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Prostitz, Isaak ben Aron

(217 words)

Author(s): A. K. Offenberg
jüdischer Verleger und Übers., gebürtig aus Prossnitz in Mähren, lebte in der 2. Hälfte des 16. Jh.s in Krakau (f 1612). Er besaß seit 1569 eine Druckerei, in der er eine Reihe jiddischer Werke herstellte. P. lernte das Druckergewerbe in Venedig bei Giorgio de Cavalli und Giovanni Griffio und wurde darum als «der ital. Jude» bezeichnet. Sein Verlag bekam ein Privileg des Königs Sigismund II. Augustus und existierte über 60 Jahre. Isaak, seine Söhne Aron und Isachar und seine Enkel publizierten ü…

Proops

(619 words)

Author(s): A. K. Offenberg
jüdische Drucker-, Buchhändler- und Verlegerfamilie des 17. bis 19. Jh.s in Amsterdam. Joseph P., der Gründer der Dynastie, kam von Posen nach Amsterdam und war als Buchhändler tätig. Er heiratete dort 1673. Im Jahre 1677 wurde er in die Gilde der Buchverkäufer aufgenommen. Sein Sohn Salomon († 1734) folgte ihm 1697 nach und war zugleich als Verleger tätig, meistens in Zusammenarbeit mit andern Verlegern. 1704 richtete er eine eigene Druckerei ein und gründete damit eine Firma, welche im 18. Jh.…

Athias, Joseph ben Abraham

(275 words)

Author(s): A. K.Offenberg
*Spanien 1634/35, †(Amsterdam 4. 6. 1700. Jüdischer Drucker und Verleger in Amsterdam. Tätig seit 1654, druckte hebr., jidd., aber auch port., span., holl, und engl. Werke. 1661 in die Buchdruckerzunft aufgenommen. In diesem Jahr erschien seine hebr. Bibel (3000 Ex.), die erste Ausg. mit Verszählung, welche v. den Generalstaaten hoch geschätzt wurde. Schon 1667 war eine 2. Ausg. notwendig; diese erschien mit wiss. Hilfe des Prof. Joh. Leusden aus Utrecht. A. rühmte sich, mehr als eine Mio. engl.…

Rossi, Giovanni Bernardo de

(300 words)

Author(s): A. K. Offenberg
(auch bekannt als Giovanni Bernardo oder Johannes Bernardus DeRossi) *25. 10. 1.742 in Castelnuovo (Provinz Torino), 23. 3. 1831 in Parma, katholischer Priester, Hebraist und Bibliograph. R. studierte Theologie in Turin und war Professor der orientalischen Sprachen in Parma 1769 bis 1821. Er besaß eine bedeutende Slg. hebräischer Hss. und seltener Drucke. Sie wurde im Jahre 1816 von der Herzogin Marie Louise von Parma für hunderttausend Francs für die Biblioteca Palatina erworben. Neben Studien …

Raphelengius, Franciscus

(301 words)

Author(s): A. K. Offenberg
latinisierter Name des Frans van Ravelingen, * 27. 2. 1539 in Lannoy, 20. 7. 1597 in Leiden, Humanist, Buchdrucker und Orientalist. R. studierte Lat., Griech. und orientalische Sprachen in Gent, Köln und Paris und wurde 1564 Korrektor bei Christoph Plantin in Antwerpen, dessen Tochter Margaretha er 1565 heiratete. Er konvertierte zum Protestantismus, sie blieb katholisch. R. hatte wichtigen Anteil an der Ausg. der polyglotten «Biblia Regia» Plantins (1569 – 1572) und wurde 1585 Leiter des Zweigg…

Erpenius (van Erpe), Thomas

(248 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* 9. oder 11. 9. 1584 in Gorkum, † 13. 11. 1624 in Leiden, Orientalist und größter Arabist seiner Zeit. Studierte in Leiden und Frankreich, seit 1613 «Professor orientalium linguarum» an der Univ. Leiden. Weil die Raphelengii ihre arab. Typen, welche E. als unelegant kennzeichnete, nach England verkauft hatten, und E. das Studium der arab. Sprache ohne gedr. Textausg. für nicht möglich erachtete, richtete er selbst eine Druckerei ein (Typographia Erpeniana linguarum orientalium), welche seit 161…

Soncino

(641 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Druckerdynastie. Die Familie S. (urspr. aus Deutschland – Speyer und Fürth – nach Italien eingewandert und ihren Namen von dem gleichlautenden Städtchen bei Cremona im Herzogtum Mailand herlei-tend) gründete dort 1483 eine hebräische Druckerei, die dort bis ungefähr 1490 der wichtigste Produzent hebräischer Bücher im 15. Jh. wurde und danach in andere Orte umsiedelte. Am Anfang sind vier Pressen zu unterscheiden: die des Josua Salomon ben Israel Nathan, die seines Neffen Gerschom ben Moses (der …

Stephanus (E[s]tienne), Robertus

(408 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* 1503 in Paris, † 7. 9. 1559 in Genf. Humanistischer Philologe und Drucker, zweiter Sohn des Druckers Henricus I.S. († 1520). Er heiratete Perette Bade, Tochter des Pariser Druckers Jodocus Badius Ascensius. Er war befreundet mit dem franz. König François I. und «imprimeur du roi». 1526 erschienen in Paris seine ersten Bücher, seit 1530 gesetzt aus einer neuen Antiqua, wahrscheinlich von Claude Garamond geschnitten, der auch dessen «Grec du Roi» Typen anfertigte. Guillaume Le Bé arbeitete in de…

Ruffinelli, Tommaso

(135 words)

Author(s): A. K. Offenberg
christlicher Drucker hebräischer Bücher ab 1576 in a Mantua. Auch sein Vater Giacomo R. (tätig in Mantua um 1547–1589, Rom 1585–1591) und sein Großvater Venturino R. (tätig in Venedig um 1538–1546 und in Mantua 1544–1558) spezialisierten sich auf hebräische Werke neben Ausg. in Lat. und Italienisch. Die typographische Arbeit wurde von jüdischen Druckern geleistet wie Jakob ben Naftali Kohen von Gazolo und Meir ben Efraim Sofer. Wichtigste Ausg. der R.-Dynastie ist das Hauptwerk der Kabbala «Sohar» (Mantua 1558–1560). A. K. Offenberg Bibliography Amram, D. W.: The Makers of Hebr…

Leiria

(247 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Stadt in Portugal. Zwischen Ende Januar 1494 und Ende Juni 1497 publizierte hier Samuel Dortas mit seinen drei Söhnen, von denen Abraham ben Samuel Dortas mit Namen bekannt ist, vier hebräische Werke: 1. Die Bibelbücher Josua, Richter, Samuel und Könige mit Kommentaren und aramäischer Übers., beendet zwischen dem 27. 1. und dem 2. 2. 1494 (H 13409, GofF Heb–23). 2. Jakob ben Ascher, «Tur orach chaim» (Lebenspfad) 2. 6. 1495 (GofFHeb–53). 3. Jeschua ben Joseph Halevi, «Halichot olam» (Wege der We…

Dijck, Christoffel van

(345 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* 1601 (wahrscheinlicher 1606) in oder bei Dexheim, † November 1669 in Amsterdam. Seit 1640 als Goldschmiedgeselle in Amsterdam nachge-wiesen. D. machte sich 1643 selbstandig, 1647 war er auch Schriftschneider und -gieBer. Seine Typen wurden hoch geschatzt, es sind kraftigere Varianten der Gara-mondtypen; sie machten auch im Ausland, namentlich in England, ihren Weg. Nach seinem Tode kaufte Daniel Elzevier in Amsterdam das Material und fiigte es seinen anderen Schriftarten hinzu. Als Elzevier 16…

Bömberg (van Bomberghen), Daniel

(258 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* nach 1483 in Antwerpen, † 21. 12. 1553 ebd. Aus einem reichen, urspr. aus Haarlem in Holland stammenden Antwerper Kaufmannsgeschlecht. Studierte in Löwen am «Collegium Trilingue». Schon sein Vater, Cornelis Bömberg, zeigte Interesse für das Buchwesen und finanzierte 1496 eine Breviariumausg. in Venedig. B. wurde berühmt als wichtiger christlicher Drucker von über 200 hebräischen Werken in Venedig zwischen 1516 und 1549, darunter der Erstausg. der großen Rabbinerbibel (1517), des vollst. babylo…

Rashi

(227 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Akronym für Rabbi Salomo ben Isak (hebräisch: Rav Schlomo ben Jitschak), Troyes 1040 — 1105. R. ist bis heute einer der einflußreichsten jüdischen Bibel– und Talmudkommentatoren. Sein Pentateuchkommentar war immer sehr beliebt, bes. beim Unterricht, und existiert in Hunderten Hss. und Drucken, entweder selbständig oder kombiniert mit dem Bibeltext. Die editio princeps erschien zwischen 1469 und 1473 in Rom und erlebte noch im 15. Jh. mindestens acht weitere (jetzt sehr seltene) Ausgaben (Reggio …

Weiberdeutsch

(111 words)

Author(s): A. K. Offenberg
(Waibertaitsch), aschkenazische kursive hebräische Druckschrift, Name ist von der populären sog. Frauenbibel entlehnt («Tse’enah-ure’enah», ab 1615), eine jiddische Paraphrase des AT. Auch als deutsch-hebräische Kommentarschrift, Yiddish Type, aschkenazische Maschét oder Maskét, Techine Ksav, Tsene u-rene Ksav und Ksav Tsur bezeichnet (Hebräische Schrifttypen). Diese Kursive kam um 1530 in Polen in Gebrauch. Sie wurde in Ost- und West-Europa bis zum Ende des 19. Jh.s fast exklusiv für Texte in jiddischer Sprache verwendet. A. K. Offenberg Bibliography Zafren, H. C.: Vari…

Giustiniani, Marco Antonio

(209 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Buchdrucker in Venedig, tätig 1545–1551, aus berühmtem Patriziergeschlecht. G. spezialisierte sich in hebräischen Ausg., seine Presse befand sich bei der Ponte di Rialto in der Calle delle Cinque alla Giustizia Vecchia. Er publizierte seine Ausg. im Wettbewerb mit Daniel Bomberg; am Anfang arbeitete er mit Helfern, die auch für Giovanni de Farri arbeiteten. Seine Typen wurden geschnitten von Guillaume Le Bé, Michel Du Bois u. a. Wichtig war seine Neuausg. des babylonischen Talmuds. G. kam in Kon…

Helicz

(487 words)

Author(s): A. K. Offenberg
(Halicz, Halic, Haelicz, Haelic), jüdische Drukkerfamilie in Krakau, Polen. Die Brüder Samuel, Asser und Eljakim H., Söhne des Chaim, der aus H. in Reussen (südöstlich von Lwów/Lemberg) stammte, begründeten die erste hebräische Druckerei in Polen. Drei Werke aus den Jahren 1530, 1531 wurden noch im 19. Jh. von L. Zunz erwähnt, sind aber seitdem nicht auffindbar. Im Jahre 1534 veröffentlichten die Brüder das erste heute bekannte Produkt dieser Offizin, Isaak Dürens «Issur ve-Hetter».Eine Verbindu…

Jaffe

(354 words)

Author(s): A. K. Offenberg
jüdische Druckerfamilie des 16. und 17. Jh.s in Lublin, Polen. Im Jahre 1557 gab Kalonymos (später Abraham Kalman) ben Mordechai J. zus. mit Eliezer ben Isaak Aschkenazi und anderen eine hebräische Bibelausg. (Pentateuch mit Haftarot und Megillot) heraus. Er war verheiratet mit Hannah, der Enkelin des Chaim Schwarz (Schechor), der sich mit Gershom ben Solomon Kohen († 1544) verbunden hatte, dem bedeutendsten unter den ersten jüdischen Druckern in Prag, und später hebräische Pressen in Oels, Augs…

Piove di Sacco

(215 words)

Author(s): A. K. Offenberg
nordital. Städtchen bei Padua, wo am 3. 7. 1475 die erste hebräische Ausg. in Folio des großen vierbändigen Ritualkodex «Arba'ah Turim» (die vier Reihen) des Jakob ben Ascher bei Meschullam Cusi und Söhnen erschien (H 1881, GofFHeb—47). Es ist das zweite datierte hebräische gedr. Buch, dessen Druckanfang wahrscheinlich früher war als das erste (Raschis Pentateuchkommentar, Reggio di Calabria, 17. 2. 1475). In einem Schlußgedicht spricht die personifizierte stolze Druckkunst von der alttestamentl…

Kirjath Sepher

(154 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Hebräische bibliographische Vierteljahresschrift, seit 1924 hrsg. von der Jüdischen National- und UB, Jerusalem. Seitjg. 51 (1976) transkribiert als Kiryat Sefer (Bibliographical Quarterly of the Jewish National and University Library, Jerusalem). Hauptredaktion 1924-1927: S. H. Bergmann und Gershom Scholem; 1928-1968: I. Joel; 1969-1972: G. J. Ormann; 1973 bis 1983: A. Neuberg; 1984-heute: A. Shinan. Die Zs. umfaßt verschiedene Kategorien: eine Auflistung aller neuen Publikationen in Israel, so…

Adelkind, Israel Cornelius

(136 words)

Author(s): A. K. Offenberg
ca. 1554. JüdischerDrucker deutscher Herkunft in Italien. Sein Vater siedelte sich in Padua an. A. arbeitete als Vormann in derOffizin des christlichen Verlegers Daniel Bömberg inVenedig, der sich seit 1516 in hebräischen Ausg. spezialisierthatte. A. hatte z. B. die Leitung der Ausg. des babylonischen und Jerusalemer Talmuds (1519 -1523). Erwar auch tätig bei den venezianischen Verlegern M. A.Giustiniani und den Brüdern Dei Farri. 1553 wurde ervon Tobias Foä veranlaßt, eine hebräische Druckerei inSabbionetta zu gründen A. K. Offenberg Bibliography Bloch J.: Venetian Printer…

Manasseh ben Israel

(410 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* 1604 in Süd–Europa, J 26. 11. 1657 in Middelburg, jüdischer Gelehrter, Diplomat, Drucker, Verleger und Buchhändler; portugiesischer (christlicher) Name: Manuel Dias Soeiro. Seine Eltern flohen 1613/1614 nach Holland. M. gründete die erste jüdische hebräische Presse in Amsterdam, sein erstes Buch erschien am 1. 1. 1627. (Einige «proto»-hebräische Drucke wurden schon seit 1605 von chrisdichen Drukkern in Amsterdam veröffentlicht; seit ca.1616 publizierte die jüdische Druckerei der Amsterdamer po…

Rabbinische Schrift

(126 words)

Author(s): A. K. Offenberg
ist eine veraltete (und ungenaue) Benennung für eine halb-kursive Variante der hebräischen Schrift, auch Raschischrift, Kommentarschrift, Maschet oder Masket genannt. Die wichtigsten Vertreter dieses Schrifttypus sind die iberische (sephardische) und die dt. (aschkenasische) Variante. Beide sind in ma. Hss. verwendet worden, nach der Erfindung der Buchdrukkerkunst hat sich die sephardische Variante durchgesetzt; die dt. wurde nur für jiddische Texte vetwendet (auch Jüdisch-Dt., Waybertaytsch, Te…

Soncino Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches e. V.

(225 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Die Ges. wurde 1924 in Berlin gegr. und 1937 von den Nationalsozialisten liquidiert. Die Leistungen der Familie Soncino im 15. und 16. Jh. sollten Vorbild und Ansporn sein zur Neubelebung der Buchkunst im Rahmen jüdischer Kulturarbeit. Dazu erschienen Veröff., die zum Modell dienen sollten für mehrere lit. Gattungen, wie wiss. Arbeiten, Zss., ill. Texte, Romane, Theaterstücke, Faksimiles. Texte wurden aus der jüdischen Lit. aller Zeiten und Sprachen ausgewählt. Eine neue hebräische Schrift wurde…

Hebräischer Buchdruck

(3,365 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Druckverfahren, wobei Texte vollst. oder zum größten Teil mit hebräischen Buchstaben gedruckt werden; nicht nur in hebräischer Sprache, sondern auch in anderen jüdischen Sprachen wie Jiddisch, Aramäisch, Ladino (Judaeo-Spanisch), Judaeo-Ital, Judaeo-Arab., Judaeo-Griech. usw. 15. Jahrhundert. Hebräische Ink. erschienen in Italien, Spanien, Portugal und (eine Ausg.) in der Türkei. Nach dem heutigen Stand der Forschung können ca. 140 Drucke dieser Periode zugewiesen werden, es sind ca. 40 Pressen bekannt, in öffentlichen Slg. sind …

Freimann, Aron

(231 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* 5. 8. 1871 in Filehne (Posen), † 6. 6. 1948 in New York, jüdischer Bibliograph und Historiker. 1904–1933 Bibliothekar an der Stadt- und Universitätsbibl. Frankfurt am Main, seit 1924 ihr Direktor. Seinem speziellen Interesse ist es zu verdanken, daß die Judaica- und Hebraica-Abt. stark ausgeweitet wurde. 1938 Flucht nach Amerika, 1939–1945 «Consultant in Bibliography» an der New York Public Library. F. publizierte zahlreiche Beiträge zur jüdischen Bibliographie, z.B. «Über hebräische Inkunabel…

Althebräische Schrift

(282 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Aus der protokanaanitischen Schrift, dem ersten alphabetischen System, das im 17. Jh. v. Chr. erfunden wurde, entwickelten sich die phönizische, die althebr. und die aramäische Schrift. Die protosinaitische Schrift, die im Jahre 1905 entdeckt wurde, ist ein Zweig der protokanaanitischen Schrift (ca. 1500 v. Chr.) und darf nicht mit den Israeliten, die sich nach dem Exodus auf der Sinai-Halbinsel aufhielten, verbunden werden. Seit dem 9. Jh. (Mesa-Stein) sind die typischen Merkmale der althebr. S…

Rosenthal, Leeser

(602 words)

Author(s): A. K. Offenberg
(Elieser), *13.4.1794 in Nasielsk (bei Warschau), † 7.8.1868 in Hannover, jüdischer Gelehrter und Büchersammler. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er als finanziell unabhängiger Klausrabbiner in Hannover, wo er die wahrscheinlich größte Slg. von Judaica und Hebraica im damaligen Deutschland zus. brachte, nachdem die umfangreicheren Slg. von David Oppenheim(er) und des Heimann Joseph Michael schon 1829 und 1848 nach England verkauft worden waren. R. korrespondierte mit vielen Gelehrten, b…

Pentateuch

(414 words)

Author(s): A. K. Offenberg
griech.: Fünf – Rollen – Buch) Benennung der fünf Bücher Mose, Genesis bis Deuteronomium, zur Andeutung ihres Zusammenhangs. Hebräisch Tora (Lehre, Unterricht) oder Chamischa Chumsche Tora (fünf Fünftel Tora), abgekürzt Chumasch Schon die Septuaginta setzt die fünf Bücher Mose voraus. Seit dem zweiten Jh. unserer Zeitrechnung ersch. im griech. Text die Titel der fünf individuellen Bücher ihrem ungefähren Inhalt gemäß als Genesis, Exodos, Levitikos, Arithmoi (lat. Numeri) und Deuteronomion. Der h…

Tobler, Titus

(77 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Schweizer Palästinaforscher und Arzt, * 25. 7. 1805 in Stein (Appenzell a. Rh.), † 21. 1. 1877 in München. Seit 1835 publizierte er über Palästina topographische und historische Studien und editierte ältere Reisebeschreibungen. Seine «Bibliographia geographica Palaestinae. Zunächst kritische Übersicht gedr. und ungedr. Beschreibungen der Reisen ins heilige Land» (Leipzig 1867) spielte längere Zeit eine wichtige Rolle im Fachgebiet. A. K. Offenberg Bibliography ADB Bd. 38, Sp. 395–402 Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Bd. 12. 1997, Sp. 253–255.

Gara, Giovanni di

(170 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Buchdrucker in Venedig, tätig 1563 —1616. Publizierte mehr als 100 hebräische Werke und einige lat. Nach Daniel Bombergs Tode erwarb er einen großen Teil von dessen typographischem Material und erwähnte mit Stolz auf seinen Titelseiten «gedruckt mit Bombergs Buchstaben». Bekannte Gelehrte wie Ascher Parenzo, Samuel Archevolti und Leon da Modena haben für G. gearbeitet. Seit 1571 war es in Venedig den Juden verboten, sich mit Typographie zu beschäftigen, so daß G. mit christlichen Setzern und Dru…

Tannhausen (in Schwaben)

(146 words)

Author(s): A. K. Offenberg
erhielt um 1593 eine hebräische Druckerei; sie wurde von Stephan Schurman und Peter Geisler geleitet und gab 1593–1594 ein Machsor (Festtag-Gebetbuch) nach aschkenasischem Ritus heraus, das unvollst. geblieben ist, weil fast die ganze Aufl. mit allen Druckmaterialien vor Beendigung des Drucks von den Einwohnern Thannhausens vernichtet wurde. Nur wenige Ex. sind erhalten. 1594 erschien eine Ausg. der Sulatot (synagogale Poesie zwischen Pessach und Schawuot / Wochenfest). Die Herstellung der beiden Veröff. übernahmen Isaak und Simon Levi Ginzburg. A. K. Offenberg Bibliography…

Oppenheim(er), David ben Abraham

(444 words)

Author(s): A. K. Offenberg
* 1664 in Worms, ✝ 12. 9. 1736 in Prag, jüdischer Gelehrter, Rabbiner und Büchersammler, vermögender Landesrabbiner von Mähren und Böhmen. O. lebte am Anfang des 18. Jh.s in Prag als hochgeschätzter Oberrabbiner. Die von seinem Onkel, dem Hoffaktor Samuel Oppenheim, ererbte ansehnliche Slg. von handschr. und gedr. Hebraica erweiterte er auf vielen Reisen und dank seiner guten Beziehungen zu Gelehrten, Buchhändlern und Buchdruckern auf einen beträchtlichen Umfang. Es war sein Ziel, alle gedr. Wer…

Ğacon, Samuel

(306 words)

Author(s): A. K. Offenberg
jüdischer Drucker und Finanzier des 15. Jh.s in Faro, Algarve, Portugal. Er publizierte nicht nur das erste in Portugal erschienene hebräische Buch, sondern das erste gedruckte Buch dieses Landes überhaupt. Am 30. 6. 1487 erschien sein hebräischer Pentateuch in Quadrattypen, nur in einem Pergamentex. erhalten, ehemals im Besitz des Joseph Almanzi in Padua, jetzt British Library, London (Pr 9832). Anfang dieses Jh.s wurden in der UB Leiden zehn Fragmente des babylonischen Talmudtraktats Gittin au…

Neubauer, Adolf

(419 words)

Author(s): A. K. Offenberg
(Abraham) * 11. 3. 1831 in Nagybanya (Bittse, Ungarn), 6. 4. 1907 in London, jüdischer Wissenschaftler, Bibliograph und Bibliothekar. N. studierte in Prag und München. Er zog 1857 nach Paris zur Vollendung seiner Studien in der Bibliothèque Nationale und wurde Mitarbeiter des ungarisch–österr. Konsulats in Jerusalem, wo er sich für alte hebräische Hss. zu interessieren begann. Im Jahre 1864 wurde N. nach St. Petersburg eingeladen, die sog. karäisch–hebräische Hss.-Slg. des Abraham Firkowich zu s…

Joseph ben Jakob Gunzenhauser

(445 words)

Author(s): A. K. Offenberg
(Ashkenazi), jüdischer Drucker hebräischer Inkunabeln, deutscher Herkunft, in Neapel. In einem Dokument, datiert 18. 3. 1487, wird eine Transaktion erwähnt zwischen Manuele de Cava, jüdischem Bankier in Neapel, Elia Volgheri, ebenso Jude in Neapel, «cum magistro Iacob hebreo» und «magistro Josep hebreo theotonicis». Diese vier Männer hatten vor einiger Zeit («olim») beschlossen, Bücher zu drucken («ad Instampandum libros»). Magister Josep war zweifelsohne Joseph ben Jakob, während Magister Jacob…

Sulzbach an der Murr.

(196 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Im Jahre 1669 entstand eine hebräische Presse in S., nachdem Herzog Christian-August von Pfalz-Sulzbach 1664 dem lutherischen Abraham Lichtenthaler ein Privilegium zur Einrichtung einer Druckerei gegeben hatte, in welcher der aus Prag stammende Isaac bar Judah Jüdels Katz anfing, hebräische Bücher zu drucken. Eine neue Presse wurde 1684 von Moses ben Uri Schraga Bloch gegründet, nach 1699 folgte eine Reihe Mitglieder der Familie Fränkel-Arnstein, welche bis 1851 aktiv waren. Insgesamt sind um 70…

Farri, Giovanni de

(184 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Buchdrucker in Venedig, tätig ca. 1540 bis 1548. Publizierte zus. mit seinen Brüdern ca. 30 Ausg. in Lat., Griech. und Ital., darunter wichtige Texte von Aesop, Homer, Aristoteles, Vergil, Lucian, Boccaccio und Pietro Aretino. Allein im Jahre 1544 erschienen bei ihm mindestens zwölf hebräische Bücher, zum größten Teil auch wichtige Texte wie Bachja ben Aschers und Jakob ben Aschers Pentateuchkommentare, Isaak Aboabs «Menorat Hamaor», Josef Albo's «Ikkarim» und der «Josippon». Cornelius Adelkind …

Hebräische Schrifttypen

(556 words)

Author(s): A. K. Offenberg
Zu Anfang des hebräischen Buchdrucks schlossen sich die hebräischen Schrifttypen dem lokalen Brauch an. Es sind zwei Hauptgruppen zu unterscheiden: die südeuropäische oder sephardische Gruppe, deren Formgebung vom Schreiber mit einem Rohr bestimmt wurde (mit eleganten, gerundeten Formen), und die nord- und osteuropäische oder aschkenasische Gruppe, vom Schreiber mit einer Feder bestimmt (starker Kontrast zwischen Haarlinien und schweren Linien). Beide Gruppen haben Texttypen und Kommentartypen. …

Mikrographie

(182 words)

Author(s): A. K. Offenberg | M. Steinhagen
1. Schriftform mit winzig kleinen Buchstaben, bes. in hebräischen Handschriften. Die figürlichen Mikrogramme bilden geometrische und florale Verzierung um den konventionellen Text herum oder sogar ganze Teppichseiten. In Bibelhss. wird die von der Tradition erforderte sog. Massorah magna (Auflistung von Abweichungen in Schrift, Grammatik, Buchstabierung und Lesarten) auf diese Weise oft in den Marginalzonen, nicht immer leicht leserlich und eigentlich wertlos für das Studium, hergestellt. In asc…

Jüdisches Buch

(4,437 words)

Author(s): A. K. Offenberg | V. Dahm | E. G. L. Schrijver | D. Schidorsky
1. Allgemeines. Materiell unterscheidet sich das jüdische Buch nicht von anderen Büchern. Es entwickelte sich von der Buchrolle im Altertum (noch immer liturgisch im Gebrauch als z. B. Thorarolle und Estherrolle) zum handgeschriebenen Cod. im MA (und noch lange danach — bis zum Ende des 18. Jh.s) und zum gedr. Buch seit ca. 1470. Wenn mit hebräischen Buchstaben geschrieben oder gedr., wird das jüdische Buch, wie bei anderen semitischen Alphabeten auch, von rechts nach links gelesen. Inhaltlich kan…
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