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Your search for 'dc_creator:( "Walther, Gerrit" ) OR dc_contributor:( "Walther, Gerrit" )' returned 130 results. Modify search

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Humanismus

(10,235 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick H. bezeichnet die vor der Aufklärung wichtigste und wirkungsmächtigste europ. Bildungs-Bewegung der Nz. Sie entstand im Italien des 14. und 15. Jh.s und verbreitete sich bis zur Mitte des 16. Jh.s im ganzen Abendland. Ihr Ziel war ein ästhetisches: die Wiederherstellung der Literatur, Künste und Wissenschaften des Altertums, vornehmlich der röm. Kultur zwischen dem 2. Jh. v. Chr. und dem 2. Jh. n. Chr., die den Humanisten als histor. einmaliger Höhepunkt galt. Deren Rekonstruktion werde, so hofften sie, Sprache, Geschmack, Sit…

Katholische Aufklärung

(1,161 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der Begriff der K. A. wurde seit dem Beginn des 20. Jh.s in der dt. Geschichtswissenschaft entwickelt und hat sich seit den 1970er Jahren als Fachterminus etabliert [3. 40-53]; [5. 76-85]. In seinem allgemeinen, heute international gebräuchlichen Sinne bezeichnet er alle bis etwa 1820 innerhalb des europ. Katholizismus unternommenen Bestrebungen, die Ideen und Errungenschaften der Aufklärung zu adaptieren und in Kultur, Bildung, Wissenschaft, Ökonomie und staatlicher Organisation umzusetzen [1]; [6]. In seiner spezifischen, in der dt. Forschung vorherr…

Wörterbuch

(1,610 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Unter einem W. (lat. dictionarium, ital. dizionario, vocabulario, franz. dictionnaire bzw. glossaire, span. diccionario, engl. dictionary) versteht man ein (meist alphabetisch angeordnetes) Verzeichnis, das den Wortschatz einer Sprache ganz oder in bestimmten Teilen präsentiert, um jedes Wort entweder als solches zu kommentieren oder dessen Entsprechung(en) in einer oder mehreren fremden Sprache(n) aufzuführen. In der Nz. dienten W. keineswegs nur pragmatischen Zwecken des Sprachunterrichts bzw. der Verständigung auf Reisen, Pilgerreisen, Missio…

Gegenaufklärung

(1,604 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Problem Als Synonym für Romantik ist der Begriff G. erstmals 1877 in einer Notiz Friedrich Nietzsches nachweisbar (»Der Höhe der Aufklärung entspricht die Höhe der G. in Schopenhauer und Wagner«) [16. 26]. Seit den 1950er Jahren führte Isaiah Berlin ihn als counter-enlightenment in die internationale Diskussion ein, um mit ihm – nicht ohne weltanschauliche Wertung – Gegner der Aufklärung (=Aufkl.) bzw. »Feinde der Freiheit« zu bezeichnen [9]; [11]. Seither dient G. als Sammelbezeichnung für fundamentale Kritik an der Aufkl. bzw. für das Arsenal polemisch…

Thesaurus

(1,123 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Als Th. (griech./lat.; »Schatz«; lat. Pl. thesauri = Thi.), oft synonym mit bibliotheca oder Museum verwendet, bezeichnete bzw. betitelte man seit dem 16. Jh. Werke einer gelehrten Literaturgattung, die beanspruchte, das gesamte zu einem Sachgebiet überlieferte Wissen zusammenzufassen, systematisch zu ordnen und möglichst auch zu illustrieren ( Wissensorganisation; Wissensvisualisierung). Die Muster und Prototypen des Th. entstanden in der antiquarischen Altertumskunde. Sie folgten der Forderung des Humanismus, alle überkommenen Überreste an…

Libertin

(1,701 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der lat. Rechtsbegriff libertinus (»Freigelassener«), der in der Apostelgeschichte (6,9) die Verfolger des Hl. Stephanus bezeichnet, gelangte um 1480 über volkssprachliche Bibelkommentare ins Französische, von dort auch in die anderen europ. Sprachen (engl. libertine). Seit 1545 benutzten ihn Prediger des Calvinismus wie des Katholizismus, um jeden moralisch zu diskreditieren, der ihre Dogmen nicht unbedingt teilte. Für die religiöse Skepsis ( Skeptizismus) oder gar den Atheismus, die man Nonkonformisten unterstellte, kam seit 1600 das Wort Libert…

Wegestreit

(1,026 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Problem Der Begriff W. subsumiert mehrere durchaus unterschiedliche gelehrte Debatten, die zwischen dem frühen 14. und dem späten 15. Jh. an europ. Universitäten, v. a. an denen des Alten Reiches, um die richtigen Methoden des Lehrens und Lernens, bes. im Bereich der Logik und Metaphysik, geführt wurden. Die (moderne) Bezeichnung W. erklärt sich aus der Tatsache, dass eine Methode vor 1500 meist als »Weg« (lat. via) bezeichnet wurde. Man benannte sie entweder nach dem Schulhaupt, das sie beispielhaft vertrat (z. B. via Thomae/»Methode des Thomas von Aquin« oder via S…

Textkritik

(2,014 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Als eine Teildisziplin der Philologie bzw. der Altertumswissenschaft sowie der Bibelkritik und Exegese ist T. die Summe aller Methoden und Techniken, um überlieferte Texte in ihrer (möglichst) originalen Form wiederherzustellen. Dabei wirkt sie integral mit der Hermeneutik zusammen. Zugrunde liegt ihr die histor. Erkenntnis des Humanismus, dass Texte im Laufe ihrer Überlieferung absichtsvoll oder unwillkürlich verändert werden. T. will diese späteren Zusätze und Veränderungen rückgängig machen. Sie ist insofern an sich schon eine Kritik an der Tradition. 2. Huma…

Dekadenz

(1,345 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Die seit Polybios unter antiken Historikern geläufige Idee, dass Reiche und Kulturen nach ihrem Aufstieg zu Macht und Größe notwendig einem Niedergang unterworfen seien, wurde im Humanismus wiederentdeckt und neu formuliert. Bis um 1800 blieb »D.« (dt. erstmals um 1700; lat. inclinatio, ruina, depravatio; ital. decadenza, declino, caduta; franz. déclin, décadence; engl. decline) daher eine Grundkategorie politischer, sozialer und ästhetischer Diskurse. Als konstitutives Element einer zyklischen Vorstellung von Geschichte bezeichnete der Begriff die al…

Aufklärungshistorie

(1,458 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der moderne Begriff ist eine Sammelbezeichnung für alle Werke der Geschichtsschreibung, Geschichtsphilosophie und Historik, die in der Epoche der Aufklärung von Autoren verfasst wurden, die sich deren Ideen und Werten verpflichtet fühlten. 2. Fragen und Modelle Die Aufklärung schuf ein grundlegend neues Bild von Geschichte. Sie brach mit der christl.-theologischen Geschichtsauffassung, die noch kurz zuvor, in Jacques Bénigne Bossuets Discours sur l’Histoire universelle (1681), ihren virtuosen Höhepunkt erreicht hatte. Diese hatte Geschichte als Vo…

Mythologie

(1,945 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Phänomen Der in alle europ. Sprachen übernommene griech. Begriff Mythos deckte schon in der Antike ein Wortfeld ab, das von »Wort« und »Gedanke« über »Nachricht« bis zu »(erfundene, unwahre) Geschichte« reichte. Seit Platon konkretisierte sich seine Bedeutung zu »Götter- und Heroengeschichte« [13. 181]. Entsprechend verstand man unter M. in der Nz. fast durchweg das Wissen um die griech.-röm. Götterwelt (Antike Religionen), wie man sie bei Dichtern wie Homer und Hesiod, den griech. Tragikern, bei Vergil oder Ovid dargestellt, bei Varro beschrieben und in Skul…

Klugheit

(1,094 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Problem K. (griech. phrónēsis, lat. prudentia, ital. prudenza, span. prudencia, engl./franz. prudence) figuriert in Aristoteles' Nikomachischer Ethik als Gabe des richtigen praktischen Handelns. Zu dieser gehört, Rat einzuholen ( eubulía), zu verstehen ( sýnesis) und zu beurteilen ( gnṓmē). Seit dem lat. Kirchenvater Ambrosius (4. Jh.) eine Kardinaltugend, galt K. spätestens seit Thomas von Aquin (13. Jh.) als Mutter aller übrigen Tugenden (lat. genetrix virtutum), als unabdingbarer Bestandteil jeder von ihnen [12. 862]. Zu einem der umstrittensten Themen nzl. Ethik wurde sie erst, als Niccolò Machiavelli sie im 16. Jh. ins rein Pragmatische umdefinierte. In seinen Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio (1513–1517; »Erör…

Gemmenkunde

(1,016 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Antike Gemmen (von lat. gemma, »Edelstein«) sind kleine, in Halbedelsteine (meist Chalcedon, Karneol, Achat, Onyx oder Hämatit), Bergkristall oder auch Glas eingravierte Reliefs, die Porträts, mythologische Gestalten und Szenen, oft auch Inschriften bzw. magische Zeichen (Charakter) darstellen. Weil sie oft das gnostische Fabelwesen eines gerüsteten Hahns zeigen, den sog. Abrasax (Abraxas), wurden sie in der Nz. bisweilen »Abraxen« genannt. Bes. große und prächtige Gemmen heißen »Kameen« (ital. cameo; franz. camée als Ableitungen von gemma). Da Gemmen als Si…

Tafelkultur

(2,655 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick Gemeinsames Speisen besaß und besitzt in allen Kulturen zentrale Bedeutung. Es konstituiert Gemeinschaft und ist unerlässlicher Bestandteil von Festen, Diplomatie und Friedensfeiern, ein Ritual der Zusammengehörigkeit, Verbrüderung und Freundschaft, eine Gelegenheit zu Repräsentation und ostentativem Statuskonsum. Seit dem 15. Jh. jedoch, im Zeichen der Renaissance, änderten sich bei den europ. Eliten Stil und Wahrnehmung solcher Mahlzeiten. Zusehends suchte man sie jetzt gemäß den neuen Regeln des Geschmacks und der guten Manieren als…

Größe

(1,618 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Schon in der Antike war das Attribut der G. von Göttern, Heroen und Königen auf führende Mitglieder der Elite in Stadtstaaten und Republiken ausgedehnt und zur allgemeinen Herrschertugend erhoben worden. In der Nz. wurde G. (lat. magnificentia; ital. grandezza; span. grandeza; franz. grandeur; engl. greatness) zum Leitideal der europ. Aristokratie, zum Ziel adligen Ehrgeizes und zu einem zentralen Thema des Diskurses über den Adel. Als produktiv erwies sich dabei die Spannung zwischen dem Anspruch, dass »die Großen« (ital. i grandi; franz. les grands) von Geburt an G…

Hundehaltung

(1,924 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Arten und Funktionen Die H. war in der Nz. in allen Ständen und mit diversen Funktionen verbreitet. Nach Letzteren, nicht nach Rassen (die erst nach 1850 als Klassifizierungsschema üblich wurden) teilte man die Hundearten ein. V. a. den zur Jagd brauchbaren Hunden (= Hd.) galt – im Gefolge antiker Autoren wie Xenophon ( Kynēgetikós, um 400 v. Chr.; »Hundejagd«), M. Terentius Varro ( Rerum rusticarum libri tres, um 50 v. Chr.; »Drei Bücher von der Landwirtschaft«) oder Oppian ( Kynēgetiká, um 200, »Hundejagd«) – die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen. Ende des 14. Jh.s unterschied G…

Ehrgeiz

(1,000 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Schon in seiner lat. Ursprungsform war ambitio ein moralisch ambivalenter Begriff. Seit Cicero meinte er nicht nur den »Umgang«, mittels dessen sich ein Amtsbewerber bei seinen Wählern bekannt machte, sondern auch ein bes. nachdrückliches, rücksichtsloses Streben nach Ämtern und Würden. Seit Augustinus stand eine solche Haltung in einem schwer überbrückbaren Gegensatz zum christl. Gebot der Demut und Bescheidenheit. Theologen aller Konfessionen missbilligten das Streben nach »eitler Ehre« ( Luther). »Eergeizlich« – die um 1500 geläufige dt. Wortbildun…

Bildungspolitik

(2,213 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Träger Der erst seit den 1960er Jahren gebräuchliche Begriff B. bezeichnet jenen Bereich der Kulturpolitik, der sich auf das Unterrichtswesen bezieht: die Bestrebungen von Obrigkeiten und Führungseliten, ihre polit. Ziele durch die Gründung und Begünstigung von Institutionen der Bildung und Ausbildung zu fördern und entsprechende oppositionelle Einrichtungen zu bekämpfen. So verstanden war B. ein wichtiger Teilbereich nzl. Politik, ein wesentliches Moment im Formationsprozess des modernen Staats, ein…

Klub

(1,324 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Phänomen K. entwickelten sich seit dem 16. Jh. als spezifisch brit. Form urbaner Geselligkeit. Die exzentrische Bezeichnung – das Wort club (von to clump, »zusammenballen«) kann »Keule«, »Anteil an der (gemeinsamen) Zeche« und »Vereinigung« bedeuten – lässt den exklusiven, männerbündischen Charakter dieser Vereinigungen erahnen, in denen Gentlemen unter sich waren und Frauen so gut wie keinen Zutritt hatten. Von traditionellen Formen der Vergesellschaftung (z. B. Bruderschaften, Zünften, Sekten oder Akademien) untersch…

Mazarinades

(680 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der seit 1850 in der Forschung übliche Begriff M. geht auf La Mazarinade zurück, den Titel einer 1651 von Paul Scarron verfassten lit. Parodie der Ilias (…
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