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Your search for 'dc_creator:( "Reith, Reinhold" ) OR dc_contributor:( "Reith, Reinhold" )' returned 84 results. Modify search


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Zinngießer

(994 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Produkte und Verbreitung In Mitteleuropa wird Zinn seit dem 13. Jh. gewerbsmäßig durch Z. (auch Kannengießer; engl. pewterers) verarbeitet. Bereits aus dem 14. Jh. ist die Bildung erster Z.-Korporationen belegt (Zunft). Das zunächst nur in größeren Städten vertretene kleine Handwerk stand oft in Verbindung mit den Schmieden (wie die Kannengießer in Zürich seit 1336), doch organisierte es sich ab dem 15. Jh. meist in eigenen Korporationen wie in Wien (1416), Straßburg (1471), London (1473) und Odense (1496) sowie im 16. Jh. in S…

Tuchscherer

(1,009 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Walken und Rauhen T. besorgten im Wesentlichen das Scheren und meist auch das vorherige Aufrauhen der Woll- Tuche. Diese wurden nach dem Weben zunächst gewalkt (Walkmühle), um ihre Verdichtung bzw. Verfilzung zu erreichen. Während grobe Tuche (wie z. B. Loden) nicht gefärbt und auch nicht geschert wurden, mussten T. bzw. Tuchbereiter mittlere und feine Tuche nach dem Walken bearbeiten. Bereits im 14./15. Jh. hatten sich die T. als selbständiges, von den Tuchmachern unabhängiges Handwerk etablieren können (Zunft). Sie übernahmen die nach der Walke gewaschenen Tu…

Werkstatt

(1,028 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Handwerk 1.1. Allgemein Der Begriff Werkstätte bzw. W. (im mittelniederdt. bzw. mittelniederl. werkstede) findet sich seit dem 15. Jh. im Hochdeutschen und bezeichnet die Arbeitsstätte der Handwerker und der bildenden Künstler (vgl. Künstlerwerkstatt); dazu zählt im weiteren Sinne auch die Offizin (lat. officina), die W. der Buchdrucker [1]. 1722 wurde die W. definiert »als ein Zimmer oder dessen Gegend, wo das Werk getrieben wird« und W. bezeichne manchmal auch nur das »Werck-Bret, worauf sie [die Handwerker ihr Produkt] zubereiten« [2. 477]. Der Produktionsprozess führt…

Ressourcennutzung

(4,578 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff Der Begriff Ressource (= Ress.) kann auf alle Produktionsfaktoren angewendet werden, doch die moderne Ress.-Ökonomie definiert die (natürliche) Ress. als ein Gut, das von der Umwelt bereitgestellt wird. Die Technologie des 18. Jh.s bezeichnete diese Ress. als materia technologica. Dies waren die Stoffe, die den drei Naturreichen entnommen bzw. die durch die Urproduktion (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd, Fischerei, Montanwesen) gewonnen und in Gewerbe oder Haushalt weiterverarbeitet wurden. Die hohen Kosten der Ress. bzw. Rohstoffe resultierten aus …

Werkzeug

(1,294 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff und Forschung Der Begriff W. trat zuerst im 12. Jh. auf und stand zunächst neben den Begriffen Zeug und Gezeug [1], während im Bergbau Geräte wie Schlägel und Eisen als Gezähe bezeichnet wurden ( Bergbautechnik). W. wurde und wird als Kollektivum verwendet, bezeichnet(e) aber auch das einzelne Instrument. W. fungier(t)en konkret als Mittel zur Unterstützung oder Ersetzung der menschlichen Hand bei der Bearbeitung von Gegenständen oder Stoffen. Die vorindustrielle Zeit ist daher auch als Epoche der » Handwerkzeugtechnik« bezeichnet worden (im Gegensatz zur Wer…

Glas

(3,218 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Definition G. ist physikalisch betrachtet eine eingefrorene, unterkühlte Flüssigkeit. Durch ihre Viskosität lässt sie sich leicht verformen, ist aber bruchanfällig. Ihre wichtigste Eigenschaft liegt in der Durchlässigkeit des sichtbaren Lichts. Natur- bzw. Gestein-G. (Obsidian) entsteht bei Vulkantätigkeit. G. – als vom Menschen geschaffener Werkstoff – wird aus Sand, Pottasche und Kalk bei über 1 400 Grad erschmolzen und anschließend in heißem, zähflüssigem Zustand geformt. In Ägypten wurden b…

Qualitätskontrolle

(1,731 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff und Qualitätsprobleme Der Begriff Qualität (von lat. qualitas, ›Güte‹, ›Beschaffenheit‹) war zunächst in der Heilkunde gängig (vgl. Humorallehre) und setzte sich erst im 17. Jh. unter franz. Einfluss ( qualité) in der Kaufmannssprache durch. Qualitätsbewusstsein kam zuvor auch in synonymen Begriffen wie ›gude wercke‹ zum Ausdruck. Geprüfte Arbeit wurde auch als ›Meisterwerk‹, als ›geschautes‹ bzw. ›gerecht geschaut' Gut‹ bezeichnet. Den Gegensatz zu solchen als Kaufmannsgut bewerteten Arbeiten bildete die ›unprobmäßige‹ oder ›wandelbare‹ Arbeit. Sebastian …

Kaminfeger

(1,204 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Herkunft und frühe Belege Der Beruf des K. (auch: Kaminkehrer; süddt. für ital. spazzacamino; altbayer. Kümich-/Künikehrer, östl. des Inns Rauchfangkehrer, norddt. Schlotfeger und Schornsteinfeger, mitteldt. bzw. sächs. auch Essenkehrer [3. 232 f.]) bildete sich erst im Laufe der Frühen Nz. heraus. Im Zuge der Verbreitung des Steinbaus und mehrstöckiger Häuser sowie des Heizens mit Steinkohle (wie v. a. in London) wurde die ältere Herdfeuerung ohne Rauchabzug zunächst in Italien durch die Ofenfeuerung mit Kamin bzw. Rauchfang abgelöst, wenngleich in ländlichen …

Bleistift

(799 words)

Author(s): Reith, Reinhold
Der Graphitstift, der zum Schreiben und Zeichnen verwendet wird, besteht aus einer in einen Holzkörper eingelegten bzw. eingeleimten Mine. Schon Künstler der Renaissance benutzten neben Kreide, Rötel oder Holzkohle einen länglichen Stift: einen spitzen, oben gebogenen Draht aus einer Blei-Zinn-Legierung, eine Vorform des B. Noch 1540 präsentierte der ital. Schreibmeister Giovambattista Palatino auf einer Abbildung »aller Werkzeuge, die ein guter Schreiber braucht« zwar Zirkel und Metallgriffel, doch keinen B. [3. 49]. 1562 berichtet Johannes Mathesius in seiner Sam…

Lohnwerk

(887 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff Der dt. Nationalökonom Karl Bücher unterschied 1892 in seiner (aus der älteren historischen Schule der Nationalökonomie heraus entwickelten) Stufenlehre eine Abfolge von drei Wirtschaftsstufen [9. 256]: (1) die geschlossene Hauswirtschaft (reine Eigenproduktion, tauschlose Wirtschaft; vgl. Subsistenzwirtschaft), (2) die Stadtwirtschaft (Kundenproduktion oder Stufe des direkten Austausches) und (3) die Volkswirtschaft (Warenproduktion, Stufe des Güterumlaufes) [3]. Später ergänzte er diese Wirtschaftsformen um eine Abfolge der Betriebsform…

Fenster

(1,081 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Die engl. Bezeichnung window (»Windauge«) dürfte zunächst eine Öffnung ohne Glas gemeint haben, während das Wort F. (bzw. lat. fenestra) auf das Glas-F. als Erfindung aus dem röm. Kulturkreis, wahrscheinlich aus der frühen röm. Kaiserzeit hinweist [4. 90]. Mitunter findet sich für das F. auch der nzl. Ausdruck »Gesicht« [6. 57]. Glas-F. kannte man im frühen MA nur in Kirchen, seit dem 12. Jh. in herrschaftlichen Bauten. Noch im 13.–15. Jh. bezeichnete »glasevenster« den Unterschied zu den mit Holzläden bzw. anderen Materialien (wie Fi…

Nahrungsmittelgewerbe

(1,172 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Städtische Verbraucher gaben in der Nz. einen großen Teil ihrer Einkommen für die Ernährung aus. Daher fanden im N. viele Hände Arbeit. Bäcker und Metzger zählten in den Städten (auch in Marktorten) durchweg zu den größten Berufen, ebenso Müller, Brauer und Fischer. Auch über die Kernberufe hinaus gehörten noch zahlreiche kleinere Nebengewerbe bzw. -tätigkeiten zum N. und bewerkstelligten die städtische Lebensmittelversorgung [6. 35–38]. 2. Müller und Bäcker Entsprechend der Bedeutung der Brei- und Brot-Nahrung war das Müllereigewerbe, das auch die Öl-Mülle…

Gesellen

(2,030 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff Während man im MA im dt. Sprachraum den nach der Lehrzeit im Handwerk Tätigen als Knecht bezeichnete, wurde die Bezeichnung »G.« (von »Saalgenosse«) zunächst auf die Mitglieder gesellig-kommunikativer Zusammenschlüsse (also auch auf die Meister) bezogen (Geselligkeit). Nach der Bildung erster Zusammenschlüsse von G. übertrug man den Begriff auf die im Handwerk Tätigen (»Eid-G.«); in der heute gängigen Bedeutung findet er sich z. B. 1343 in Speyer (»geselleschaft« der Weberknechte). Die Begriffe Knecht und G. wurden während der Nz. auch synonym geb…

Umwelt

(6,206 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Forschung Seit Beginn der 1980er Jahre sind im dt. Sprachraum Themen wie U., Natur, U.- bzw. Naturschutz und das Verhältnis des Menschen zur Natur bzw. U. in der Geschichte diskutiert worden. Dabei gingen die meisten Untersuchungen von den U.-Medien Boden, Wasser und Luft aus. Dieses Interesse war eine Konsequenz des einsetzenden U.-Bewusstseins der 1970er Jahre, die heute als umweltpolit. Wendezeit begriffen werden. Nach der düsteren Prognose des Club of Rome, die die absolute Wachstumsgrenze auf der Erde ankündigte [39], erreichten nun (nach Ansätzen in den 1960er Jah…

Ziegler

(1,229 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Allgemein Als Z. (franz. briquetier, engl. brickmaker) werden die Hersteller von Dachziegeln und Backsteinen bezeichnet. Deren Produktion entwickelte sich insbes. dort, wo Naturstein kaum verfügbar war ( Flandern, Ost-England, Norddeutschland, Niederlande; vgl. Baustoffe). Seit dem 11. Jh. sind Z. in nordital. Städten belegt; seit dem 13. Jh. waren sie in Korporationen der Maurer organisiert ( Baugewerbe) oder bildeten wie im 14. und 15. Jh. in Ferrara, Rom, Parma und Modena eigene Korporationen [3. 172–175]. Ab der Mitte des 12. Jh.s mehren sich Nachweise für d…

Abort

(1,340 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriffe und theoretische Konzepte Trotz der Omnipräsenz des A. und der Alltäglichkeit der menschlichen »Notdurft« ist diese Thematik für MA und Nz. meist nur in populärwiss. Darstellungen behandelt worden, die sich auf einzelne spektakuläre Belege stützen und meist davon ausgehen, dass z. B. die Bewohner ma. Städte Kot und Urin über die Straße entsorgt oder das Nachtgeschirr aus dem Fenster entleert hätten [11. 19 f., 29–42] und dass erst die Aufklärung oder auch moderne technische Lösungen der Körperhygiene zum Durchbruch verholfen hätten. Während die Nahrungsaufnahme…

Gesellenwanderung

(1,840 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff Die G. stand mit der Ausdifferenzierung der Berufs-Laufbahn in Lehrling, Geselle und Meister in Verbindung. Sie schloss als spezifische Form der Arbeitsmigration im dt. Sprachraum meist an die Lehrzeit an. In England war der Geselle ( journeyman) nach der siebenjährigen Lehrzeit nicht zur G. verpflichtet; London verfügte als Arbeitsmarkt über eine starke Anziehungskraft, und erst als dieser nach 1660 an Dominanz einbüßte (neue Zentren lagen in den Midlands und im Norden), entwickelte sich im 18. Jh. ein inter-regional tramping system (»überregionale Wanderschaft«) […

Lohnarbeit

(3,992 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff und Forschungsgeschichte Lohn gilt als Vergütung unselbständiger Arbeit, und als L. wird jede Arbeitsleistung gegen Lohn betrachtet, der – im Gegensatz zur Zwangsarbeit – ein freier Arbeitsvertrag zugrunde liegt. Die Frage, ob L. ein grundlegendes Phänomen der Nz. ist, ist von der Forschung nicht eindeutig beantwortet worden. Karl Marx sah die L. 1849 als ein Phänomen des Kapitalismus: »Die Arbeit war nicht immer L., d. h. freie Arbeit. Der Sklave verkaufte seine Arbeitskraft nicht an die Sklavenbesitzer … Der Leibeigene verkauft nur einen …

Arbeitsbräuche

(1,131 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Handwerklich 1.1. Begriff Während ältere Studien, die sich mit Formen kultureller Repräsentation der Handwerker befassten, diese als »Sitte« und »Brauch« abhandelten [4], setzte sich seit den 1930er Jahren dafür der Begriff »Brauchtum« durch [5], dem mitunter gar ein germanischer Ursprung verliehen wurde [12]. Dem Handwerk schrieb man in Ausübung des »Brauchtums« – selbst wenn es sich um im 19. Jh. neu »erfundene« Bräuche ( invented traditions) handelte – eine »beharrliche Traditionstreue durch die Jahrhunderte« zu: Ein einheitlicher Zug sei durch alle Ei…

Arcanum

(1,284 words)

Author(s): Reith, Reinhold
1. Begriff A. (lat.: »Geheimnis«; Pl. arcana) steht in verschiedenen Bedeutungszusammenhängen: zunächst einmal für das Geheime in der Natur, und in der Alchemie für geheimes oder geheimzuhaltendes Wissen, insbes. als Bezeichnung für den Stein der Weisen, wobei Arkansprache (Geheimsprache) die Sprache der Alchemisten und Arkandisziplin die Lehre der Alchemie bezeichnet. Arkandisziplin (lat. disciplina arcani) bezeichnet darüber hinaus auch zentrale geheimgehaltene Glaubensvorstellungen und Kulthandlungen in den hellenistischen Mysterienreligionen u…
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