Religion in Geschichte und Gegenwart

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Edited by: Hans Dieter Betz e.a.

Religion in Geschichte und Gegenwart 4 Online is the online version of the 4th edition of the definitive encyclopedia of religion worldwide: the peerless Religion in Geschichte und Gegenwart 4 (RGG4) (Mohr Siebeck, 1998-2007). This great resource continues the tradition of deep knowledge and authority relied upon by generations of scholars in religious, theological, and biblical studies. Religion in Geschichte und Gegenwart 4. indisputably belongs to the small class of essential reference works.

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Ahab

(497 words)

Author(s): Timm, S.
[English Version] (»der [göttliche] Bruder ist der Vater«), im AT Name eines (1.) Königs von Israel und (2.) eines Exilierten. 1. »A., der Israeler« hat mit weiteren Partnern 853 v.Chr. zeitweilig die Expansion des ass. Königs Salmanassar III. gestoppt, und wird – damit seine Größe von gegnerischer Seite zugestehend – in diesem Zusammenhang als erster israelit. König in einem außerbibl. Text genannt (Grayson, A.O. 102.2). Ohne namentliche Nennung erkannte auch Mescha‘ von Moab die Macht A.s als Sohn und Nachfolger …

Ahasja

(238 words)

Author(s): Timm, S.
[English Version] (»JHWH hat [das Kind] schützend gefaßt«; 2Kön 1,2.18 u.ö.), auch mit umgestellten Namenselementen Joahas 2Chr 21,16f; (1.) König von Israel und (2.) König von Juda. 1. A., der Sohn Ahabs und Enkel Omris, regierte nur über zwei Jahreswechsel (1Kön 22,52; 2Kön 1,17aβ–18). Ihm folgte sein Bruder Joram. Berichtenswert über A. war sein Heilungsersuchen beim Baal Zebul, wogegen Elia einschritt (2Kön 1,2–17aα). Die hist. Glaubwürdigkeit der gewachsenen Erzählung entscheidet sich nicht am Namen A. (MT versus LXX; vgl. Stipp) oder ihrer nachdtr. …

Ahasver

(481 words)

Author(s): Fechner, J.
[English Version] (us, -osch) ist Luthers Übertragung des pers. Königsnamens Achaschverosch, griech. namens Xerxes. Der A. des Buches Est ist also Xerxes I. (486–465 v.Chr.). Im Charakter des A. des Buches Est vermischen sich Torheit und Grausamkeit. Esther ist A.s zweite Frau, die ihn abhält, alle Juden in seinem Reich zu vernichten. Im Judentum ist A. stets übel angesehen worden. Im Barock wurde A. hingegen als christl. Taufname verwendet. – In der Volkssage ist A. der Name des »ewigen Juden«, …

Ahiṃsā

(139 words)

Author(s): Michaels, A.
[English Version] . Das hinduistische, buddhistische und jainistische Gebot zur A. (fem.), wörtl. »Nichtverletzung (von Lebewesen)«, entwickelte sich aufgrund einer altindischen Tieropferkritik und Reinkarnationsvorstellungen ab ca.500 v.Chr. zunächst zu einem Ideal asketischer Lebensführung, dann zu einer allg. Tugend der oberen Stände. Die A. verbietet vornehmlich die Tötung von Tieren, bes. des Rindes, zum eigenen Verzehr (mit der Folge eines verbreiteten Vegetarismus). Bei M.Gandhi wird A. zu …

Aḥmadīya.

(236 words)

Author(s): Friedmann, Y.
[English Version] Gegründet 1889 in der indischen Provinz Pangˇāb von Ġulām Aḥmad (1835–1908), wurde A. eine der umstrittensten Bewegungen des zeitgenössischen Islam (Islam: I.,3). Da sie für ihren Gründer einen messianischen und prophetischen Status beansprucht, rief die A. den heftigen Widerstand der sunnitischen Muslime hervor und wurde beschuldigt, das musl. Dogma, welches die Letztgültigkeit von Muḥammads Prophetenamt behauptet, zu verwerfen. Unter brit. Herrschaft war die Auseinandersetzu…

Ahn

(285 words)

Author(s): Hoffmann-Richter, A.
[English Version] Ahn, Byung-Mu (23.6.1922 Pyungnam – 19.10.1996 Seoul). Mitbegründer der koreanischen Minjung-Theologie und Mitglied des polit. Widerstands in Südkorea. Studium 1956–1965, u.a. bei G.Bornkamm. Theol. Diss. Heidelberg 1965. 1971–1975 (1979) Professor für NT an der Koreanischen Theol. Hochschule in Seoul, 1984–1987 als Dekan. 1973 Gründung des Koreanischen Theol. Forschungsinstituts (1996 als »Aunae-Stiftung«) und langjährige Tätigkeit als dessen Direktor sowie als Autor und Hg. – Vo…

Ahnen/Ahnenverehrung

(2,995 words)

Author(s): Balz, H. | Harich-Schwarzbauer, H. | Podella, T. | Seiwert, H. | Michaels, A. | Et al.
[English Version] I. ReligionswissenschaftlichAlle Ahnen, die rel. verehrt werden, sind gestorbene Menschen, aber nicht alle Toten sind Ahnen, und nicht jedes Totenritual ist Ahnenkult. Zu den Ahnen gehört, daß ihr verwandtschaftlich-genealogischer Zusammenhang mit den Lebenden über eine oder viele Generationen hin bewußt ist, und ein periodischer, regelmäßiger, über die Totenrituale hinausgehender Kult. Er vereinigt in Opfer, Gebet und Gemeinschaftsmahl mindestens die Kleinfamilie, häufiger die Pa…

Ahriman

(10 words)

[English Version] AhrimanAhura Mazdā

Ahura Mazdā.

(185 words)

Author(s): Gnoli, G.
[English Version] Wörtlich »weiser Herr«, ist der höchste Gott des altir. Mazdaismus, der v.a. in der durch Zarathustra geprägten Form bekannt ist (7./6.Jh. v.Chr.). Sein Name ist im Avesta zu finden; in den altpers. Inschriften (6./4.Jh. v.Chr.) erscheint die Lautung »Auramazdā«, in den mittelpers. Inschriften (3.Jh. n.Chr.) und den Pehlewi-Büchern (9.Jh. n.Chr.) »Ohrmazd«, in der griech. Nebenüberlieferung, »Ōrosmasdēs« usw. Schöpferisch wirkend und allwissend ist er ein transzendenter Gott, Va…

Ai

(137 words)

Author(s): Niemann, H.M.
[English Version] (»die Trümmerstätte«), heute et-Tell, 2 km südöstlich von Bethel. Regional dominierender Ort der FB-Zeit 3200–2400 v.Chr., in der Blüte 11 ha mit Mauer, vier Toren, Tempel, Akropolis. Nach Siedlungspause 2400–1200 entstand ein unbefestigtes Bauerndorf (1ha) bei der FB-Akropolis. Besiedlungsende ca.1050 v.Chr. ohne Gewaltanwendung. Jes 10,28 nennt den unbewohnten Ort anläßlich gegen Jerusalem anrückender Assyrer. Exilsrückkehrer siedelten bei A. (Neh 11,31). Nachexil. wurde A. al…

Aidlingen

(62 words)

Author(s): Schäfer, K.
[English Version] Aidlingen, Diakonissenmutterhaus, gegründet 1927 von Christa von Viebahn (1873–1955) für diakonisch-missionarische Aufgaben v.a. in Deutschland. A. gehört in die Tradition der Gemeinschaftsbewegung und ist Mitglied im Gnadauer Verband. Schwerpunkt der Arbeit sind heute diakonische und evangelistische Aufgaben; von den 358 Schwestern (1996) sind nur wenige außerhalb Deutschlands eingesetzt, zumeist in Kooperation mit evangelikal orientierten Missionsgesellschaften. Klaus Schäfer

AIDS

(368 words)

Author(s): Eibach, U.
[English Version]  (Acquired Immune Deficiency Syndrome) ist das Vollbild einer neu entstandenen Infektionskrankheit, verursacht durch v. a. im Sperma und Blut enthaltene Typen von Viren (Human Immunodeficiency Virus=HIV), die das Immunsystem schwächen. Infolgedessen kommt es zu fast immer tödlichen Erkrankungen (Infektionen u.a.). Von der Infektion bis zum Ausbruch von A. vergehen durchschnittlich zehn Jahre. In Deutschland erfolgten 1996 52% der Infektionen durch homosexuelle Kontakte bei Männer…

Ailey

(151 words)

Author(s): Savage, S.B.
[English Version] Ailey, Alvin (5.1.1931 Rogers, TX – 1.12.1989 New York), amer. Tänzer und Choreograph, der die Bedeutung der Schwarzen im zeitgenössischen Tanz repräsentiert. A. studierte Tanz bei Lester Horton und leitete bis 1979 seine eigene Truppe, das A.A. American Dance Theatre in New York. Seine im Stil des traditionellen modernen Tanzes choreographierten Werke widmen sich der ganzen Bandbreite Erfahrung der Schwarzen, von sozialer Ungleichheit bis hin zur rel. Erweckung. Sein berühmtestes…

Ainu-Religion

(308 words)

Author(s): Kreiner, J.
[English Version] . Die Ainu (»Mensch«) sind eine kulturell und sprachlich weitgehend japanisierte ethnische Minderheit in Nordjapan mit heute geschätzten 30 000 Angehörigen. Bis ins 20.Jh. hinein umfaßte ihr Siedlungsraum auch die Kurilen und Südsachalin. Die Stellung der Ainu in der japanischen Ethnogenese ist noch umstritten. Anthropologisch stellen sie einen paläo-mongoliden Typ dar, ihre Sprache ist isoliert. Traditionell waren die Ainu Jäger, Fischer und Sammler. Die grundlegende soziale Ein…

Aion

(531 words)

Author(s): Harich-Schwarzbauer, H. | Brague, R.
[English Version] I. Der Gott Aion Αι᾿ω´ν/Aiō´n, der griech. Gott der Ewigkeit im Sinne von nicht meßbarer, unbegrenzter Wiederkehr ist ab dem Hellenismus bezeugt. Eine einheitliche Prägung wurde A. nie zuteil; teils tritt er als (linear) ewiger, teils als (zyklisch) sich stets erneuender Gott auf. Die Herkunft aus dem sem. bzw. äg. Raum ist wahrscheinlich. Auf alexandrinischen Münzen (2.Jh. n.Chr.) wird A. als sich verjüngender Phoenix dargestellt. Nach dem »Griech. Alexanderroman« (I 30–33) ist A. …

Aischylos

(281 words)

Author(s): Bendlin, A.
[English Version] (ca.525/24–456/55 v.Chr.), athenischer Dramatiker. Von den A. zugeschriebenen ca.70–90 Tragödien und Satyrspielen sind erhalten: »Perser« (472 v.Chr.), »Sieben gegen Theben« (467), »Hiketiden« (461?) sowie »Agamemnon«, »Choephoren« und »Eumeniden« (458), die sog. »Oresteia«. Weiteres ist frgm. überliefert. Die Form der Trilogie erlaubt A. die Darstellung zusammenhängender Handlungsverläufe über längere Zeiträume hin. Diese Handlungsverläufe und das daraus resultierende Leid sind…

Ajaṇṭā, Höhlenmalereien

(198 words)

Author(s): Weiner, S.L.
[English Version] . Die 31 buddhistischen Höhlen von A. sind in eine fast senkrechte Steilküste der westlichen Ghāts in Maharashtra, Indien, gemeißelt. Von ca.100 v.Chr. bis ca.600 n.Chr. wurden in einer Nachahmung von Architektur die Fassaden und die Innenräume der Höhlen in den Fels gegraben und die Formen, innere Zwischenräume und Figuren, aus dem Stein gehauen, verziert und bemalt. Die verschiedenen Grundrisse und die gemeißelten und bemalten Figuren spiegeln wechselnde Schwerpunktsetzungen in…

Ājīvikas.

(279 words)

Author(s): Bollée, W.
[English Version] Bildeten eine der vedischen Religion gegenüber häretische Sekte, die im 6.Jh. v.Chr. von Makhali Gosāla, einem Zeitgenossen des Jina Mahāvīra und etwa auch des Buddha Gautama, in Sāvatthi (heute: Maheth im Osten Indiens) gegründet wurde. Ihre Lebensanschauung, die wir nur aus der Literatur ihrer Gegner (Buddhisten, Jainas, später auch Śivaïten) kennen, beinhaltet anscheinend das Schicksal (Sanskrit niyati) als treibende Kraft im Weltall und leugnet die Kausalität, was ihnen v.a.…

Akademie

(6,411 words)

Author(s): Leinkauf, T. | Wennemuth, U. | Scheilke, C.Th.
[English Version] I. Allgemein 1. Begriff, platonische Akademie. Das in fast allen eur. Sprachen mit nur leichten Varianten verwendete Wort »Akademie« geht auf den griech. Begriff α᾿καδη´μεια, α᾿καδημι´α (akadē´meia, akadēmía) zurück; dieser bezeichnete zunächst einen parkähnlichen, ummauerten, hl. Bezirk, der wohl primär dem Akademos, einem athenischen Lokalgott und Heros, dann aber auch der Athena gewidmet war. In diesem umschlossenen Bezirk befand sich neben dem Heiligtum auch ein Gymnasium. Die in der heutigen Verwe…

Akademikervereinigungen, christliche

(858 words)

Author(s): Scheilke, C.T. | Ilgner, R.
[English Version] I. Evangelische Akademikervereinigungen Die bekannteste ist die Ev. Akademikerschaft in Deutschland (EAiD), Stuttgart, gegründet 1947 als Altfreundeschaft der Ev. Studentengemeinden, die sich zum Ziel gesetzt hatte, »die christliche Botschaft unter Akademikern aus(zu)richten«; Namensänderung 1954. Die EAiD will Menschen aus vielen Berufen und unterschiedlichen Bildungswegen zu Einsatzbereitschaft und Verantwortung in Kirche, Staat und Gesellschaft anleiten. Die EAiD wendet sich nic…

Akathistos-Hymnus,

(166 words)

Author(s): Schneider, J.
[English Version] griech. 'Ακα´θιστος ῞ϒμνος, »nicht sitzend«, d.h. stehend zu singendes Lob- und Danklied auf die Gottesgebärerin, das das Geheimnis der Inkarnation Gottes preist. Der urspr. A. enthält ein Proömium und 24 alphabetisch beginnende Strophen, die abwechselnd mit dem Refrain »χαι˜ρε, νυ´μϕη α᾿νυ´μϕευτε« (chaíre, nýmphē anýmpheute) bzw. »'Αλληλου´ι¨α« (Allēloúia) enden. Der A. wurde wahrscheinlich im 5./6. oder 7.Jh. anonym im christl. Osten als Kontakion gedichtet. Ob er Romanos dem Meloden, Sergius von Konstantinopel oder einem…

Akbar I.

(286 words)

Author(s): Malik, J.
[English Version] (Abū l-Fatḥ Jalāl al-Dīn Muḥammad, 1542–1605), dritter und wohl bedeutendster Mogulkaiser Südasiens, dehnte das Reich aus und stellte eine indo-pers. Autonomie des Mogulreiches gegenüber den isl. Höfen her. Tiefgreifende Reformen sollten eine kulturelle und binnenwirtschaftliche Integration herstellen. Im rel. Bereich wurde der Lehrkanon reformiert und versucht, isl. Orthodoxie und separatistische Strömungen zu bezwingen. Am Hof fanden Diskussionszirkel mit Jesuiten, Hindus (H…

Akindynos,

(130 words)

Author(s): Podskalsky, G.
[English Version] Gregorios (1300 Prilep – vor Mai 1348 im Exil), studierte in Pelagonia (Bitola) und Thessalonich, war bekannt mit Palamas und Nikephoros Gregoras. Nach Treffen mit Barlaam von Kalabrien Vermittlung zw. diesem und Palamas (1336) bezüglich der »antilat. Traktate« über die Unbeweisbarkeit der Offenbarung. Nach Beginn der palamitischen Kontroverse (1337) weiterer Vermittlungsversuch, endgültiger Bruch nach der Synode von 1341: Verurteilung A.' (RAPC 2212). Weihe zum Diakon/Priester (…

Akklamation,

(138 words)

Author(s): White, J.F.
[English Version] liturgischer Begriff, der die (manchmal spontane) Antwort der Gemeinde auf eine Bekanntmachung, eine Lesung oder ein Gebet bez. Dazu gehören solche Gelegenheiten wie die A. von Kandidaten für die Ordination als »würdig«, die Bestätigung der Wahl eines Bf., die Zustimmung zur Weihe eines Bf. oder zur Krönung eines Papstes. In neuerer Zeit wird der Begriff bes. zur Bez. der Antworten der Gemeinde beim eucharistischen Gebet verwendet. Solche Responsorien, die eine lange Tradition h…

Akko

(170 words)

Author(s): Lehmann, G.
[English Version] Akko, Hafenstadt in Nord-Israel. Erste Besiedlung in FB-Zeit I; seit MB-Zeit IIA fast lückenlos bewohnt. A. wird zuerst in den äg. Ächtungstexten, seit Thutmosis III. (Ägypten: II.,1.) während der SB-Zeit in äg. Quellen und der Amarna-Korrespondenz genannt. Der Stadtstaat umfaßte damals den größten Teil der A.-Ebene. In E-Zeit I brach er zusammen. Seit E-Zeit II war A. wieder Zentrum der Ebene, wohl von Tyrus beherrscht. Ascher (Stämme Israels), in dessen Gebiet A. lag (Jos 10,30…

Akkommodation

(653 words)

Author(s): Körtner, U.H.J. | Küster, V.
[English Version] I. Dogmatisch und fundamentaltheologisch Der Begriff »A.« (von lat. accommodatio, Anpassung) stammt urspr. aus der antiken Rhetorik (: I.) und bezeichnet die Anpassung eines Gegenstands an seine Umgebung, in der Rhetorik die Anpassung der sprachlichen Formulierung an Gegenstand, Zweck und Adressaten der Rede. In der christl. Rhetorik wird er theol. vertieft. Augustin deutet die Analogien des Schöpfers in der Natur als göttliche Beredsamkeit (CSEL 34, 184 f.). Zuvor hatte schon Hilar…

Akkulturation

(8 words)

[English Version] AkkulturationInkulturation

Akoimeten

(167 words)

Author(s): Elm, S.
[English Version] . Die Akoímētoi (α᾿κοι´μητοι, griech. »die Schlaflosen«) waren eine aus Griechen, Lateinern und Syrern (anfänglich auch Kopten) bestehende spätantik-byz. Mönchsgemeinschaft, die mit ihrem Gründer Alexander (355–430) nach 404 aus Syrien nach Konstantinopel kam und bis zu ihrer Verurteilung als Messalianer (Euchiten) 426/27 das Kloster St. Menas bewohnte. Mit Hilfe des Patriarchen Hypatios bestand die Gemeinschaft jedoch fort, um schließlich unter Marcellus (ca. 448–484) in dem Kloste…

Akropong

(211 words)

Author(s): Gyanfosu, S.
[English Version] . Hauptstadt des ostakanischen Staates Akwapem im südlichen Ghana, 40 km nordöstlich von Accra. Die Bevölkerung spricht Twi und ist matrilinear. A. ist eines der wichtigsten missions- und bildungsgesch. Zentren des Landes und Ausbildungsstätte der presbyterianischen Kirche. Die Stadt hatte ihren ersten Kontakt mit dem Christentum 1835, sieben Jahre nach der Ankunft der ersten Basler Missionare (Basler Mission) in Christiansborg an der damaligen Goldküste 1828. In jenem Jahr zog A…

Akrostichon.

(79 words)

Author(s): Kadelbach, A.
[English Version] Wort, Name, Satz oder Alphabet, gebildet aus den Anfangsbuchstaben (-silben, -wörtern) aufeinanderfolgender Verse oder Strophen eines Gedichts. Orientalische Wurzeln (auch des alphabetischen A. im AT und in lat. Hymnen). Urspr. magische, mnemotechnische und bewahrende Bedeutung. Lit. Kunstform im MA und im Barock, auch im Kirchenlied; z.B. EG 523 (Autorenname), 525 (Gedenkname), 70, 147, 367 (Widmungsinitialen), 242, 361, 402 (Spruch, Wahlspruch). Ada Kadelbach Bibliography A.Kadelbach, Das A. im Kirchenlied. Typologie und Deutungsansätze (J…

Aksakov

(86 words)

Author(s): Ivanov, V.
[English Version] Aksakov, Ivan Sergeevič (8.10.1823 Nadeždino – 8.2.1886 Moskau), bedeutender Vertreter des Slavophilentums der »Zweiten Welle«. Neben seinem dichterischen Schaffen war A. Redakteur einer Reihe führender slavophil orientierter Zeitschriften und Zeitungen. Er wandte sich gegen den Nominalismus in der Soziologie und sah im Volk einen ganzheitlichen Organismus. Infolge des Wachsens seines Selbstbewußtseins bildet sich die Gesellschaft (Intelligenz), deren wichtigstes Merkmal das geistige Schaffen ist, v. a. in der Literatur. Vladimir Ivanov Bibliogr…

Aksakov

(95 words)

Author(s): Ivanov, V.
[English Version] Aksakov, Konstantin Sergeevič (10.4.1817 Novo-Aksakova – 19.12.1860 Zante), einer der Begründer des Slavophilentums als hist. Lehre, Vf. einer Reihe von Arbeiten zur russ. Gesch. und Philol., hervorgetreten auch als Dramaturg, Dichter und Lit.kritiker, beschäftigte sich insbes. mit G.W.F.Hegel. A. leistete einen bedeutenden Beitrag zur Lehre der Slavophilen durch seine Abgrenzung der Wirkungsbereiche des »Landes« (Volkes) von denen des Staates. Dieser erscheint als Träger der »äuße…

Aksum

(81 words)

Author(s): Haile, G.
[English Version] (Axum), alte Hauptstadt Äthiopiens, in Tigre (nördliches Äthiopien) gelegen. Obschon in vorchristl. Zeit gegründet, wurde die Stadt später als Geburtsstätte der äth.-orth. Christenheit berühmt. Obwohl im 10. und im 16.Jh. zerstört, gilt es den Gläubigen noch immer als hl. Stadt und wird »unsere Mutter Zion« genannt. »Zion« bezieht sich auf Maria, symbolisiert durch die Bundeslade (Tempel/Tempelausstattung) des Mose, von der die Tradition glaubt, daß sie in der dortigen Marienkirche aufbewahrt sei. Getatchew Haile Bibliography S.C.Munro-Hay, A., 1991.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

(349 words)

Author(s): Stöhr, M.
[English Version] . L.Kreyssig entwarf für den Leipziger Kirchentag 1954 ein Schlußwort, in dem er zu »Frieden und Versöhnung« aufrief, um Konsequenzen aus dem Stuttgarter Schuldbekenntnis und dem Darmstädter Wort zu ziehen. Der Aufruf wurde nicht zugelassen. Erst 1958 unterzeichneten 79 von 120 EKD-Synodalen den neuformulierten Aufruf »Wir bitten um Frieden«; dies war die Geburtsstunde der Aktion Sühnezeichen (A.S.). Die A.S. versteht Sühne als praktisch tätige Umkehr von Gewalt und Unrecht zu Ve…

Aktivität/Passivität

(1,182 words)

Author(s): Herms, E. | Härle, W.
[English Version] I. Religionsphilosophisch und fundamentaltheologisch Fundamentaltheol. thematisiert die Konstitution das Zustandekommen christl. Daseinsgewißheit. Dessen bewußtseins- bzw. persontheoretische Beschreibung muß auf ihre ontologischen Voraussetzungen bedacht und in deren Rahmen verstanden werden. Erst im Rahmen des ontologischen Verständnisses von A. und P. (1) findet ihr person(bewußtseins)theoretisches Verständnis seinen wahren Ort (2). –  1. A. ist die Eigenschaft von in Prozessen (: I.) wirkenden Instanzen, selbst die hinreic…

Aktualismus

(88 words)

Author(s): Zasche, G.
[English Version] (Gnadenlehre, Akt und Potenz). Der Begriff A. stammt von Gentile. In der Theol. wird unter A. die rechte Zuordnung von Natur und Gnade verhandelt, mit der Tendenz, die Natur als eigenständige und vorgegebene Größe möglichst im ständig schöpferisch-tätigen Gnadenhandeln Gottes aufgehen zu lassen. Einen konsequenten A. vertritt K.Barth. Sobald anthropologische Strukturen überhaupt zugelassen werden und nur eine verobjektivierende scholastische Metaphysik ausgeschlossen wird, kann man von gemäßigtem A. sprechen. Gregor Zasche Bibliography G.Gentile, De…

Akt und Potenz

(1,067 words)

Author(s): Wieland, W. | Knuuttila, S.
[English Version] I. Philosophisch Akt und Potenz (actus, Verwirklichung, Wirklichkeit – potentia, Anlage, Möglichkeit), ein von Aristoteles eingeführtes Begriffspaar. Es ist dazu bestimmt, dem Sachverhalt gerecht zu werden, daß zum Seienden im Ganzen nicht nur das faktisch Existierende gehört, sondern auch der Bereich der Anlagen, Dispositionen und Fähigkeiten, die auf etwas bezogen sind, was selbst nicht oder noch nicht wirklich ist, jedoch verwirklicht werden kann. Die Unterscheidung zwischen Wir…

Akzeptanz

(275 words)

Author(s): Lange, D.
[English Version] Akzeptanz, soziale, (lat. acceptare: annehmen, sich gefallen lassen). Diese Neubildung aus den 70er Jahren unseres Jh. bedeutet Billigung oder mindestens Tolerierung von a) sozialen Normen, b) technischen Entwicklungen und deren Verbreitung. Zunehmende Unübersichtlichkeit der Gesellschaft, die rasche wiss.-technische Entwicklung, aus beidem resultierende Informationsdefizite und prinzipielles Mißtrauen gegenüber den Institutionen sowie Individualisierung und Wandel der Wertvorste…

Akzidenz

(8 words)

[English Version] AkzidenzSubstanz

Alacoque

(137 words)

Author(s): Henze, B.
[English Version] Alacoque, Marguerite-Marie (22.7.1647 Vérosvres, Burgund – 17.10.1690 Paray-le-Monial). Nach frühem Tod des Vaters litt sie unter der strengen Verwandtschaft, trat 1671 bei den Salesianerinnen in Paray-le-Monial ein (Profeß 1672) und wurde 1685 Novizenmeisterin. Ihre um Sühne und Aufopferung kreisende Sicht der Herz-Jesu-Frömmigkeit, die sich auf Christuserscheinungen v.a. in den Jahren 1673 bis 1675 gründete, fand zunächst nur lokal Anklang, wurde aber im 19.Jh. in der röm.-kath.…

Aladura

(373 words)

Author(s): Adogame, A.
[English Version] Aladura, Gruppe von Kirchen, die sich unter den Yoruba (in Nigeria) seit dem zweiten Jahrzehnt dieses Jh. herausgebildet hat. Dazu gehören die »Christ Apostolic Church« (CAC), »Cherubim and Seraphim« (C [[amp]] S), die »Church of the Lord (Aladura)« (CLA), die »Celestial Church of Christ« (CCC), die »Evangelical Church of Yahweh« und verschiedene Unter- und Splittergruppen. »A.« leitet sich etymologisch von dem Yoruba-Begriff »al adua« (»die Besitzer des Gebets«) ab; diese Bezeic…

Alain-Fournier

(141 words)

Author(s): Gibson, R.D.
[English Version] Alain-Fournier, Henri, eigentlich Henri-Alban Fournier (3.10.1886 La Chapelle-d'Angillon – 22.9.1914 Les Hauts-de-Meuse), franz. Romancier. Nach zweijährigem Militärdienst wurde er erst lit. Kolumnist, dann Privatsekretär. Thema seines einzigen vollendeten Romans »Le Grand Meaulnes« (1913) ist, daß der Verlust eigener Unschuld das Recht auf vollkommenes Glück verwirkt. Mit einem zweiten Roman, »Colombe Blanchet«, hatte er kaum begonnen, als er 1914 eingezogen wurde und bald darauf…

Alalah˘

(174 words)

Author(s): Klengel, H.
[English Version] . A. lag an der Stelle des heutigen Açana, arab. Tall al-Aṭšāne, ca.32 km östlich von Antakya (Türkei). Ausgrabungen unter Sir Leonard Woolley 1937–1939 und 1946–1949 legten u.a. zwei Paläste mit Tontafelarchiven frei. Der ältere (18./17.Jh.) zeigt kretisch beeinflußte Wandmalerei, der jüngere (15.Jh.) besitzt einen durch Säulen gestützten Portikus. Als Siedlung im 4. Jt. entstanden, war A. Mitte des 18.Jh. eine Sekundogenitur von Jamḫad/Aleppo. A. verfügte zur Zeit von Jarim-L…

Aland

(148 words)

Author(s): Mühlenberg, E.
[English Version] Aland, Kurt (28.3.1915 Berlin – 13.4.1994 Münster). Für Studium (1933–1938), für das Engagement in der Bekennenden Kirche und Redaktion der »Jungen Kirche« und für den Weg in die Wiss. war Berlin die geeignete Stadt. Von H.Lietzmann lernte A. das Wissenschaftsideal, wie er es 1979 in dessen Briefwechsel dokumentierte, und bewahrte es einfallsreich und integer in Wissenschaftsorganisation (u.a. ThLZ, GCS, TU) gegen die Staatsmächte. Nach der NS-Zeit wurde A. Prof. für Kirchengesch.…

Alanus

(129 words)

Author(s): Rieger, R.
[English Version] ab Insulis (von Lille, geb. 1116/30 bei Lille, gest. als Zisterzienser 1202/03 in Cîteaux). Er studierte wohl in Paris und Chartres um 1140/50 bei Gilbert von Poitiers, Bernhard von Clairvaux und Thierry von Chartres, lehrte dann die Artes liberales und Theol. in Paris und Montpellier. Er verfaßte einerseits dichterisch-philos. Schriften, wie »De planctu naturae« und den »Anticlaudianus de Antirufino«, die in allegorischer Form seine naturphilos.-ethischen Auffassungen darstellen.…

Albanien.

(421 words)

Author(s): Bryner, E.
[English Version] I. Der Islam ist die verbreitetste Rel. in A. Das Gebiet des heutigen A. war 1385–1479 Teil des Osmanischen Reichs. Nach anfänglichem Widerstand traten große Teile der Bevölkerung zum Islam über, meist, um sich von der Kopfsteuer für alle nichtmusl. Untertanen zu befreien und sich polit. und soziale Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen. Nach Phasen gewaltsamer Islamisierung im 17. und 18.Jh. blieben vielerorts christl. Überzeugungen und Bräuche wie Taufe, Heiligenverehrung und Wall…

Alber

(242 words)

Author(s): Ehmer, H.
[English Version] (Aulber), Matthäus (4.12.1495 Reutlingen – 1.12.1570 Blaubeuren), Reformator Reutlingens. A. studierte seit 1513 in Tübingen, u.a. bei Melanchthon, seit 1520 in Freiburg i.Br. 1521 wurde er Prediger in Reutlingen und trat von Anfang an für die Kirchenreform ein. Die Gegnerschaft von außen (Ermittlungen des Bf. von Konstanz, Verhör A.s vor dem Reichsregiment in Esslingen Anfang 1525) bewirkten in der Stadt eine Solidarisierung mit A. (Reutlinger Markteid um Pfingsten 1524), so daß …

Albert

(135 words)

Author(s): Hartmann, W.
[English Version] von Aachen. Die wohl zeitgenössisch abgefaßte »Historia Hierosolymitanae expeditionis« nennt in einigen Überlieferungen einen sonst unbekannten »canonicus Albertus Aquensis ecclesiae« als ihren Vf. Die Bücher 1–6 beschreiben den ersten Kreuzzug einschließlich der vorausgegangenen Armenkreuzzüge, die Bücher 7–11 stellen die Geschichte des Königreichs Jerusalem bis 1111 dar. Buch 12 skizziert nur noch knapp die Ereignisse von 1111 bis 1119. Der Vf. hat für sein episodenreiches Werk …

Albert

(164 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] von Riga (1165/70 Bremen–17.1.1229 Riga), aus dem Ministerialengeschlecht von Buxhöveden. Als Bremer Domherr und Scholaster 1199 zum dritten Bf. für Livland geweiht, segelte er 1200 erstmals mit einem Kreuzfahrerheer an die Dünamündung, wo er 1201 die Stadt Riga gründete, in die er den Bischofssitz verlegte. Der 1202 zur Absicherung des Missionswerks gegründete Schwertbrüderorden war ihm zwar unterstellt, lockerte jedoch schon bald seine Abhängigkeit. Obwohl A. für sein Bistum 120…

Alberti

(75 words)

Author(s): Petzoldt, M.
[English Version] Alberti, Valentin (15.12.1635 Lähn, Schlesien – 15.9. 1697 Leipzig), Prof.theol. in Leipzig, nahm im Streit um A.H.Francke 1689 eine vermittelnde Position ein. Seine Haltung führte zur Belebung der Frömmigkeit ohne institutionelle Änderungen in der Kirche. Verteidigte das als bibl. erkannte Naturrecht gegen dessen aufklärerische Begründung bei H.Grotius, S.Pufendorf und Ch. Thomasius. Martin Petzoldt Bibliography M.Petzoldt, Konfessionalisierung als Identitätssuche, in: H.Baier (Hg.), Konfessionalisierung vom 16. bis 19.Jh., Kirch…

Alberti

(118 words)

Author(s): Hüttel, R.
[English Version] Alberti, Leon Battista (14.2.1404 Genua – 25.4.1472 Rom), Humanist und Architekt, war von 1432–1464 Sekretär am päpstl. Hof und lebte bis zu seinem Tod in Florenz. Mit seiner Umgestaltung von S.Francesco in Rimini (1446–1455), S.Sebastiano in Mantua (1459–1463) und S.Andrea in Mantua (ab 1472) gab A. praktische Exempel seiner theoretischen Maxime, daß Architektur v.a. der Festigkeit (»firmitas«), der Zweckmäßigkeit (»utilitas«) und der Schönheit (»venustas«) entsprechen müsse. Sein…

Albertini

(141 words)

Author(s): Meyer, D.
[English Version] Albertini, Johann Baptist v. (17.2.1769 Neuwied –6.12.1831 Berthelsdorf), aus einem Graubündner Geschlecht, besuchte 1782 das Pädagogium der Brüder-Unität in Niesky, wo er sich mit F.Schleiermacher befreundete; beide wechselten 1785 auf das theol. Seminar in Barby. Ab 1788 war er Lehrer am Pädagogium in Niesky/Barby, 1795–1810 am theol. Seminar in Niesky, seit 1804 auch Prediger. 1814 wurde er zum Bf. ordiniert, 1821 in die Unitätsleitung berufen. A. war ein beliebter Prediger, eifr…

Albertus Magnus

(703 words)

Author(s): Rieger, R.
[English Version] (A.Alemanus, Coloniensis, Teutonicus, de Lauing; um 1200 Lauingen – 15.11.1280 Köln); aus ritterlicher Familie (nicht derer von Bollstädt). Nach Studium in Padua, wo er 1223 durch Jordan von Sachsen dazu veranlaßt wurde, in den Dominikanerorden einzutreten, verbrachte er das Noviziat mit Theologiestudium in Köln, legte 1224 die Profeß ab und wurde 1228 zum Priester geweiht. Ab 1233 lehrte er als Lektor in den Konventen von Hildesheim, Freiburg i. Br., Regensburg, Straßburg, Köln…

Albert von Sachsen

(139 words)

Author(s): Rieger, R.
[English Version] (um 1316 Helmstedt – 8.7.1390 Halberstadt), Naturphilosoph und Logiker. A. studierte in Paris, wurde 1351 dort Magister und 1353 Rektor. 1362 trat er in den Dienst Urbans V., wurde 1365 erster Rektor der Universität Wien und 1366 Bf. von Halberstadt. In seiner Pariser Zeit vf. er Komm. zu den physikalischen und logischen Schriften des Aristoteles und ein durch Wilhelm von Ockham beeinflußtes Kompendium der Logik, die »Perutilis Logica«, sowie Sophismata. In Naturphilos. und Logi…

Albertz

(411 words)

Author(s): Hermle, S.
[English Version] , 1. Martin (7.5.1883 Halle/S. – 19.12.1956 Berlin). 1910 Pfarrer in Stampen, 1921 Studiendirektor Johannesstift Berlin-Spandau, 1928 Superintendent Soldin, 1931–1953 Spandau, 1936 Mitglied, dann Vorsitzender der 2. Vorläufigen Kirchenleitung (VKL), 1941/42 und 1944/45 Gefängnis, 1945 Prof. für ref. Theol., Berlin, und für NT an der Kirchl. Hochschule Berlin, Mitglied der Kirchenleitung Berlin-Brandenburg, 1949 Moderator des Reformierten Bundes. – Als einer der Wegbereiter der form…

Alber(us),

(135 words)

Author(s): Scheible, H.
[English Version] Erasmus (ca.1500 Windecken [heute zu Nidderau] oder Bruchenbrücken [heute zu Friedberg] – 5.5.1553 Neubrandenburg). Schulbesuch in Nidda und Weilburg, 1520 Studium in Wittenberg, ab 1522 Lehrer in Büdingen, Oberursel, Eisenach. 1528–1540 Pfarrer in Sprendlingen (heute Dreieich), dabei 1537 Reformator in Brandenburg-Küstrin. 1541 Pfarrer in Brandenburg-Neustadt, 1543 Pfarrer in Staden (heute zu Florstadt) und von dort Dr. theol. in Wittenberg, 1544–1545 Pfarrer in Babenhausen. Dan…

Albigenser.

(87 words)

Author(s): Selge, K.
[English Version] A. ist seit etwa 1180 gelegentliche Sonderbez. für die in der Stadt Albi aufgetretenen, dann allgemeiner gebraucht für die südfranz. Katharer der Grafschaft Toulouse, bes. seit dem »Albigenserkreuzzug« 1209–1249, der bis 1229 zur Wiederaufrichtung der Oberhoheit des Königs von Frankreich über das Languedoc führte. Reste der Katharer existierten an den Pyrenäen noch bis um 1320, wurden aber nicht mehr A. genannt. Kurt-Victor Selge Bibliography P.Belperron, La croisade contre les Albigeois et l'union du Languedoc à la France (1209–1249), 1942 A.Borst, Die Kat…

Albinos

(167 words)

Author(s): Halfwassen, J.
[English Version] (oder Alkinoos, so in den Hsn.) ist der Autor des »Didaskalikos«, einer handbuchartigen Zusammenfassung des kaiserzeitlichen Schulplatonismus aus dem 2.Jh. n.Chr., die Motive Platos, des Xenokrates und des Aristoteles verbindet. Im Zentrum steht eine Lehre von drei Prinzipien: Die Welt entsteht dadurch, daß Gott die präexistente Materie nach dem Vorbild der Ideen ordnet. Die Ideen sind die Gedanken Gottes, in denen dieser sich als höchster Geist (Nous) selbst denkt. Die starke B…

Albo

(255 words)

Author(s): Dan, J.
[English Version] Albo, Joseph (ca.1360 Soria, Altkastilien – ca.1444 Monreal), Verfasser des »Sefer ha-Iqqarim« (»Buch der Prinzipien«, 1485), eines der letzten bedeutenden rationalistischen Werke der jüd. Philos. im ma. Spanien. Er war Schüler von Chasdaj Crescas, dem großen Philosophen an der Schwelle zum 15.Jh., und war zugleich von der christl. Scholastik beeinflußt, bes. von Thomas von Aquin, und isl. philos. Werken, die er in hebr. Übersetzung las. Er folgte den Lehren des Simon ben Zemach D…

Albornoz,

(242 words)

Author(s): Rodrigues, M.A.
[English Version] Gil (Aegidius) Alvarez Carillo (um 1302 Cuenca – 1367 bei Viterbo), »der zweite Begründer des Kirchenstaates«, Kardinal, Staatsmann, Feldherr, Dr. Iur. Can. in Toulouse, 1338 Erzbf. von Toledo und damit Kanzler von Kastilien. A. war päpstl. Kreuzzugslegat für die Sarazenenkämpfe, an denen er persönlich teilnahm, und arbeitete eifrig an der Kirchenreform. Clemens VI. erhob ihn in Avignon zum Kardinal, womit seine kuriale Laufbahn begann. Innozenz VI. ernannte den militärisch und staa…

Albrecht

(374 words)

Author(s): Jürgensmeier, F.
[English Version] von Mainz (28.6.1490 Cölln/Spree – 24.9.1545 Mainz), Kardinal, Erzbf. von Mainz und Magdeburg, Administrator von Halberstadt, Kurfürst, Erzkanzler des Reiches; Sohn Kurfürst Albrecht Archilles' gest. 1499) und Margarethas von Sachsen (gest. 1501), Bruder von Kurfürst Joachim I. Nestor (gest. 1535). Markgraf von Brandenburg, ohne akademisches Studium juristisch und unter dem Einfluß von Bf. Dietrich von Bülow, Lebus, humanistisch ausgebildet. Nach kurfürstlicher Mitregentschaft 1500 bis 1503 um 1505 Beginn der geistl…

Albrecht

(334 words)

Author(s): Strohmaier-Wiederanders, G.
[English Version] (d. Ä.), Herzog von Preußen (17.5.1490 Ansbach – 20.3.1568 Tapian), entstammte als dritter Sohn des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Ansbach der fränkischen Linie der Hohenzollern. 1511 wählte man ihn zum Hochmeister des Deutschen Ordens. Der Ordensstaat mußte neu strukturiert werden; deshalb erstrebte A. von Anfang an die Loslösung aus der polnischen Lehnshoheit. A. begann, sich der Reformation zuzuwenden, war bei Luther und erbat sich dessen Rat. 1522 begegnete er in Nürnb…

Albright

(178 words)

Author(s): Jericke, D.
[English Version] Albright, William Foxwell (24.5.1891 Coquimbo, Chile – 19.9.1971 Baltimore), Orientalist und Archäologe, 1920–1935 Direktor der American School of Oriental Research in Jerusalem (seit 1959 W.F.Albright Institute of Archaeological Research), 1929–1958 Prof. für orientalische Sprachen in Baltimore. A. gilt als der bedeutendste amer. Palästinaforscher des 20.Jh. und als Begründer der amer.-isr. Ausprägung Bibl. Archäologie. Sein Hauptinteresse lag in der Erklärung bibl. Schriften im R…

Alcharisi,

(206 words)

Author(s): Dan, J.
[English Version] Judah (1170 Toledo? – 1235) bedeutender jüd. Dichter, Philosoph und Übersetzer im ma. Spanien. Er verbrachte einen Großteil seines Lebens auf Reisen in der Provence und viele Jahre lang im Nahen Osten, wo er Jerusalem, Damaskus, Baghdad und andere Orte besuchte. Er übersetzte die erzählenden Gedichte (»Maqammar«) von Al-Hariri aus dem Arab. ins Hebr. und schrieb sein bekanntestes Werk »Tachkemoni« (»Erleuchte mich«) in einem ähnlichen Stil. Es ist ein umfassendes philos. Werk in …

Alchemie.

(1,538 words)

Author(s): Jödicke, A.
[English Version] I. Als A. bezeichnet man ein spezielles Handwerkerwissen, welches zunächst zur Verwandlung von Metallen eingesetzt wird, dessen Ziel aber nicht nur in der Vervollkommnung der Stoffe, sondern auch des Menschen besteht (z.B. Heilung oder Unsterblichkeit). Die Ursprünge der abendländischen A. liegen im Altertum; bei den ersten schriftlichen Zeugnissen (3.Jh. n.Chr.) spielten die griech. Naturphilos. ebenso eine Rolle wie die hell. Astrologie, Gnosis und Mythologie. Wechselseitige Be…

Aldhelm

(150 words)

Author(s): Fichte, J.O.
[English Version] (ca. 639–709), adliger Abstammung mit verwandtschaftlichen Beziehungen zum westsächsischen Königshaus; Erziehung zuerst im Kloster Malmesbury durch den Iren Maíldub, dann in Canterbury bei den röm.-angelsächsischen Benediktinern unter Theodor und Hadrian; Verfechter des röm.-kath. Christentums (672 Brief an König Geraint und die Bischöfe von Domnonia u.a. zur Osterkontroverse); seit 672 oder 673 Abt von Malmesbury; Bau verschiedener Kirchen in Wessex; seit 705 erster Bf. des neu…

Aldrich

(146 words)

Author(s): Cornwall, R.
[English Version] Aldrich, Henry (1647 Westminster – 14.12.1710 Oxford), anglik. Theologe. Ausbildung am Christ Church College Oxford. Er wurde 1682 Kanonikus an Christ Church, dort 1682 auch Dr. theol. 1689 wurde er Dekan an Christ Church und übte dieses Amt bis zu seinem Tode aus. 1691 wurde er in die kirchl. Kommission berufen, deren Aufgabe es war, die Liturgie im Hinblick auf eine Aussöhnung mit den Dissenters zu überprüfen. 1692 wurde er Vizekanzler der Universität Oxford. Er war sowohl Autor…

Aleander

(256 words)

Author(s): Müller, G.
[English Version] Aleander, Hieronymus (13.2.1480 Motta di Livenza, Friaul – 1.2.1542 Rom). Der Sohn eines Arztes wurde in Motta, Pordenone, Venedig und Padua ausgebildet; früh erlernte er neben dem Lat. das Griech.; auch das Aram. und Syr. studierte er. In humanistischen Kreisen wurde A. bekannt und geschätzt. Erasmus ebnete ihm 1508 den Weg nach Frankreich. 1514 ging er nach Lüttich, 1516 nach Rom, wo er 1519 päpstl. Bibliothekar wurde. Leo X. sandte ihn 1520 nach Deutschland, um die Bannandrohun…

Aleijadinho

(128 words)

Author(s): Dreher, M.N.
[English Version] (1730 Vila Rica, heute Ouro Preto – 1814 ebd.), »Krüppelchen«, Spitzname des Antônio Francisco Lisboa, Sohn des portugiesischen Architekten Manuel Francisco Lisboa und einer afrikanischen Sklavin. Nach der Geburt vom Vater freigelassen, lernte er bei diesem Architektur und Bildhauerei. Seit 1777 leprakrank, arbeitete er dennoch an der Kirche des Wallfahrtsortes Congonhas do Campo, Senhor do Bom Jesus de Matosinhos, weiter. 66 Figuren eines Kreuzweges wurden in rosa Zedernholz ge…

Aleksandr Nevskij

(109 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] (30.5.1220 Jaroslavl' – 14.11.1263 Gorodok), seit 1236 Fürst von Novgorod und seit 1252 Großfürst von Vladimir, besiegte 1240 die Schweden an der Neva (daher sein Beiname) und 1242 die Deutschordensritter auf dem Eise des Peipus-Sees, unterwarf sich dagegen den Tataren, durch die er die russ.-orth. Identität weniger bedroht sah als durch den lat. Westen. Als Mönch gest., wurde er schon seit dem 14.Jh. als Heiliger verehrt. Peter d.Gr. überführte die Gebeine 1724 in die nach A. benannte Lavra in St.Petersburg. Peter Hauptmann Bibliography G.P.Majeska/A.I.Ponom…

Aleksij

(168 words)

Author(s): Hauptmann, P.
[English Version] (1293 Moskau – 12.2.1378 ebd.), Metropolit von Moskau, wurde mit 20 Jahren Mönch im Moskauer Epiphaniaskloster und war mit 26 Jahren bereits an der Verwaltung der russ. Metropolie beteiligt. Die Ernennung zum »Metropoliten von Kiev und ganz Rußland« wurde vom griech. Vorgänger Feognost 1353 in Konstantinopel durchgesetzt, wo er dafür vor dem Amtsantritt 1355 ein volles Jahr zu verbringen hatte. War offiziell auch Vladimir sein Sitz, so residierte er doch in Moskau, um von dort a…

Aleksij I.

(167 words)

Author(s): Schulz, G.
[English Version] (Simanskij; 27.10.1877 Moskau – 17.4.1970 ebd.), Patriarch von Moskau und ganz Rußland. Aus vornehmem Adel, Jura- und Theol.studium in Moskau, 1913 Bf. von Tichvin, 1926 Erzbf. von Chutyn (Novgorod), 1933 Metropolit von Leningrad, pastoral aktiv auch während der Blockade. In Loyalität gegenüber dem sowjetischen Staat aktivierte er das Leben der Gemeinden nach 1943 und versuchte, es trotz der Verfolgung 1958–1963 (öfftl. Protest 1960) zu erhalten. Er förderte die Beziehungen zu d…

Alemannen.

(284 words)

Author(s): Lorenz, S.
[English Version] Als die Römer in der 2. Hälfte des 3.Jh. das vom obergerm.-rätischen Limes gesicherte Dekumatenland aufgaben und sich hinter die »nasse« Grenze von Rhein, Iller und Donau zurückzogen, stießen germ. Verbände in den aufgelassenen Raum vor, die von den Römern – erstmals sicher belegt 289 – als A. bezeichnet wurden. Die Ethnogenese der A. ist umstritten. Mittlerweile herrscht die begründete Ansicht vor, daß die aus Mitteldeutschland kommenden, dem elbgerm. Kulturkreis zugerechneten …

Alemano

(214 words)

Author(s): Dan, J.
[English Version] Alemano, Jochanan ben Isaak (ca.1435 wahrscheinlich Florenz – ca.1504), war einer der bedeutendsten Kabbalisten, Philosophen und Lehrer in der jüd. Gemeinde Italiens in der 2. Hälfte des 15.Jh. Seinem Zeitgenossen Pico della Mirandola war er ein bedeutendes Vorbild hinsichtlich der Kabbala und hatte dadurch einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der christl. Kabbala seiner Zeit. Er wuchs in Florenz auf, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, lebte jedoch auch in Mant…

Alembert

(452 words)

Author(s): Kronauer, U.
[English Version] Alembert, Jean Le Rond d' (16.[17.?] 11.1717 Paris – 29.10.1783 ebd.), uneheliches Kind der Madame de Tencin und des Offiziers Destouches, von der Mutter auf den Stufen der Kirche St. Jean Le Rond ausgesetzt – daher der erste Teil des Namens. Der Vater sorgte für die Ausbildung am jansenistischen Collège des Quatres Nations (Jansenismus), wo er den zweiten Teil seines Namens erhielt. Schon früh erwarb sich A. Ruhm als Mathematiker und Physiker. Noch heute spricht man von dem 1743 im …

Aleppo

(99 words)

Author(s): Hannick, C.
[English Version] Aleppo, Stadt in Nord-Syrien bei Antiochien. Ein Bf. Eustathios nahm bereits am Konzil von Nicaea teil, als das Bistum vom antiochenischen Patriarchat abhing; A. wurde später zum autokephalen (Autokephalie) Erzbistum erhöht und gehört zur Kirchenprovinz Syria prima. Eine jakobitische Hierarchie, deren berühmtester Vertreter Barhebraeus war, ist ab ca.543 nachweisbar. Ab dem 12.Jh. lebten auch dort Armenier. A. wurde von byz. Truppen 962 wieder erobert. Ab dem 18.Jh. besteht in A. auch eine maronitische (Maroniten) sowie eine unierte Hierarchie. Christian H…

Alesius

(90 words)

Author(s): Scheible, H.
[English Version] (Alane), Alexander (23.4.1500 Edinburgh – 17.3.1565 Leipzig). Chorherr in St.Andrews, 1529 wegen Kirchenkritik inhaftiert, Flucht auf das Festland, 1533 Dozent in Wittenberg. 1535 geht A. ins reformfreundliche England, muß aber wegen Heirat 1539 erneut fliehen. 1540 wird er Prof. der Theol. in Frankfurt/O. und nimmt für Kurbrandenburg am Wormser Religionsgespräch teil. Ab 1542 lehrte er Theol. in Leipzig. Seine Bibelkommentare und Lehrbücher reflektieren die Traditionsverbundenheit der reformatorischen Lehre. Heinz Scheible Bibliography VD 16, 1, …

Alethophile

(153 words)

Author(s): Beutel, A.
[English Version] (»Wahrheitsfreunde«). Der vormalige sächsische Minister Ernst Christoph Graf v. Manteuffel, der Berliner Propst J. G. Reinbeck und der Buchhändler Ambrosius Haude stifteten 1736 in Berlin die Societas Alethophilorum. Bald kam es zu Tochtergründungen v.a. im sächsischen Raum (u.a. Weißenfels, Leipzig, Niederlausitz). Der Verein verfolgte das Ziel, die Wolffische Philosophie zu popularisieren. Die A. verpflichteten sich, nur das, wovon sie durch zureichenden Grund überzeugt waren,…

Alexander

(261 words)

Author(s): Köpf, U.
[English Version] von Hales (um 1185 Hales, England – 21.8.1245 Paris). Nach dem Studium der Artes und der Theol. lehrte A. seit den frühen 20er Jahren an der Pariser theol. Fakultät, behielt aber enge Beziehungen zu seiner Heimat. 1229 zog er mit den streikenden Pariser Professoren und Studenten nach Angers und vertrat 1230/31 ihre Forderungen an der röm. Kurie. Als er sich 1236 dem Franziskanerorden anschloß, der seit 1219 in Paris vertreten war, behielt er seine Professur und verschaffte dadurch…

Alexander

(139 words)

Author(s): Ehrenschwendtner, M.
[English Version] von Roes, Kanoniker am Frauenstift Maria im Kapitol in Köln; Lebensdaten unbekannt, falls er nicht mit A.v. Leysberg (1225 – vor 1300) zu identifizieren ist. A.v.R. schrieb 1281–1288 im Umkreis der Kurie in Viterbo: 1281 unter Einbeziehung eines Traktates des Jordanus von Osnabrück das »Memoriale de prerogativa Romani imperii«, gewidmet Jacobus Colonna; 1284/85 die Parabeldichtung »Pavo«, die beschreibt, wie auf einem Vogelkonzil der Pfau (Papst) mit Hilfe des Hahns (König von Fra…

Alexander

(144 words)

Author(s): Horst, P.W. van der
[English Version] von Lykopolis (2. Hälfte des 3.Jh. n.Chr. Ägypten), platonischer Philosoph (nicht: christl. Bf., wie von Photius bis Migne immer wieder behauptet). Er verfaßte gegen Ende des 3.Jh. die erste griech. Schrift gegen den Manichäismus (προ`ς τα`ς Μανιχαι˜ου δο´ξας/ prós tás Manichaíou dóxas) und ist ein wichtiger Zeuge für die frühmanichäische Geisteswelt und für die griech.-philos. Bedenken gegen diese Form von gnost. Dualismus. Obwohl A. den Manichäismus als eine pervertierte Abart des Christentums ansieht, ist sein re…

Alexander

(266 words)

Author(s): Williams, R.D.
[English Version] von Alexandrien. A. war von 312 oder 313 bis zu seinem Tode 328 Bf. von Alexandrien. Sein Geburtsdatum ist nicht überliefert, aber aus den Quellen geht hervor, daß er zur Zeit seiner Wahl bereits ein älterer Mann war. Während seines Episkopats hatte er mit den Folgen des Melitianischen Schismas (Melitius von Lykopolis) sowie eines weiteren Schismas zu kämpfen, das von einem Presbyter, Colluthus, herbeigeführt wurde, der das Ordinationsrecht für sich beanspruchte. Die Hauptkontrove…

Alexander

(315 words)

Author(s): Demandt, A.
[English Version] der Große (356 Pella – 13.6.323 v. Chr. Babylon), seit Plautus um 200 v.Chr. »der Große«, Sohn der Olympias aus Epirus und Philipps II., 336 sein Nachfolger als König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes, eroberte 334 bis 326 das Perserreich unter Darius III. und gründete 331 Alexandrien und starb 323 in Babylon, der geplanten Hauptstadt seines Universalreiches. A.s Silbermünzen zeigen Zeus und Herakles, seinen Ahnherrn (mit A.s Profil?), seine Goldmünzen Athena. A.…

Alexander

(74 words)

Author(s): Bozeman, T.D.
[English Version] Alexander, Archibald (17.4.1772 Rockbridge County, VA – 22.10.1851 Princeton, NJ), presbyterianischer Pastor, Lehrer und Theologe. Nach seiner Tätigkeit als Präsident des Hampden-Sydney College (1796–1807) und als Pastor in Philadelphia (1807–1812) wurde A. 1812 der erste Theologieprof. am Princeton Theological Seminary (Princeton) und legte die Grundlagen der »Princeton Theology«. Theodore Dwight Bozeman Bibliography Vf. u.a.: Outlines of Moral Science, 1836 Practical Truths, 1857 Über A.: M.A.Noll (Hg.), The Princeton Theology, 1812–182…

Alexander

(182 words)

Author(s): Bienert, W.A.
[English Version] von Jerusalem (Aelia Capitolina) stammte aus Kleinasien, studierte bei Pantaenus und Clemens in Alexandrien (Clemens widmete ihm eine seiner Schriften) und war zunächst Bf. in Kappadozien (spätere Zeugnisse nennen Flavias in Kilikien). Um 212 wurde er auf einer Pilgerreise in Jerusalem zum Mitbf. des greisen Narcissus gewählt und ca.222 dessen Nachfolger. Er starb als Märtyrer in der decischen Verfolgung (250; Christenverfolgungen: I.). Eine bes. Verehrung verband ihn mit Origenes…

Alexander I.

(126 words)

Author(s): Hagemeister, M.
[English Version] (12.12.1777 St.Petersburg – 19.11.1825 Taganrog), Kaiser von Rußland (1801–1825). Der älteste Sohn Pauls I. wurde unter der Obhut seiner Großmutter Katharina II. durch den liberalen Schweizer F.C. de La Harpe im Geist der Aufklärung erzogen. Nach einer Palastrevolution gelangte A. 1801 zur Herrschaft und begann eine umfassend konzipierte, jedoch nur halbherzig durchgeführte Reformpolitik. Als Führer der Koalition gegen Napoleon sah sich A. als »Retter Europas« und entwickelte un…

Alexander II.

(124 words)

Author(s): Oswalt, J.
[English Version] (17.4.1818 Moskau – 1.3.1881 St.Petersburg), Kaiser von Rußland (1855–1881). Innenpolit. gilt die Epoche des »Reformzaren« zu Recht als Wendepunkt. Am 19.2.1861 erfolgte als Kernpunkt der Reformen das Gesetz zur Abschaffung der Leibeigenschaft, 1864 u.a. die Justizreform. Kulturelle Institutionen erhielten erweiterte Autonomierechte. Vertreter der orth. Kirche bewirkten 1864 die Autorisierung von »Regeln für die Gründung orth. Bruderschaften« und einer »Satzung der Gemeindekurat…

Alexander III.

(225 words)

Author(s): Schmidt, T.
[English Version] Alexander III., Papst 7.9.1159 – 30.8.1181 (Rolando Bandinelli, geb. ca.1105 in Siena), Magister der Theol. in Bologna, von Eugen III. nach Rom geholt, 1150 Kardinal und 1153 Kanzler der Röm. Kirche; 1157 Legat Hadrians IV. zum Hoftag in Besançon, wo er unter heftigem Widerspruch der deutschen Fürsten das Imperium als päpstl. Lehen bezeichnete. 1159 tumultuarisch durch eine Kardinalsmehrheit zum Papst gewählt, während die kaiserfreundliche Minderheit Viktor IV. erhob, der von Fried…

Alexander Jannai

(153 words)

Author(s): Schwartz, D.R.
[English Version] (Jonathan, 103–76 v.Chr.). Hasmonäischer König von Judäa und Hoherpriester, Sohn Hyrkans I. Nachdem er zu Beginn seiner Herrschaft die Invasion Palästinas durch Kleopatra III. und Ptolemaios IX. Lathyrus erfolgreich überstanden hatte, führte A. – die Königreiche der Ptolemäer und der Seleukiden waren geschwächt und Rom noch weit weg (so Tacitus, Historiae 5.8.3) – ehrgeizige Feldzüge zur Erweiterung der Grenzen des hasmonäischen Reiches durch. Die 80er Jahre v.Chr. sahen einen l…

Alexander VI.,

(236 words)

Author(s): Weinhardt, J.
[English Version] Papst 11.8.1492–18.8.1503 (Rodrigo de Borja/Borgia, geb.1430/32 bei Valencia), 1456 von seinem Onkel Calixt III. zum Kardinal, 1457 zum Vizekanzler des Kirchenstaats ernannt. Dieses Amt hatte der gewandte Kirchenjurist 35 Jahre lang unter fünf Päpsten inne. Seine nicht den Canones gemäße Lebensführung – noch als Kardinal gab er ein offizielles Fest zur Hochzeit einer Tochter – galt im zeitgenössischen Rom zunächst nicht als bes. anstößig. Bei der Papstwahl 1492 setzte er sich als…

Alexander VII.

(164 words)

Author(s): Weitlauff, M.
[English Version] Alexander VII., Papst 7.4.1655 – 22.5.1667 (Fabio Chigi, geb. 13.2.1599 Siena), nach philos., juristischen und theol. Studien in Siena (1626 Dr. theol.) seit 1628 in päpstl. Diensten: 1629–1634 Vizelegat in Ferrara, 1635–1639 Inquisitor und Apostolischer Legat in Malta (1634 Priesterweihe, 1635 Bf. von Nardò), 1639–1651 Nuntius in Köln, seit 1643 zugleich außerordentlicher Nuntius beim Friedenskongreß in Münster (Westfälischer Friede). Seit 1652 Kardinal und Staatssekretär, wurde …

Alexander von Abonouteichos

(224 words)

Author(s): Bendlin, A.
[English Version] /Iōnopolis in Paphlagonien (2.Jh. n.Chr.), erster Prophet und Hierophant des Gottes Glykōn, den A., als einen neuen, schlangengestaltigen Asklepios mit menschlichem Antlitz, während der Herrschaft des Antoninus Pius selbst eingeführt hatte. Der Modus der Kultgründung ähnelt anderen Übertragungen des Asklepios in Schlangenform. Der Glykōnkult von Abonouteichos war ein Orakel- und Heilkult, aber auch Ort med. Versorgung und philos. Unterweisung. Von den Mysterien sollen α῎θεοι/átheoi, nämlich Epikureer und Christen, ausgeschlossen gewesen sein…

Alexandrien

(1,705 words)

Author(s): Weber, G. | Modrzejewski, J.M. | Ritter, A.M. | Petzolt, M.
[English Version] I. Ptolemäisch Äg. Rhakotis, arab. Iskandarije, an der äg. Mittelmeerküste gelegen, 332/31 v.Chr. von Alexander d. Gr. westlich des kanopischen Nilarmes zw. Meer und Mareotis-See gegründet. Die Topographie ist aufgrund von Überbauung, Zerstörung und Veränderungen im Wasserstand kaum gesichert. Geplant von dem rhodischen Architekten Deinokrates, hatte A. ein rechtwinkliges Straßensystem und fünf Stadtviertel (im Nordosten das jüd.), außerhalb der Stadtmauern im Osten und Westen zahl…

Alexandrinische Theologie

(735 words)

Author(s): Ritter, A.M.
[English Version] . Unter A. versteht man zwei verschiedenartige, doch verwandte theol. Richtungen, eine ältere, bes. von Clemens von Alexandrien und Origenes repräsentierte (in erster Linie »apologetisch« ausgerichtet), und eine jüngere, hauptsächlich von Athanasius und Cyrill geprägte, die eine »sehr selbstbewußte und hochkirchl.-klerikale Orthodoxie« (Chadwick) vertrat, aber immer weniger als »alexandrinisch« in streng geographischem Sinn gelten konnte. Voraussetzung für beide, v.a. für die ältere A., war das spezifisch »alexandrinische Milieu«. Schon in …

Alexianer

(130 words)

Author(s): Heim, M.
[English Version] (Celliten), nach dem hl. Alexios von Edessa benannte Ordensgemeinschaften von Laienbrüdern zur Pflege von Kranken und zur Bestattung der Toten (lat. cella, Grab), die noch vor dem 14.Jh. entstanden sind. Die u.a. auch als Barmherzige (oder arme) Brüder bezeichneten A. wirkten v.a. in Flandern und am Niederrhein und nahmen 1472 die Augustinerregel an. Seit 1462 bildeten die A. von Aachen (CFA) eine eigene, seit 1844 verbreitete Kongregation, die v.a. psychisch Kranke betreute (st…

Alexios Studites

(107 words)

Author(s): Brennecke, H.C.
[English Version] Alexios Studites, 1025–1042 Patriarch von Konstantinopel, vorher Abt des Studios-Klosters, von Kaiser Basileios II. ohne Synodalbeschluß eingesetzt (Kedrenos, PG 122,212C). Die sozialgesch. wichtigen Erlasse behandeln kanonische Ehefragen (die dritte Ehe der Kaiserin Zoe 1042 akzeptierte er allerdings), Auseinandersetzungen mit häretischen Gruppen und Probleme der kirchl. Organisation. Die Synodalbeschlüsse, die Rebellion gegen den Kaiser mit dem Anathema belegten (RAPC, 830), ze…

Alexius

(124 words)

Author(s): Dummer, J.
[English Version] (der Heilige). Die syr. Überlieferung (5. Jh.) weiß von einem anonymen röm. Patrizier, der an seinem Hochzeitstag der Ehe entsagt und nach Edessa flieht, wo er einsam und asketisch bis zu seinem Tode lebt. Die veränderte und erweiterte griech. Darstellung (faßbar zuerst bei Joseph dem Hymnographen, gest. 883) gibt ihm den Namen A., läßt ihn vor seiner Braut aus Edessa fliehen und schließlich nach Rom gelangen. Dort verbringt er arm und unerkannt seine Tage in einem Winkel seines…

Alfarabi

(8 words)

[English Version] AlfarabiFarabi

Alfasi

(144 words)

Author(s): Caplan, K.
[English Version] Alfasi, Isaak (1013 Qalʿat Hammad, Algerien – 1103). Nach dem Studium an der Lehrakademie (Jeshiva) in Kairouan lebte er bis 1088 in Fes. Zur Flucht nach Spanien gezwungen, blieb A. nach kurzem Aufenthalt in Cordoba bis zu seinem Tod in Lucena. 1089, nach dem Tod von Isaak ben Juda ibn Ġayyat, wurde er zum Haupt der dortigen Lehrakademie ernannt. A. schrieb den bedeutendsten halakhischen Kodex vor Maimonides' Mishne Tora. Er hat nach dem Urteil vieler die Zeit der Geonim zum Absch…

Alfonso

(73 words)

Author(s): Rodrigues, M.A.
[English Version] de Spina OFM (2. Hälfte 15.Jh.), span. Theologe jüd. Herkunft, lehrte Theol. in Salamanca, wo er auch Rektor war. In seinem Hauptwerk »Fortalitium fidei contra Iudaeos, Saracenos et alios Christianae fidei inimicos« (ca.1458–1462), das sich u.a. auf Raimund Martin und Abner von Burgos stützt, bietet er eine programmatische Begründung der Inquisition und fordert die Vertreibung der Juden aus Spanien. Manuel Augusto Rodrigues Bibliography H.Kamen, La inquisición española, 31988.
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