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Your search for 'dc_creator:( "Walther, Gerrit" ) OR dc_contributor:( "Walther, Gerrit" )' returned 130 results. Modify search

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Bildung und Kultur

(3,622 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Epochen 1. 1. Um 1450: ein passender Beginn? Die Frage, ob um die Mitte des 15. Jh.s eine neue Epoche begonnen habe, lässt sich für die europ. Kultur- und Bildungsgeschichte klar bejahen. Mag man eine solche Festlegung aus der Perspektive anderer histor. Disziplinen, etwa der Wirtschafts-, Sozial- oder Geschlechtergeschichte, mit guten Gründen bezweifeln können, so wird ihr für den Bereich von Kultur und Bildung jeder Kenner zustimmen. Denn das moderne Epochenkonzept der »Neuzeit« ist, histor. betrachtet, nun einmal im Blick auf beide Bereiche geprägt worden.…

Anglophilie

(986 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Phänomen Der um 1750 aufkommende Begriff – sowie dessen Steigerung Anglomanie – bezeichnet aus kritischer Distanz die »(undifferenzierte) Vorliebe für England, die Engländer und alles Englische« [7. 18], die bei den kontinentalen Eliten nach 1713 merkbar und seit den 1730er Jahren zu einer allgemeinen Mode wurde. Die Bewunderung für engl. Politik, Wirtschaft, Philosophie, Wissenschaft, Kultur und Lebensstil führte zu Nachahmungen auf allen Gebieten und bedingte so einen der folgenreichsten Kulturtransfers der europ. Geschichte. Die A. war eine Begleiters…

Neuhumanismus

(1,283 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Phänomen und Begriff Der 1885 von Friedrich Paulsen geprägte Begriff N. [11. 191–195] bezeichnet eine Bildungs-Bewegung, die sich seit den 1770er Jahren von Deutschland aus gegen die utilitarischen Ausbildungskonzepte der Aufklärung formierte und – in Abgrenzung zur lat. dominierten Bildung der westl. wie östl. Nachbarländer – die griech. Antike zum Vorbild wahrer, guter und schöner »Humanität« erhob (Antikerezeption). In der ersten Hälfte des 19. Jh.s gewann der N. als maßgebliche Form schulischer wie universitärer Pädagogik internationales Prestige. Als geistes…

Epigraphik

(1,047 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Funktion Der Begriff E. (von griech. epigraphḗ; » Inschrift«) kam im Deutschen erst im 18. Jh. auf, im Französischen sogar erst 1838. Gleichwohl gehört das Aufzeichnen, Sammeln und Klassifizieren antiker Inschriften (= I.) auf Stein und Metall zu den ältesten, verbreitetsten und angesehensten Formen nzl. Altertumskunde und Archäologie. Die Gründe variierten. Wenn F. A. Wolf 1807 erklärte, dass die E. »nicht durch die Formen von Seiten der Schönheit wichtig [sei], sondern durch die grammatischen, lexikalischen, geographischen, histo…

Sittengeschichte

(1,114 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Modelle Als S. bezeichnete man im späten 18. Jh. und im 19. Jh. jene Gattung der Kulturgeschichte, die besonderes Augenmerk auf die Sitten und den Alltag einer vergangenen Epoche, Kultur, Nation oder Gesellschaft legt. Zwar blieb der (von Kant als Gegensatz zu »Naturgeschichte« gebrauchte) Begriff auf die dt. Sprache beschränkt [3]. Das Konzept einer histor. Darstellung aber, die aus Gebräuchen und Gepflogenheiten auf den zivilisatorischen Stand und den Charakter eines größeren Kollektivs zu schließen sucht, gehörte seit dem Humanismus zum Kernbestand der nzl. …

Kritik

(2,409 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Bedeutung und Begriffsgeschichte Als die Kunst, »einen vorgegebenen Sachverhalt auf seine Echtheit oder Wahrheit, seine Richtigkeit oder Schönheit hin zu befragen, um aus der gewonnenen Erkenntnis heraus ein Urteil zu fällen« [11. 86], entwickelte sich K. im Laufe der Nz. zur bevorzugten intellektuellen Diskursform der europ. Elite. Seit der Aufklärung war sie die wichtigste kulturelle Praktik der westl. Zivilisation, die zentrale Methode moderner Wissenschaft und ein entscheidender Antrieb zu Säkularisierung und politisch-sozialer Emanzipation. Wie das bis 1700 sy…

Charakter

(1,311 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Zu Beginn der Nz. besaß der griech. Begriff charaktḗr (»Gepräge« bzw. »Prägung«), den erst Kirchenväter wie Augustinus in die lat. Literatursprache eingeführt hatten, einen technisch-abstrakten Sinn. Wie schon bei dem Aristoteles-Schüler Theophrast bezeichnete er gleichermaßen ein unveränderliches Merkmal, Erkennungszeichen oder Symbol und eine vorherrschende moralische Eigenschaft [5]. Die Kombination beider Motive erwies sich als so anregend und fruchtbar, dass »Ch.« bis zum Ende des 18. Jh.s in den europ. Kultursprachen einen ra…

Tacitismus

(1,484 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Beginn Der 1921 geprägte Begriff T. beschreibt einen spezifischen Stil polit.-weltanschaulicher Skepsis, der sich von etwa 1570 bis etwa 1650 an den Werken des röm. Historikers Publius Cornelius Tacitus (= Tc.; um 100 n. Chr.) entzündete. Sein Prinzip und Leitmotiv war die similitudo temporum (»Ähnlichkeit der Zeiten«): In den Intrigen und Machtkämpfen am röm. Kaiserhof, die Tc. als Zeichen fortschreitender polit.-moralischer Dekadenz schilderte, sahen die Zeitgenossen der Religionskriege ihre eigene Gegenwart präfiguriert. …

Zivilisation

(1,420 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der im Französischen wie im Englischen kurz nach 1750 aufkommende, bis 1820 in allen westeurop. Sprachen etablierte Begriff Z. (franz. civilisation, engl. civilis/zation, ital. civilizzazione, span. civilisación) bezeichnet ein Ideal der Aufklärung: ein Gemeinwesen, das aufgeklärte Werte – von polit. Freiheit über eine moderne Ökonomie bis zu Humanität, Bildung und Urbanität – so weit wie möglich verwirklicht hat und sie immer weiter perfektioniert. Z. war (und ist) insofern kein empirisches Faktum, sondern ein Leitwert bzw. ein ideologisches Programm, das…

Memoiren

(1,461 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff und Bedeutung Der vom lat. memoria bzw. franz. mémoire ( »Gedächtnis«, »Erinnerung«) abgeleitete, in alle europ. Kultursprachen übernommene Plural-Begriff M. bezeichnete – wie seine lat. Pendants commentarii (»[Gerichts-]Protokoll«) und adversaria (»[Aufzeichnungen über] das vor Augen Liegende«) – einen juristischen, amtlichen oder diplomatischen Schriftsatz, der Vorgeschichte und Problematik eines zu verhandelnden Konflikts beschrieb. Auch Akademien betitelten die Publikationen ihrer Verhandlungen oft mit »M.« In …

Skandal

(1,247 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der Begriff S. – von griech. skándalon, »(Auslöser einer) Falle« (lat. scandalum, v. a. biblisch »Stein des Anstoßes«) – entstand im 17. Jh. im Französischen als Synonym für »(negatives) öffentliches Aufsehen« und wurde – wie das Verb »skandalisieren« (»für Aufsehen sorgen«) – von dort in die übrigen europ. Sprachen übernommen (ins Deutsche Anfang des 18. Jh.s) [4]. Er bezeichnet gleichermaßen ein aufsehenerregendes öffentliches Ereignis und dieses Aufsehen selbst, also den Diskurs darüber. Definieren lässt S. sich somit als die Summe der…

Reitkunst

(2,725 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick In allen Gesellschaften, in denen das Pferd exklusives Transportmittel, unverzichtbare Voraussetzung persönlicher Mobilität, eine wertvolle Waffe auf der Jagd und im Krieg sowie ein teures Prestigeobjekt war, gehörte die Fähigkeit, gut zu reiten, zu den verpflichtenden Grundkenntnissen des Adels ( Standesbildung). Eben weil das Reiten hohem sozialen Status entsprach, hütete man seine Regeln – wie überhaupt das Wissen über Pferde – als herrschaftliche Arcana und vermied es, sie schriftlich festzuhalten [20. 91]. Erst mit dem Beginn der Nz. wurde das Reite…

Moralistik

(1,337 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Bei seiner ersten Erwähnung 1690 in Antoine Furetières Dictionnaire universel meinte der Begriff moraliste (dt. »Moralist«, = Mst.) schlicht einen Autor, der moralische Fragen behandelte. Schon um 1700 aber entstand die kritisch gemeinte Nebenbedeutung »Rigorist« und wurde konkret auf Anhänger des Jansenismus gemünzt. Diderots und D'Alemberts Encyclopédie (Bd. 10) wertete den Mst. nochmals ab, indem sie ihn 1765 als eitlen, systemlosen Literaten definierte, der mehr verblüffen als aufklären wolle [9. 48–52]. Der Begriff M. hingegen scheint erst im 20. Jh…

Archäologie

(1,606 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Begriff Der griech. Begriff, als archaiología (»Bericht von alten Dingen oder Zeiten«) erstmals bei dem griech. Historiker Dionysius von Halikarnass (1. Jh. v. Chr.) belegt – während archaiologeín (»über Altes sprechen«) schon bei Thukydides (5. Jh. v. Chr.) vorkommt –, bezeichnete in der Antike jenen Teil der Geschichte, über den keine lebenden Zeugen mehr Auskunft geben können, sondern nur noch Traditionen und Sagen. Die Renaissance latinisierte den Begriff zu archaeologia oder archaeographia und benutzte ihn synonym mit antiquitates, also der Altertumskunde, von…

Numismatik

(1,684 words)

Author(s): Walther, Gerrit

Schicksal

(1,356 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Bedeutung und Begriff Die Idee des Sch. (engl. fate, destiny; franz. fortune, destin, destinée; ital. fato, destino; span. fortuna, suerte, destino) wurde in der Nz. zu einem bevorzugten Medium, in einem säkularen Rahmen über das Verhältnis zwischen Autonomie und Notwendigkeit, also über Willens-Freiheit, und über die bewegenden Kräfte von Geschichte und Politik zu sprechen. Als ein Synonym für das je Besondere, Unverwechselbare, eventuell Unerklärliche im Lebensgang eines Charakters – sei es der eines einzelnen …

Individualität

(1,831 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Allgemein 1.1. Begriff Bis zum Ende des 18. Jh.s war »Individuum« bzw. »I.« (von lat. individuum; »Unteilbares«) ein Fachbegriff der Philosophie, der »kleinste Einheit« oder auch »Besonderheit« bedeuten konnte. Allgemein bezeichnete er daneben – wie bis heute in vielen europ. Sprachen – eine einzelne Sache oder Person. In Deutschland hingegen gewann er in Idealismus und Romantik ein emphatisches Pathos: I. wurde zu einem Synonym für die unverwechselbare Besonderhe…

Held/in

(1,774 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Überblick In allen Kulturen besitzen H. (griech. hḗrōs, lat. heros, ital. eroe, franz. héros, engl. hero

Dogs, keeping of

(2,042 words)

Author(s): Walther, Gerrit
1. Types and functions The dog was widespread in all social classes in the early modern period, and undertook a range of functions. It was according to these, and not the breed (a concept that only achieved currency a…
Date: 2018-02-14
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