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Your search for 'dc_creator:( "Behringer, Wolfgang" ) OR dc_contributor:( "Behringer, Wolfgang" )' returned 95 results. Modify search


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Postordnung

(665 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
P. waren in der Frühen Nz. ein wichtiges Instrument der Standardisierung, das zusätzlich zur Normierung von Distanzen und Zeiteinheiten auch deren Kalkulation in Geld sowie das Verhalten im Kommunikationsraum – sowohl der Funktionäre der Post als auch ihrer Kunden – regulierte. Oberstes Ziel der P. war das reibungslose Funktionieren der hoch arbeitsteiligen Reit- und Fahrposten, auf denen bis zur Einführung der Eisenbahn das europ. Kommunikations-System basierte. Während eine angebliche franz. P. des ausgehenden 15. Jh.s als spätere Fälschung erkannt wurde [5], begann die t…

Netzwerk

(791 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Das Konzept des N., wie es von der Soziologie des ausgehenden 20. Jh.s entwickelt wurde [8], kann auch auf frühere Epochen angewendet werden und als Gradmesser der Strukturentwicklung bei der Organisation des Alltags dienen [7]. Unterschieden werden muss zwischen (1) N., die sich auf Personen oder Institutionen stützen, und (2) materiellen Formen der Infrastruktur, welche die Kommunikation insgesamt auf eine neue Grundlage stellten und Medienrevolutionen bewirkten [2]. Dabei kann nochmals zwischen organisatorischen und strukturell-materiellen Ebenen unterschi…

Reichspost

(810 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Obwohl das mitteleurop. Post-Wesen keine Institution des Alten Reiches war, wurde es doch von Anfang an als kaiserlich empfunden. Ursache dafür war, dass der dt. König Maximilian I. (ab 1508 Kaiser) noch zu Lebzeiten seines Vaters, Friedrichs III., 1490 die lombardische Postbetreiberfamilie der Tassis/Taxis nach Innsbruck holte. Als die Post im frühen 16. Jh. zu einer öffentlichen Einrichtung wurde, erfolgte die Finanzierung bereits über Maximilians Sohn, Herzog Philipp den Schönen von Burgund. Die Zentrale des kaiserlichen Postwesens befand sich seit 1501 in Brüssel. Daran…

Bulldogge/Bulldog [Hinzugefügt 2018]

(2,166 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Zucht von Bulldoggen Bei der B. (engl. bulldog) handelt es sich um einen massigen und muskulösen Kampfhund nach dem Typ der Molosser [22251f.]. Diese Hundegattung war von den Römern in Britannien eingeführt und durch Zucht weiterentwickelt worden ( Tierzucht). Welche Rolle dabei einheimische Rassen spielten, ist so umstritten wie die Annahme, dass sich der Begriff Mastiff von lat. mixtivus (»Mischling«) ableitet [4]. Die erste umfassende Klassifikation von Hunden in fünf Sektionen durch John Caius behandelt in der vierten Gruppe die canes rustici (»bäuerliche Hunde«; …
Date: 2018-11-21

Vergnügung

(956 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff Zedlers Universal-Lexicon definierte 1746 V. als »denjenigen Affect, der vom Anschauen oder aus dem Genusse der Vollkommenheiten entstehet«, sei es etwa in der Musik, in der Architektur oder in der wiss. Erkenntnis. Der Akt des Genusses stelle die V. dar, wobei des »Gemüths Vergnügungen die reinesten und nützlichsten sind«. Im Sinne der Philosophie der Aufklärung stehe die V. der Zielvorstellung der Glückseligkeit nahe [1. 748–750]. Krünitz' Oeconomische Encyclopädie assoziiert 1851 Vergnügen etwas körperhafter mit » Lust, Wollust, Freude, Ergötzung, etc.« u…

Kurier

(708 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der K. der Nz. wird heute häufig mit dem Post-Reiter oder dem Boten (Botenwesen) verwechselt. Alle drei – K., Postreiter und Bote – mussten unter dem Diktat der Geschwindigkeit (Schnelligkeit) Distanzen überwinden und Nachrichten überbringen. In der kommunikationshistor. Literatur wird zwischen Post und K.-Wesen klar unterschieden [6]. Der K. war weder Angestellter einer Botenanstalt noch einer Postorganisation, sondern vielmehr »eine Person, welche in wichtigen Angelegenheiten an entfernte Orte versendet wird, umständliche, mündliche oder …

Alltag

(7,286 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Theoretische Aspekte 1.1. Alltag als historische Schlüsselkategorie A. ist gleichzeitig eine universelle und eine partikulare Kategorie. Sie umfasst die materiellen Gegebenheiten und deren subjektive Wahrnehmung und Interpretation in Denken und Fühlen ( Mentalität) sowie die wiederkehrenden Routinen des Verhaltens (Ritual, Spiel, Sport), ggf. verdichtet zum Habitus (Ehre, Fest, Volkskultur), sowie im weiteren Sinn die Medien der Wahrnehmung und die Symbolsysteme (u. a. Sprache, Religionen, Kunst, Kultur, Wissen). Das A.-Wissen erstreck…

Presse, periodische

(663 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Unter P. P. versteht man die Publikation von Nachrichten mithilfe der Druckerpresse in regelmäßigen Intervallen. Das Phänomen der Periodizität entstand – von Kalendern abgesehen – erst in zeitlichem Abstand zur Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 und war abhängig von der Verregelmäßigung der Nachrichtenübermittlung aufgrund der Fortschritte in der Organisation des Post-Wesens seit der Mitte des 16. Jh.s. Der Begriff P. P. fasst verschiedene Frequenzen der Zeitungs-Publikation zusammen und trägt dem Umstand Rechnung, dass sich die seit de…

Straßburger Relation

(926 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Bedeutung Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien war der Titel der weltweit ersten jemals gedruckten periodischen Zeitung: neben der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern die Inkarnation der frühnzl. Medienrevolution in der Frühen Nz. Die Aktualität der Neuigkeit (Aviso) verknüpfte der Drucker der R. bewusst mit der Nachhaltigkeit des Buchdrucks. Wie bereits der Erfinder der Messrelation war er nicht an Sensationen interessiert, sondern an seriöser Berichterstattung und…

Heizen

(1,254 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Die Notwendigkeit des H. variiert nach geographischer Breite; seine praktische Ausformung unterliegt großen regionalen und histor. Variationen. In den Kältejahren der Kleinen Eiszeit (ca. 1300–1900; insbes. 1560–1710) stellte sich die Notwendigkeit ausreichenden H. dringlich. Die Hypothermie, unter der die Armen litten, wenn das Brennmaterial (Holz, Torf, Holzkohle, in England schon Steinkohle) zu teuer wurde, trug zur Anfälligkeit für Krankheiten bei [3. 430 f., 456f.]. Im Zuge der allgemeinen kulturellen Entwicklung wurden die Standards des H.…

Mercuries

(999 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff und Herleitung Als M. wurden im 17. Jh. die politischen Zeitungen bezeichnet, da sie v. a. in England meist den Namen des röm. Götterboten Mercurius im Titel trugen. Während in den 1620er Jahren der Begriff coranto üblich war, dominierten dort seit 1641 Merkur-Titel so sehr, dass periodische Zeitungen summarisch als M. bezeichnet wurden. Erst nach der Restauration ab 1660 etablierten sich daneben die gazettes und nach den 1690er Jahren Zeitungstitel, die direkt auf das Post-Wesen Bezug nahmen (Postzeitung). In der internationalen Forschung wird die Einführung d…

Sonnenuhr

(1,212 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein Obwohl es die scheinbare Einfachheit der Konstruktion nicht sofort vermuten lässt, ist die S. kein Chronometer ( Uhr), sondern ein astronomisches Instrument, das den Stand der Sonne zur Berechnung der geographischen Breite eines Ortes sowie zur Anzeige der Mittagszeit (Sonnenhöchststand), der Tages- und der Jahreszeit in Abhängigkeit von der Sonnendeklination, den Äquinoktien, Solstitien (Sonnwenden) und der Ekliptik nutzt. Ihre Gestaltung wurde durch Kenntnisse der Astronomie und künstlerische bzw. zeittypi…

Karneval

(1,180 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriff K. leitet sich von lat. carnislevamen bzw. ital. carnelevare (»Fleischwegnahme«) oder schlicht von der lat. Scherzformel carne vale (»Fleisch lebe wohl«) ab und bedeutet den Abschied von allen »fleischlichen« Genüssen zu Beginn der Fastenzeit. Die Bezeichnung K. ist in roman. Sprachen, im Englischen ( carnival) und seit dem 17. Jh. im Rheinland verbreitet. Im übrigen dt. Sprachraum sind »Fastnacht« oder »Fasnet« gebräuchlich, bayer. und österr. »Fasching« (von mhdt. »vast-schanc«, dem letzten Trunk vor der Fastenzeit). 2. Bedeutung im Kirchenjahr K., Fastnacht od…

Weihnachten

(1,067 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Bedeutung W. (wörtlich »geweihte« oder »heilige Nacht«) bezeichnet den Vorabend des Festes der »Geburt des Herrn« (lat. nativitatis Domini, natalis Domini). Seit 354 wird es am 25.12. gefeiert, vermutlich zwecks Verdrängung des Geburtstagsfestes des heidnischen Gottes Sol Invictus. Die W.-Liturgie ist geprägt vom Dank für die Geburt Jesu Christi und die damit verbundene christl. Hoffnung auf Erlösung. 2. Kirchenjahr Neben dem Osterzyklus spielt der W.-Zyklus eine herausragende Rolle im Kirchenjahr. Dem Fest gehen vier Sonntage voraus, die auf die Ankunft ( adventus) des He…

Pünktlichkeit

(860 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Allgemein P. gehört zu den zeitbezogenen sozialen Regeln, deren Einhaltung starken kulturellen Schwankungen unterliegt. Im Verlauf der Frühen Nz. wurde sie immer stärker mit Präzision (franz. accuratesse) und Verlässlichkeit, Verspätung dagegen mit mangelnder Höflichkeit und fehlendem Respekt assoziiert. Es wäre jedoch verfehlt, die Tugend der P. allein in den Kontext der Sozialdisziplinierung zu stellen, da die Fundamentalprozesse der Steigerung der Arbeitsteiligkeit und der Beschleunigung eine veränderte Wahrnehmung von Zeit bewirkten. 2. Urbanisierungsprozess W…

Frühe Neuzeit

(3,100 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begriffsdefinition Die F. N. (engl. early modern period, ital. prima età moderna; im Franz. fehlt ein entsprechender Begriff) ist begrifflich und inhaltlich eine Tochter der Neuzeit und hat mit ihr den Beginn und zahlreiche Merkmale gemeinsam. Dazu gehört als Voraussetzung die konzeptuelle Trias von glorreicher Antike, finsterem Mittelalter und strahlender Nz. – Letzterer zunächst als Wiedergeburt der Antike, dann als Zeitalter der Erfindungen und Entdeckungsreisen, das weit über das Wissen und Können der Alten hinauswächst. In diesem S…

Kultur, Alltag und Kommunikation

(1,656 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Gegenstand, zeitliche und räumliche Einordnung Ausgangspunkt der Kultur war nicht zufällig die Landwirtschaft, auf der die Entwicklung komplexer Zivilisationen beruht. Diese unterscheiden sich nicht nur auf der Ebene der polit. Verfassung und der Religionen, sondern auch und v. a. in der materiellen Kultur, im Alltagswissen und in der Organisation des täglichen Lebens. Obwohl im europ. Verständnis seit der Renaissance Kultur und Hochkultur als identisch gelten und vornehmlich Literatur, Musik, Wissenschaft und Religion als ihre wi…

Landespost

(932 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Definition Die L. war eine für das Alte Reich charakteristische Form des Post-Wesens, die sich im Gegensatz zur Reichspost nur auf einzelne fürstliche Territorien bzw. Länder erstreckte. Die Konkurrenz zwischen den beiden war eine Folge der dualistischen Struktur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und des Übergangs der meisten Regalien an die Landesfürsten. In Reichen oder Monarchien mit starker Zentralgewalt – dem Osmanischen Reich, China (Chinesische Welt), Russland (Russländische Welt), Englan…

Sport

(6,481 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
1. Begrifflichkeit Der heutige Begriff S. geht auf das bereits in der Frühen Nz. gebräuchliche engl. Wort sport zurück, das sich vom anglo-normannischen se desportes (franz. se deporter, »sich vergnügen, zerstreuen«) herleitet. Es ging also um Aktivitäten, mit denen man sich die Zeit vertreibt. Im Deutschen wurden diese in der Frühen Nz. unter dem Begriff »Kurzweil« verbucht ( Vergnügung). Neben körperlichen Wettkämpfen [1] und Leibesübungen (lat. exercitia corporis) umfasste der S. auch Tierkämpfe (engl. blood sports) sowie kompetitive Spiele aller Art, darunter auch d…

Feen

(811 words)

Author(s): Behringer, Wolfgang
Der Begriff F. leitet sich über das Französische von vulgärlat. fata (»Schicksalsgöttin«; fatum = Schicksal) ab. Die F.-Vorstellung, in die antike und indoeurop. Traditionen eingegangen sind, besitzt die intensivste Überlieferung in der kelt. Literatur, wo im Umkreis der Artussage die Fee Morgaine (von hier die »Fata Morgana«) ihre bekannteste Ausprägung darstellt. Das bereits bei G. Chaucer ( Canterbury Tales) im 14. Jh. aufscheinende F.-Thema wurde im 16. Jh. von neuem entdeckt und von E. Spenser ( The Faerie Queene) und Shakespeare ( A Midsummer Night's Dream) verarbeitet. Im …
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