausgeprägt runde Formen wie die anderen Schriften auf Palm-blatt; obgleich bis ins 20. Jh. Palmblätter als Beschreibstoff Verwendung fanden. Die früheste Inschrift stammt von 740 n. Chr. Entsprechend dem Lautstand der Tamil-Sprache fehlen im Ver-gleich zu anderen indischen Schriften verschiedene Z…

Tampa

(173 words)

Author(s): G. Gabel
Stadt in Florida mit ca. 280 Tsd. Einwohnern. Der Ort besitzt ca. 30 Buchhandlungen und Antiquariate. UB. 1. University of Tampa. Gegr. 1931 als College und 1933 in eine Univ. in privater Trägerschaft umgewandelt. Die UB bietet ihren Benutzern einen Lit.be-stand von ca. 185 Tsd. Bdn. und 160 Tsd. Mikroformen an. 2. University of South Florida. Die 1956 gegr. Univ. ist Teil der staatlichen Multi-Campus-Univ. mit fünf weiteren Zweigstellen im Bundesstaat Florida. Seit 1961 besteht dort eine Bibl.schule. Bestand der UB ca. 1,6 Mio. Bde., 3,9 Mio. M…

Tampondruck

(54 words)

Author(s): C. Reske
ist ein indirektes Tiefdruckverfahren, bei dem das Druckmotiv von einer eingefärbten Druck-form mittels eines Zwischenträgers (Tampon) auf den Bedruckstoff gebracht wird, der üblicherweise eine ungewöhnliche Geometrie besitzt (z. B. bei Verpackungen). C. Reske Bibliography Liebau, D. / Weschke, H.: Polygraph Fachlexikon der Druckindustrie und Kommunikationstechnik. Frankfurt a. M. / Bielefeld 1997, S. 490.

Tamponierverfahren

(113 words)

Author(s): H. Wendland
ist eine ältere Bezeichnung für die Herstellung mehrfarbiger Kupferstiche und Schabkunstblätter, die von einer einzigen Platte abgezogen werden. Die gestochene oder geätzte Platte wurde vollkommen mit Tampons (dollies oder poupées) in verschiedenen Farben ausgemalt, deshalb waren die Vorarbeiten für jeden Abzug langwierig und kompliziert. Da sich die einzelnen Abzüge oft stark unterschieden, ist das T. im Ergebnis eher der Monotypie vergleichbar, die ebenfalls nur einen Abzug erbringt. Das T. ka…

Tangieren

(39 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
durch die Möglichkeit des Einkopierens längst überholte Technik, Rastertöne auf Hoch- und Flachdruckplatten zu erzeugen. Tangiermanier C. W. Gerhardt Bibliography Krüger, O.: Die Illustrations-Verfahren. 2. Aufl. Leipzig 1929 Walenski, W.: Wb. Druck + Papier. Frankfurt a. M. 1994.

Tangiermanier

(99 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
heißt die in der Vergangenheit praktizierte Technik des Tangierens. Zu diesem Zweck dienten die Tangierplatten (auch «Tangierfelle»); das waren in einen Holzrahmen gespannte harte Gelatinefolien. Diese Folien trugen in Form von Erhöhungen oder Vertiefungen, die man ihnen durch Prägen oder durch Guß in einer Form verliehen hatte, das gewünschte Muster. Sie wurden auf der erhabenen Seite mit Umdruckfarbe eingewalzt, mit der Bildseite auf die Druckplatte gelegt und von der Rückseite her mit einer weichen Walze abgerieben. C. W. Gerhardt Bibliography Krüger, O.: Die Illustration…

Tanjé, Pieter

(99 words)

Author(s): H. Wendland
* 15. 2. 1706 in Bolsward (Friesland), † Juni 1761 in Amsterdam. Graveur, Kupferstecher. T. erhielt eine Ausbildung zum Graveur kupferner Tabakdosen. Seine frühesten Kupferstiche sind 1726 datiert. Er arbeitete meist nach fremden Vorlagen und schuf besonders vorteilhafte und elegante Porträts. Daneben entstanden Sittenbilder nach Cornelis Troost, Buchillustrationen nach Dubourg zu Racines Werken (Amsterdam 1743), zu Rabelais’ Werken (Amsterdam 1741) sowie Titelblätter und Titelvignetten, meist nach franz. Vorbildern. Pieter Tanjé. Bibelillustration «Vertreibung…

Tannengesellschaft

(94 words)

Author(s): W. Harms
Die «Aufrichtige Gesellschaft von der Tannen» war im 17. Jh. die wichtigste, vor allem durch weltliche und geistliche Lit. wirksame dt. Sprachges. im Elsaß. Um die Autoren Johann Matthias Schneuber und Jesaias Rompler von Löwenhalt stand die T. neben- und nacheinander späthumanistischen Positionen Matthias Berneggers und der Straßburger Reformorthodoxie Johann Schmidts wie auch der lutherischen Orthodoxie nahe. Die Arbeit an der dt. Sprache war bes. im Werk Romplers Teil einer umfassenden Kultur-, Bildungs- und Gesellschaftskritik. W. Harms Bibliography Bopp, M.: Die «T.»:…

Tanner, Thomas

(265 words)

Author(s): A. Rabeler
* 25. 1. 1674 in Market Lavington, Wiltshire, † 14. 12. 1735 in Oxford, engl. Theologe und Büchersammler. T., der älteste Sohn des Vikars Thomas Tanner (1640?-1717) und seiner ersten Frau Sarah Willoughby († 1711), stieg nach dem Studium der Theologie in Oxford (ab 1689) bis zum Bischof von St. Asaph (1732) auf. 1701 heiratete er Rose Moore, Tochter des bedeutenden Büchersammlers John Moore, der die Qualität von T.s Slg. nachhaltig beeinflußte. T. sammelte Bücher als Arbeitsgrundlage für seine k…

Tannhausen (in Schwaben)

(146 words)

Author(s): A. K. Offenberg
erhielt um 1593 eine hebräische Druckerei; sie wurde von Stephan Schurman und Peter Geisler geleitet und gab 1593–1594 ein Machsor (Festtag-Gebetbuch) nach aschkenasischem Ritus heraus, das unvollst. geblieben ist, weil fast die ganze Aufl. mit allen Druckmaterialien vor Beendigung des Drucks von den Einwohnern Thannhausens vernichtet wurde. Nur wenige Ex. sind erhalten. 1594 erschien eine Ausg. der Sulatot (synagogale Poesie zwischen Pessach und Schawuot / Wochenfest). Die Herstellung der beiden Veröff. übernahmen Isaak und Simon Levi Ginzburg. A. K. Offenberg Bibliography…

Tansania

(221 words)

Author(s): I.-D. Wolcke-Renk †
(Jamhuri ya Muungano wa Tanzania / United Republic of Tanzania), Staat in Ostafrika am Indischen Ozean. Auf 945.087 km2 lebten 1996 ca. 30,6 Mio. Einwohner (ca. 32,4 Einwohner/km2). Offizielle Hauptstadt ist Dodoma, Regierungssitz Daressalam. Amtssprache ist Kisuaheli, daneben Englisch. Seit 1967 besteht eine siebenjährige Schulpflicht, die Analphabetenrate betrug bei Erwachsenen 1995 etwa 32 Prozent. Die ältesten Bücher T.s sind arab. Hss. aus dem 16. Jahrhundert. Die frühesten Druckwerke stammen von Missionshäusern. Gegenwärtig gibt es 20 Verlage…

Tantieme

(53 words)

Author(s): L. Delp
(franz.) Umsatz- oder Gewinnbeteiligung, meist an den Erträgen von Werken, z. B. als Vergütung für den Urheber aus der Veröff. seines Werkes durch einen Verlag (Verlagsvertrag), aber auch als Lizenzgebühr zugunsten des Lizenzgebers für die Gewährung einer Lizenz. Die Höhe der T. richtet sich nach der getroffenen Vereinbarung. Honorar L. Delp

Tantras

(121 words)

Author(s): G. Grönbold
bilden eine eigene Gruppe in der Sanskritlit. und enthalten die Lehren des Tantrismus, der seit etwa der Mitte des 1. Jh.s n. Chr. in Indien faßbar ist. Er propagiert magische Mittel, um die Erlösung zu erlangen. Seine Wurzeln sind wohl vorindogermanisch. Er tritt bes. im Hinduismus, aber auch im Buddhismus (als Vajrayāna) auf, weniger im Jainismus. Allen gemeinsam ist der Glaube an die Kraft der Mantras (magische Silben), Mudrās (Handhaltungen), und äu-ßere wie innere Riten. In sog. linkshändigen T. kommen auch sexuelle Praktiken vor. G. Grönbold Bibliography Banerji, S. C.: A brie…

Tanttu, Erkki

(66 words)

Author(s): T. Nielsen
* 3. 10. 1907 in Viipuri, † 5. 5. 1985 in Helsinki, finn. Zeichner, vielfach als Illustrator tätig, u. a. zu Werken von Aleksis Kivi, Hans Christian Andersen und Hj. Nortamo. Sein Stil ist realistisch, bewegt, mit Anstrich von Humor. T. war ebenso ein hervorragender Holzschneider; er hat zahlreiche Exlibris entworfen. T. Nielsen Bibliography Tanttu, J.: Isä piirtää. Kuvia Erkki Tantun elämästä. Helsinki 1990.

Tanum, Johan Grundt

(124 words)

Author(s): T. Nielsen
* 12. 4. 1891 in Kristiania (Oslo), † 25. 2. 1978 ebd., norw. Buchhändler und Verleger. Er übernahm 1928 in eigenem Namen das Sortiment von Aschehoug und erwarb 1965 die Buchhandlung Cammermeyer, die in der Firma T. völlig aufgegangen ist. Seine Buchhandlung nimmt in Oslo einen hervorragenden Platz ein. T., der 1939–1946 Vorsitzender des norwegischen Buchhändlervereins war, gab 1945 die Programmschrift «En bedre bokhandel» heraus; posthum erschien seine Erinnerung «Søndagsbarn?» (1978). Tanzschrift. Abbildung aus: Kurt Peters: Lexikon der klassischen Tanztechnik. …

Tanzschrift

(292 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine Festlegung von Tanzschritten und -haltungen durch spezielle schriftliche oder bildliche Darstellungsformen. Neben dem Begriff T. sind auch andere Bezeichnungen verbreitet, etwa Choreographie, Kinesographie, Motographie, Orchesographie, Rhythmographik, Scoreographie, Semesiographie, Stenochoreographie, Terpsichographie sowie die dt.sprachigen Begriffe Tanzschreibkunst, Tanzkurzschrift und Bewegungsschrift, schließlich auch Bezeichnungen, die auf die Namen ihrer Schöpfer zurückgehen, etwa…

Tapeten

(84 words)

Author(s): H. Bansa
sind eine Wandverkleidung in erster Linie aus Papier, aus Leder und auch aus Gewebe. Manche T. aus Papier, sowohl historische als auch moderne, und zwar solche, welche die spezifischen Papiereigenschaften wie Dicke, Flexibilität, Oberflächenstruktur bewahren, können als Buntpapiere verstanden werden, die für den genannten speziellen Zweck bestimmt sind, aber auch für andere, z. B. als Bezugs- oder Vorsatzpapier für den Bucheinband verwendet werden. H. Bansa Bibliography Die Tapete. Hrsg. von F. Teynac usw. München 1982 Hoskins, L.: Then papered wall. New York 1994.

Tardieu

(308 words)

Author(s): A. Labarre †
Pariser Kupferstecherfamilie (17.–19. Jh.). 1. Nicolas-Henri T. (* 18. 1. 1674, † 27. 1. 1749), Schüler von Jean Audran (1667–1756), wurde 1721 in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen. Er arbeitete für das «Cabinet» des Kunstsammlers Joseph Antoine Crozat (1696–1740), die «Galerie de Versailles» und ähnliche Werke. Er zeichnete sich als Stecher von Reproduktionen der Gemälde des Jean Antoine Watteau (1684 bis 1721) aus und widmete sich auch den Werken der alten Meister sowie denen von Charles LeBrun (1619–1642), Antoine Coypel (1661–1722) und Nicolas Lancret (1690 bis 1743). 2.…
▲   Back to top   ▲