Lexikon des gesamten Buchwesens Online

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Herausgegeben von Severin Corsten, Stephan Füssel, Günther Pflug und Friedrich Adolf Schmidt-Künsemüller

Das Lexikon des gesamten Buchwesens ist eine wissenschaftlich zuverlässige Darstellung des gesamten Wissens vom Buch, verstanden als die graphische Materialisierung geistiger Inhalte mit dem Ziel ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.

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Thacher, John Boyd (1847–1909)

(118 words)

Author(s): G. Gabel
amer. Unternehmer, Politiker und Büchersammler. T. war als Fabrikant erfolgreich und wurde 1883 in den Senat des Bundesstaates New York und 1885 zum Bürgermeister des Regierungssitzes Albany gewählt. Als Sammler von Büchern, Hss. und Autographen wählte er sich als Spezialgebiete die amer. Entdeckungsgesch. einschließlich der Kolumbus-Lit., die Franz. Revolution sowie Wiegendrucke. Seine Ink.-Slg., in der ca. 500 Druckorte vertreten waren, übereignete seine Witwe 1910 der Library of Congress in Washington. William Makepeace Thackeray. Illustration zu seinem eigene…

Thackeray, William Makepeace

(201 words)

Author(s): H. Wendland
* 18. 7. 1811 in Kalkutta, † 24. 12. 1863 in London, engl. Schriftsteller, Zeichner und Illustrator. Nach Reisen in Frankreich, Deutschland und Italien studierte T. Malerei bei Johann Nicholas Brine und Auguste J. Gros in Paris. Seit 1836 widmete sich T. in London schriftstellerischer Tätigkeit und betätigte sich daneben auch als Illustrator für das Witzblatt «Punch», für das 380 Zeichnungen entstanden. Die Beliebtheit und die weite Verbreitung seiner Romane und Erzählungen führte dazu, daß T. e…

Thailand

(798 words)

Author(s): A. Dufey
Offizielle Bezeichnung: Königreich T., früher (1856–1939) Siam, Thai Prathet, oder Prades Thai (Prade’sa Dai) oder Sayam, Beiname: Muang Thai (Land der Freien). Fläche: 513.115 qkm. Bevölkerung (1999): 61,66 Mio. Hauptstadt: Bangkok (Krung Thep). T. erstreckt sich im Westen der indochinesischen Halbinsel in Südostasien ca. 1500 km von Norden nach Süden und ca. 800 km von Westen nach Osten. Es grenzt im Nordwesten an Myanmar (Birma), im Nordosten an Laos, im Südosten an Kambodscha und den Golf von Thailand, im Süden an Malaysia …

Thalia-Buchhandlung

(389 words)

Author(s): K. Gutzmer
Hamburg, hervorgegangen aus der 1919 von Alfred Schultze gegr. Bücherstube im Hamburger Thalia-Theater, die 1931 von Erich Könnecke (1904–1993) erworben wurde. Unter seiner Leitung entwickelte sich T. zur am Ort tonangebenden Boulevard-Buchhandlung. Sie fiel 1945 Bomben zum Opfer, wurde aber unverzüglich wiederaufgebaut und in den folgenden Jahren durch Expansion, Neubauten und Aufbau eines überörtlichen Netzes von Filialen erheblich erweitert. 1984 entstand das erste, 1991 das zweite T.-Buchhau…

Thamudenische Schrift

(184 words)

Author(s): H. Buske
oder thamudische, früher auch protoarab. genannt, gehört zur Gruppe der nordarab. Schriften und wird neuerdings als Frühnordarab. bezeich- net. Die meist als Graffiti auf Stein vorliegenden Funde sind weit verstreut im westlichen und zentralen Nordarabien, bes. in Midian. Ihr Alter wird unterschiedlich beurteilt und bis ins 6. Jh. v. Chr. datiert. Der Inhalt der Inschriften hat vorwiegend Memorialcharakter. Man unterscheidet zwei Formentypen: die der jüngeren östli-chen, deren Zeichenformen sich…

Thaning & Appel

(123 words)

Author(s): T. Nielsen
dän. Verlag und Buchhandlung (Kopenhagen), gegr. 1866 von Vilhelm Thaning (1837–1917) und Lauritz Appel (1838–1893). Der Buchladen, seit 1937 im Besitz von Niels Helweg-Larsen (* 1911), wurde 1947 veräußert, und in den folgenden Jahren profilierte sich der Verlag unter der Leitung von Helweg-Larsen und Godfred Hartmann (1913–2001) mit Kunstlit. sowie klassischen und humoristischen Werken. Die Herausgabe (1965) von John Clelands Sittenroman «Fanny Hill» (1749) brachte nach einem Prozeß die Aufheb…

Thanner, (Abiegnus) Jakob

(125 words)

Author(s): C. Alschner
aus Würzburg, 1481 in der Leipziger Univ. immatrikuliert, seit 1502 Leipziger Bürger, druckte hier bis 1529 vor allem lat. Werke und Lehrbücher für die Univ., daneben betätigte er sich im Buchhandel. T. war 1517 der Drucker einer Plakatausg. von Luthers Thesen und druckte danach mehrere reformatorische Schriften. 1524 mußte er den fast vollendeten Nachdruck einer Ausg. von Luthers NT einstellen, was seine wirtschaftliche Lage verschlechterte. Danach druckte er nur noch katholische Literatur. C. Alschner Bibliography Geldner Bd. 1, S. 250–251 Benzing S. 277 Claus, H.: T. als Lut…

Thauer, Wolfgang

(212 words)

Author(s): P. Vodosek
* 30. 7. 1911 in Frankfurt a. M., † 25. 12. 1987 in Stuttgart. T. schloß seine bibliothekarische Ausbildung 1932 ab. Seine Laufbahn als Bibliothekar, die nur kurz durch eine Tätigkeit als Dramaturgieund Regieassistent in Frankfurt a. M. unterbrochen wurde, führte ihn von der Preußischen SB über Zwischenstationen in Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach an die Spitze der Stadtbücherei Stuttgart. Als Direktor gestaltete er diese 1958–1976 zu einem modernen Dienstleistungszentrum aus. Zwischen 1953 un…

Thaumasia

(101 words)

Author(s): G. Pflug
(von griech. θανμάσιος = wunderbar, wunderlich) bezeichnet eine lit. Form aus der hellenistischen Antike, in der Wissenswertes aus allen Disziplinen ohne systematische Ordnung in unterhaltsamer Weise dargeboten wird. Sie wird auch Buntschriftstellerei (παιϰιλή ιστοϱια) genannt. Eine beliebte Form der T. ist die Gelage- oder Symposienliteratur (Deipnographie von δεῖπνoν = Gelage). Ein Beispiel ist Athenaios, Das Gelehrtenmahl. G. Pflug Bibliography Martin, J.: Symposium. Gesch. einer lit. Form. Paderborn 1931 Hug, A.: Symposiumsliteratur. In: Pauly-Wissowa. Reihe …

Theateralmanach

(440 words)

Author(s): A. Kersting-Meuleman
auch -jahrbuch, -kalender, -repertorium. Auf eine Spielzeit bezogene Publikation, die Auskunft über Personal, Spielplan und bes. Ereignisse eines oder mehrerer Theater gibt. Im 18. und 19. Jh. enthielten die T.e häufig eine Liste der Förderer bzw. Aktionäre des Theaters, Statistiken, Gedichte, Theatertexte, Artikel über Schauspieler und Theaterautoren, theoretische Abhandlungen, Lit.hinweise und Anekdoten. Sie wurden meist von Angehörigen des Theaters, oft Souffleuren, später auch Theateragenten…

Theaterbibliotheken

(236 words)

Author(s): A. Kersting-Meuleman
1. In Theatern unterhaltene Slg. von gedr. Materialien, die der Vorbereitung und Durchführung des Spielbetriebs dienen. Angegliedert ist oft ein Archiv mit schriftlichen und audiovisuellen Dokumenten. Meist separat geführt werden die Orchesterbibl.en, die gekauftes oder geliehenes Notenmaterial verwalten. 2.Zu Theaterslg., -hochschulen und einschlägigen Univ.instituten gehörige Bibl.en, die in größerem Um-fang Lit. über das Theater erwerben, erschließen und für die öffentliche Nutzung bereitstellen. Charakteristische Slg.bestände si…

Theaterkritik

(208 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine Literaturform, die in der Mitte des 18. Jh.s entstand. Im Unterschied zur Literaturkritik von Theaterwerken, etwa bei Diderot oder Mercier, hat Gotthold Ephraim Lessing 1767–1769 mit seiner «Hamburger Dramaturgie», einer viermal wöchentlich erscheinenden Publikation, die eigentliche T. geschaffen, die neben dem Werk auch seine Darstellung auf der Bühne und die Schauspieler würdigt. Angeregt durch die Gründung des Deutschen Theaters in Hamburg, an dem er als Berater tätig war, schuf Less…

Theaterprogramm

(4 words)

Siehe Theaterzettel

Theatersammlungen

(235 words)

Author(s): A. Kersting-Meuleman
Auf Theatermaterialien spezialisierte Slg., oft gleichzeitig Museen, entstanden überwiegend aus Privatslg. oder aus Theaterarchiven. Sie umfassen im allgemeinen eine Bibl., graphische Slg. (Porträts, Figurinen, Bühnenbildentwürfe), Slg. von Fotos, Kostümen, Masken, Bühnendekoration, Requisiten, Plakaten, Programmheften, Tageszetteln, Regiebüchern, Briefautographen, technische Zeichnungen, Tonträgern, audio-visuelle Materialien sowie Nachlässe von Regisseuren, Schauspielern und Sängern. Beispiele für umfangreiche T. sind die Slg. zum Be-reich D…

Theaterverlage

(356 words)

Author(s): A. Kersting-Meuleman
sind Unternehmen, die ihr Programm ganz oder teilweise dem Theater gewidmet haben, insbes. diejenigen, die über Aufführungsrechte an Bühnenwerken verfügen, diese an Theater, Rundfunk- und Fernsehanstalten vermitteln und die für die Aufführung eingenommene Tantieme verteilen (reine Bühnenverlage, Theaterabteilungen von Buchverlagen, Musikverlage). Die T. entwickelten sich im 19. Jh. aus den Theater-agenturen, die eine Mittlerfunktion zwischen Bühnenautoren und Theaterdirektoren hatten. Durch den Bühnenvertriebsvertrag zwischen Autor und…

Theaterzeitschriften

(873 words)

Author(s): A. Kersting-Meuleman
sind Periodika, die sich mit den darstellenden Künsten sowie dramatischer Lit. befassen. Typische Inhalte sind Stücke, Rezensionen von Aufführungen und Publikationen, Porträts von Schauspielern, Sängern, Tänzern, Regisseuren etc. (oft mit Abb.), ästhetische, historische, ökonomische oder soziologische Untersuchungen, Spielplanvor- und -rückschau, Publikumsstatistiken. Nach deren Gewichtung kann man unterscheiden zwischen überregionalen T. mit wiss. Anspruch, Zss. mit aktuellen Berichten aus der …

Theaterzettel

(124 words)

Author(s): A. Kersting-Meuleman
Einzelblatt mit Informationen zu einer Theateraufführung, erstmals belegt 1466 für ein Passions-spiel in Hamburg. Ein T. enthält Inhalt, Ort und Zeit der Aufführung, seit Ende des 18./ 19. Jh.s auch Autor bzw. Bearbeiter des Stückes, lit. Form, Regisseur, Figuren und Namen der Darsteller, Eintrittspreis. Ende des 19. Jh.s entwickelt sich der T. einerseits zum Wochen- bzw. Monatsspielplan weiter, andererseits zum Programmheft mit eingelegtem Tageszettel. Theatum Europaeum a.M., Meriam 1635-1738. A. Kersting-Meuleman Bibliography Hänsel, J.-R.: Die Gesch. des T.s und s…

Theatrum Europaeum

(231 words)

Author(s): H. Wendland
Oder / Außführliche, vnd / Warhafftige Beschrei-/ bung aller vnd jeder denckwürdiger/Geschichten, so sich hin vnd wider in der Welt, fürnämlich / aber in Europa, vnd Teutschen Landen, so wol im Religion- als Pro / phan-Wesen, vom Jahr Christi 1617. biß auff das Jahr 1629./.../sich begeben vnd zugetragen haben, vc. / Beschrieben durch M. Joannem Phil-ippum Abelinum Argentoratensem. / Mit schönen in Kupffer gebrachten Land-Tafeln, vieler fürnehmer Herren vnd/Potentaten Contrafacturen, .../gezieret…

Theben

(207 words)

Author(s): C. Römer
religiöses und damit auch machtpolitisches Zentrum der Pharaonenzeit in Oberägypten, an dem sich die Pharaonen des Neuen Reiches beerdigen ließen. T. hatte in griech. / röm. Zeit an Bedeutung verloren. Die Papyrusfunde der Spätzeit haben dennoch zu einem gro-ßen Teil Bezug zu religiösen Praktiken und Tätigkeiten von Priestern. Die Handbücher der Zauberkunst aus dem 3.-4. Jh. n. Chr. in griech., koptischer und demotischer Sprache mit einigen Zauberzeichen und -zeichnungen spiegeln die Vermischung…

Theinhardt, Ferdinand

(115 words)

Author(s): H. Wendland
* 3. 5. 1820 in Halle, † 1906 in Berlin, Schriftgießer. T. gründete 1849 in Berlin eine Schriftgießerei, die neben guten Fraktur- und Antiqua-Schriften, klassischen Ornamenten, vor allem auch nichtlat. Schriften herausgab. Durch den Schnitt und Guß von rund 2000 Hieroglyphen nach Angaben des Ägyptologen Karl Richard Lepsius sowie durch eine röm. Kapitalschrift für Th. Mommsens «Corpus Inscriptionum Latinarum», hatte sich T.s Schriftgießerei große Verdienste erworben. 1910 wurde die Firma mit der Schriftgießerei H. Berthold AG in Berlin vereinigt. H. Wendland Bibliography Tasc…
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