Lexikon des gesamten Buchwesens Online

Purchase Access
Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

More information brill.com

Targum (aramäisch «Übersetzung»)

(149 words)

Author(s): E. Zwink
plural Targumim; die teilweise paraphrasierenden, zum mündlichen Vortrag in der Synagoge in verschiedenen Versionen entstandenen aramäischen Übers.en des hebräischen Grundtextes 1. der Tora (Pentateuch), 2. der Propheten und 3. der Poetischen Bücher (Hagiographen) ohne Dan, Esra und Neh. Das Aramäische setzte sich im nachexilischen Judentum Palästinas und Babyloniens als Umgangssprache durch und verlangte volkssprachige Übersetzungen. Die spätere Schriftform erhielt quasi-kanonische Bedeutung un…

Tarif

(264 words)

Author(s): P. Neumann | L. Delp | G. Pflug
1. der Buchdrucker In Deutschland kam 1848 ein erstes Tarifabkommen über wöchentliche Lohnzahlung, Arbeitszeit und Lehrlingsausbildung zustande, 1852 wurde durch ein Innungsstatut der Leipziger Druckereibesitzer ein Akkordtarif festgesetzt. 1873 vereinbarten die Arbeitgeber im Dt. Buchdruckerverein und die Arbeitnehmer im Dt. Buchdruckerverband einen Akkordlohn für Setzer, Mindestlöhne und Zuschläge, Arbeits- und Pausenzeiten sowie ein Schiedsgericht (1886 revidiert). Ortszuschläge wurden 1878 fest…

Tarnschriften

(182 words)

Author(s): H. Kieser
gehören zur Gattung der Propaganda-schriften im weiteren Sinn. Sie verschleiern ihren Inhalt durch irreführende Verfasser- und Titelangaben sowie einen fingierten Erscheinungsvermerk. Gelegentlich werden dem eigentlichen Text Seiten unverfänglichen Inhalts vorangestellt. Eine Spielart der T. sind solche, die existierende Veröff.en als Deckmantel benutzen und / oder sogar eine bekannte Einbandgestaltung übernehmen (z. B. Reclams Universal-Bibliothek). Im allg. haben T. wegen der Art ihrer Verbrei…

Tarragona

(277 words)

Author(s): K. Wagner †
Hauptstadt der gleichnamigen span. Provinz. 1. Buchdruck Im 15. Jh. waren in T. vorübergehend nur zwei Druckereien in Betrieb. 1484 gab Nikolaus Spindeler den «Manipulus curatorum» (Haebler 454), ein «Breviarium Tarraconense» (GW 5473) und 1485 möglicherweise den «Llibre de les dones» des Francesc Eiximenis heraus. Gegen Ende des Jh.s druckte Johann Rosembach vor allem liturgische Bücher für die Kathedrale, so 1498 die «Aurea expositio hymnorum» (Haebler, K.: Bibliografia iberica del siglo 15. München …

Tartessische Schrift

(329 words)

Author(s): H. Buske
verschiedentlich auch turdetanische gen., hat ihren Namen nach Tartessos, antiken Quellen zufolge der Name für eine Stadt, ein Land oder den Fluß Baetis, heute Guadalquivir. Die Fundorte der tartessischen Inschriften sind geographisch recht klar ab-gegrenzt und liegen hauptsächlich im westlichen Gebiet der Algarve (Portugal) und in Andalusien im Südwesten Spaniens. Die T. wird durchweg übereinstimmend der Zeit zwischen dem 7. und 5. Jh. v. Chr. zugeordnet. Sie gehört mit der nordostiberischen un…

Tarto maa rahwa Näddali-Leht

(210 words)

Author(s): P. Kaegbein
erste Ztg. estnischer Sprache, ersch. 1806 mit 43 Nr. in Tartu (Dorpat). Dieses «Wochenblatt für das Dorpater Landvolk» war an die damals noch leibeigenen estnischen Bauern gerichtet. Es wurde in der Druckerei von J. M. G. Grenzius hergestellt. Jede vierseitige Ausg. war durch einen Holzschnitt mit strohbedecktem Riegenhaus, Ziehbrunnen und Hakenpflug sowie einer Kirche im Hintergrund geschmückt. Hrsg. waren die volkstümlich gesinnten Pastoren Gustav Adolph Oldekop (1755–1838) und Johann Philipp…

Tartu

(2,063 words)

Author(s): P. Kaegbein
(deutsch Dorpat) ma. Hanse- und spätere Univ.stadt in Alt-Livland, seit 1558 mehrfach kürzere oder längere Zeit unter russ., poln. oder schwed. Herr-schaft, seit 1918 zu Estland gehörend. 1. Buchdruck Vor der Einrichtung der ersten DrukkereiinT. 1631 / 32 wurden die in der Stadt für kirchliche und Unterrichtszwecke benötigten Bücher anderswo gedruckt, die ersten reformatorischen Katechismen in estnischer und lettischer Sprache 1525 vermutlich in Wittenberg. Von ihnen existiert kein Ex. mehr. Ein weiterer estnischer Katechis…

Taschenausgabe

(437 words)

Author(s): K. Gutzmer
ist ein Sammelbegriff für Bücher handlichen Formats, der aber nicht Synonym für Taschenbuch ist. Auf dem Buchmarkt kommen T.n häufig vor bei Kalendern, Andachtsbüchern, Bibeln, Wb., Sprach- und Reiseführern, Ratgebern, Bestimmungsbüchern usw., mitunter in flexiblen Ledereinbänden. Bücher im Taschenformat erfreuten sich schon früh großer Beliebtheit. Der Druckerverleger Aldus Manutius brachte ab 1501 lat. und griech. Klassiker in Kleinoktav heraus. Ihm folgten die Elzevier und Didot. Ihre Ausg.en…

Taschenbuch

(2,086 words)

Author(s): K. Gutzmer
ist eine vieldeutige Bezeichnung, heute jedoch wird als T. ein kleinformatiges, meist preiswertes Buch mit flexiblem Einband bezeichnet. Allein schon die vielfach synonym gebrauchten Begriffe Almanach und Kalender gebieten eine Sonderbehandlung. 1. Geschichtliche Entwicklung Als Titelbegriff begegnet das Wort «Taschenbuch» schon im 16. Jh., als Johann a Otmar und Hans a Schönsperger d. J. 1510 bis 1520 vier Ausg.en u. d. T. herausbrachten (VD 16 T 198.201): Taschenbüchlin Auß einem Closter in dem Riess kompt dises Taschenbüchlein suess das der Mensch sol bey jm …

Taschenbuchausgabe

(20 words)

Taschenbuch Taschenbuch. Umschlag von Celestino Piatti zu Heinrich Böll: Irisches Tagebuch. dtv Nr. 1. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1961.

Taschenbucheinband

(88 words)

Author(s): G. Brinkhus
Taschenbücher werden in der Regel in Klebebindung hergestellt und haben einen leichten, flexiblen Einband aus Karton, meistens mit einer schmutzabweisenden Oberfläche versehen, der am Rücken fest mit dem Buchblock verklebt ist. Die Bde. einer Taschenbuchreihe werden nach einem einheitlichen graphischen Konzept gestaltet und heben in der Regel das individuelle Bild eines Verlags hervor, wobei das Verlagssignet eine wesentliche Rolle spielt. Paperback und wiss. Taschenbuch geben bei der Gestaltung des Einbands der sachlich präzisen Information den Vorzug. G. Brinkhus Biblio…

Taschenbuchformat

(37 words)

Author(s): Ch. Reske
Abmessung eines Taschenbuches in Breite und Höhe. Das T. gehört zu den kleineren Formaten und überschreitet selten die Größe Oktav. Ch. Reske Bibliography Rehm, M.: Lexikon – Buch, Bibliothek, Neue Medien. Mün-chen usw. 1991, S. 262–263

Taschenbuchladen

(171 words)

Author(s): K. Gutzmer
nennt man eine Sortimentsbuchhandlung, die sich ausschließlich oder hauptsächlich mit dem Verkauf von Taschenbüchern befaßt. Das Zunehmen der Taschenbuchproduktion hatte zur Folge, daß seit den 1960er Jahren die Taschenbücher häufig aus dem Sortimentslager ausgegliedert und in einer gesonderten Taschenbuchabt. angeboten wurden, der im allg. eine ei-gene Warengruppe zugeteilt wurde. Dies erforderte meist wenig Aufwand, da sich Taschenbücher auf Grund ihrer Ausstattung und Akzeptanz gut zum Selbst…

Taschenbuch-Originalausgabe

(140 words)

Author(s): K. Gutzmer
Der Begriff ist ein wenig präziser Hinweis darauf, daß es sich um die Erstveröff. eines Werkes handelt, dessen Rechte der Taschenbuch-Verlag direkt vom oder von dessen Beauftragten erworben hat. Bei Taschenbuchverlagen, die vorwiegend Sachbücher, konfessionelle Lit., Kinderbücher, Ratgeber o. ä. produzieren, ist der Anteil der Originalausg. verhältnismäßig hoch. Die für Übers., Herstellung, Werbung und Vertrieb anfallenden Kosten sind erheblich höher als bei den üblichen Lizenzausg.en, aber ande…

Taschenbuchrecht

(68 words)

Author(s): L. Delp
bes. Befugnis eines Verlages, neben oder anstelle der Herausgabe einer üblichen Ausg. das gleiche Werk in der von der Originalausg. unterschiedli-chen Gestaltung als Taschenbuch erscheinen zu lassen. Dieses verlagsrechtliche Nebenrecht kann auch (etwa vom Original-Verlag oder vom Autor) gesondert an Dritte (z. B. an einen Taschenbuchverlag) vergeben werden. Die Taschenbuch-Lizenz ist als selbständige urheberrechtliche Nutzungsart – ähnlich einer Buchgemeinschaftslizenz – obergerichtlich in Deutschland anerkannt. L. Delp

Taschenwörterbuch

(230 words)

Author(s): H. Buske
handliches, kompaktes Wb. im Taschenformat, alphabetisch nach Begriffen geordnet und alle Gebiete der Unterhaltung, Bildung, Konversation, des Wissens betreffend oder als fachliches Nachschlagewerk dienend. Mit der Bez. T. wird nur das Format ausgedrückt. T.er sind hervorgegangen aus den kleinformatigen Almanachen und Taschenbüchern des 18. Jahrhunderts. In gleichen Formaten tauchen um 1800 die ersten Wb. mit der Bez. T. auf wie «Italiän.-dt. und dt.-italiän. T.», Stuttgart 1793–94, oder J. Chr.…

Taschkent

(347 words)

Author(s): H. Röhling
ist seit 1930 die Hauptstadt Usbekistans und sein wirtschaftlich-industrieller, kultureller und Verkehrsmittelpunkt. Erstmals im 1. Jh. n. Chr. erwähnt, stand es im 8. Jh. unter arab., im 14./ 15. Jh. unter Timurs Herr-schaft, wurde 1865 russ., seit 1867 Sitz des Generalgouvernements von Turkestan, 1919–1924 Hauptstadt der ASSR Turkestan. Die Gründung der Univ. erfolgte 1918, 1943 die der Akademie der Wissenschaften. In T. wirken 24 Fachschulen, 9 Theater und 6 Museen. Das 1973 gegr. und 1974 eröffnete Kulturinstitut sorgt auch für die Ausbil…

Taschner, Ignatius

(89 words)

Author(s): H. Wendland
* 9. 4. 1871 in Lohr am Main, † 25. 11. 1913 in Mitterndorf bei Dachau, Bildhauer, Zeichner und Buchillustrator, Schüler der Münchner Akademie, tätig in München, Breslau und Berlin. T. war außerordentlich vielseitig und hat neben Plastiken, Brunnen, Statuen, Möbel, Tapeten, Ofenkacheln, Kirchenfen-stern, Beleuchtungskörpern auch Buchill. entworfen, so zu Ludwig Thoma «Der heilige Hies», zu Grimms Mächen und Musäs «Nymphe des Brunnens» (Gerlachs Jugendbüherei). Tastatur des Tasters einer Monotype-Bleisatzmaschine, auf der drei komplette Alphabete Platz haben. Um 1950. H. We…

Tassis, S. Auguste

(51 words)

Author(s): G. Pflug
(19. Jh.), franz. Typograph, der als einer der ersten Regeln für die Korrektur eines Drucksatzes veröffentlichte. Sein «Guide de correcture» erschien 1852 in Paris und erlebte bis 1876 sieben Aufl.en, sein «Traité pratique de la ponctuation» folgte 1859 und erschien bis 1882 in vier Auflagen. G. Pflug
▲   Back to top   ▲