Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Subject: History

Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Phönizische Schrift

(296 words)

Author(s): H. Buske
die um 1700—1500 v. Chr. im syrisch–palästinensischen Raum entstandene nordsemitische Buchstabenschrift mit 22 Konsonanten. Sie wurde von rechts nach links geschrieben. Als Lesehilfe dienten Vokalzeichen, z.B. das w für u, das j für i. In den ältesten Inschriften wurden Wörter noch durch Striche oder Punkte voneinander getrennt. Die frühen Buchstabenformen stimmen im wesendichen mit den späteren, z.B. der Ahiram–Inschrift, überein. Die berühmte Mêsa–Stele, die 1868 bei Dibän, dem biblischen Dïbö…

Phonographie

(476 words)

Author(s): G. Pflug | H. Lanzke | K. Gutzmer
(griech. φωνή = Stimme; γράφειν = Phonogrphie (griech. φωvή = stimme; γϱάφεiv schreiben), 1. Die Aufzeichnung und Speicherung akustischer Vorgänge (Geräusche, Töne, Musikwerte, gesprochene Sprache) zum Zweck der Archivierung und Wiedergabe. Seit der Mitte des 19. Jh.s wurden vier verschiedene Verfahren zur P. entwickelt. Die ersten Tonaufzeichnungen erfolgten durch Thomas Alva Edison (1847—1931), der 1877 einen Phonographen in Form einer drehbaren, stanniolbelegten Walze erfand, auf welche die Tonschwingunge…

Phonothek

(384 words)

Author(s): H. Emunds
(auch: Schallarchiv), eine Slg. von Tonträgern, insbes. von Walzen (nach Thomas A. Edison), Platten (Schallplatten, CD = Compact Disks, MD = Mini Disks) und /oder Bändern (Tonbänder, CC = Compact Cassettes, DCC = Digital Compact Cassettes, Musikvideos) mit entsprechenden Geräten. P.en unterscheiden sich voneinander durch Aufgabenstellung und Art des Sammelgutes; einige heißen auch anders. Phonogrammarchive (seit 1899, urspr. nur für Walzen) dienen unter heute anderen Namen der ethnologischen Sprach– und Musikdokumentation (z.B. die Musikethnologisc…

Photios

(410 words)

Author(s): O. Mazal
* um 820, Patriarch von Konstantinopel 858 bis 867 und 877—886, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des byzantinischen Humanismus ebenso wie zu den herausragendsten Kirchenpolitikern und Theologen von Byzanz. Er eignete sich eine enzyklopädische Bildung an und lehrte Logik, Dialektik, platonische und aristotelische Philosophie, Mathematik und Theologie. In kaiserlichen Diensten stehend, unternahm P. auch Gesandtschaftsreisen. Am 25. 12. 858 wurde P. – noch als Laie nach dem Sturz des Ignatios …

Photo...

(4 words)

Siehe Foto...

Photochemigraphie

(24 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
nannte man die Herstellung von Raster- und Strichhochätzungen unter Mitwirkung fotomechanischer Prozesse; ohne diese hieß das entsprechende Verfahren Chemigraphie. C. W. Gerhardt

Photoglyphie

(44 words)

Author(s): B. Schulz
auch Heliographie. Bei der P. wird mittels fotografischer Übertragung und chemischer Prozesse eine Tiefdruckplatte zur Wiedergabe von Linien und Punkten gewonnen. Bei entsprechender Härtung konnte die P. auch auf der Kupferdruckschnellpresse gedruckt werden. B. Schulz Bibliography Goebel, T.: Die graphischen Künste. Stuttgart 1895.

Photoglyptie

(4 words)

Siehe Woodburydruck

Photographische Gesellschaft in Wien (PhGW)

(252 words)

Author(s): A. Auer
Die P. wurde am 22. 3. 1861 von Mitgliedern der «Fürstenhofrunde» gegründet mit dem Ziel der Förderung der «Kunst und Wissenschaft der Photographie im weitesten Sinne des Wortes und aller mit diesen in Beziehung stehenden Disziplinen und Techniken». Ihr erster Präsident war Anton Georg Martin (1812–1882), der Verf. des ersten Lehrbuchs der Photographie («Repertorium der Photographie» Wien 1846). 1864 veranstaltete die P. die erste umfassende Photoausstellung und gab von 1861 bis 1971 die «Photog…

Photolithographie

(66 words)

Author(s): C. W. Gerhardt
verfahren der Reproduktionstechnik bei der Herstellung von Druckformen für Stein–, Zink– und Offsetdruck mittels Fotoreproduktion und manueller Ton– und Farbwertkorrektur. Für beide Verfahrenswege — Gewinnung von Negativen oder Gewinnung von Diapositiven – bestehen jeweils mehrere Techniken. C. W. Gerhardt Bibliography Waldow, A.: 111. Encyklopädie der graphischen Künste. Leipzig 1884 (ND München usw. 1993), S. 608—611 Lexikon der grafischen Technik. 7. Aufl. Leipzig 1986, S. 251.

Photon

(331 words)

Author(s): F. J. Mosher
urspr. Lumitype gen., ist eine Fotosetzmaschine, die von René Higonnet und Louis Moyroud in Frankreich (patentiert 1944) erfunden, aber nach 1949 in den Vereinigten Staaten von der Graphic Arts Research Foundation, die sie umbenannte, entwickelt wurde. Photon Inc. in Wilmington, Massachusetts, wurde im Jahre 1950 gegründet, um elektronische Fotosetzgeräte sowohl für die Druck– als auch für die Computerindustrie zu entwickeln und herzustellen. Das Produkt aller P.–Maschinen ist ein Photo–Positiv,…

Photoverbuchung

(4 words)

Siehe Fotoverbuchung

Phraseologie

(69 words)

Author(s): A. Dornemann
(synonym zu Idiomatik) ist ein Begriff aus der Sprachwissenschaft und bezeichnet die Lehre von den stehenden, festen Syntagmen und Redewendungen (Idiomen) einer Sprache wie etwa «Ein Buch mit sieben Siegeln» oder «Er lügt wie gedruckt» im Deutschen oder «It's raining cats and dogs» im Englischen. A. Dornemann Bibliography Friedrich, W.: Moderne dt. Idiomatik. Systematisches Wb. mit Definitionen und Beispielen. München 1966 Burger, H.: Handb. der P. Berlin 1982.

Phraseonym

(47 words)

Author(s): G. Pflug
(griech. φϱάσις = Redensart: ὄνομα = Name) bezeichnet ein Pseudonym, bei dem eine Redewendung die Verfasserangabe ersetzt, z.B. «von einem Deutschen» als Verfasserangabe in dem 1890 anonym ersch. Werk «Rembrandt als Erzieher» von August Julius Langbehn. G. Pflug Bibliography Söhn, G.: Literaten hinter Masken. Berlin 1974.

Phrenonym

(69 words)

Author(s): G. Pflug
(griech. φϱήν = Gemüt, ὄνομα = Name) bezeichnet ein Pseudonym, bei dem an Stelle des Autornamens eine Charaktereigenschaft genannt wird, z.B. »ein Liebhaber der Langeweile», ein Pseudonym, das Johann Georg Hamann fur seine «Sokratischen Denkwürdigkeiten» (1759) benutzte. H. J. C. v. Grimmelshausen verwandte in seinen Schriften mehrere P.e, z.B. Illiteratus Ignorantius, zugenannt Idiota. G. Pflug Bibliography Bormann, E.: Die Kunst des Pseudonyms. Leipzig 1901, S. 23 bis 24.

Phrygische Schrift

(166 words)

Author(s): H. Buske
Etwa mit dem Zusammenbruch des hethitischen Reiches um 1200 v. Chr. gründeten die vom Balkan nach Anatolien eingewanderten Phryger einen Staat mit Klein-Phrygien im Nordwesten und Groß-Phry-gien im Innern Kleinasiens. Die P. S. ist uns aus etwa 40 altphrygischen Felsinschriften aus dem 7.-6. Jh. v. Chr. bekannt. Das Alphabet entspricht weitgehend dem des Altwestgriech. mit den abweichenden Formen des 1, p, s und z. Stärkere Abweichungen zeigt die Inschrift auf der vorgriech. Stele von Lemnos. Si…

Physiologus

(407 words)

Author(s): G. Keil
Pseudonym Rir einen Ägypter des 2. / 4. Jh.s, der als bibelkundiger Christ eine Verbindung von Natur- und Heilswissen anstrebte und im Umfeld von Alexandrien fur seine Gemeinde 48 Traktate schrieb, deren Struktur er an das Vorbild pharmakographischer Kurztexte (Wunderdrogentraktate) anlehnte und in denen er nach dem Beispiel von Kräuter-, Steinbzw. Tierbüchern in christlicher Allegorese je eine Pflanze, ein Mineral bzw. ein Tier beschrieb. Dabei legte er entsprechend pharmakologischer Vorgabe die jeweilige φύσις (natura; proprietates) zugrunde, von der er die Eigens…

Piacenza

(321 words)

Author(s): A. Nuovo
oberital. Stadt mit ca. 100 Tsd. Einwohnern in der Emilia Romagna. 1. Druckwesen. Der erste in P. tätige Drucker war der Cremoneser Giovanni Pietro de Ferratis mit der ersten Ausg. in Kleinformat (4° ) einer lat. Bibel (1474, GW 4217). Im Jahre 1483 druckte der aus Tiel bei Utrecht stammende Jacobus de Tyela den «Manipulus Florum» des Thomas de Hibernia (H 8542). In den Nachbarstädten tätige Drucker wirkten gelegentlich in P., bis sich Giovanni Bazachi aus Codogno im Jahr 1576 dort endgültig niederließ und e…

Piaggio, Antonio

(99 words)

Author(s): B. Bader
* 1713 in Genua, ✝ 1796 in Neapel, Piaristen-Pater, Bibliothekar an der Biblioteca Vaticana; er wurde 1753 nach Neapel berufen, um die verkohlten Papyrusrollen von Herculaneum zu entrollen. Mit einem eigens dafür konstruierten Apparat entwickelte er eine Methode, die sich allen anderen Verfahren als überlegen erwies und erst seit den 1960er Jahren durch moderne Methoden überholt bzw. wesentlich weiterentwikkelt worden ist. B. Bader Bibliography Gallo, I.: Avviamento alla papirologia grecolatina. Napoli 1983, S. 59–60 Capasso, M.: Storia fotografica dell'officina dei pa…
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