Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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L

(114 words)

Author(s): B. Bischoff †
der elfte Buchstabe des lat. Alphabets. Er entsprach der wahrscheinlich von den Etruskern vermittelten west–griech. Form des Lambda, die aus einem geraden Schaft und einem kürzeren schrägen, nach oben gerichteten Strich am unteren Ende bestand. Die klassische lat. Form des L mit einem vollen rechten Winkel blieb für die Majuskelschriften maßgebend. Die Minuskelform (seit dem 4. Jh.) endete mit einer kleinen Umbiegung auf der Zeile; die Schleife des kleinen 1 der modernen Schreibschriften stammt aus der spätma. Kursive. B. Bischoff † Bibliography Jensen, H.: Die Schrift in Verg…

Laage-Petersen, Holger

(84 words)

Author(s): T. Nielsen
* 28. 5. 1885 in Viborg, 17. 2. 1949 in Kopenhagen, dän. Büchersammler, Großkaufmann und Handelskammerpräsident. Seine H. C. Andersen–Slg., die er der Kgl. Bibl. Kopenhagen vermachte, ist in gewisser Hinsicht (Widmungsex., Übers.) unübertroffen; mit über 1000 Meistereinbänden von Anker Kyster ist sie auch äußerlich sehr wertvoll. T. Nielsen Bibliography Topsøe–Jensen, H.: Dedikationseksemplarer i den L.–P.ske H. C. Andersen–Sämling. In: Bogvennen Neue Reihe 8. 1953, S. 7—45 Dal, E.: Den L.–P.ske H. C. Andersen–Sämling. In: Fund og Forskning 2. 1955, S. 58—74.

Laakmann

(238 words)

Author(s): P. Kaegbein
baltische Buchdruckerfamilie. Heinrich L. (* 25. 9. 1802 in Lübeck, 2. 6. 1891 in Dorpat) war Buchdrucker und Verleger. Zuerst arbeitete er in Lübeck, Frankfurt am Main und Paris (bei Finnin Didot), dann war L. 1835 — 1844 Leiter der Druckerei Lindfors' Erben in Reval. 1837 gründete er eine Buch– und Steindruckerei in Dorpat, zunächst als Zweigstelle der Revaler Firma, seit 1841 unter seinem Namen. Sie wurde 1846 als erste in Nordliv– und Estland mit einer Schnellpresse sowie später mit einer Bu…

Laarman, Märt

(104 words)

Author(s): P. Kaegbein
* 22. 2. 1896 in Euseküll (Estland), 18. 4. 1979 in Reval, estnischer Maler und Graphiker. 1916—1945 war L. Lehrer für estnische Sprache und Zeichnen in Reval, um 1920 engagierter Vertreter des Kubismus. In der Buchkunst bevorzugte er den Holzschnitt und gestaltete insbes. bibliophile Bücher; u. a. ill. er eine Anthologie von Friedebert Tuglas (1957—1962). P. Kaegbein Bibliography Teeder, I.: Märt Laarman. In: Märt Laarman. Tallinn 1969, S. [2—5] Eesti kunsti ajalugu (Estnische Kunstgesch.). Kd. 1, 2 und 2. Tallinn 1970—1977 Loodus, R.: Märt Laarman raamatu-kunstnikuna (M. L.…

Labanation

(41 words)

Author(s): G. Pflug
(auch Labanotation) ist eine von dem Tänzer und Choreographen Rudolf von Laban (1879—1958) in seinem Werk «Schrifttanz, Methodik und Orthographie» (2 Bde. Leipzig 1928 — 1930) entwickelte Methode zur Aufzeichnung choreographischer Abläufe. G. Pflug Bibliography Hutchinson, A.: Labanotation. London 1972.

La Barre, Nicolas

(118 words)

Author(s): S. Corsten
(de) † 1522 in Paris, franz. Drucker und Buchhändler. L. war gleichermaßen als Verleger und Lohndrücker aktiv. Unter seinem Namen kamen Lehrbücher für den akademischen Unterricht, aber auch volkssprachige Lit. (u.a. ein Totentanz) heraus. Seit Beginn seiner nachweisbaren Tätigkeit (1495) verwendete er verschiedene Signete, welche seine Handelsmarke mit dem Monogramm NB, gehalten von Adam und Eva bzw. zwei Engeln, zeigen. L. betrieb sein Unternehmen in der Pariser Rue St. Jacques «sub coronato lilio». S. Corsten Bibliography Claudin, A.: Histoire de l'imprimerie en France…

Labbé, Philippe

(115 words)

Author(s): W. Grebe
* 10. 7. 1607 in Bourges, † 17. 3. 1667 in Paris, franz. Jesuit und Polyhistor. L. trat mit 16 Jahren in den Jesuitenorden ein und studierte Rhetorik, Philosophie und Theologie. Er verfaßte über 80 Werke, darunter viele zur antiken und franz. Geschichte. Er trat auch als Bibliograph hervor. Seine «Bibliotheca bibliothecarum», Paris 1664, ist die erste selbständig ersch. Bibliographie der Bibliographien. Eine erste Ausarbeitung veröffentlichte er bereits 1653 als Suppl. zu «Nova bibliotheca manuscriptorum librorum». W. Grebe Bibliography Backer, A. de / Sommervogel, C.: Biblioth…

La Bédoyère, Noël–François Henri Huchet, Comte de

(112 words)

Author(s): P. Neumann
* 1782, † 1861, franz. Büchersammler. Der lit. und historisch interessierte Gardeoberst sammelte seit 1810 Schrifttum aller Völker und Zeiten, ließ diese universelle Bibl, jedoch 1837 versteigern, nachdem er aus politischen Gründen 1830 freiwillig den Militärdienst verlassen hatte. Eine neue Slg., bereichert durch Ankäufe gleichgearteter Bibl.en, beschränkte sich auf die Franz. Revolution, Napoleon und die Restaurationszeit, sie enthielt auch Flugschriften und Zeitungen. Die mit kostbaren Einbän…

Laboratory Press

(111 words)

Author(s): F. J. Mosher
Lehrwerkstatt am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh, Pennsylvania, gegr. 1923 und geleitet von Porter Garnett (1871—1951). Die Presse war bestimmt, Studenten des Instituts Buchgestaltung und Drucktechnik zu lehren. Etwa 144 Drucke wurden entworfen und auf einer Handpresse unter Garnetts Leitung gedruckt. Als dieser zurücktrat, stellte die Presse ihre Arbeit ein. Sie wurde 1960———————————————1963 als New Laboratory Press unter der Leitung von Jack Werner Stauffacher neu ins Leben gerufen. F. J. Mosher Bibliography In Tribute to Porter Garnett. In: Carnegie…

Labyrinth Editions

(170 words)

Author(s): F.J. Mosher
ist das Impressum, das von Richard Bigus (*1951), Dichter, Künstler und Drucker von sechs bibliophilen, limitierten Ed. von Gedichten (1977—1989), verwendet wird. Bigus erlernte den Buchdruck unter Jack Stauffacher bei der Cowell Press auf dem Campus der Univ. von Kalifornien (Santa Cruz) und unter William O. Everson bei der Lime Kiln Press. Sein erstes Buch, Pablo Nerudas «Ode to Typography» (Torrance, California 1977), entstand als Abschlußarbeit an der Yale University School of Art. Als Beisp…

Lacarelle, J. J. S.

(9 words)

Siehe La Roche Lacarelle

La Chambre, Jean de

(139 words)

Author(s): A. R. A. Croiset van Uchelen
* um 1600 in Haarlem, † 15. 3·1668, franz. Schul–und Schreibmeister sowie Schriftstecher in Haarlem. L. gab drei Schreibbücher heraus: «Verscheyden geschriften, geschreven ende int koper gesneden door Jean de la Chambre, liefhebber ende beminder der pennen», Haarlem 1638. obl. 4°, Titel mit Porträt von inhoudende verscheijden geschriften. Geschreven door Jean de la Chambre, Francoijsche School Meester binnen de Stadt van Haarlem» 1649. obl. 4°, «Exemplaren op d'Italiaensche manier gheschreven door Jean de la Chambre ... ende int Koope…

Lachmann, Karl

(189 words)

Author(s): G. Lohse
* 4. 3. 1793 in Braunschweig, † 13. 3. 1851 in Berlin; 1818 Professor in Königsberg, 1825 in Berlin. L. gilt neben J. Grimm als der Begründer der Germanistik. Von Haus aus Klassischer Philologe, übertrug er die ihm vertrauten editorischen Prinzipien auf die dt. Literatur. Die Herstellung eines kritischen Textes aus einer Vielzahl von Überlieferungsträgern stand im Zentrum seiner Arbeit. Erst L. hat mit seinen Textausg. die Beschäftigung mit der dt. Lit. des MA auf eine sichere Grundlage gestellt…

Lackeinbände

(138 words)

Author(s): Red.
sind Bucheinbände, deren Deckel mit Lackmalereien geschmückt sind. Die Technik – Miniaturmalereien mit Wasserfarben auf einem mit Lack überzogenen Kreidegrund – ist eine persische Erfindung und dann auf die Türkei und Indien übergegangen. Die Blütezeit der L. ist das 16. und 17. Jh. Dargestellt sind figürliche Szenen, Tierbilder, Jagdszenen; auf türkischen Einbänden wird ein ornamentales Dekor bevorzugt, und die jüngeren indischen L. sind zum größten Teil mit realistischen bunten Blumenarrangeme…

Lackington, James

(172 words)

Author(s): G. P. Jefcoate
* 31. 8. 1746 in Wellington, Somerset, ✝ 22. 11. 1815 in Budleigh, Devon, engl. Buchhändler. Nach der Ausbildung als Schuhmacher ging L. 1773 nach London, wo er eine Buchhandlung gründete. Als überzeugter Methodist spezialisierte sich L. zunächst auf den Verkauf frommer Traktate. Später wurde das Angebot erweitert. Er entwickelte als erster in Großbritannien das gewinnbringende Konzept des Modernen Antiquariats («remaindering»). Sein Motto lautete «small gains do great things». Zus. mit seinem G…

Lack, Lackfarben

(66 words)

Author(s): G. Hiersemann
sind Lösungen von nichtflüchtigen, filmbildenden Stoffen in verdunstenden (organischen) Lösemitteln. Wegen der flüssigen Zubereitung kann L. durch Aufwalzen oder Drucken auf den Werkstoff, etwa bedrucktes Papier oder Pappe, aufgebracht werden, um diesem einen hohen Glanz, verbunden mit Oberflächenschutz, zu geben. Klarl.e sind farblose Lösungen, Lackfarben deren Anreibungen mit Pigmenten (Farbstoffen). Das Lackieren in der Druckverarbeitung erfolgt im allg. auf Lackiermaschinen. DeckfarbenDruckfarbenLasurfarben G. Hiersemann

Lacroix, Paul

(155 words)

Author(s): G. Gabel
* 27. 2. 1806 in Paris, ✝16. 10. 1884 ebd. Bereits als Schüler gab L. eine dreibändige Ausg. der Werke Clément Marots heraus, wenig später trat er als Verf. mehrerer Komödien hervor. Neben Romanen, journalistischen Arbeiten und den Werkausg. franz. Autoren wurde L. durch seine zahlreichen lit. und historischen Studien bekannt. Unter verschiedenen Pseudonymen (P. L. Jacob, Antony Dubourg, Pierre Dufour und bes. Le Bibliophile Jacob) machte er sich als emsiger Bibliograph wie als Bibliophiler eine…

La Croze, Mathurin Veyssière de

(130 words)

Author(s): W. Schochow
* 4. 12. 1661 in Nantes, ✝ 21. 5. 1739 in Berlin. C. gehörte seit 1697 der Kurfürstlichen bzw. Kgl. Bibl, zu Berlin und seit 1701 der Preußischen Akad. d. Wiss. an. Er verwaltete zusätzlich, wohl seit 1718, das Kgl. Medaillen- und Antiquitätenkabinett und lehrte seit 1725 zugleich am Collège français. Der einstige Benediktiner galt seinen Zeitgenossen als Sprachgenie und als «wahres Magazin der Wissenschaften» (so Friedrich der Große); außer den klassischen beherrschte er eine Vielzahl weiterer …

Lactantius, L. Caecilius (in einigen Hss.: Caelius) Firmianus

(623 words)

Author(s): J. Hönscheid
(2. Hälfte 3. Jh. –1. Viertel 4. Jh.) Kirchenvater. Nachrichten über sein Leben verdanken wir fast ausschließlich den Angaben des Hieronymus in «De viris illustribus». Geboren in Nordafrika, wahrscheinlich Schüler des Rhetors Arnobius von Sicca, wurde L. durch den Kaiser Diokletian als Lehrer der lat. Rhetorik in die neue Residenzstadt Nikomedeia berufen, wo er kurz vor oder in der Verfolgungszeit Christ wurde. Hier war er wahrscheinlich Lehrer Konstantins des Großen, der ihn nach 312 zur Erziehung seines ältesten Sohnes nach Gallien, in die Umgebung von oder nach Trier berief. In s…

Lada, Josef

(140 words)

Author(s): M. Bohatcovâ
* 17. 12. 1887 in Hrušice, † 14· 12. 1957 in Prag, tschechischer Maler, berühmt bes. als Buchillustrator. Seine Zeichnungen mit ausdrucksvollen Konturlinien und klaren Farben werden von Kindern wie Erwachsenen sehr geschätzt. Unzählige Varianten seiner Heimatgegend, des mittelböhmischen Dorfes Hrušice mit den Bauten im Volksbarock, belebte er mit dem Alltagsleben seiner Bewohner, manchmal nicht ohne gutmütigen satirischen Humor. Neben vielen Kinderbüchern gelten bes. seine 111. zu Jaroslav Hašeks «Abenteuern des braven Soldaten Švejk» als kongenial. Josef Lada. Illustr…

Ladenbau

(194 words)

Author(s): K. Gutzmer
Bis zur Mitte des 20. Jh.s ließ der Buchhändler seine Geschäftseinrichtung durchweg vom Hausschreiner anfertigen, mit dem er zuvor vielleicht einige neu eingerichtete Sortimente in erreichbarer Nähe besichtigt und mit den Kollegen die vor– und Nachteile ihrer Einrichtung besprochen hatte. Inzwischen hat sich die Erkenntnis, daß eine optimale Betriebseinrichtung entscheidend für den Geschäftserfolg ist, soweit durchgesetzt, daß sich Spezialfirmen für den Buchhandels–L. entwickelt haben, die befäh…

Ladenbibliothek

(81 words)

Author(s): C. Alscltner
In den 1950er Jahren entstanden in Großstädten der DDR (z. B. Berlin, Leipzig) in ehemaligen Läden oder aufgelösten gewerblichen Leihbibliotheken L.en, die durch ihre Vorzüge (Freihand, zentrale Lage, günstige Öffnungszeiten, Werbung in Schaufenstern) großen Zuspruch fanden. Wegen ihrer begrenzten Raumkapazität wurden sie später erweitert und rekonstruiert oder durch Zweigbibl.en und Ausleihstellen abgelöst. C. Alscltner Bibliography Busch, M.: Die Berliner Laden–Freihandbibl.en. In: Der Bibliothekar 6. 1952, S. 614—618 Ackermann, G.: 12 neue L.en in Leipzig. In…

Ladenhüter

(42 words)

Author(s): S. Corsten
ist ein dem franz. «garde–boutique» nachgebildeter Ausdruck für unverkäufliche Ware, insbes. für im Sortiment liegengebliebene Bücher, der im 17. Jh. aufgekommen ist. S. Corsten Bibliography Kluge, F. / MnzKA, W.: Etymologisches Wb. der dt. Sprache. 21. Aufl. Berlin 1975, S. 418.

Ladenpreis

(789 words)

Author(s): H. Marré
Unter den verlegerischen Marketinginstrumenten (Verlagsprogramm, Buchausstattung, Preis– und Konditionenpolitik, Werbung und logistische Distribution) kann der vom Verlag festzusetzende L. erhebliches bewirken: Unterschiedliche Attraktivität je nach Kaufkraft und –gewohnheiten der potentiellen Interessenten; der Grundsatz «je niedriger der Preis, um so höher die Nachfrage» gilt nicht ausnahmslos. Zu berücksichtigen sind absatzhemmende psychologische «Preisschwellen» ebenso wie Ablehnung von Billigangeboten, die auf …

Ladenpreisbindung

(276 words)

Author(s): L. Delp
im Buchhandel, Verpflichtung des Buchhändlers in einigen europäischen Ländern, darunter auch die BRDeutschland, den vom Verlag festgesetzten Ladenpreis bei der Weiterveräußerung eines Buches an den Kunden einzuhalten. Urspr. beruhte die L. auf der 1888 in Kraft getretenen Satzung des Börsenvereins der Dt. Buchhändler zu Leipzig. Bei Außerkrafttreten des Vereinsrechts durch die alliierte Kartellgesetzgebung nach 1945 war die lange Praktizierung der L., die auch in der Buchhändlerischen Verkaufsor…

Ladenpreiskalkulation

(142 words)

Author(s): R. Busch
Im Sortiments-Buchhandel Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben Bücher gewöhnlich einen festen Ladenpreis, der auf dem Wege der Ladenpreisbindung der zweiten Hand vom Verleger festgelegt wird (Kalkulation des Preises). Der Bucheinzelhändler (Sortimenter) nimmt daher nur fur die Teile seines Sortiments eine L. vor, die nicht preisgebunden sind: Restauflagenex., bei denen der Verleger den Ladenpreis aufgehoben hat (Modernes Antiquariat), antiquarische Bücher und Verlagserzeugnisse, bei de…

Ladenpreispolitik

(936 words)

Author(s): H. Marré
Bei der Verbreitung von Büchern in marktwirtschaftlieh organisierten Ländern übernimmt der Buchhandel (Verlage, Buchgroß- und -einzelhandel) eine besondere Funktion: Die Akquisition und Aufbereitung von lit. und wiss. Werken, ihre Vervielfȧiltigung und und Veröff. in Gestalt von Büchern, sowie deren Auswahl, ihre Bevorratung und den Verkauf an das Publikum. Die dadurch bedingten Investitionen, Kosten und Risiken müssen sich auf jeder Handelsstufe durch den jeweils erzielten Erlös bezahlt machen,…

Ladewig, Paul

(324 words)

Author(s): H. Kieser
*25. 10. 1858 in Brest–Litowsk, 30. 3. 1940 in Berlin, dt. Bibliothekar. L. studierte Gesch. und Germanistik in Berlin; anschließend war er wiss. Hilfsarbeiter bei der Badischen Historischen Kommission, danach beim Generallandesarchiv Karlsruhe. 1889 wechselte er zur dortigen LB über, die ihr Leiter, W. Brambach. zur Gebrauchsbibl, einrichtete. Damit fand L. seine Lebensaufgabe: die Bibl, als Dienstleistungsbetrieb für die Öffentlichkeit. 1898 übernahm er die Aufgabe, für die Firma Krupp in Esse…

Laet, Jan (Jean, Hans) de

(163 words)

Author(s): F.J. Mosher
* 1525 vermutlich in Stabroeck bei Antwerpen, † 1566 oder 1567 in Antwerpen.Nachdem L. 1544 Bürger von Antwerpen gewordenwar, wurde er 1553 in die St. Lukas–Gilde (der Maler undDrucker) aufgenommen (als Jan van Stabroeck). SeinDruckvermerk erscheint bereits 1549 in Büchern, aber es ist möglich, daß er vorher für andere Verleger druckte. Seine letzten Bücher ersch. 1566; 1567 druckte seine Witwe Elisabeth (Saen) L. auf seiner Presse. L. brachte Bücher in engl., span., franz. und holländischer Spr…

Lafayette

(142 words)

Author(s): F.J. Mosher
Indiana. Sitz der Purdue University (gegr. 1869), die sich gegenwärtig in West Lafayette befindet. 1. Druckwesen L. ist nur deshalb in der Gesch. des Buchdrucks von Bedeutung, weil Bruce Rogers hier als Student der Purdue University seine Karriere als Drucker begann. 2. Bibliotheken a. Purdue University Libraries, gegr. 1874; besitzen 1814065 Bde.; 15 Fachbereichsbibl.en, hauptsächlich in den technischen und naturwiss. Fächern; Sonderslg. zu George Ade, Charles Major, Glas, Wirtschaftsgesch., Indiana, New Harmony Community und Bruce Roge…

Laferté

(191 words)

Author(s): F. A. Schmidt–Künsemüller †
franz. Buchbinderfamilie des 18.Jh.s in Paris. Der erste dieses Namens, Pierre–Louis (I), wurde 1712 Meister und arbeitete ganz im Stil seiner Zeit, u.a. für den Duc de la Force, ohne sich durch bes. Qualität hervorzutun. Er starb 1765. Bedeutender ist sein Sohn Pierre Antoine, der als Nachfolger Dubuissons 1762 «relieur du roi» wurde und wie dieser den Dentelle–Stil bevorzugte. Er band u.a. für Madame de Pompadour. Seine Einbände zeichnen sich bes. durch ihre solide handwerkliche Arbeit aus. Ni…

La Flèche

(255 words)

Author(s): G. Gabel
Kreisstadt im franz. Département Sarthe. 1. Buchdruck Als Erstdrucker ist René Troismailles nachgewiesen, der 1575 zwei Werke in L. herausbrachte. 1605 nahm Jacques Rezé, der sich als «Imprimeur du roi» ausgab, den Buchdruck in L. wieder auf, indem er für die Jesuiten meist lat. Schriften religiösen Inhalts herstellte. Nach seinem Tode ging die Werkstatt auf seinen Schwiegersohn Georges Griveau über, dessen Witwe später die Offizin tatkräftig fortführte. Daneben existierten in L. zeitweise weitere kleinere Druckereien, von denen die Werkstätten von Gervais Labo…

Lafontaine, Henri–Marie

(249 words)

Author(s): I. Dahlberg
* 22. 4. 1854 in Brüssel, 14. 5. 1943 ebd., belgischer Rechtsanwalt, der mit Paul Otlet (1868 — 1944) zus. die Deweysche Dezimalklassifikation für die Bedürfnisse der von ihnen konzipierten Weltbibliographie umgestaltet hat (Beginn 1895, erste franz. Ausg. 1897). L. war 1893 Professor für intern. Recht an der Université Nouvelle in Brüssel geworden und zwei Jahre später belgischer Senator als Mitglied der sozialistischen Partei. 1919 —1932 war er auch Vizepräsident des belgischen Senats. Mit gro…

La Fontaine Verwey, Herman de

(134 words)

Author(s): F. A. Janssen
* 30. 12. 1903 in Hilversum, 17. 12. 1989 in Amsterdam, niederl. Bibliothekar und Buchhistoriker. L. wurde zuerst Konservator an der UB in Groningen (1928 — 1941); danach war er Bibliothekar an der UB in Amsterdam, wo es ihm gelang, die alten Slg. sehr zu bereichern (1941—1968). 1953 —1975 war er Inhaber des neu gegr. Lehrstuhls für Buchwissenschaft an der Amsterdamer Universität. Er sah die Buchwissenschaft als einen Teil der Kulturgesch. und betrachtete das Buch immer im allg. kulturellen Kont…

Lafreri, Antonio

(170 words)

Author(s): P. H. Meurer
(Antoine Lafréry) * 1512 in Orgelet (Franche Comté), † 1577 in Rom, Kupferstecher und Verleger. Seit ca. 1540 in Rom, baute L. zusammen mit seinem Lehrer Antonio Salamanca (ca. 1500—1562) den wahrscheinlich ersten Verlag auf, dessen Hauptarbeitsgebiet Landkarten und Topographica waren. Sie ersch. zunächst als Einzelbl. und in unterschiedlich zusammengestellten Sammelatlanten. Erst um 1573 wurde von L. eine Serie von ca. 107 Rom–Ansichten zu einem «Speculum Romanae Magnificentiae» zusammengefaßt.…

Lafreri–Atlas

(120 words)

Author(s): P. H. Meurer
(engl. IATO–Atlas) ist der Fachbegriff für einen Sammelatlas mit vorwiegend ital. Karten des 16. Jh.s. Die wenig glückliche Bezeichnung wurde am Ende des 19. Jh.s u.a. von A. E. Nordenskiöld geprägt nach A. Lafreri, dem als einzigem solche Atlanten mit Titelbl. zugeschrieben werden. Bei den allermeisten Ex. handelt es sich jedoch um titellose, individuell zusammengestellte Konvolute mit Karten röm. und venezianischer Verleger und Stecher mit Daten von etwa 1540 bis um 1600. P. H. Meurer Bibliography Tooley, R. V.: Maps in Italian Atlases of the sixteenth Century. In: Imag…

La Gardie, Jacob de

(100 words)

Author(s): T Nielsen
* 16. 6. 1768 in Stockholm, 26. 4. 1842 ebd., schwed. Diplomat und Sammler. Teils durch Erbe, teils durch eigene Erwerbungen schuf er auf seinem Gutshof Löberöd (Skåne) eine umfassende Slg. von Urkunden zur schwed. Geschichte. Sie wurde vom späteren Direktor der UB Lund (1829—1833), P. Wieselgren, geordnet, der 1831 — 1844 20 Bde. «De la G.ska arkivet» im Druck herausgab. Durch seine Vermittlung wurde das Archiv 1848 der UB Lund geschenkt; weitere Ergänzungen kamen 1892, 1933 und 1968 hinzu. T Nielsen Bibliography Tegnér, E.: De la Gardieska samlingen i Lund och på Löberöd. Sto…

La Gardie, Magnus Gabriel de

(117 words)

Author(s): T. Nielsen
* 15. 10. 1622 in Reval, 26. 4. 1686 auf Venngarn (Uppland), schwed. Reichskanzler, der größte schwed. Büchersammler des 17. Jh.s. Die Slg. war eine Universalbibl., teils durch Kauf — u.a. der nachgelassenen Slg. des dän. Historikers S. Stephanius —, teils als Kriegsbeute erworben. Die Hss., darunter den Codex argenteus, schenkte er 1669 der UB Uppsala. Bei der Reduktion ehemaliger Krongüter nach 1680 fielen ca. 4700 Bde. der Krone zu, die sie 1686 der UB Uppsala überließ. T. Nielsen Bibliography Collijn, I.: M. G. de la G.s samling af äldre stadsvyer och historiska plansche…

Lage

(361 words)

Author(s): S. Corsten
Den Buchblock des ma. Codex und nach seinem Vorbild auch des modernen Buches bilden —zumindest einmal - gefalzte Bogen von Papyrus, Pergament und heute überwiegend Papier. Bei den größeren Formaten (2° und 4 0 ) werden mehrere Bogen ineinander gelegt. Bei den handschriftlichen Folianten waren das meist vier Doppelbl., so daß die dafür übliche lat. Bezeichnung «quaternio» auch die Sache an sich benannte. Der in der dt. Fachsprache übliche Begriff L. läßt dagegen die Zahl der zusammengehörigen Bog…

Lager

(229 words)

Author(s): K. Gutzmer
oder Lagerbestand ist die Gesamtmenge der in Verlag, Sortiment oder Antiquariat in den Geschäfts– und Lagerräumen untergebrachten Vorräte an fertigen und unfertigen Büchern, soweit es sich nicht um Kommissionsware handelt, sowie von allen übrigen, zum Verkauf bereitgehaltenen Artikeln. Neben dem Haus– und Grundbesitz ist das Lager der wichtigste Teil des Betriebsvermögens (ca. 50 % der Bilanzsumme im Branchendurchschnitt beim dt. Sortiment). Die Kernfragen für den Erfolg einer Buchhandlung lauten: Entspricht das Warenlager den Anforderungen der Kunden und…

Lagerbestandsbuch

(4 words)

Siehe Lagerkartei

Lagerbestellungen

(74 words)

Author(s): K. Gutzmer
dienen zur Lagerergänzung im Sortiment zwecks laufender oder saisonbedingter Anpassung des Angebots an den voraussichtlichen Bedarf. Hilfsmittel sind Lagerkartei sowie Lieferanten– und Konditionenkartei, ferner die Novitätenlisten der Verlage. L. werden je nach Betriebsstruktur und Lieferungsvereinbarungen beim Verlag bzw. dessen Auslieferung, beim Barsortiment, beim Verlagsvertreter oder auf der Buchmesse aufgegeben. Je nach Bezugsbedingungen können Lagerund Kundenbestellungen vorteilhaft kombiniert werden. K. Gutzmer Bibliography Handb. des Buchhandels.…

Lager–Bringen

(4 words)

Siehe Auf–Lager–Bringen

Lagerbuch

(4 words)

Siehe Lagerkartei

Lagerdauer

(40 words)

Author(s): K. Gutzmer
ist eine betriebswirtschaftliche Kennziffer, die anzeigt, wie lange der Warenbestand eines Sortiments von der Lieferung bis zum Verkauf am Lager ist. Sie ist damit ein Indikator für die Lagerumschlagsgeschwindigkeit. Die L. ist aus der Auszeichnung ersichtlich. K. Gutzmer

Lagerhaltung

(93 words)

Author(s): K. Guizmer
im Buchhandel sichert die Verkaufsbereitschaft. Nur durch angemessene L. erfüllt der Buchhändler die kulturpolitische Aufgabe, für deren Erfüllung er den Schutz der Preisbindung genießt. Der Kunde erwartet eine möglichst umfassende L. Der Buchhändler signalisiert Lieferbereitschaft durch L. und Warenpräsentation in verkaufsfördernder Lagerordnung. Die L. er– fordert ein hohes Maß an Flexibilität und muß ständig auf Wirtschaftlichkeit hin überprüft werden (Lagerstatistik). Die Lieferbereitschaft …

Lagerhöhe

(4 words)

Siehe Schrifthöhe

Lagerkartei

(89 words)

Author(s): K. Gutzmer
(Lagerbestandsbuch) heute meist durch EDV erstellt. Sie dient im Verlag der Erfassung sämtlicher Lagerbestände (Fertig- und Rohbogenlager usw.). Im Sortiment dient die Lagerkartei der Kontrolle der Lagerhaltung und des Einkaufs. Im Antiquariat wird häufig ein Lagerbuch oder Einkaufsbuch geführt, um Zu- und Abgänge sowie Kalkulation festzuhalten und evtl. Kundendesiderata vorzumerken. Erhaltene Lager- oder Geschäftsbücher aus älterer Zeit haben für die Gesch. des Buchhandels hohen Quellenwert. K. Gutzmer Bibliography Handb. des Buchhandels. Bd. 2. Hamburg 1975, S…

Lagerkatalog

(239 words)

Author(s): K. Gutzmer
Seit Ende des 16. Jh.s gaben Buchhändler zur Buchmesse Meßsortimentskataloge heraus. Diese verzeichneten zunächst nur die am Lager vorrätigen Titel. Ende des 18. Jh.s wurde es üblich, nicht nur den tatsächlichen Bestand in L.en zu verzeichnen, sondern «möglichst vollständig alles das, was wirklich auf den beiden abgelaufenen Messen an neuen Producten zum Vorschein gekommen ist» (J. C. Krieger, Giessen 1783). Neben diesen allg. Sortimentskat, entwickelten sich Fachkat., in denen die Buchhandlungen ihre Lagerbestände sowie kurzfristig greifbare Titel ihrer…
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