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Lettera mercantesca

(93 words)

Author(s): B. Bischoff †
eine vereinfachte, in voller Ausnützung der Schleifen ohne Absetzen im Wort zu schreibende Kursive. Sie entstand in Anlehnung an die Cancelleresca und kam dem wachsenden Bedarf nach schriftlicher Aufzeichnung, Korrespondenz und Rechnungsführung im ital. Wirtschaftsleben entgegen. Im frühen 14. Jh. in Florenz entstanden, verbreitete sie sich über ganz Italien, wo sie bis ins 16. Jh. im Gebrauch blieb. Ihre Anwendung war praktisch auf das Ital. begrenzt; nur ausnahmsweise wurde sie für lit. Werke benützt. B. Bischoff † Bibliography Pétrucci, A.: Breve storia della scrittura …

Et-Zeichen

(218 words)

Author(s): B. Bischoff
& lat. «et», dt. «und» und Entsprechungen in anderen Volkssprachen (engl. Name «ampersand»). Das typographische Zeichen ist die Wiedergabe einer et-Ligatur, die in der jüngeren röm. Kursive entstehen konnte und, stilistisch angepaßt, in die Buchschriften übernommen wurde. Bei der Verschmelzung nahm die Zunge des e nur die linke Hälfte des Deckstrichs des τ auf und setzte sich dann im τ-Schaft fort; gestreckt und nach unten gezogen, wurde die so verlängerte Zunge die Achse des Gebildes. Die rechte Hälfte des τ-Deckstrichs wurde in den insularen Schriften…

M

(189 words)

Author(s): B. Bischoff †
zwölfter Buchstabe des lat. Alphabets. Die phönizi-sche Urform des abendlandischen M, eine vierfach gebrochene Linie mit langem Schlußstrich, wurde wie schon bei den Griechen im Lat. in die symmetrische zweigipfelige Form des klassischen Alphabets umgestaltet. In der älteren Kursive etwas abgerundet, erhielt das M durch die Möglichkeit einer Ligatur mit der Zunge eines vorausgehenden e einen zusatzlichen Abstrich, an den die zwei gleichen Bögen angehängt wurden. Aus der Ligatur isoliert, wurde d…

Farfa-Typ

(136 words)

Author(s): B. Bischoff
eine im 11. und im frühen 12. Jh. verbreitete Sonderform mittelital. Minuskel, deren eines Zentrum das Reichskloster Farfa war, die aber auch in und um Rom, selbst im Umkreis der Kurie, gebraucht wurde (auch «Minuscola romana», «Romanesca»). Mit ihrer Schrägstellung und einer gewissen Eckigkeit, mit der die Betonung runder Formen kontrastiert (d, g), mit der Neigung, die Schäfte mit Füßchen zu versehen, fallt sie aus der ital. Entwicklung heraus. Ob eine Übertragung süddt. Formen, mit denen eine Ähnlichkeit besteht, angenommen werden kann, ist noch nicht geklärt. B. Bischoff Biblio…

ab-Typ

(173 words)

Author(s): B. Bischoff
lokaler nordfranzösischer Schriftstil der 2. Hälfte des 8. Jh.s Die schmale, an Ligaturen reiche Schrift wurde auf der Grundlage merovingisch-karolin-gischer Urkundenkursive für die Verwendung als Buchschrift gestaltet und nach strengen Regeln geschrieben; ihren Namen erhielt sie nach den Formen von a (ähnlichic) und b (mit einem Ansatz nach rechts). Erhalten sind etwa 35 Hss. des Typs, die in der Mehrzahl aus dem Kloster Corbie an der Somme überliefert sind; es wird vermutet, daß er weniger in …

Cadellen

(62 words)

Author(s): B. Bischoff
(der Name ist von Capitalis abgeleitet). Eine für das Spät–MA charakteristische Gattung von Großbuchstaben, deren Schäfte und Bögen aus parallel laufenden, oft sich kreuzenden breiten Strichen gebildet sind. Sie sind häufig mit Masken oder Drôlerien verziert und werden auch mit Fleuronnee verbunden. B. Bischoff Bibliography De Vreese, W. L.: Cadellen. In: Tijdschrift voor Nederlandsche Taal– en Letterkunde 51. 1932, S. 29—31.

Codices Latini Antiquiores (CLA)

(96 words)

Author(s): B. Bischoff
VON E. A. LOWE geplant und seit 1934 hrsg., ist ein umfassender paläo kat. der lat. lit. Schriftdenkmäler auf papyrus und pergament bis 800 (12 Bed. Oxford 1934 — 1971; Bd. 2. 2. Aufl. 1972); er umfaßt 1811 Nummern. Eine Fortsetzung von B. Bischoff und V. Brown, Addenda zu CLA. in: Mediaeval studies 47. 1985, s. 317 — 366. 18 Taf., führt die Reihe bis Nr. 1865. Chartae Latinae Antiquiores B. Bischoff Bibliography Julian Brown, E. A. Lowe, and Codices Latini Antiquiores. In: Scrittura e Civiltà I. 1977, S. 177 — 197

Italische Schriften

(328 words)

Author(s): B. Bischoff †
Die italische Halbinsel verdankt ihre ältesten Schriften dem Vorbild des griech. Alphabets, sei es 1. durch unmittelbare Bekanntschaft und Übernahme, sei es 2. durch die Vermittlung der aus einer westgriech. Schrift entstandenen, dem etruskischen Lautsystem angepaßten etruskischen Schrift. Eine direkte Übernahme eines griech. Alphabets hat bei den Messapiern, einer illyrischen Völkerschaft, stattgefunden, die über die Adria in Kalabrien eingewandert war; die Schrift ist vor allem aus dem 2. Jh. …

J

(169 words)

Author(s): B. Bischoff †
die durch Ausgliederung der Verwendung als Halbvokal aus der gemeinsamen Schreibung I entstandene, verselbständigte Nebenform. Wie unter «I» ausgeführt, ist im ma. Kanon der Beneventana und in der westgotischen Schrift dieser Funktion des I durch den geregelten Gebrauch der «i longa» Ausdruck gegeben worden. Aber noch im Spät-MA und im 16. Jh. sind ein großes I, normales i und ein nach unten verlängertes j ohne Unterscheidung am Wortanfang geschrieben worden; in Deutschland wurde für den Halbvok…

I

(286 words)

Author(s): B. Bischoff
der neunte Buchstabe des lat. Alphabets, gehört zu dessen wahrscheinlich über die Etrusker von den Griechen gekommenen Grundbestand. Schon in antiken Steininschriften und in Graffiti, also in der Majuskel, ist häufig eine verlängerte, die umgebenden Buchstaben überragende Form zu beobachten, die den Wortanfang hervorhebt, als Halbvokal vor den Vokalen steht oder auch absichtslos gesetzt erscheint («I longa»). Ein vergleichbares Auftreten eines i mit Oberlänge wiederholt sich in den auf kursiver …

eN-Typ

(70 words)

Author(s): B. Bischoff
eine durch wenige Hss. belegte Minuskelprägung der zweiten Hälfte des 8. Jh.s aus Corbie, mit vergrößertem e und dem N der Halbunziale; der im Duktus spürbare insulare Einfluß zeigt sich auch in den Formen von a und y. B. Bischoff Bibliography Lowe, E. A.: Codices Latini Antiquiores. Bd. 6. Oxford 1953, S. xxivf. Bischoff, B.: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters. 2. Aufl. Berlin 1986, S. 144.

Bastard d'Estang, Auguste de

(101 words)

Author(s): B. Bischoff
Graf (†1883), Initiator des unvollendet gebliebenen Monumentalwerkes «Peintures et ornements des manuscrits» (Paris 1833–1868). Auf ca. 260 Tafeln, die nur in wenigen Exemplaren hergestellt waren, wurden in Lithographie oder Chromolithographie mit größter Sorgfalt Miniaturen, Initialen und Schriften nachgebildet, zumeist nach Pariser Hss. B.s Zeichner haben auch die besten Kopien aus dem «Hortus deliciarum» (1870 in Straßburg verbrannt) überliefert. Serien verschiedenen Umfangs existieren z.B. in Paris, München, Straßburg. B. Bischoff Bibliography Delisle, L. : Les…

O

(83 words)

Author(s): B. Bischoff
der 14. Buchstabe des lat. Alphabets. Der im Phönizischen vorhandene Kreis wurde im Griech. für das kurze O (Omikron), im Etruskischen und Lat. für O verwendet. In den Kursiven ist der Buchstabe oft recht klein geschrieben. In kursivem Zusammenhang kann er, nach links oder rechts ligiert, als Schleife erscheinen. B. Bischoff Bibliography Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart, 3. Aufl. Berlin 1969, S. 442–572 Bischoff, B.: Paläographie des röm. Altertums und des abendländischen MA. 2. Aufl. Berlin 1986, S. 88.

B

(254 words)

Author(s): B. Bischoff
Zweiter Buchstabe des lat. Alphabets, dem Beta der griech. Schrift entsprechend, fehlt als Laut und Buchstabe im Etruskischen (A), wurde aber aus einem westgriech. Alphabet zur Ergänzung in das lateinische übernommen. In der Inschriftenschrift erhielt er in der Kaiserzeit die klassische Ausformung des lat. Großbuchstabens. In der kalligraphischen Schreibschrift (Capitalis) bestand er aus zwei in rechtem Winkel zueinander stehenden Geraden und zwei Bögen. Bei der Kursivierung wurden beide Gruppen…

E

(120 words)

Author(s): B. Bischoff
fünfter Buchstabe des lateinischen Alphabets, der in der durch die Etrusker vermittelten westgriech. Form zunächst noch den etwas längeren Stiel haben konnte. Die erste kalligraphische Form (Capitalis) besteht aus dem aufgerichteten Schaft und den drei waagerechten Strichen. In der Kursive erhielt diese, von einem Gebilde aus nur zwei Strichen abgesehen, die für alle weitere Entwicklung maßgebende Rundung. Durch die mitgeschriebene Luftlinie entstand der geschlossene Kopf, mit dem sich der mittl…

Chur

(69 words)

Author(s): B. Bischoff
Sitz eines Bischofs wenigstens seit dem 5. Jh., war im spaten 8. und im 9. Jh. Zentrum der ratischen Schriftprovinz. Das erlesenste Denkmal des dortigen Schriftstils ist das Sakramentar des Bischofs Remedius, ca. 800 (St. Gallen, Stiftsbibl. 348). Die bedeutende ma. Bibl. des Doms, dieimjahre 1457 300 Bde. zahlte, wurde 1611 bei einem Brande vernichtet. B. Bischoff Bibliography Bruckner, A.: Scriptoria medii aevi Helvetica. Bd. 1. Genf 1935

Bretonische Handschriften

(149 words)

Author(s): B. Bischoff
Die im 5. und 6. Jh. vor dem Druck der germanischen Eroberer aus Südwestengland nach der Bretagne ausgewichenen Kelten blieben in enger Verbindung mit der britischen Heimat. Sie nahmen auch an dem inselkeltischen Schriftwesen teil; das früheste erhaltene Denkmal ist das Evangeliar von Saint-Gatien (Paris, Bibl. Nat.) aus dem 8. Jh., in insularer Halbunziale. Auch einzelne Hss. des 9. Jh.s sind noch in insularer Schrift, die meisten aber in karolingischer Minuskel geschrieben, die z. T. bis ins 1…

Chelles

(92 words)

Author(s): B. Bischoff
franz. Nonnenkloster bei Meaux, 657 gegr., bes. dem karolingischen Hof verbunden. Das Scripto-rium von C. hat seit dem zweiten Drittel des 8. Jh.s in der Frühzeit der karolingischen Reform eine wichtige Rolle gespielt. Unter den in einer charakteristischen Un-ziale geschriebenen Hss. ist das «Sacramentarium Galli-canum Vetus» (Vatic. Reg. Lat. 316) zu nennen. Außerdem wurde hier der b-Typ geschrieben, und noch um 800 hat eine größere Gruppe von Nonnen umfangreiche Werke für auswärtige Empfänger (u. a. Köln, Dom-Bibl.) kopiert. B. Bischoff Bibliography Bischöfe, B.: Ma. Studie…

b-Typ

(129 words)

Author(s): B. Bischoff
ein lokaler französischer Schriftstil der 2. Hälfte des 8. Jh.s, der wie der Corbier ab-Stil auf der Grundlage einer merovingisch-karolingischen Urkundenschrift stilisiert wurde. Jenem sehr ähnlich, unterscheidet er sich von ihm durch Bewahrung der verbreiteten cc-Form des a. Als der Ort, auf den seine Anwendung beschrankt war, wurde das Nonnenkloster Chelles bei Meaux vermutet; diese Annahme wurde durch die Auffindung zahlreicher Reliquienzettel in dieser Schrift in einer Kirche in Chelles best…

Halbunziale

(376 words)

Author(s): B. Bischoff
die älteste, spätantike lat. Minuskelschrift. Der im 18. Jh. vergebene, nichtssagende Name muß heute für zwei analoge, untereinander unabhängige Minuskelprägungen verwendet werden, die auf der Grundlage der Minuskelkursive als Buchschriften geschaffen wurden. Dieser Herkunft gemäß sind es Schriften mit Oberund Unterlängen, die zwischen vier Linien einzuschreiben sind. Die «ältere H.» ist im Osten des römischen Reiches entstanden; durch ägyptische Funde, unter denen die «Livius-Epitome» der älteste ist, wird sie für das 3.–5. Jh. belegt. G, L…

G

(247 words)

Author(s): B. Bischoff
der siebte Buchstabe des lat. Alphabets. In einer schrägen oder abgerundeten Form des griech. Gamma von den Etruskern für den Laut k übernommen, wurde er von den Römern zunächst für k und g (das bei jenen fehlt) verwendet (daher noch C. = Gaius). Vielleicht im 3. Jh. v. Chr. wurde durch Zufügung eines Strichs am unteren Ende ein eigenes Zeichen für G geschaffen; dieser konnte die Rundung nach innen fortsetzen oder nach unten angehängt werden. Bei der letzteren Form konnte bei der Kursivierung ei…

C

(115 words)

Author(s): B. Bischoff
Dritter Buchstabe des lat. Alphabets. Das griech. Vorbild, das wahrscheinlich über etruskische Vermittlung in die lat. Schrift übernommen wurde, war die einfach winklige oder zu einem offenen Bogen abgerundete Form des Gamma, des dritten Buchstabens des griech. Alphabets, die im Etruskischen wie k gesprochen wurde. Im Lat. wurde C zunächst für die Laute g und k verwendet, soweit für letzteren nicht K gebraucht wurde; dadurch erklären sich die alten Kürzungen C = Gaius, CN Gnaeus. Aber schon mehr…

H

(248 words)

Author(s): B. Bischoff
der achte Buchstabe des lat. Alphabets. Es hat die Form des klassischen griech. Eta (ursprünglich Heta), das regional verschieden teils für das lange offene, teils für den Hauchlaut verwendet wurde, so im Westgriech.; aus diesem übernahmen es die Römer, nachdem die oben und unten geschlossene etruskische Form vorausgegangen war. Bei der Kursivierung ist sehr früh an den Querbalken die untere Hälfte des rechten Schafts angehängt oder in den vom unteren Ende des linken Schafts ausgehenden geschwun…

Monte – Cassino – Schrift

(73 words)

Author(s): B. Bischoff
gelegentliche Bezeichnung der in Mittel – und Süditalien vom 8. bis zum 13. Jh. herrschenden, charakteristisch gebrochenen Minuskel (Beneventana). Das älteste datierte Denkmal ist der aus Monte Cassino stammende Grammatikercod. Paris, BN, Ms. Lat. 7530 (779 — 797). Im 11. und 12. Jh. war es das Scriptorium von Monte Cassino, das die größten Verdienste um die klassische Überlieferung hatte und die prächtigsten künstlerischen Leistungen hervorbrachte. B. Bischoff

Geniza

(97 words)

Author(s): B. Bischoff
in den Synagogen die Ablage fur die aus dem Gebrauch gezogenen Bücher und kultischen Geräte. Berühmt ist vor allem die G. der aus dem 7. Jh. stammenden Synagoge des Ezra in Alt-Kairo geworden. Sie erwies sich als Fundgrube für sehr alte Bibeltexte, Überlieferungenjüdischer Sekten und verschollene religiöse und profane Schriften. 1896 konnte ein geschlossener Bestand von ca. 100 Tsd. Schriftseiten von der UB Cambridge erworben werden (darunter das in hebräischer Schrift geschriebene mittelhochdeu…

Chartae Latinae Antiquiores (ChLA)

(87 words)

Author(s): B. Bischoff
die von A. Bruckner und R. Marichal begonnene monumentale Slg. aller nichtlit. lat. Schriftdenkmäler auf Papyrus und Pergament bis 800 mit originalgroßem Faks., Transkription, diplomatischem und inhaltlichem Kommentar. Das Werk (Olten/Lausanne 19 5 4 ff –; Zürich 1975ff., bisher 19 Bde.) liefert durch die vollständige Erfassung der lat. Papyri aus dem Orient bes. für die Zeit vom 1. Jh. v. Chr. bis zum stärkeren Einsetzen der lit. Hss. für die lat. Schriftgesch. die unentbehrliche Ergänzung zu den Codices Latini Antiquiores. B. Bischoff

Lindsay, Wallace Martin

(133 words)

Author(s): B. Bischoff
12. 2. 1858 in Pittenweem (Schottland), 21. 2. 1937 in St. Andrews. Klassischer Philologe und Paläograph. Er studierte in Oxford und Leipzig und wurde 1899 Professor in St. Andrews. Unter dem Eindruck der neuen Erkennmisse Ludwig Traubes über den Wert der Paläographie für die Textkritik und Überlieferungsgesch. wandte er sich der systematischen Erforschung der Abk. zu; in vieljähriger Ar beit entstand auf Grand der Untersuchung von nahezu tsd. vorkarolingischen und karolingischen Hss. die Slg. d…

Dubrowsky, P. P.

(94 words)

Author(s): B. Bischoff
(1754–1816), russ. Bibliophile. Als Angehöriger der russ. Botschaft in Paris konnte er einen enormen Bestand von wertvollen Text- und Miniaturenhss. und historischen Archivalien aus klösterlichen, königlichen und privaten Slg. in seinen Besitz bringen, darunter einen großen Teil der 1791 gestohlenen Hss. aus Saint-Germain (vorher Corbie). 1805 wurde die Slg. von Alexander I. als Grundstock einer Hss.-Sammlung der kaiserlichen Bibl, in St. Petersburg angekauft (heute Salty ko v. -Scedrin-Bibl., Leningrad). B. Bischoff Bibliography Voronova, T. P. in: Knigi, Archivy, Av…

Curialis

(55 words)

Author(s): B. Bischoff
Im engeren Sinne die vom 8. Jh. bis 1123 bezeugte, aber wenigstens ein Jh. ältere Kursive der päpstlichen Kanzlei; die sehr runde Schrift ist von byzantinischer Behördenschrift beeinflußt. Sie wurde auch von stadtrömischen Notaren und, abgewandelt, an anderen Bischofssitzen geschrieben. B. Bischoff Bibliography Rabikauskas, P.: Die römische Kuriale in der päpstlichen Kanzlei. Rom 1958.

Frühgotische Minuskel

(129 words)

Author(s): B. Bischoff
Unter dieser Bezeichnung lassen sich verschiedene Schriften des späten 11. und besonders des 12. Jh.s zusammenfassen, die einzelne Errungenschaften der späteren Gotisierung oder diese vorbereitende Schritte zeigen. So ist die «gotische» Schaftbrechung seit etwa 1050 bei der (anglo)-normannischen Minuskel zu beobachten. Eine wirksame Straffung und Vereinheitlichung verband sich auch in Deutschland damit, daß alle Buchstaben außer g, j, p, q, y auf der Zeile stehen, und, weiter, alle geraden Schäf…

Luxeuil–Typ

(214 words)

Author(s): B. Bischoff †
Drei Generationen nach der Gründung von Luxeuil durch den Iren Columban, d.h. wohl im з. Viertel des 7. Jh.s, konnte hier ein sehr disziplinierter halbkursiver Schrifttyp entstehen, der dank der geschichtlichen Rolle des Klosters eine weite Beachtung, и. a. bis nach Oberitalien, fand. Der Ligaturenreichtum der Kursive ist in Auswahl in das dichte Schriftbild aufgenommen, in dem jede Erinnerung an Irisches fehlt. Diese Halbkursive wurde mit Unziale, Halbunziale und Ziercapitalis als Auszeichnungs…

Leutchar–Typ

(65 words)

Author(s): B. Bischoff
eine etwa im 3. Viertel des 8. Jh.s in Corbie geprägte Spätform der Halbunziale, die dem Maurdramnus-Typ vorausging. Sie ist nach dem Abt Leutschar (oder Leutgar, bezeugt 765), dem Auftraggeber einer der drei (in Berlin und Leningrad) erhaltenen Hss., benannt. B. Bischoff Bibliography Zimmermann, G. H.: Die vorkarolingischen Miniaturen. Berlin1916, Taf. 116—119 Lowe, E. A.: Codices Latini Antiquiores. Bd. 6. Oxford 1953, S. xxiv.

Faliskische Schrift

(93 words)

Author(s): B. Bischoff
die Schrift der Einwohner der in Südetrurien gelegenen Stadt Falerii, die 241 v. Chr. von den Römern zerstört und verlegt wurde. Wie die faliskische Sprache zum Lat. nahe Beziehungen aufweist, so auch die F. zum archaischen römischen Alphabet. Es fehlt das B, das als Laut vermutlich nicht gebraucht wurde. Z und T scheinen vom Etruskischen beeinflußt. Die F. ist fast nur linksläufig überliefert. B. Bischoff Bibliography Jensen, H.: Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart. 2. Aufl. Berlin 1958, S. 489–490 und Abb. 499 Giacomelli, G.: Lingua Falisca. Firenze 1963, S. 29–39

N

(143 words)

Author(s): B. Bischoff †
13. Buchstabe des lat. Alphabets. Die Entwicklung der dem M vergleichbaren, aber auf zwei Brüche mit längerem Endstrich beschränkten zackigen Grundform mündete (wie im Griech.) in eine Form, in der der erste und dritte Strich gleichlang wurden, parallel liefen und der Buchstabe sich aufrichtete. In den ältesten Minuskelschriften, den Halbunzialen, hat das Majuskel – N bis in das S.Jh. seinen Platz behauptet bzw. in der insularen ihn mit n geteilt. Diese gegenüber dem m um ein Glied verminderte F…

D

(223 words)

Author(s): B. Bischoff
vierter Buchstabe des lat. Alphabets. Das griech. Delta, das im Etruskischen keine Entsprechung hat, übernahmen die Römer aus einem westgriech. Alphabet in abgerundeter Form. In der klassischen Gestaltung der Inschriften traf der rechte, voll ausholende Bogen oben und unten in rechtem Winkel den linken Schaft. Die kalligraphische Schreibschrift (Capitalis) verlangte eine Ausführung in drei Strichen, dem Schaft, einer Basis in rechtem Winkel dazu und dem Rest des Bogens. Bei kursivem Schreiben wu…

In nomine

(142 words)

Author(s): B. Bischoff
Unter dem Einfluß der liturgischen militärischen Eingangsformel und in Parallele zur Invocatio der ma. Urkunde wurde auch die Herstellung ma. Buchhss. oft mit der im Buche verewigten Anrufung des göttlichen Namens eröffnet. Das «in nomine patris et filii et spiritus sancti», durch «A et O» erw., hat z. B. der Reichenauer Bibliothekar Reginbert († 846) gebraucht. Durch Verkürzung, Erweiterung, Kontamination, Austausch von Elementen und schließlich durch gelehrte Verbrämung («in onomate» mehrfach;…

Frühkarolingische Minuskel

(128 words)

Author(s): B. Bischoff
älteste Form der karolingischen Minuskel. Da die neue Minuskel des späten 8. und des frühen 9. Jh.s an verschiedenen Orten zwar aus verwandten Tendenzen, aber aus sehr verschiedenen Vorstufen entstanden ist, scheint es gerechtfertigt, die Bezeichnung «F. M.» auf die Mehrzahl der Minuskelschriften der 1. Generation der Reform (ca. 780 bis ca. 815) anzuwenden, in deren rundlichen Schriften noch etwas vom kursiven Duktus der vorausgegangenen Zeit nachwirkt. Beispiele sind: die Minuskel Godescalcs u…

K

(162 words)

Author(s): B. Bischoff
der zehnte Buchstabe des lat. Alphabets. Durch die wahrscheinlich aus dem etruskischen Alphabet erfolgte Übernahme wurden dem Lat. c (aus griech. Gamma) und k (aus griech. Kappa) vermittelt. Während ersteres zunächst für den k-Laut vor e und i, letzteres vor a gebraucht wurde, ging auch diese Verwendung später auf c über; k wurde auf kalendae (und Ableitungen) und den seltenen Bei– und Vornamen Kaeso beschränkt. Seinen Platz im Alphabet verlor es nicht, aber als es im MA wieder in Umlauf gesetzt…

Folium

(70 words)

Author(s): B. Bischoff
roter Farbsaft in verschiedenen Nuancen, der in der frühma. Buchmalerei statt echten Purpurs verwendet wurde. Er wurde aus den Früchten oder auch aus den ganzen Pflanzen von Chrozophora tinctoria oder Croton tinctorium, Krebskraut, gewonnen. Die Zubereitung und Anwendung beschreibt Theophilus presby-ter (Roger von Helmarshausen) in der «Diversarum ar-tium schedula» (1,33). B. Bischoff Bibliography Roosen-Runge, H.: Farbgebung und Technik friihma. Buchmalerei. Bd. 2. Berlin 1967, S. 34–37, vgl. S. 27

F

(167 words)

Author(s): B. Bischoff
sechster Buchstabe des lat. Alphabets. In seiner Form, mit zwei Querstrichen, und seiner Stellung im Alphabet entspricht es dem griech. Digamma (v-Laut, dieser im Lat. durch V ersetzt). Wie in den ältesten etruskischen Inschriften — hier trat später ein neues Zeichen an die Stelle — wurde zur Bezeichnung des F-Lauts zunächst ein Zeichen für H hinzugefügt (FH), aber frühzeitig weggelassen. In der klassischen Capitalis wurde es, wohl zur deutlichen Abhebung von dem so ähnlichen E, oft etwas größer…

L

(114 words)

Author(s): B. Bischoff †
der elfte Buchstabe des lat. Alphabets. Er entsprach der wahrscheinlich von den Etruskern vermittelten west–griech. Form des Lambda, die aus einem geraden Schaft und einem kürzeren schrägen, nach oben gerichteten Strich am unteren Ende bestand. Die klassische lat. Form des L mit einem vollen rechten Winkel blieb für die Majuskelschriften maßgebend. Die Minuskelform (seit dem 4. Jh.) endete mit einer kleinen Umbiegung auf der Zeile; die Schleife des kleinen 1 der modernen Schreibschriften stammt aus der spätma. Kursive. B. Bischoff † Bibliography Jensen, H.: Die Schrift in Verg…

Comite International de Paléographie

(171 words)

Author(s): B. Bischoff
Vereinigung der auf dem Gebiet der abendlandischen Palaogräphie aktiven Wissenschaftler. Das Comite wurde 1953 in Paris auf die Initiative von Charles Samaran († 1982) unter intern. Beteiligung gegr. Neben dem Meinungsaustausch soil es der Bewältigung übernationaler Aufgaben dienen; von diesen wurden 1953 beschlossen: I. ein (polyglottes) Repertorium der Fachsprache, 2. die Schaffung einer einheitlichen Nomenklatur der Schriften (9. -16. Jh.), 3. Planung eines umfassenden ill. Katalogs der datie…

Glossa ordinaria

(98 words)

Author(s): B. Bischoff
Diese aus Interlinear- und Marginalglossen bestehende Bibelkommentierung ist eine schulmäßige Zusammenfassung der älteren und frühscholastischen Exegese. Sie ist im wesentlichen das Werk der Brüder Anselm ( 1117) und Radulf (1131) von Laon. Bis zum Ende des Mittelalters stand sie in allgemeinem Gebrauch, freilich oft unter dem Namen des Walahfrid Strabo ( 849), der darin benützt ist (so auch in GW 4282–4284). Ein ungenügender Nachdruck bei Migne, PL 113/114. B. Bischoff Bibliography Smalley B.: The Study of the Bible in the Middle Ages. Oxford 1952, S. 46–66 Riedlinger H. in: Lex.…

Capitalis

(196 words)

Author(s): B. Bischoff | T. Frenz
die klassische Form des lat. Alphabets, deren Entwicklung bis zur vollen Reife sich im ersten Jh. v. Chr. in den Inschriften verfolgen läßt. Neben der Monumentalschrift erscheint in den Inschriften der augusteischen Zeit eine schmale Form (Scriptura actuaria), deren schreibgerechtes (mit Druck- und Haarstrich ausgeführtes) Gegenstück die seit dem ersten Jh. n. Chr. überlieferte C.rustica ist. Diese war als Schriftart der Kalligraphie bis ins 6. Jh. im Gebrauch, seit dem 4. bzw. 5. Jh. von der Un…

Karolingische Minuskel

(810 words)

Author(s): B. Bischoff | T. Frenz
ist die Schrift, die als eine Frucht der kulturellen Reform unter Karl dem Großen seit dem späten 8. Jh. auf der Grundlage verschiedener lokaler Bemühungen um einfache, klare und harmonische Formen (Frühkarolingische Minuskel) zu einer schlichten, gut lesbaren gemeinkarolingischen Schrift zusammenwuchs. Ihre Herrschaft hat sich bis ins 12. Jh. bis an die Grenzen des westlichen Abendlandes erstreckt. Nach der Wandlung zur gotischen Schrift wurde sie seit 1400 in der humanistischen Minuskel (Humanistische Schrift) erneuert und vom Buchdruck als Antiqua übernommen. Formen. Im …

Danila-Bibel

(158 words)

Author(s): B. Bischoff | K. Wagner
Der im Kloster von La Cava dei Tirreni bei Salerno aufbewahrte Codex aus dem 9. Jh. enthält auf 303 BL die vollständige Bibel im Text der Vulgata, ein kurzes Buch in Vetus Latina ausgenommen. Er ist das Werk eines einzigen Schreibers, Danila, der neben seiner zierlichen westgotischen Minuskel, seiner Textschrift, auch die Capitalis rustica, Unziale, schräge bd-Unziale und Halbunziale beherrschte. Er ist mit Initialen, Zierrahmen und zwei Seiten mit dem Kreuz geschmückt. In der vieldiskutierten F…

A

(201 words)

Author(s): B. Bischoff | S. Corsten
Erster Buchstabe des lat. Alphabets, in Form und Lautwert mit Alpha der griech. Schrift identisch, wahrscheinlich aus der etruskischen Schrift übernommen. Daß die Entwicklung bis auf ‹aleph› der altphönikischen Schrift zurückgeführt werden kann, wofür Name, Form und Zahlwert sprechen, wird inzwischen allgemein angenommen. Durch die Monumentalschrift, die auch im späteren Buchwesen zur Auszeichnung benützt wurde, ist die symmetrische ‹zweistöckige› Form des ‹Großbuchstabens› aus drei Strichen bis…
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