Search

Your search for 'dc_creator:( "B. Bader" ) OR dc_contributor:( "B. Bader" )' returned 205 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Romische Datierung

(171 words)

Author(s): B. Bader
Die Angabe des Jahres erfolgte üblicherweise durch Nennung der beiden j. wechselnden höchsten Beamten, der Konsuln, in der Kaiserzeit auch durch Zahlung der Tribunatsjahre des Kaisers. Die Zählung «ab urbe condita» (= seit der Gründung Roms) setzte sich in der Antike nicht durch und wurde erst in der Neuzeit üblich. Der Tag wurde durch die Kalendae (i. Tag des Monats), Nonae (5. oder 7. je nach Monat) und Idus (13. oder 15.) bzw. durch Rückwartszahlung von diesen – unter Mitzahlung des Ausgangst…

Fanniana (charta)

(46 words)

Author(s): B. Bader
eine gehobene Qualitätsstufe des Schreibmaterials Papyrus, benannt nach einem Fannius, in dessen Papyrusfabrik in Rom sie durch Verfeinerung der mittelmäßigen Sorte Amphitheatrica gewonnen wurde (Plinius, hist. nat. 13, 74 und 78). B. Bader Bibliography Lewis, N.: Papyrus in classical Antiquity. Oxford 1974, S. 34–69.

Monobiblos

(76 words)

Author(s): B. Bader
(Nebenformen – biblon, – biblion), griechlat. Ausdruck für ein lit. Werk, das nur aus einem Buch bestand und nur eine Buchrolle eanspruchte. Insbes. wird das erste Elegienbuch des Properz, das zunächst allein veröff. wurde, von Martial (14, 189) und auch in der Überschrift, die ihm in den Hss. orangestellt ist, als M. bezeichnet. B. Bader Bibliography Birt, T.: Zur M. und zum Codex N des Properz. In: Rheinisches Museum 64. 1909, S. 393 — 411.

Album

(70 words)

Author(s): B .Bader
In der Antike urspr. eine geweißte Tafel zum Anschreiben öffentlicher Bekanntmachungen. Dann Liste, Verzeichnis, Buch mit leeren Blättern für Aufzeichnungen; seit dem 17./18. Jh. Stammbuch, Gedenkbuch; seit dem 19. Jh. gedrucktes Buch, das vorwiegend aus einer Zusammenstellung von Bildern oder Gedichten besteht. B .Bader Bibliography Bogeng, G. A. E.: Einführung in die Bibliophilie. Leipzig 1931 Radke, G.: A. In: Der Kleine Pauly. Bd. 1. Stuttgart 1964, Sp. 235 f.

Hippokrates

(89 words)

Author(s): B. Bader
(* 460 v. Chr.), berühmtester Arzt der Antike. Mit ihm verbindet sich ein frühes Beispiel einer Corpus-Bildung: Unter seinen Namen stellte man in der Anzeugten zahlreiche nach Form, Inhalt und Entstehungszeit verschiedenartige medizinische Schriften, so daß sich eine als «Corpus Hippocraticum» bezeichnete umfangreiche Textslg. bildete, deren Verfasserschaft im einzelnen schon früh unklar war; es ist nicht einmal sicher, ob überhaupt echte Schriften des H. darunter sind. B. Bader Bibliography Diller, H.: Stand und Aufgaben der Hippokratesforschung. In: Akad. d. Wis…

Römisches Buch

(112 words)

Author(s): B. Bader
Das R. entspricht in der Form dem griech; die Buchrolle und der Codex einschl. seiner holzernen Vorstufen (Cerata tabula) dominieren auch hier. Jedoch scheint der Beschreibstoff Leinen (Libri lintei) eine italische Spezialität gewesen zu sein. Inhaltlich geht das R. von den amtlichen Aufzeichnungen Acta, Annalen, Commentarii undFasti (Kalender) aus. Die schriftliche rom. Lit. im engeren Sinn entwickelte sich nach griech. Vorbildern seit der 2.Hälfte des 3. Jh.s v. Chr. Die lat. Papyrusfunde aus Ägypten entsprechen in der Buchform ganz den griechischen B. Bader Bibliography Cava…

Augustus

(89 words)

Author(s): B. Bader
(63 v. Chr. –14 n. Chr.) der erste röm. Kaiser. Im Rahmen seiner Kulturpolitik, durch die er eine neue Epoche der röm. Kulturgeschichte heraüffuhrte, gründete er in Rom zwei öffentliche Bibliotheken: beim Apollo-Tempel auf dem Palatin (28 v. Chr. eingeweiht und endgültig 363 durch Brand zerstört) und wenige Jahre später im Porticus der Octavia auf dem Marsfeld. B. Bader Bibliography Wendel, C. / Göber, W. in: Handb. d. Bibliothekswiss. 2. Aufl. Bd. 3,1. Wiesbaden 1955, S. 119–121 Strocka, V. M.: Röm. Bibliotheken. In: Gymnasium 88, 1981, S. 307–309.

Imhotep

(48 words)

Author(s): B. Bader
altägyptischer Baumeister und Priester, 27. Jh. v. Chr. Später wurde er wegen der herausragenden Fähigkeiten und Leistungen, die man ihm auf verschiedenen Gebieten zuschrieb, als Gott verehrt, u. a. als Schutzgott der Schreiber. B. Bader Bibliography Lexikon der Ägyptologie. Bd. 3. Wiesbaden 1980, Sp. 145 – 148.

Selís

(32 words)

Author(s): B. Bader
(σελι´ς), Bezeichnung der Textkolumne in der Papyrusrolle; allg. (dann meist im Plural Selídes σελι´δες): Seite, Geschriebenes. B. Bader Bibliography Lewis, N.: Papyrus in Classical Antiquity. Oxford 1974, S. 79 bis 83.

Militärdiplome

(99 words)

Author(s): B. Bader
sind Urkunden, die bei der Entlassung röm. Soldaten am Ende ihrer Dienstzeit ausgestellt wurden und die aus diesem Anlaß verliehenen Rechte enthielten. Sie hatten die Form von je zwei beidseitig beschrifteten Bronzetäfelchen, die mit einem Draht und zum Auf- und Zuklappen mit zwei Bronzeringen verbunden waren. Diese Form ähnelt der Cerata tabula und kann auch als Vorstufe des Codex betrachtet werden. (Vgl. Abb. Bd. V, S. 185.) Rom. Militärdiplom. B. Bader Bibliography Corpus inscriptionum Latinarum. Bd. 16. Berolini 1936, S. 147–153 Hein, O.: Röm. M. als Bindeglied zwischen R…

Brieftafeln

(163 words)

Author(s): B. Bader
Schreibtafeln aus verschiedenen Materialien (Bleiplatten, Wachstafeln) wurden in der Antike neben Papyrus für Briefe verwendet. Üblich waren Holztafeln, entweder als Diptycha (mit Scharnier und meist mit Wachsschicht) oder als sehr dünne Scheiben, die man in der Mitte zum Zusammenfalten einkerbte; die letztere Form ist vor allem durch die Funde in Vindolanda (England) bekannt geworden. Durch das Zusammenklappen oder -falten, Verschnüren und evt. Versiegeln war die innere Beschriftung besser vor …

Bilderrolle

(170 words)

Author(s): B. Bader
eine mit Bildern illustrierte Buchrolle. Die ältesten Beispiele stammen aus dem alten Ägypten, wo vor allem das Totenbuch illustriert wurde. Aus dem griech.-röm. Bereich haben sich nur spärliche Fragmente von sehr unterschiedlicher künstlerischer Qualität erhalten, z. B. Zeichnungen zu geometrischen und astronomischen Texten (Euklid, Platon, Eudoxos); Bilder von Dämonen in Zauberbüchern; Bilderzyklen in der Art moderner Comics bei literarischen Texten; eine sehr qualitätvolle farbige Darstellung…

Hippo Regius

(102 words)

Author(s): B. Bader
antike Küstenstadt im heutigen Algerien, Bischofssitz des Kirchenvaters Augustinus. Dort gab es eine Kirchenbibl., die Augustin (De haeresibus epilógus 2; epist. 231,7) und sein Schüler und Biograph Possidius (18,9; 31,5.7) erwähnen. Sie enthielt die Bücher der Bibel, die Werke Augustins in bes. zuverlässigen Ex. und Schriften anderer. Ihre Erhaltung lag Augustin bes. am Herzen. Sie überstand die Zerstörung H.s durch die Vandalen im Jahre 431. B. Bader Bibliography Harnack, A. v. in: Preußische Akad. d. Wiss., Phil.-hist. Kl. Abhandlungen 1930, 1, S. 24–27 Wendel, C. / Göber, W. i…

Platanenbibliothek

(69 words)

Author(s): B. Bader
Eine griech. Versinschrift des 2. Jh.s n. Chr., die südöstlich von Rom an der Via Prae-nestina gefunden wurde, nennt «die Bücher bei den Platanen». Wahrscheinlich befand sich hier eine Bibl, bei einem Platanenhain als Teil einer großen Villa. B. Bader Bibliography Winckelmann, J. J.: Werke. Bd. 2. Dresden 1808, S. 299-301 Wendel, C. / Göber, W. in: Handb. der Bibliothekswissenschaft. 2. Aufl. Bd. 3,1. Wiesbaden 1955, S. 118.

Apographon

(47 words)

Author(s): B. Bader
(griech.; lat. apographum): Abschrift, im Gegensatz zum Original (Autographon) und zur Doppelausfertigung ( Antigraphon). Das Wort ist antik in der lat. Lit. selten (Cicero, Plinius d. Ältere, Symmachus), in der griech. anscheinend überhaupt nicht belegt. B. Bader Bibliography Dziatzko, K. in: Pauly-Wissowa. Halbbd. 2, Sp. 2822/2823.

Livia

(30 words)

Author(s): B. Bader
nach Plinius (nat. hist. 13,74) die zweitbeste Papyrussorte, benannt nach L., der Gemahlin des Kaisers Au-gustus B. Bader Bibliography Lewis, N.: Papyrus in classical Antiquity. Oxford 1974, S. 34—69

Duenos-Inschrift

(58 words)

Author(s): B. Bader
auf einem in Rom gefundenen Gefäß vermutlich des 4. Jh.sv. Chr.; eine linksläufige Inschrift, die zu den ältesten Dokumenten der lat. Sprache zählt; sie nennt einen gewissen Duenos als Verfertiger des Gefäßes. Duenos-Inschrift. 4. Jh. v. Chr. B. Bader Bibliography Corpus inscriptionum latinarum. 1. ed. 2. Berolini 1918, S.371 Radke, G.: Archaisches Latein. Darmstadt 1981, S. 79–93.

Apellikon

(136 words)

Author(s): B. Bader
von Teos († ca. 84 v.Chr.), reicher griech. Büchersammler, Anhänger der Philosophie des Peripatos, ein unsteter und wankelmütiger Charakter; er dilettierte auch auf militärischem Gebiet. In Athen und anderen Städten entwendete er alte Dokumente aus Archiven; einer Bestrafung konnte er sich nur durch die Flucht aus Athen entziehen. In Skepsis (Kleinasien) erwarb er den Büchernachlaß des Aristoteles und des Theophrast, der dort lange Zeit verwahrlost und fast vergessen in einem Keller gelegen hatt…

Schubart, Wilhelm

(100 words)

Author(s): B. Bader
* 21. 10. 1873 in Liegnitz, † 9.8.1960 in Halle (Saale), Papyrologe und Althistoriker, Mitarbeiter der 1. Aufl. dieses Lexikons; 1900–1937 Leiter der Berliner Papyrus-Slg., 1946–1952 Professor für Alte Gesch. an der Univ. Leipzig. Sein Werk «Das Buch bei den Griechen und Römern» (1907, 2. Aufl. 1921, 3. Aufl. 1962) war lange das dt.sprachige Standardwerk auf diesem Gebiet. B. Bader Bibliography Zucker, F.: W. S. In: Gnomon 33. 1961, S. 108–109 Schrot, G.: W. S. In: Bedeutende Gelehrte in Leipzig. Bd. 1. Leipzig 1965, S. 269–274 Radke, G.: W. S. In: Eikasmos 4. 1993, S. 341 bis 342.

Soloi

(62 words)

Author(s): B. Bader
antike Stadt auf Zypern. Dort gab es nach inschriftlicher Erwähnung in der Kaiserzeit ein Bibliophylákion (βιβλιoφυλάϰιον= Ort, wo Bücher aufbewahrt werden), womit wohl ein Archiv, nicht eine Bibl., gemeint ist. B. Bader Bibliography Mitford, T. B.: Notes on some published inscriptions from Roman Cyprus. In: Annual of the British School at Athens 42. 1947, S. 201–230, hier S. 204, Anm. 11.

Cista

(26 words)

Author(s): B. Bader
(lat.), ein oben offenes oder zu öffnendes Behältnis (Korb, Kasten, oder ähnliches), in dem u. a. Buchrollen stehend aufbewahrt werden konnten, Rollenkasten B. Bader

Ostia

(39 words)

Author(s): B. Bader
antike Hafenstadt an der Tibermündung. Dort gab es im 2. Jh. n. Chr. eine kaiserliche Bibl., wie die Grabinschrift eines Bibliothekars (Corpus inscriptionum Latinarum 14, 196) bezeugt. B. Bader Bibliography Meiggs, R.: Roman Ostia. Oxford 1960, S. 76.

Demetrios von Phaleron

(64 words)

Author(s): B. Bader
athenischer Staatsmann und Philosoph. Nach 307 v. Chr. ging er nach Agypten, wo er vermutlich an der Grfindung der Bibl. von Alexandria maßgeblich beteiligt war. B. Bader Bibliography Bayer E.: D. P. der Athener. Stuttgart 1942 Die Schule des Aristoteles. Hrsg. von M. Wehrli. H. 4. 2. Aufl. Basel 1968 Wehrli, M.: D. P. In: Pauly-Wissowa Suppl.Bd. 11, Sp. 514bis 522.

Aristonym

(11 words)

Author(s): B. Bader
Siehe Pseudonym, das aus einem Adelsnamen besteht. B. Bader

Textus receptus

(125 words)

Author(s): B. Bader
wird diejenige Textform des griech. NT genannt, die auf der Erstausg. des Erasmus von Rotterdam (1516) beruht. Der Verleger Elzevier bezeichnete sie im Vorwort zu seiner Ausg. von 1633 als «textum . . . ab omnibus receptum». Trotz der eklatanten Mängel des Erasmus-Textes hielt man bis ins 19. Jh. hinein am T. als dem allein gültigen Urtext fest, auch als immer mehr bessere Hss. mit überlegenen Textvarianten bekannt und veröff. wurden. Erst die philologische Textkritik des 19. Jh.s überwand den T. vollends. Der Ausdruck wird auch für die Standardform anderer alter Texte verwendet. B. Bad…

Anagraphê

(62 words)

Author(s): B. Bader
Im Griech. άναуραφή Eintragung in ein Verzeichnis oder Register oder das Verzeichnis selbst; Ausdruck insbes. der Rechts- und Urkundensprache. A. kann auch ein Verzeichnis von Büchern oder Autoren (so in den Pinakes des Kallimachos) bezeichnen. B. Bader Bibliography Wolff, H. J.: Das Recht der griech. Papyri Ägyptens in der Zeit der Ptolemäer und des Prinzipats. Bd. 2. München 1978, S. 36–40.

Cerata tabula

(227 words)

Author(s): B. Bader
(lat. Wachstafel). Neben Papyrus und Pergament der wichtigste Beschreibstoff der Antike. Ein viereckiges Holzbrettchen (auch Elfenbeintäfelchen kamen vor) wurde auf einer oder beiden Seiten so ausgehöhlt, daß ringsherum ein erhöhter Rand stehenblieb; die flache Vertiefung wurde mit Wachs gefüllt, in das man die Beschriftung mit einem Griffel (Stilus) einritzte; das andere Ende des Griffels war spatenförmig ausgebildet und diente zum Einebnen der Wachsschicht und damit zum Tilgen des Geschriebene…

Opisthograph

(230 words)

Author(s): B. Bader
Opisthograph (griech. omatoYQacpuv = «rückseitig beschreibew » , Bezeichnung rur einen beidseitig beschriebenen Papyrus. Die Papyrusrolle wurde üblicherweise nur auf der Innenseite beschriftet, die besser geschützt war und durch den waagrechten Verlauf der Fasern dem Schreibrohr weniger Widerstand bot. In zahlreichen Fällen aber hat man Rollen oder Blätter aus Sparsamkeit auch auf der Rück- (d. h. Außen-)Seite beschriftet. Manchmal setzt sich ein Text, nachdem die Vorderseite vollgeschrieben war, au…

Halikarnassos

(64 words)

Author(s): B. Bader
antike Hafenstadt in Südwest-Kleinasien. Nach einer Ehreninschrift für einen einheimischen Dichter von 127 n. Chr. gab es hier Bibl.en, in welche die Werke dieses Dichters aufgenommen werden sollten, «damit durch sie die Jugend ebenso erzogen wird wie durch die Schriften der Alten». B. Bader Bibliography Wendel, C. / Göber, W. in: Handbuch der Bibl.Wissenschaft. Bd. 3, 1. 2. Auf]. Wiesbaden 1955, S. 97.

Apokryph

(62 words)

Author(s): B. Bader
griech. ὰπóϰϱνφοϛ verborgen, unecht, nicht zum Gültigen und Anerkannten gehörend; Bezeichnung von Schriften unklarer Verfasserschaft. Der Begriff ist heute in der Bibliographienkunde nicht mehr gebräuchlich und wird vorwiegend mit Bezug auf die Apokryphen verwendet. B. Bader Bibliography Schneider, G.: Handbuch der Bibliographie. 4. Aufl. Leipzig 1930 (ND Stuttgart 1969), S. 458 Schneider, G.: Einführung in die Bibliographie. Leipzig 1936, S. 161–162.

Themistios

(38 words)

Author(s): B. Bader
(ca. 317–388) griech. Philosoph und Redner. Erhalten sind von ihm 33 Reden (weitere in syrischer Übers.) sowie Paraphrasen zu mehreren Schriften des Aristoteles. B. Bader Bibliography Themistios: Staatsreden. Übers. von H. Leppin und W. Port-mann. Stuttgart 1998

Messapische Schrift

(60 words)

Author(s): B. Bader
die Schrift des altitalischen Volkes der Messapier im äußersten Südosten der Halbinsel, wie sie in mehreren 100 Inschriften aus vorchristlicher Zeit überliefert ist. Sie stammt sicher vom Griech. ab, doch ist unklar, von welchem Zweig des Griechischen. B. Bader Bibliography Diringer D.: The alphabet. 3rd ed. London 1968. Vol. 1, S. 371—372, Vol. 2, S. 338 und 357

Opusculum

(49 words)

Author(s): B. Bader
Diminutiv zu Opus, bezeichnet ein lit. Werk von geringerem Gewicht als Opus, insbes. (aus Bescheidenheit) ein eigenes Werk. Der Plural erscheint neuzeitlich gelegentlich in Titeln von Zss. (z.B. Opuscula entomologica) und Aufsatzsammlungen. B. Bader Bibliography Thesaurus linguae Latinae. Bd. 9,2. Leipzig 1968 — 1981, Sp. 862 bis 863.

Serapeion

(53 words)

Author(s): B. Bader
die kleinere der beiden großen Bibl.en in Alexandria. Sie wurde von Ptolemaios II. oder III. im Tempelbezirk des Serapis gegr. und im Jahre 391 zerstört. B. Bader Bibliography Fraser, P. M.: Ptolemaic Alexandria. Vol. 1. Oxford 1972, S. 323 bis 324 Blanck, H.: Das Buch in der Antike. München 1992, S. 144–145

Neleus aus Skepsis (Kleinasien)

(96 words)

Author(s): B. Bader
Mitglied der von Aristoteles begründeten Philosophenschule des Peripatos. Theophrast, Schüler und Nachfolger des Aristoteles, vermachte dem N. seine Bibl, samt dem schriftlichen Nachlaß des Aristoteles. Die Erben des N. lagerten die Bücher in Skepsis in einem Keller, nachdem vielleicht ein Teil davon an König Ptolemaios Philadelphos für die Bibl, von Alexandria verkauft worden war. Die N.-Bibl. bildet eine wichtige und kritische Phase in der Uberliefe-rungsgesch. der aristotelischen Schriften. Apellikon B. Bader Bibliography Moraux, R.: Der Aristotelismus bei den Gri…

Delphische Verbindungstafeln

(95 words)

Author(s): B. Bader
Auf einer Inschrift aus Delphi vom Jahr 277/276 v. Chr., von der mehrere Bruchstücke gefunden worden sind, wird eine Vereinfachung der griech. Schrift vorgeführt. Die Vereinfachung besteht darin, daß Verbindungen von zwei Konsonanten sonanten (z.B. br, gl, mn) und vielleicht auch andere Buchstabenverbindungen durch je ein eigenes neues Zeichen ausgedrückt werden. Die neuen Zeichen sind auf schachbrettartigen Tafeln tabellarisch dargestellt. Von einer praktischen Verwendung dieses Systems, dessen…

Philodemos aus Gadara

(65 words)

Author(s): B. Bader
griech. Epigrammatiker und epikureischer Philosoph des I. Jh.s v. Chr. Er lebte vorwiegend in Campanien, u.a. in Herculaneum. Die dort ausgegrabene Bibl, besteht zu einem großen Teil aus philosophischen Schriften von ihm und war vielleicht seine persönliche Arbeitsbibliothek. B. Bader Bibliography Gigante, M.: La biblioteca di Filodemo. In: Cronache ercolanesi 15. 1985, S. 5 — 30 ders.: Filodemo in Italia. Firenze 1990.

Kalamos

(176 words)

Author(s): B. Bader
(griech. κάλαμος, lat. calamus) Schilfrohr, auch Bezeichnung der daraus angefertigten Schreibfeder, des üblichen antiken Geräts zur Beschriftung von Papyrus. In Altägypten diente als Schreibgerät eine Binse, die an einem Ende durch Kauen pinselartig zerfasert wurde. Die Griechen und Römer verwendeten seit etwa dem 3. Jh. v. Chr. das Schreibrohr, den eigentlichen K. Er wurde am Ende mit einem Messer zugespitzt und mit einem Spalt versehen und bei Bedarf mit Bimsstein geschärft. Zur Aufbewahrung di…

Claudius

(179 words)

Author(s): B. Bader
Zwei Staatsmänner aus dieser altrömischen Adelsfamilie spielen in der Geschichte des lat. Alphabets eine Rolle: 1. Appius C. Caecus (um 300 v. Chr.), der erste Römer, der aus den Quellen als deutlich profilierte Persönlichkeit erkennbar wird. Er schaffte den Buchstaben Z ab, dessen Stelle im Alphabet das G einnahm (Carvilius), und führte in gewissen Wörtern die Schreibung mit R statt mit S ein (z. B. in Valesius). Bibliography Leumann, M.: Lat. Laut– und Formenlehre. München 1977, S. 11 und 178 Crawford, M.: The Roman Republic. Cambridge, Massachusetts 1982, S. 49—51. 2. Titus C. Nero G…

Normalzeile

(123 words)

Author(s): B. Bader
Die moderne papyrologische Forschung hat vermutet, daß in der Antike die Schreiber nach der Zahl der geschriebenen Zeilen entlohnt wurden (vgl. das Preisedikt Diokletians 7, 39 — 41) und daß für diesen Zweck eine Standard-Zeilenlänge als N. zugrundegelegt wurde, nämlich die Länge des epischen Hexameters. Die tatsächliche Zeilenlänge in den erhaltenen Papyri variiert stark. In lit. Prosatexten ist sie meist viel geringer (7 bis 22 Buchstaben), während andrerseits insbesondere bei Urkunden und Kom…

Philon, Herennios

(70 words)

Author(s): B. Bader
aus Byblos (Phönikien), um 50 bis 140 n. Chr. griech. Philologe. Unter seinen verlorenen Werken befand sich ein umfangreiches mit dem Titel «Über die Erwerbung und die Auswahl von Büchern», vermutlich eine Art bio-bibliographisches Handb. der Li-teraturgesch. in der Art der Pinakes. B. Bader Bibliography Pauly-Wissowa Halbbd. 15. 1912, Sp. 653-654 Herennius Philo: De diversis verborum significationibus, testo critico a cura di V. Palmieri. Napoli 1988, S. 39-40.

Rollenkasten. B

(137 words)

Author(s): B. Bader
uchrollen (Rolle) wurden in der Antike, wenn man sie nicht in Regalen oder Schränken stapelte, in kasten oder truhenförmigen Behältnissen aufbewahrt (meistens zu mehreren), bes. zum Zweck des Transports. Solche Behälter sind uns durch zahlreiche bildliche Darstellungen bekannt. Griech.hießen sie κιβωτός (kibotós), κιβώτιον (kibótion), κίστη (kíste) oder τεũχος (teûchos). Bei den Römern nahmen sie meist eine zylindrische Gestalt an (capsa oder scrinium) und begegnen in dieser Form häufig bei Statuen, wobei sie neben den Füßen auf dem Boden…

Galenos

(246 words)

Author(s): B. Bader
(129–199), griech. Arzt, aus Pergamon, lebte später in Rom. In seinen zahlreichen erhaltenen Werken äußert er sich ausgiebig über seine eigenen Schriften und die Umstände ihrer Entstehung und gibt dadurch Einblick in das Buchwesen seiner Zeit. Viele seiner Arbeiten schrieb er zunächst als Gelegenheitsschriften für Freunde oder für eigene Zwecke, ohne die Absicht einer weiteren Verbreitung; erst später, als sie ohne sein Wissen und Wollen doch in weiteren Kreisen kursierten, arbeitete er sie zur Veröff. aus. Im Buchdruck des 15. und 16. Jh.s (erste Ausg. 1473, H 14691) ü…

Römische Ziffern

(256 words)

Author(s): B. Bader
Die Romer übernahmen die Zahlzeichen von den Etruskern. Ein einfacher Strich bedeutet 1, zwei gekreuzte Striche 10, deren obere Halfte 5. Drei gekreuzte Striche X bezeichneten bei den Etruskern die 100, woraus sich Ж entwickelte, das zu C reduziert wurde; durch Halbierung entstand das Zeichen fur 50 (ursprünglich ᗐ, dann i, ᅩ↓, schließlich L). Das etruskische Zeichen fur 1000 war © oder (x), was bei den Römern zu CD oder 00 verändert wurde und wiederum durch Halbierung das Zeichen fur 500 D (spä…

Forulus

(34 words)

Author(s): B. Bader
(lat.), Aufbewahrungsort für Bücher; nach den wenigen Belegstellen zu schließen, ist ein Kasten, Regaloder Schrankfach oder ähnliches kleineres Behältnis gemeint. B. Bader Bibliography Thesaurus linguae Latinae. Bd. 6,1. Leipzig 1912–1926, Sp. 1197, 76–80.

Opus

(95 words)

Author(s): B. Bader
(lat. Werk), seit frühe ster Zeit geläufige Bezeichnung für ein lit. Werk und auch für das Gesamtwerk eines Schriftstellers. In der Musik seit dem 15. Jh. gebräuchlich, wird das Wort (Abk.: op.) seit dem 17. Jh., verbunden mit einer Zahl, als verlegerische Kennzeichnung der chronologischen Folge der Kompositionen eines Autors in der Reihenfolge ihres Druckes gebraucht. Erst im 19. Jh. wurde es üblich, daß Komponisten ihren Werken schon bei der Veröff. oder bei der Niederschrift eine Opuszahl geben. B. Bader Bibliography Thesaurus Linguae Latinae. Bd. 9,2. Leipzig 1968 — 1981…

Synkollesimon

(52 words)

Author(s): B. Bader
(συνϰολλήσιμον) oder Synkollesimos tomos (συγϰολλήσιμος τόμος), antike Bezeichnung für eine Papyrusrolle, die durch Aneinanderkleben von mehreren gleichartigen Dokumenten entstanden ist. Das S. diente der gesammelten Aufbewahrung und Archivie-rung, z. B. der Deklarationen einzelner Haushalte zum Zwecke der Steuerveranlagung. B. Bader Bibliography Lewis, N.: Papyrus in Classical Antiquity. Oxford 1974, S. 81

Octavische Bibliothek

(65 words)

Author(s): B. Bader
die jüngere der beiden von Kaiser Augustus in Rom errichteten öffentlichen Bibl.en. Sie befand sich im Porticus Octaviae, einem Tempelbezirk auf dem Marsfeld. Archäologische Überreste sind nicht erhalten. B. Bader Bibliography Wendel, C. / Göber, W. in: Handb. der Bibliothekswissenschaft. 2. Aufl. Bd. 3,1. Wiesbaden 1955, S. 120—121 Fehrle, R.: Das Bibliothekswesen im alten Rom. Freiburg i. Br. 1986, S. 64 bis 65.

Stichometrie

(181 words)

Author(s): B. Bader
(von griech. στίϰος = Zeile und μέτϱον = Maß = «Zeilenmessung»), antikes System der Zeilen- und Verszählung in lit. Texten. S. begegnet in zwei Formen: 1. Markierung jedes hundertsten Verses durch einen Buchstaben in alphabetischer Folge auf dem Rand; 2. Angabe der Gesamtverszahl eines Werkes am Ende; diese Zahl gehörte zur vollst. bibliographischen Beschreibung und wurde z. B. in den Pinakes des Kallimachos angegeben. Bei Prosa wurde die Normalzeile zugrunde gelegt. Auch die Summe der Kolumnen konnte…

Papyrologie

(222 words)

Author(s): B. Bader
Die P. bildete sich als eine der grundlegenden Spezialwissenschaften der Altertumswissenschaft Ende des 19. Jh.s heraus, als infolge des starken Anwachsens der Papyrusfunde eine zunehmende Zahl von Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete (Klassische Philologie, Alte Gesch., Rechtsgesch., Theologie) sich auf die Beschäftigung mit den Papyri spezialisierte, um sie als Quellen für ihre Wissenschaftsgebiete zu erschließen. Aufgaben der P. sind allg. die Sicherung, Entzifferung, Veröff. und Interp…

Ephesos

(358 words)

Author(s): B. Bader
antike Weltstadt an der Westküste Kleinasiens. Um 110 n. Chr. stiftete dort Tiberius Iulius Celsus Polemaeanus eine Bibl., die sogenannte «Celsusbibl.», die nach seinem Tod von seinem Sohn und dessen Erben erbaut wurde. Aus einer der zahlreichen erhaltenen Inschriften geht hervor, daß aus den Zinsen des gestifteten Grundkapitals von 25000 Denaren der Unterhalt des Baus, die Besoldung des Personals und der Kauf neuer Bücher bestritten werden sollten. Auf der Ostseite führte eine von zwei Inschrif…

Dareios I.

(65 words)

Author(s): B. Bader
ersischer König (522–486 v. Chr.), der große Organisator des persischen Weltreichs. Er ist möglicherweise der Erfinder der altpersischen Keilschrift; in seinem Tatenbericht in der Inschrift von Behistun scheint er selbst diesen Anspruch zu erheben. B. Bader Bibliography Schmitt, R.: Altpersisch-Forschung in den Siebzigerjahren. In: Kratylos 25. 1980 (1981), S. 17–20 Frye, R. N.: The History of ancient Iran. München 1984» S. 95 f.

Epitome

(79 words)

Author(s): B. Bader
(griech. έπιτομή = «Beschnittenes»), Kurzfassung eines umfangreichen Prosawerks, oder kurzgefaßte Darstellung eines Sachgebiets (als Kompendium oder kurzes Handb.). Die E. war im griech.-röm. Altertum und im Humanismus verbreitet; entsprechende Buchtitel sind seit dem 4. Jh. v. Chr. belegt. Beispiele: das 2. Makkabäerbuch; die «Epitomae de Tito Livio» des Florus (2. Jh. n. Chr.); Papyrusfragmente einer weiteren Livius-E. (P. Oxy. 668, 3. Jh. n. Chr.). B. Bader Bibliography Reallexikon für Antike und Christentum. Bd. 5. Stuttgart 1962, Sp. 944–973.

Apokryphen

(205 words)

Author(s): B. Bader
Jüdische und christliche Schriften des Altertums, die nicht zu den voll anerkannten biblischen Schriften gehören, ihnen aber in irgendeiner Weise (Inhalt, literarische Form) nahestehen. Man unterscheidet: 1. Alttestamentliche A.: in der evangelischen Theologie diejenigen Schriften, die über den jüdischen Kanon hinaus in die Septuaginta und die Vulgata aufgenommen wurden, z. B. Judith, Jesus Sirach, Makkabäer 1–2; die katholische Theologie bezeichnet diese als deuterokanonisch, die von der evange…

Quellenkritik

(84 words)

Author(s): B. Bader
in den historischen Wissenschaften die Prüfung der Quellen (insbes. der schriftlichen) auf Glaubwürdigkeit und Wahrheitsgehalt hin. Es geht dabei um Fragen wie: Welcher Abstand trennt den Urheber der Quelle von den Ereignissen? Aus welchen Informationsquellen schöpfte er? Welche Absichten verfolgte er? Inwieweit hat sein politischer und ideologischer Standort die Quelle beeinflußt? Zur Q. rechnet man auch die Textkritik, deren Ziel eine gesicherte wiss. Ausg. der Quelle ist. B. Bader Bibliography Quirin, H.: Einführung in das Studium der ma. Gesch. 5. Aufl. Stuttgart 1991.

Vergil-Ausgaben

(177 words)

Author(s): B. Bader
Etwa 180 Ink. von V. sind bisher nachgewiesen. Die älteste sicher datierbare druckten Sweynheym und Pannartz 1469 in Rom; älter könnte der Druck von Johann Mentelin Straßburg um 1470, sein. Die älteste Ausg. mit fortlaufenden Ill. ist die in Straßburg 1502 von Sebastian Brant hrsg. und von Johannes Grüninger gedruckte; ihre Holzschnitte werden bis heute oft reproduziert. Bedeutende Drucker wie Aldus Manutius, Plantin, Elzevier, Baskerville gaben in V. ihr Bestes. Im 20. Jh. fanden die Vergil-Ill…

Clavis

(77 words)

Author(s): B. Bader
(lat. Schlüssel), wird seit der Antike in Titeln von lexikographischen oder einführenden Büchern verwendet, die ein Werk (z. B. die Bibel) oder ein Gebiet dem Verständnis erschließen sollen. Beispiele: C. physicae (12. Jh.), C. Ciceroniana (1739, ein Speziallexikon zu Cicero), C. patrum Latinorum (1961, ein Autoren– und Werkeverzeichnis zur lat. Patristik), Schlüsselliteratur B. Bader Bibliography Lehmann, P.: Erforschung des Mittelalters. Bd. 5. Stuttgart 1962, S. 88—90 Quellet, H.: Bibliographia indicum, lexico-rumet concordantiarum auctorum latinorum. Hildes…

Praeneste

(74 words)

Author(s): B. Bader
Aus P. (heute Palestrina, östlich von Rom) stammt eine goldene Fibel mit einer Inschrift, die in das 8. oder 7. Jh. v. Chr. datiert wird und das älteste Dokument der lat. Sprache ist. Allerdings wird die Fibel von einem Teil der Forschung für eine Fälschung des 19. Jh.s gehalten. B. Bader Bibliography Lehmann, H.: Wolfgang Helbig (1839 — 1915). In: Mitteilungen des Dt. Archäologischen Instituts, Röm. Abt. 96. 1989, S. 7 — 86.

Apologie

(80 words)

Author(s): B. Bader
griech. ὰπολογία Verteidigung(sschrift), Rechtfertigung(sschrift). Ein frühes Beispiel ist die in Platons Fassung überlieferte Verteidigungsrede des Sokrates vor Gericht. In den frühchristlichen A. (beginnend mit den griech. Apologeten des 2. Jh.s) verteidigten und rechtfertigten christliche Autoren ihren Glauben (Beispiele: die 2 «Apologien» des Justinius, Mitte 2. Jh.; Tertullians «Apologeticum», 197 n. Chr.). Auch später wird der Begriff A. in Buchtiteln verwendet, bes. auf religiösem und weltanschaulichem Gebiet. B. Bader Bibliography Altaner, B. / Stuiber, A.: P…

Commentarii (lat.)

(119 words)

Author(s): B. Bader
sind ursprünglich Aufzeichnungen zur Gedächtnisstutze, sei es fur amtliche Zwecke (Amtsbuch, amtlicher Bericht, Verz., Protokoll) oder für private (Notizbuch, Materialslg., Konzept, stichwortartiger Entwurf). Aus den amtlichen Aufzeichnungen der Beamten entwickelten sich die C. als lit. Form mit autobiographischem Charakter, dessen bekannteste Beispiele Caesars C. de bello Gallico und de bello civili sind. Die Bedeutung «Kommentar», d. h. Erlauterungen oder Erklarungsschrift zu einem gegebenen T…

Obelos

(86 words)

Author(s): B. Bader
(griech. òβελός = Spieß), das älteste der von den alexandrinischen Philologen verwendeten textkritischen Zeichen, eingeführt schon von Zenodot, mit der Form —. Es markierte einen Vers, den man für unecht hielt. B. Bader Bibliography Gardthausen, V: Griech. Paläographie. 2. Aufl. Bd. 2. Leipzig 1913, S. 410–415 Pfeiffer, R.: History of classical scholarship from the beginnings to the end of the Hellenistic age. Oxford 1968, S. 115, 178 (dt.: Gesch. der Klassischen Philologie von den Anfängen bis zum Ende des Hellenismus. Reinbek 1970, S. 147, 221).

Strophe

(39 words)

Author(s): B. Bader
(griech. στоφή = Wendung, Drehung) Teil eines Gedichts oder Lieds, Zusammenfassung mehrerer Verse; abgeleitet von den «Wendungen» des antiken Chores bei seinen Tanzbewegungen. B. Bader Bibliography Reallexikon der dt. Literaturgesch. 2. Aufl. Bd. 4. Berlin 1984, S. 245–256.

Nanaion

(59 words)

Author(s): B. Bader
Tempel der Isis Nanaia in Alexandria. Mit ihm war eine Bibl, verbunden, die mehrmals neben der Hadriansbibl. in Alexandria als zentrales staatliches Archiv gen. wird. B. Bader Bibliography Mitteis, L. / Wilcken, U.: Grundzüge und Chrestomathie der Papyruskunde. Bd. 2,2. Leipzig 1912, Nr. 188 Posner, E.: Archives in the Ancient World. Cambridge, Massachusetts 1972, S. 152 — 153.

Libri lintei

(171 words)

Author(s): B. Bader
(Leinenbücher) Leinentuch als Beschreibstoff wird von mehreren antiken Autoren bezeugt. Livius spricht mehrere Male von 1. 1. mit Beamtenlisten, die im Tempel der Iuno Moneta auf dem Capitol in Rom aufbewahrt und von seinem Gewährsmann Licinius Macer als Quelle benutzt wurden; außerdem erwähnt er sakrale 1.1. bei den altitalischen Samniten. Plinius der Ältere nennt 1.1. neben Bleitafeln als Beschreibstoff der alten Zeit. Kaiser Aurelian (270—275) führte angeblich auf Leinen sein amtliches Tagebu…

Nonius Marcellus

(82 words)

Author(s): B. Bader
röm. Philologe der Kaiserzeit. Sein Hauptwerk «De compendiosa doctrina» (Kurzgefaßte Lehre) ist eine Slg. von Stichwörtern, die sprachlich oder sachlich erklärt und durch Zitate vor allem aus Schriftstellern der Republik belegt werden. In diesen Zitaten liegt der Wert des Werks. B. Bader Bibliography Lindsay, W. M.: N. M.' Dictionary of Republican Latin. Oxford 1901 (ND Hildesheim 1965) Nonii Marcelli de compendiosa doctrina libros, ed. W. M. Lindsay. 3 Bde. Leipzig 1903 Der Kleine Pauly. Bd. 4. München 1972, Sp. 153—154.

Buchrolle

(193 words)

Author(s): B. Bader
Die häufigste äußere Form des Buchs in der Antike war ein zusammengerollter Streifen Papyrus von meist 20-30 cm Breite und mehreren Metern Länge. Der Text befand sich auf der Innenseite des Streifens. Die Zeilen liefen kolumnenweise parallel zur Längsseite; der Textanfang lag in der B. außen. Zum Lesen faßte man die B. mit beiden Händen; die Linke zog den Anfang des Streifens nach links und rollte ihn nach und nach wieder zusammen (sofern man ihn nicht lose herunterhängen ließ), während die Rech…

Scriba

(42 words)

Author(s): B. Bader
(lat. Schreiber) bezeichnete bei den Römern nicht den bloßen Abschreiber oder Kopisten, sondern einen Sekretär, Buch- und Rechnungsführer. S.e bekleideten hohe Funktionen sowohl im Privathaushalt als auch in der Staatsverwaltung. B. Bader Bibliography Pauly-Wissowa Reihe 2, Halbbd. 3. 1921, Sp. 848–857.

Pegma

(44 words)

Author(s): B. Bader
Das griech., ins Lat. übernommene Wort πῆγμα bezeichnet im allg. etwas aus Holz fest Zusammengefügtes, ein Gestell, Gerüst o. ä., Cicero gebraucht es für die Bücherregale in seiner Privatbibi, in Antium (Briefe an Atticus 4,8,2). B. Bader Bibliography Pauly-Wissowa Halbbd. 37, Sp. 66.

Ptolemaionbibliothek

(33 words)

Author(s): B. Bader
Gymnasialbibl. in Athen, benannt nach dem Stifter, einem nicht genau identifizierbaren ägyptischen König des 2. Jh.s vor Christus. B. Bader Bibliography Blanck, H.: Das Buch in der Antike. München 1992, S. 149.

Kolometrie

(212 words)

Author(s): B. Bader
Kolon (griech. ϰώλον Glied) bezeichnet in der antiken Dichtung eine metrische Einheit von höchstens ca. zwölf Silben, die größer ist als ein Metrum (z. B. ein Daktylus), aber im allgemeinen kleiner als ein Vers. Unter K. (Kola–Messung) versteht man die korrekte Abteilung der Kola oder Verse im geschriebenen Text. Die antiken Schreiber schrieben Dichtung, die aus fortlaufenden gleichartigen Versen bestand (z.B. Epen aus daktylischen Hexametern), so, daß ein Vers einer Zeile entsprach. Hingegen sche…

Apostille

(48 words)

Author(s): B. Bader
(neulat., 15. Jh.; Genus und Endung schwanken), Nachschrift zu einem juristischen Dokument; einer Bittschrift beigefügter Bescheid; Randbemerkung. Heute nur noch juristischer Fachausdruck für die vereinfachte te Beglaubigung einer Urkunde. B. Bader Bibliography Bülow, A./Böckstiegel, K. H.: Der internationale Rechtsverkehr in Zivil- und Handelssachen. München 1981, Kap. 761–765.

Oxyrhynchos

(236 words)

Author(s): B. Bader
antike ägyptische Stadt (heute Behnesa), bedeutend vor allem in der röm. Kaiserzeit. Die Ausgrabungen durch die britische Egypt Exploration Society 1896 — 1907, denen noch ital. Grabungen folgten, machten O. zum ergiebigsten Fundort von Papyri. In den Ruinen und vor allem in den Abfallhaufen fanden sich Texte jeder Art: Lit., Akten der Staatsverwaltung, private Urkunden, Briefe und andere Schriftstücke. Die Ausgräber B. P. Grenfell und A. S. Hunt begannen die Veröff. der Funde 1898 mit dem erste…

Martial

(74 words)

Author(s): B. Bader
(Marcus Valerius Martialis, ca. 40 — 103), röm. Dichter. Seine Slg. kleiner Gedichte (meist Spottgedichte) in 15 Büchern behandelt in bunter inhaltlicher und formaler Vielfalt Themen aus der röm. Gesellschaft und enthält auch wichtige Angaben zum Buchwesen und Buchhandel der Zeit. M. Val. Martialis Epigrammata, recognovit ... W. M. Lindsay. 2. Aufl. Oxford 1929; M., Epigramme. Übertragen von R. Helm. Zürich / Stuttgart 1957; Sullivan, J. P.: M. Cambridge 1991. B. Bader

Birt, Theodor

(101 words)

Author(s): B. Bader
* 22. 3. 1852 in Hamburg-Wandsbeck, † 30. 1. 1933 in Marburg, klassischer Philologe und Schriftsteller, Professor an der Univ. Marburg. Eines seiner Forschungsgebiete war das antike Buchwesen. Wichtige Veröffentlichungen: Das antike Buchwesen in seinem Verhältniss zur Litteratur, 1882 (ND Aalen 1959 und 1974); Die Buchrolle in der Kunst, 1907 (ND Hildesheim, New York 1976); Kritik und Hermeneutik nebst Abriß des antiken Buchwesens, 3. Aufl. 1913 (Handb. der Altertumswiss. 1,3). B. Bader Bibliography Bengtson, H. in: NDB Bd. 2, S. 260–261 Dahlmann, H.: T. B. In: Marburger Gele…

Hemerologion

(51 words)

Author(s): B. Bader
(μεήολόγιον) Kalender. Das Wort begegnet im Griech. seit der Antike in dieser Bedeutung und wird auch in Titeln von Jahrbüchern, Almanachen und ähnlichen auf ein Jahr bezüglichen Veröff. verwendet. B. Bader Bibliography British Museum. General Catalogue of printed Books. Photolithographic ed. to 1955. Vol. 67. London 1960, S. 553f., 596f.

Esquilinische Privatbibliothek

(125 words)

Author(s): B. Bader
In einem Haus des 4. Jh.s, das 1883 in Rom auf dem Esquilin (Via dello Statuto, bei San Martino ai Monti) ausgegraben wurde, fand sich ein Raum von ca. 4,5X7 Meter, der vermutlich einst eine Privatbibl. beherbergte. Der obere Teil der Wände, von ca. einem Meter Höhe an aufwärts, war durch kancllierte Stuckpilaster in Felder eingeteilt, in denen große Portraitmedaillons angebracht waren; von diesen hat sich nur die Namensbeischrift des Philosophen Apollonios von Tyana erhalten. Unterhalb der Pilaster an den Wänden standen wahrscheinlich ursprünglich Bücherschränke. B. Bader Bibliog…

Marcion

(81 words)

Author(s): B. Bader
(2.Jh. n. Chr.), einer der einflußreichsten und meistbekämpften Häretiker im antiken Christentum. 144 wurde er in Rom aus der Kirche ausgeschlossen und gründete eine eigene Gemeinschaft, die sich im ganzen Rom. Reich ausbreitete und noch im 5. Jh. nachweisbar ist. Er stellte als erster einen Kanon neutestamentlicher Schriften auf, in den er nur das Lukasevangelium und zehn Paulusbriefe aufnahm. B. Bader Bibliography Harnack A.V.: M. 2. Aufl. Leipzig 1924; Theologische Realenzyklopädie. Bd. 22. Berlin/New York 1992, S. 89 — 101

Philocalus, Furius Dionysius

(57 words)

Author(s): B. Bader
röm. Kalligraph in der 2. Hälfte des 4. Jh.s n. Chr. Er entwarf die Schriftformen für die von Papst Damasus I. (366 — 384) verfaßten Grabepigramme. Mehrere dieser Inschriften sind im Original wiedergefunden worden. B. Bader Bibliography Kaufmann, C. M.: Handb. der altchristlichen Epigraphik. Freiburg i. Br. 1917 Pauly–Wissowa Halbbd. 38. 1938, Sp. 2432.

Tomos

(123 words)

Author(s): B. Bader
(griech. τόμος lat. tomus) eigentlich «Abgeschnittes»; antike Bezeichnung für die Buchrolle aus Papyrus, sowohl für lit. Papyri als auch für Urkunden. Im Verwaltungsbetrieb zitierte man einzelne Dokumente mit dem Sachgebiet und den Nummern des T. und des Kollema, z. B.: Steuerhebeakte T. 5, Kollema 31. Daneben wird T. auch für ein Konvolut mehrerer sachlich zusammengehöriger Buchrollen verwendet. Das Wort ging mit dem Übergang von der Rolle zum Codex auch auf diesen über und fand Eingang in die romanischen Sprachen (z. B. franz. tome). B. Bader Bibliography Schubart, W.: Das Buch …

Mumienkartonage

(149 words)

Author(s): B. Bader
Im 3. Jh. v. Chr. und später wurden in Ägypten Särge für Menschen und für Krokodile aus M. hergestellt. Man klebte dazu mehrere Schichten von Papyrus–Makulatur (d.h. beschrifteten, aber nicht mehr benötigten BL) aufeinander und preßte sie in die Form der Leiche. Der Karton wurde dann mit einer Gipsschicht überzogen und bemalt. Solche Särge wurden in Standardgrößen serienweise hergestellt. Sie können heute, evt. nach Abnahme der Malerei, wieder aufgelöst werden und sind eine bes. ergiebige Quelle…

Teuchos

(63 words)

Author(s): B. Bader
(griech. τεῦϰoς) urspr Gerät, Werkzeug; Gefäß; im antiken Buchwesen eine der Bezeichnungen des Rollenkastens. So konnte man im Aktenwesen ein Dokument mit den Nummern des T., der Rolle (Tomos) und des Blatts zitieren. Daneben kann T. aber auch eine Buchrolle aus Papyrus oder einem anderen Material bezeichnen. B. Bader Bibliography Preisigke, F.: Wb. der griech. Papyrusurkunden. Bd. 2. Berlin 1927, Sp. 595.

Holzplatten

(165 words)

Author(s): B. Bader
als Beschreibstoff in der Antike. Geweißte H. dienten für Öffentliche Bekanntmachungen jeglicher Art, z.B. Gesetze, Ehrenbeschlüsse, Proskriptionslisten. Griech. hießen sie λεύϰωμα («Geweißtes») oder σανίς («Brett»), lat. album. Die Gesetze Solons waren auf drehbar montierten Vierkanthölzern, genannt ἂξωνης («Achsen»), aufgezeichnet. Kleinere H. verwendete man für alltägliche Aufzeichnungen, als Brieftafeln und für Schreibübungen in der Schule. Auch Texte aus Dichtungen (Homer, Euripides, Kallimachos) haben sich auf H. erhalten. H…

Piaggio, Antonio

(99 words)

Author(s): B. Bader
* 1713 in Genua, ✝ 1796 in Neapel, Piaristen-Pater, Bibliothekar an der Biblioteca Vaticana; er wurde 1753 nach Neapel berufen, um die verkohlten Papyrusrollen von Herculaneum zu entrollen. Mit einem eigens dafür konstruierten Apparat entwickelte er eine Methode, die sich allen anderen Verfahren als überlegen erwies und erst seit den 1960er Jahren durch moderne Methoden überholt bzw. wesentlich weiterentwikkelt worden ist. B. Bader Bibliography Gallo, I.: Avviamento alla papirologia grecolatina. Napoli 1983, S. 59–60 Capasso, M.: Storia fotografica dell'officina dei pa…

Pergamentrolle

(128 words)

Author(s): B. Bader
Mit der Ablösung der Buchrolle durch den Codex (1. — 4. Jh. n. Chr.) begann auch die allmahliche Zuriickdrangung des Papyrus durch den kon-kurrierenden Beschreibstoff Z Pergament. Doch ver-wendete man auch danach noch, z. T. bis in unsere Zeit, in manchen Bereichen die E, so fur Urkunden, Perso-nenverz., liturgische Texte (auch jiidische), kurze lit. Texte. Die Zeilen laufen dabei im allg. parallel zur Schmalseite (anders z.T. in hebraischen P.n). Pergamentrolle. Das Buch Esther, hebräische Pergamentrolle. 1 .5.Jh. UB Gießen, Handschrift 654. Pergamentunziale. Romische Unzi…

Atticus, Titus Pomponius

(96 words)

Author(s): B. Bader
(110–32 v. Chr.), röm. Geschäftsmann, reicher und kultivierter Freund Ciceros. Zu seinen Geschäften gehörte auch die Vervielfältigung und Verbreitung von Handschriften (u. a. von Werken Ciceros) mit Hilfe seiner Privatbibliothek und eines Stabs von Schreibersklaven; mit ihm beginnt die für uns greifbare Geschichte des Buchhandels im alten Rom. Eine umfangreiche Sammlung von Briefen Ciceros an ihn ist erhalten. B. Bader Bibliography Feger, R.: Pomponius 102. In: Pauly-Wissowa. Suppl.-Bd. 8. Sp. 503–526 Cicero's Letters to Atticus, ed. by D. R. Shackleton Bailey. Cam…

Carmina figurata

(302 words)

Author(s): B. Bader
(lat. = Figurengedichte). Gedichte, deren Schriftbild im Umriß bestimmte Gegenstände nachahmt oder in deren Schriftbild Buchstaben so hervorgehoben sind, daß sie bestimmte Figuren (z. B. ein Christusmonogramm) bilden und, für sich gelesen, neue sinnvolle Texte ergeben. Die ältesten C. f. stammen von griech. Dichtern des 3. Jh.s v. Chr., z.B. komponierte Theokrit ein Gedicht in der Gestalt einer Syrinx (Hirtenflöte), Simias von Rhodos in der Gestalt eines Beils. Zu besonderer Meisterschaft bracht…

Pergamon

(324 words)

Author(s): B. Bader
antike Stadt im nordwestlichen Kleinasien, eines der kulturellen Hauptzentren des Hellenismus, bis 133 v. Chr. Hauptstadt eines Königreichs unter der Dynastie der Attaliden. Diese gründeten hier Ende des 3. oder Anfang des 2. Jh.s eine Bibl., die zur bedeutendsten ihrer Zeit nach Alexandria wurde. Bes. König Eumenes II. (197 — 159) förderte sie energisch durch Beschaffung von Büchern (teilweise in Konkurrenz zu den gleichgerichteten Bestrebungen in Alexandria). Wie die alexandrinische war sie in…

Notitia Dignitatum

(75 words)

Author(s): B. Bader
(lat. für Verz. der Ämter), eine Art Staatshandb. des spatröm. Reichs, mit Bildern, entstanden 425 / 430; es verzeichnet die hohen zivilen und militärischen Ämter und gibt Aufschluß über die Gliederung des Reichs und der Armee. B. Bader Bibliography Ward, J. H.: The N.D. In: Latomus 33. 1974, S. 397—434 Lippold, A. in: Der kleine Pauly. Bd. 4. München 1975, Sp. 166 bis 168 Pabst, A. in: Lex. d.MA. Bd. 6, Sp. 1286—1287.

Cornua

(67 words)

Author(s): B. Bader
(lat. = Hörner). Das Wort erscheint dreimal beirom Dichtern (Ovid, Lygdamus, Martial) als Bezeichnung eines Teils der Buchrolle. Nach gängiger Auffassung sind damit die verzierten oder gekrümmten Enden des Rollenstabs gemeint, nach anderer Ansicht der Rollenstab selbst. B. Bader Bibliography Besslich, S.: Die «Hörner» des Buches. In: Gut.-Jb. 1973, S. 44–50 Cambridge History of Classical Literatüre. Vol. 2. Ed. by E.J. Kenney. Cambridge 1982, S. 31.

Smyrna

(60 words)

Author(s): B. Bader
kleinasiatische Stadt, heute Izmir. Nach dem Zeugnis des Geographen Strabon (14, 1, 37) gab es dort Ende des 1. Jh.s v. Chr. eine Bibliothek. Sie war vielleicht mit einem Homer geweihten Heiligtum verbunden, das Strabon an derselben Stelle erwähnt. B. Bader Bibliography Wendel, C. / Göber, W. in: Handb. der Bibl.wissenschaft Bd. 3,1. 2. Aufl. Wiesbaden 1955, S. 106–107.

Timgad

(260 words)

Author(s): B. Bader
röm. Stadt in Numidien (Nordafrika), antiker Name: Thamugadi. Dort vermachte im 3. Jh. ein Bürger der Stadt testamentarisch 400.000 Sesterzen zur Errichtung einer öffentlichen Bibl., deren Grundmauern gut erhalten sind und die Rekonstruktion einer Anlage gestatten, die den in Rom entwickelten Bibliotheksbauformen folgte (unter Verzicht auf die Verdoppelung in eine griech. und eine röm. Abteilung). Der Zugang von der Straße führte über Stufen zunächst in einen Hof, den auf drei Seiten (hinten, re…

Prudentiushandschriften

(225 words)

Author(s): B. Bader
Die Beliebtheit des christlichen Dichters Prudentius (348-ca. 410) im MA wird aus der großen Zahl von über 300 erhaltenen Hss., von denen etwa 20 illustriert sind, ersichtlich. Die Bilder schmücken vor allem die Einleitung zur Psychomachia (Szenen aus dem Leben Abrahams) und die Psychomachia («Seelenkampf») selbst, ein allegorisches Gedicht über den Kampf der Tugenden und Laster. Die Bilderhss. sind in Deutschland, Frankreich und den Britischen Inseln in der Zeit vom 9. -13. Jh. entstanden. Deut…

Taeneotica

(36 words)

Author(s): B. Bader
Bei Plinius d. Ä. und Isidor Bezeichnung einer groben und minderwertigen Sorte des Schreibmaterials Papyrus, benannt nach einer Landzunge (griech. ταινι´α) bei Alexandria. AugustaFanniana B. Bader Bibliography Mazal, O.: Griech.-röm. Antike. Graz 1999, S. 71.

Loculamentum

(29 words)

Author(s): B. Bader
Kasten, Fach oder ähnliches Behältnis; bei Seneca (de tranq.animi 9,6) ein Regalfach zur Aufbewahrung von Buchrollen. B. Bader Bibliography Thesaurus Linguae Latinae. Vol. 7,2,2. Lipsiae 1970—1979, Sp. 1566—1567.

Doxographie

(104 words)

Author(s): B. Bader
(δόξα = Meinung) in der griech. Philosophie die Darstellung der Lehren früherer Philosophen. Als erste arbeiteten Aristoteles (wie wir in den forschungsgeschichtlichen Abschnitten seiner Lehrschriften sehen) und seine Schule systematisch auf diesem Gebiet; Theophrasts Schrift «Über die Meinungen der Naturphilosophen» war die erste selbständige D., die für die Folgezeit grundlegend blieb. Die D.n sind für uns wertvoll als Quellen zu Philosophen, deren Originalschriften nicht erhalten sind. B. Bader Bibliography Ueberweg, F.: Grundriß der Geschichte der Philosophie.…

Athen

(232 words)

Author(s): B. Bader
1. Antike Bibliotheken. Die früheste Bibliothek in A., von der wir wissen, ist die des Peisistratos. Die erste inschriftlich bezeugte Bibliothek befand sich im Ptolemaion, einem im 3. Jh. v. Chr. gegründeten Gymnasion; nach Inschriften des 1. Jh. s v. Chr. wurde sie von den Epheben jährlich um 100 Buchrollen vermehrt. Um 100 n. Chr. stiftete T. Flavius Pantainos eine kleine Bibliothek, die erst durch die Ausgrabungen auf der Agora seit 1933 bekanntgeworden ist. Der Gebäudekomplex bestand aus einem …

Vita

(32 words)

Author(s): B. Bader
(lat. = Leben), Gattungsbezeichnung für Biographien, schon in Tacitus’ «De vita Iulii Agricolae» (Biographie des Julius Agricola, 98 n. Chr.) und Suetons Kaiserbiographien «De vita Caesarum» (um 120). B. Bader

Genossenschaftsbibliothek

(75 words)

Author(s): B. Bader
In einer Inschrift aus der Mitte des 2. Jh. s ist eine G. in Rom bezeugt: Der Reichsverband der Bühnenkünstler ehrt einen gewissen T. Aelius Alcibiades aus Nysa (Kleinasien), weil er das Heiligtum des Verbands in Rom mit «wunderbaren Büchern» ausgestattet hat. B. Bader Bibliography Clerc, M. in: Bulletin de correspondance hellénique 9. 1885, S. 124–131 Wendel, C. / Göber, W. in: Handb. der Bibl. wissenschaft. Bd. 3,1. 2. Aufl. Wiesbaden 1955, S. 125.

Archinos

(90 words)

Author(s): B. Bader
athenischer Staatsmann (2. Hälfte 5. Jh. v. Chr.). Auf seinen Antrag hin, den er in einer eigenen Denkschrift begründete, wurde 403/2 v. Chr. im Rahmen der staatlichen Neuordnung Athens nach dem verlorenen Peloponnesischen Krieg das ionische Alphabet amtlich eingeführt. Dieses setzte sich daraufhin im Lauf des 4. Jh.s vollends im ganzen griechischen Raum gegen die lokalen Schriftsysteme durch; es ist das uns heute geläufige griechische Alphabet. B. Bader Bibliography Larfeld, W.: Griech. Epigraphik, 3. Aufl. München 1914, S. 263 Guarducci, M.: Epigrafia greca. Bd. 1. Roma 1…

Cicero

(331 words)

Author(s): B. Bader
1. Marcus Tullius C. (106-43 v. Chr.). Seine Briefe an seinen «Verleger» Atticus gewiihren uns Einblick in seinen privaten Biicherbesitz, dessen Ver-mehrung und Pflege ihm sehr am Herzen lag, und in das antike Korrekturwesen. Im Jahr 68 oder 67 v. Chr. bat er Atticus, fur ihn in Griechenland eine Bibl. zu beschaffen. Nachdem dies gelungen war, schrieb er ihm zweimal, er moge sie zu-nachst fur ihn aufbewahren und nicht an jemand anderen verauBern. Im Jahr 60 erhielt er die Privatbibl. eines ver-storbenen Freundes geschenkt; ihren…
▲   Back to top   ▲