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UNAL

(119 words)

Author(s): G. Pflug
(The UNESCO Network of Associated Libraries) ist eine 1990 von der a UNESCO begründete Vereinigung von Bibl.en, die sich den von ihr proklamierten Zielen verpflichten und diese unterstützen. Sie richtet sich wesentlich an ÖB. Zu den Zielen von U. gehört vor allem die allg. intern. Verständigung, der Dialog der Kulturen, der Einsatz für ethnische Minderheiten, der Kampf gegen die Illiteralität, die Durchsetzung der Menschenrechte, der Umweltschutz, sowie die Gleichstellung der Frau. Die Aktivität…

Unzerreißbare Bücher

(172 words)

Author(s): G. Pflug
Wirklich unzerreißbare Bücher gibt es nicht. Doch geht die Sicherung gegen die Zerreißbarkeit von Büchern in zwei Richtungen. Zum einen soll das Herausreißen eines oder mehrerer Blätter aus dem Buchblock verhindert, oder zumindest erschwert werden. Diese Beschädigung erfolgt z. B. durch Biblioklasten, die aus Sammelleidenschaft einzelne Seiten, vor allem handschriftliche Widmungen oder Illustrationen, aus Büchern herausreißen, oder von Lesern in Bibl.en, die eine bestimmte Stelle, z. B. in einem…

Sickler, Friedrich Carl Ludwig

(231 words)

Author(s): G. Pflug
*30. 11. 1773 in Grafentonna bei Langensalza, † 8. 8. 1836 in Gotha, Archäologe und Philologe. S. lebte 1802 in Paris, 1806 als Haus lehrer bei Wilhelm von Humboldt in Rom, seit 1812 als Pädagoge und Schulrat in Gotha. 1810 / 1811 gab er zus. mit dem Landschaftsmaler Johann Christian Reinhart (1761–1847) den innovativen «Almanach aus Rom für Freunde der bildenden Kunst» bei G. J. Göschen in Leipzig heraus, der sowohl über die Altertümer und ihre Ausgrabungen als auch über die zeitgenössische röm…

Lautes Lesen

(98 words)

Author(s): G. Pflug
Im Altertum war das leise Lesen, wie auch das leise Schreiben, unüblich. Wenn nicht — von einem Sklaven — vorgelesen wurde, so las man laut, da dadurch die Prosodie deutlicher zutage trat und der Text, der in der Regel ohne Wortlücken und Interpunktion geschrieben war, leichter verständlich wurde. Dieser Brauch läßt sich bis in die Renaissance nachweisen, wenn auch schon im MA, soweit in den Klöstern und an den Höfen nicht vorgelesen wurde, das tonlose Lesen die Norm war. G. Pflug Bibliography Baloch, J.: Voces paginarum. In: Philologus Neue Folge 36. 1927, S. 84—109 und 202—240.

Habilitationsschrift

(133 words)

Author(s): G. Pflug
Die H. ist eine wiss. Arbeit, die von den Fakultäten der dt. Hochschulen als eine Voraussetzung für das Recht gefordert wird, an einer Hochschule reguläre Lehrtätigkeit aufzunehmen (venia legendi). Sie entstand mit der Abwertung der Diss. im Laufe des 18. Jh.s und wurde im Laufe des 19. Jh.s nach dem Vorbild der 1816 gegründeten Univ. Berlin zur Regelvoraussetzung an dt. Universitäten. Sie soll nach den Habilitationsordnungen einen wesentlichen Beitrag zur Wissenschaft leisten. An die Stelle der…

Bayle, Pierre

(143 words)

Author(s): G. Pflug
* 18. 11. 1647 in Carlat, † 28. 12. 1706 in Rotterdam, bedeutender Lexikograph des 17. Jh.s. Sein «Dictionnaire historique et critique» — als Gegenwerk gegen das «Grand dictionnaire historique» von Louis Moreri konzipiert — wurde durch seine skeptische Grundhaltung gegen jede theologische und historische Tradition für das 18. und 19. Jh. zu einer Hauptquelle der Aufklärung. Es erschien zuerst in zwei Bdn. 1697 in Rotterdam und erlebte rund ein Dutzend Neuauflagen, von denen die wichtigsten dieje…

Pietsch, Erich

(159 words)

Author(s): G. Pflug
* 6. 5. 1902 in Berlin, 9. 4. 1979 in Bad Homburg, Chemiker und Dokumentar. Als Direktor des Gmelin–Instituts für anorganische Chemie befaßte er sich seit Beginn der 1950er Jahre mit modernen Dokumentationsmethoden, um die Fülle des naturwiss. Wissens leichter erfassen zu können. Sein 1951 in Bad Cannstatt gehaltener Vortrag «Neue Methoden zur Erfassung des exakten Wissens in Naturwissenschaft und Technik» (Nachrichten für Dokumentation 2. 1951, S. 38—44) gilt als Beginn der Automatisierung in d…

Sozialisierte Drucke

(40 words)

Author(s): G. Pflug
In den 1960er Jahren wurden die – vor allem wiss. – Raubdrucke von ihren Verfechtern, z. B. dem «Verband des linken Buchhandels», S. genannt. G. Pflug Bibliography Götz v.Olenhusen, A./Gnirss, C.: Handb. der Raubdrucke. Bd. 2. Pullach 1973.

Regionale Bibliotheksrechenzentren

(218 words)

Author(s): G. Pflug
Die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung in Bibl.en zu Beginn der 1960er Jahre erfolgte in der Regel unter Nutzung der Datenverarbeitungskapazität von Hochschulrechenzentren. Nur in wenigen Fällen (z.B. Yale Medical Library, UB Bochum) erhielten die Bibl.en eigene Datenverarbeitungsanlagen. Mit dem Anwachsen des EDV–Einsatzes in Bibl.en und den Überlegungen zu einer stärkeren bibliothekarischen Zusammenarbeit (Verbundsysteme) entstand die Idee, Rechenzentren zu gründen, die für die Bibl.en einer Region Rechenkapazität zur Verfügung ste…

Quantengeheimschrift

(160 words)

Author(s): G. Pflug
Die amer. Wissenschaftler Charles H. Bennett und Gilles Brassard haben 1984 die Quantenchiffre «BB84» entwickelt, die es ermöglicht, geheim zu haltende Texte öffentlich über Glasfaserkabel zu senden, ohne daß Unbefugte den Text entschlüsseln kön- nen. Das Prinzip beruht darauf, daß polarisiertes Licht für die Nachrichtenübertragung benutzt wird. Mit einem Wechsel der Schwingungsebenen kann die Botschaft verschlüsselt werden. Der Empfänger läßt das Licht ein doppelbrechendes Kristallgitter passie…

Trier, Walter

(99 words)

Author(s): G. Pflug
* 25. 6. 1890 in Prag, † 8. 7. 1951 in Collingwood (Kanada). Dt. Maler, Graphiker, Buchillustrator und Karikaturist. Nach dem Studium in München emigrierte T. 1936 nach London und siedelte 1947 nach Kanada über. Er hat vor allem Bücher von Erich Kästner, aber auch von Leo Slezak und Marc Twain illustriert. Walter Trier. Illustration aus: Fred A. Colman und Walter Trier: Artisten. Dresden 1928. G. Pflug Bibliography Lang, L.: Das große Trier-Buch. 3. Aufl. Berlin 1984 Erich Kästner und Walter Trier. Heidelberg 1994 Walter Trier – Politik, Kunst, Reklame. Hrsg. von A. Neuner-Wart…

Breycha-Vauthier, Arthur Carl Baron

(190 words)

Author(s): G. Pflug
* 1.7. 1903 in Wien, † 15. 2. 1986 ebd., österr. Bibliothekar und Diplomat, von 1928–1946 Bibliothekar bei der Bibl, des Völkerbundes in Genf, von 1946–1963 Leiter der Bibl, der UNO in Genf Seit 1964 in diplomatischem Dienst, vertrat er Österr. als Botschafter im Libanon, in Syrien, Jordanien und Kuweit. Von 1968–1977 leitete er die diplomatische Akademie in Wien. Von 1929–1958 war er Generalsekretär der IFLA (International Federation of Library Associations), von 1959–1963 ihr chatzmeister. In diesen Funktionen trug er wesentlich zum Aufbau dieser bibl…

Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e. V. (VFLL)

(38 words)

Author(s): G. Pflug
Der Verband wurde 2003 in Frankfurt / Main gegr. und gibt jährlich ein Mitgliederverz. heraus. Die 5. Ausg. von 2007 enthält die Einträge von 470 Mitgliedern. G. Pflug

Ungnad Freiherr von Sonneck, Hans

(230 words)

Author(s): G. Pflug
* 1493 in der Krain, † 27. 12. 1564 in Wintritz (Böhmen). Nach politischen Missionen für Kaiser Karl V. und 1532 militärischen Erfolgen gegen die Türken war U. kaiserlicher Rat und Landeshauptmann in der Steiermark. Nachdem er zum evangelischen Glauben übergetreten war, verließ er Österreich und lebte zwei Jahre in Wittenberg, wo er mit Melanchthon verkehrte. 1558 kam er nach Urach und trat dort in Verbin-dung zu dem krainischen Reformator Primus Truber, der das NT ins Slovenisch-glagolitische übersetzt hatte, das er zu drucken beabsichtigte und dahe…

Universal Dataflow and Telecommunications

(88 words)

Author(s): G. Pflug
(UDT) ist ein Core Programme der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA), das den nationalen wie intern. Tausch von Veröff. auf elektronischem Wege fördern will. Es wurde 1991 gegr. und fördert u. a. die Nutzung von IFLANET. Koordiniert wird das Programm durch ein Büro in der Kanadischen NB. G. Pflug Bibliography Cleveland, G.: Electronic Document Delivery. Den Haag 1991 Tallim, P. / Zeeman, J. C.: Electronic Data Interchange. Den Haag 1993 IFLA Directory 2000. 2001. Den Haag 2000, S. 35 bis 37.

Florence Agreement

(68 words)

Author(s): G. Pflug
intern. Abkommen auf Beschluß der 5. Generalkonferenz der UNESCO in Florenz, das sicherstellt, daß «Erziehungs-, kulturelles und wiss. Material» in allen Staaten frei von Marktbehinderungen und Zöllen eingeführt werden kann. Das Abkommen umfaßt Bücher, Kunstwerke, Sammlungsstücke von pädagogischer, wiss. oder kultureller Bedeutung, visuelles und audiovisuelles Material zu Erziehungszwecken sowie Material für Blinde. Es trat nach entsprechender Ratifizierung am 21. 5. 1952 in Kraft. G. Pflug

Knotenschrift

(142 words)

Author(s): G. Pflug
(Knotenschnüre). Sowohl aus dem Bereich der Inkas wie aus Ostasien sind Knotenschnüre bekannt, die von den Fachleuten als Schriftdokumente gedeutet werden. Vor allem die K. der Inkas, die quipu, hat eine umfangreiche wiss. Diskussion ausgelöst. Zwar besteht allg. Übereinstimmung, daß es sich bei den Schnüren um Schriftwerke handelt, da ähnliche Erzeugnisse u.a. noch heute bei peruanischen Hirten zur Registrierung ihrer Herden in Gebrauch sind. Doch da alle Entzifferungsversuche bis heute nicht ü…

Salutati, Coluccio

(133 words)

Author(s): G. Pflug
1331 in Stignano bei Pistoia, † 4. 5. 1406 in Florenz, Humanist, Politiker und Büchersammler. S. war Sekretär bei den Päpsten Urban V. und Gregor XI. in Rom, wo er auch zum Poeta laureatus gekrönt wurde. Seit 1374 lebte er in Florenz, wo er als Staatskanzler tätig war. In seiner Geisteshaltung wurde er stark von Gian Francesco Petrarca beeinflußt. Er entdeckte Ciceros Schrift «Ad familiares» und regte Gian Francesco Poggio Bracciolini zur Schaffung der «Antiqua Littera» genannten humanistischen …

Isagoge

(243 words)

Author(s): G. Pflug
(von griech. είσάϒειν = hinführen) bezeichnet eine Einführungsschrift in die Philosophie, eine Wissenschaft oder praktische Tätigkeit; ist im engeren, ursprünglichen Sinn erste Einführung in einen mehrstufigen Lehrplan; in der Spätantike ein kurzes Lehrbuch, das einzelne Disziplinen der artes liberales in stark gedrängter Form für Laien zusammenfaßte (z. B. die «Eisagoge harmonike» des Kleoneides). Der Begriff ist nur schwer gegen andere Bezeichnungen wie Enchiridion, Stoichia imGriech., Institutio, Regulae, Instructio im Lat. abzugrenzen. I. wurde zuerst wohl von …

Doppelpunkt

(49 words)

Author(s): G. Pflug
vielfach verwandtes Schriftzeichen, das aus zwei senkrecht untereinander angeordneten Punkten besteht. Als Interpunktionszeichen steht er vor angekündigterdirekter Rede und vor Aufzählungen oder Zusammenfassungen. In der phonetischen Umschrift dient er zur Kennzeichnung langer Vokale. In der Notenschrift wird er in Verbindung mit dem Taktstrich als Wiederholungszeichenbenutzt. G. Pflug

Bibliothekspolitik

(424 words)

Author(s): G. Pflug
ist die an den tatsächlichen Gegebenheiten sich orientierende Bestimmung der Ziele für bibliothekarisches Handeln. Der Begriff tritt in Deutschland zuerst im Zusammenhang mit der Entwicklung des öffentlichen Bibl, wesens auf. Das 1912 von Paul Ladewig verfaßte Buch «Politik der Bücherei» wurde Ausgangspunkt des Richtungsstreites über die Aufgaben der ÖB. Ladewig verstand unter B. die Bestimmung und Sicherung der Voraussetzungen, unter denen eine Bibl, ihre Aufgaben erfüllen kann. Damit wird B. z…

Schreibtelegraph

(163 words)

Author(s): G. Pflug
Der S. ist ein Gerät, das die elektrischen Impulse eines Telegraphen in lesbare Zeichen umsetzt. Bereits zum ersten Telegraphen, den Samuel Morse 1837 entwickelt hat, konstruierte dieser ein Gerät, das mit einer Nadel die Morsezeichen in Schriftzeichen umsetzt. Im 19. Jh. hat es mehrere Konstruktionen von S. gegeben, so den Hughes-Apparat, den Baudot-Telegraph, den Springschreiber oder den Siemens-Schnelltelegraph. Der am weitesten verbreitete S. war der Fernschreiber, der zur Abkürzung der Send…

Translation (von lat. translatio = Übertragung, Übers.)

(92 words)

Author(s): G. Pflug
1. Bezeichnung für eine Übers. eines fremdsprachigen Textes, vor allem im 17. und 18. Jh., z. B. bei Kaspar Stieler, Gotthold Ephraim Lessing oder Gottfried Herder, übernommen aus dem Franz. (traducteur). 2. In der Sprachwissenschaft wird mit T. die syntaktische Verände-rung eines Wortes bezeichnet, etwa die Verwendung eines Adjektivs als Substantiv (z. B. das Gute). G. Pflug Bibliography Grimm, J. + W.: Dt. Wörterbuch. Bd. 11. Leipzig 1935, Sp. 1239 bis 1240 Welke, E.: T. In: Metzler Lexikon Sprache. Leipzig / Weimar 1993, S. 652

BASIS

(40 words)

Author(s): G. Pflug
ein vom Battelle Memorial Institute in Colum-bus (Ohio) entwickeltes Datenverwaltungs- und Dokumentationssystem zum Aufbau von Datenbanken für Texte und numerische Daten. Mit den Unterprogrammen TECHLIB und STACS können auch bibliothekarische Verwaltungsaufgaben (Erwerbung, Katalogisierung, Zeitschriftenverwaltung) automatisiert werden. G. Pflug

Waschzettel

(67 words)

Author(s): G. Pflug †
ist eine Veröff. eines Verlages, die bei der Erstveröff. eines Werks denjenigen Ex. beigefügt wird, die als Besprechungsex. an Zeitschriften- und Zeitungsredaktionen sowie persönlich an Buchkritiker versandt werden, um sie über Inhalt und Zweck des Buches zu unterrichten. Manche Ztg. drucken den W. unverändert als Besprechung ab. Gelegentlich wird auch der Klappentext als W. bezeichnet. G. Pflug † Bibliography Lambeck, A.: Pressearbeit nach Maß. Würzburg 1965.

Rillenschrift

(50 words)

Author(s): G. Pflug
wird die Form der Tonaufzeichnung auf Schallplatten genannt. Bei ihr wird die Differenzierung des Tons in Artikulation, Tonhöhe und Lautstärke durch die Variation der Breite, der Tiefe und der Führung der Rillen auf dem Schellacktonträger erzeugt. G. Pflug Bibliography Brockhaus Naturwissenschaften und Technik. Bd. 4. Wiesbaden 1983, S. 204.

Stiftungen

(758 words)

Author(s): G. Pflug
In Deutschland gibt es etwa 6500 S., von denen sich rund 700 mit Kunst und Kultur befassen. Dabei sind auf diesem Gebiet unabhängig von der Rechts-form zwei grundsätzlich verschiedene Arten von S. zu unterscheiden. Auf der einen Seite stehen solche, die ein Vermögen besitzen, das nicht frei verfügbar ist. Es besteht aus Sachwerten, etwa Gemälden, Büchern, Autographen, Nachlässen, die zwar ein wesentliches kulturelles Gut darstellen, die jedoch zu ihrer Unterhaltung erhebliche lfd. Mittel benötig…

Renaissance-Bibliotheken

(979 words)

Author(s): G. Pflug
Es waren vor allem drei Bibliothekstypen, die in der Renaissance bes. hervortraten, zum einen die Privatbibl.en, zum zweiten die Ratsbibl.en und zum dritten die Hof - und Schloßbibl.en. a. Privatbibl.en. Von entscheidender Bedeutung für R. ist die humanistische Forschung in Italien, die zum Entstehen privater Forschungsbibl.en führte. Diese Bibl.en wurden von ihren Besitzern den Fachkollegen allg. zugänglich gemacht. Aus ihnen entwickelten sich die ersten Stiftungsbibl.en. Als frühestes Beispiel sei die Bibl, des Niccoló N…

Transkriptionsdepots

(151 words)

Author(s): G. Pflug
Die Herausgabe von kritischen Texted. erfordert eine so intensive Vorarbeit, daß sie sich i. d. R. über viele Jahrzehnte erstreckt. Dabei müssen Mss., die in mühsamer Arbeit transkribiert wurden, oft jahrelang auf ihre Veröff. warten, da sie in einem noch nicht abgeschlossenen Zusammenhang publiziert werden sollen. Zudem weisen diese Mss. oft Zusammenhänge zu anderen Editionen auf – z. B. bei Briefausgaben. Das führte zu Überlegungen, für diese Texte T. einzurichten, über die sie von entsprechen…

Vorlesungsverzeichnis

(179 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine Veröffentlichung, in der eine Hochschule für ein Semester oder ein Studienjahr die an ihr gehaltenen Vorlesungen, Seminare und sonstigen Veranstaltungen bekannt gibt. Gewöhnlich enthält das V. auch eine Übersicht über die Fakultäten, Fachbereiche, Institute und sonstige Einrichtungen (z. B. die Bibl.) der Hochschule. An den dt. Hochschulen reichen die V. bis ins 17. Jh. zurück. Noch zu Beginn des 19. Jh.s ersch. sie in lat. Sprache als «Indices lectionum». Die ältesten erhaltenen V. stammen aus Heidelberg (1655) und aus Ingolstadt…

Schriftzeichengesetz

(118 words)

Author(s): G. Pflug
Dt. Gesetz vom 6. 6. 1981, mit dem die BRDeutschland das «Wiener Abkommen» vom 12. 6. 1973 zum Rechtsschutz von typographischen Schriftzeichen erfüllt, um den sich die Association Typo-graphique Internationale (ATypI) seit 1952 bemüht. Das Gesetz schützt Schöpfer von typographischen Zeichensätzen – einschließlich der Ziffern, mathematischen, kartographischen und sonstigen Zeichen – bei geforderter Neuheit und Eigentümlichkeit nach Anmeldung und Niederlegung beim Bundespatentamt für ein…

Chronogramm

(31 words)

Author(s): G. Pflug
Eine Inschrift, in der einige herausge—hobene Buchstaben, die zugleich in der lateinischen Schrift einen Zahlwert besitzen, eine Jahresangabe bil-den. Z. B.: LVtetla Mater natos DeVoraVIt = 1572. G. Pflug

Museum

(140 words)

Author(s): G. Pflug
(lat. von griech. µouostov = Musensitz, Ort gelehrter Studien). Seit der Gründung eines Gelehrtensitzes in Alexandria 280 v. Chr. durch Ptolemaios I. Soter unter dem Namen Mouseion, dem eine große Bibl, angegliedert war, wurde der Begriff in der Bedeutung von «Bibl.» verwandt (z.B. Sueton: Claudius 42). Wie das Wort «Bibl.» diente auch M. seit dem Beginn des r 8. Jh.s als Titelbegriff von Sammelwerken und Zss. zur Bezeichnung ihres enzyklopädischen Charakters. Zum ersten Mal erscheint M. als Titelbegriff einer Zs. in dem 1714 – 1719 in Leip…

Testart, Robinet

(64 words)

Author(s): G. Pflug
† 1523, Miniaturist, 1484–1487 im Dienst der Louise de Sanaré von Savoyen, Herzogin von Angoulème, 1515–1523 am Hof von Franz I. von Frank-reich. Er gilt als der Verf. der 19 – urspr. 21 – Miniaturen zu den «Heroides» von Ovid in der Übers. von Octavien de Saint Gelais – heute in der BN Paris. G. Pflug Bibliography Thieme-Becker Bd. 32, S. 561.

Schlußwort

(54 words)

Author(s): G. Pflug
ist ein einem Text angefügter Nachtrag, der meist erläuternde oder das Zustandekommen des Textes erklärende Bemerkungen enthält, auch Danksagungen an Anreger oder Helfer. Bei Briefen werden angefügte Bemerkungen gewöhnlich «Postscriptum» genannt und mit dem Kürzel «P. S.» eingeleitet. G. Pflug Bibliography Grimm, J. u. W.: Dt. Wörterbuch. Bd. 9. Leipzig 1899, S. 875

Outcault, Richard Felton

(197 words)

Author(s): G. Pflug
* 14. 1. 1863 in Lancaster (Ohio), 25. 9. 1928 in Flushing (Long Island), amerikanischer Zeichner und Karikaturist, Erfinder des sogen, «funny paper». Als die amer. Tagesztg. in den 1890er Jahren dazu übergingen, ihren Sonntagsausg. eine Farbseite beizufügen, entschied sich J. Pulitzers «The World» für eine komische Beilage und engagierte O., der, mit der Ausg. vom 18. 1. 1894 beginnend, eine Folge von farbigen Zeichnungen um einen Gassenjungen schuf, der schon bald «Yellow Kid» genannt wurde. A…

Siddur

(82 words)

Author(s): G. Pflug
(hebräisch = Ordnung) ist das jüdische Gebetbuch für die täglichen Gebete im Unterschied zum Machsor, das die Gebete für die Festtage enthält. Die älteste Ausg. stammt von dem Schulhaupt (Gaon) von Susa in Babylonien Saadia ben Josef (892–942). Doch weichen spätere Ausg. inhaltlich von dieser Slg. ab. Nur die Grundgebete sind in allen Ausg. identisch. G. Pflug Bibliography Elbogen, I.: Gebetbücher. In: Jüdisches Lexikon. Bd. 2. Berlin 1928, Sp. 906–913 Prayer books. In: Encyclopaedia Judaica. Bd. 5. Jerusalem 1971, Sp. 985–994.

Testament (von lat. «testari» = bezeugen)

(202 words)

Author(s): G. Pflug
1. Im Christentum ist T die lat. Übers. des hebräischen Wortes b’rit, wie nach der Septuaginta des griech. Wortes «Diatheke», das eine verbindliche Anordnung Gottes bezeichnet. Nach dem Markus-Evangelium (14.24) hat Christus das NT als Richtschnur für den Glauben eingesetzt. BibelKanon 2. Rechtlich bezeichnet T seit der röm. Antike die letztwillige Verfügung eines Erblassers, zuerst 446 n. Chr. rechtlich fixiert als privatschriftliches (holographisches) T. vom röm. Kaiser Valentinian III. Nach dt. Recht (BGB §§ 2229–2264) kann sie durch ei…

Londoner Erklarung

(208 words)

Author(s): G. Pflug
(London Declaration) Auf dem WeltbuchkongreB, der 1982 in London stattfand, haben Autoren, Übers., Verleger, Drucker, Bibliothekare, Padagogen und Politiker aus 92 Landern eine Erklarung zur Bedeutung des Buches verabschiedet, die in Fortsetzung der UNESCO–Aktivitaten zum Intern. Buchjahr 1972 von der UNESCO offiziell als Programm übernommen wurde. Diese Deklaration stellt in neun Punkten die Bedeutung des Buches fur die Verbreitung von Wissen, Bildung und Kultur fest und betont seinen Beitrag zur Völkerverstandigung. Sie bekraftigt erneut …

Schriftwechsel

(263 words)

Author(s): G. Pflug
1. Mit S. oder Schriftverkehr wird der Briefwechsel im geschäftlichen und behördlichen Be-reich bezeichnet. 2. Unter S. wird auch der vollst. Wechsel der Schrift für die Darstellung einer Sprache verstanden. Er ist die radikalste Form der Schriftänderung. Als Gründe lassen sich sowohl religiöse wie politische Faktoren feststellen. Als klassisches Beispiel für einen S. dient der Übergang von der arab. zur lat. Schrift, die der türkische Staatspräsident Kemal Atatürk 1928 gesetzlich vorschrieb, um…

Iguvinische Tafeln

(88 words)

Author(s): G. Pflug
sind sieben Bronzetaf., die einen rituellen Text in umbrischer Sprache und einem lokalen Alphabet aus dem 2. bis 1. Jh. v. Chr. enthalten. Sie stellen den größten Text in einer italischen Sprache und Schrift außerhalb des Lat. dar. Von den 1444 bei Gubbio aufgefundenen Taf. sind heute zwei verschollen; die erhaltenen sieben Taf. befinden sich im Museum in Gubbio. G. Pflug Bibliography Poultney, J. W.: The Bronce Tables of Iguvium. Baltimore 1959 Devoto, G.: Tabulae iguvinae. 2. Aufl. Rom 1962 Pfiffig, A.J.: Tabulae iguvinae. Wien 1964.

Verein deutscher Dokumentare (VDD)

(75 words)

Author(s): G. Pflug
ist der 1952 in Bonn gegr. Berufsverband der dt. Dokumentare verschiedener Ebenen und Ausbildungsformen (Gehilfe, Assistent, Diplomdokumentar, wiss. Dokumentar, Fachdokumentar). Er besitzt verschiedene Fachausschüsse, z. B. den Ausbildungs- und den Tarifausschuß. Er gibt seit 1960 die urspr. von der a Dt. Ges. für Dokumentation begründete Zs. «Nachrichten für Dokumentation» heraus. 1976 hat er sich umbenannt in «Berufsverband Information, Dokumentation, Kommunikation». Satzung des Vereins dt. Dokumentare (Neufassung). Bonn 1976. G. Pflug

Scriptura continua

(168 words)

Author(s): G. Pflug
(lat. = ununterbrochene Schrift) ist eine Schreibweise, in der es keine Unterbrechungen in der Abfolge der Buchstaben, also keine Spatien, Satzzei-chen oder Großbuchstaben am Wortanfang gibt. Wäh-rend z. B. in griech. Texten Sinneinheiten durch über der Schreiblinie stehende Punkte abgetrennt wurden, setzte sich im Rom die S. durch, da der Text durch lautes Lesen nicht durch das Auge, sondern durch das Ohr aufgenommen wurde. Auch der Usus des Einsatzes von Lesesklaven förderte diesen Schreibstil…

Ortega y Gasset, José

(383 words)

Author(s): G. Pflug
* 9. 5. 1883 in Madrid, 18. 10. 1955 ebd., span. Kulturphilosoph, Soziologe und Essayist. In seinem Hauptwerk «La rebelión de las masas» (Madrid 1930, dt. «Der Aufstand der Massen». Stuttgart 1931 u.ö., begründete er seine Theorie, daß die zunehmende Vermassung der Menschheit in ein Chaos führe, wenn nicht eine intellektuelle Elite die Leitung übernähme. Vor diesem Hintergrund trug er in einem Vortrag mit dem Titel «La mission du bibliothécaire» (dt. «Die Aufgabe des Bibliothekars». 111: Ges. We…

Canadiana

(84 words)

Author(s): G. Pflug
Nationales Projekt in Kanada, alle vor 1900 in diesem Land erschienenen Veröffentlichungen zu erfassen und auf Microfilm zu übertragen, um das gedruckte nationale Erbe vor Verfall zu sichern und der allgemeinen historischen Forschung zugänglich zu machen. Dieses Programm, das vom Canadian Institute for Historical Microreproduction durchgeführt wird, ist ein hervorragendes Beispiel für die Sicherung des literarischen Erbes eines Staates mit einer überschaubaren, relativ jungen Buchproduktion. G. Pflug Bibliography To know ourselves. The Report of the Commission o…

Index bibliographicus

(246 words)

Author(s): G. Pflug
Im März 1923 beschloß die Unterkommission Bibliographie der zum Völkerbund gehörenden Commission internationale de Cooperation intellectuelle auf Anregung des Institut international de bibliographie, unter dem Titel I.b. ein intern. Repertorium der laufenden bibliographischen Quellen herauszugeben und beauftragte den Direktor der Schweizerischen Landesbibliothek, M. Godet, mit der Erstellung. Es wurden 56 NB um Mitarbeit gebeten, 34 lieferten Titel aus ihrer Region. Aufgenommen wurden laufende p…

Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)

(73 words)

Author(s): G. Pflug
mit Sitz in Bonn ist der Berufsverband der Dolmetscher und Übersetzer in der BRDeutschland. Neben Konferenz– und Gerichtsdolmetschern und Übersetzern sind auch lit. Übers. Mitglieder dieses Verbandes. Er gliedert sich in zehn Landesverbände und gehört der Fédération International des Traducteurs (FIT) an. Von ihm werden die Zss. Lebende Sprachen (30. Jg. 1985) und das Mitteilungsblatt für Dolmetscher und Übersetzer (31. Jg. 1985) herausgegeben. G. Pflug

Sillybos

(76 words)

Author(s): G. Pflug
wurde in der klassischen Antike das Schildchen genannt, das am Omphalos einer Buchrolle befestigt war und den Titel des Werkes anzeigte. Es wurde i. d. R. vom Besitzer der Rolle und nicht bereits von ihrem Schreiber angebracht. G. Pflug Bibliography Bilabel, F.: S. In: Pauly-Wissowa. Reihe 2. Halbbd. 5. Stuttgart 1927, Sp. 99–100 Dorandi, T.: Sillyboi. In: Scrittura e civiltà 8. 1984, S. 185–199 Blanck, H.: Das Buch in der Antike. München 1992, S. 83–84.

Telekommunikation (TK)

(458 words)

Author(s): G. Pflug
ist der Sammelbegriff für alle Formen der Kommunikation, die sich analoger oder digitaler Technik bedient. Der Begriff wurde 1904 in Frankreich als Oberbegriff der Telefonie und der Telegrafie eingeführt und 1987 durch die «Telekommunikationsordnung» in Deutschland amtlicher Begriff. Sie umfaßt Sprachdienste, z. B. das Telefon einschl. ihrer Ansagedienste, den Rundfunk, die Textkommunikation, z. B. Video-, Bildschirmtext oder Fernschreiber, die Bildkommunikation, z. B. das Fernsehen oder das Bildtelefon, und die Datenkommunikation, z. B. die Datenfernverarbeitung. Die…

Sudelbuch (auch Klecksbuch)

(123 words)

Author(s): G. Pflug
Seit dem 16. Jh. wird im kaufmännischen Bereich mit S. eine Kladde bezeichnet, in die erste Eintragungen gemacht werden, die später sorgfältig in ein Geschäftsbuch übertragen werden sollen. Georg Friedrich Lichtenberg (1742–1799) hat diesen Begriff auf sein Tagebuch übertragen («Waste book, Sudelbuch, glaube ich im Deutschen» [Gesamte Werke. Bd. 1. Göttingen 1867, S. xvi]), in das er Beobachtungen und Bemerkungen satirischer Art verzeichnet hat. Dieser Sprachgebrauch wurde auch von anderen Autoren übernommen, z. B. von August v. Platen (1796–1835). Seit Beginn des 19. Jh.s…

Verbundkatalog maschinenlesbarer Daten

(318 words)

Author(s): G. Pflug
ist ein Katalog, der die Bestände mehrerer Bibl.en in einer elektronischen Datei nachweist. In Deutschland treten sie seit Mitte der 1980er Jahre an die Stelle der Zentralkataloge. Seit 1997 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die «retrospektive Retrodigitalisierung der Bibliotheksbestände» mit zwei Digitalisierungszentren in Göttingen und München. Der erste V. entstand mit dem Online Computer Library Center (OCLC)1967 in Columbus (Ohio). Ihm schlossen sich 1981 auch europäische Bibl.en an. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden die Systeme untereinander ve…

Literaturinformation

(178 words)

Author(s): G. Pflug
Mit dem Ausbau elektronischer Dokumentations– und Informationssysteme gewann seit den 1970er Jahren das Wort Information ein neues Gewicht. Aus dem Institut für Dokumentationswesen wurde 1978 in Frankfurt a. M. die Ges. für Information und Dokumentation, aus der Fédération internationale de documentation 1986 die Fédération Internationale d'information et de Documentation. Hintergrund dieser Entwicklung bildet das Bestreben, die traditionellen Leistungen der Bibliographie und der Fachdokumentati…

Gummistempel

(99 words)

Author(s): G. Pflug
Der G. ist ein Stempel, bei dem die druckenden Flächen aus einer Hartgummimasse bestehen. Gegenüber dem traditionellen Metallstempel ist er wesentlich billiger in der Herstellung. Er wird gewöhnlich für Adressen oder für Informationen verwandt, die nur aus wenigen Wörtern bestehen («Kopie», «Einschreiben» u. ä.). Die Flexibilität des Gummis begünstigt die Herstellung von Stempeln mit beweglichen Lettern, die auf Textilstreifen angebracht und von Handrädern bewegt werden können, wie sie vor allem…

Semogramme

(122 words)

Author(s): G. Pflug
sind Schriftzeichen, die zur Wiedergabe eines Wortes auf bildliche Darstellungen zurückgreifen. Diese Form findet sich in zahlreichen frühen Schriften und wurde wohl unabhängig voneinander entwickelt. So gibt z. B. das Altägyptische das Wort «Sonne» – aber auch «Tag» – mit dem Zeichen der Sonnenscheibe (ʘ) wieder. In der Indusschrift wie in der Schrift der Osterinseln wird die stilisierte Darstellung eines Menschen zur Be- zeichnung einer Silbe verwandt. Auch in einigen India-nerschriften (z. B.…

UFITA

(51 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine führende dt.sprachige Zs. zum Urheber-, Film-, Funk- und Theaterrecht. Sie erscheint seit 1928, wird vom Institut für Urheber- und Medienrecht in München hrsg. und vom Verlag Stämpfli in Bern verlegt. Seit 1956 wird sie durch eine Schriftenreihe ergänzt (Bd. 177. 2000), die im Nomos-Verlag erscheint. G. Pflug

Journal of Documentation

(111 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine 1945 von Theodore Besterman gegründet Zs. mit viertelj. Erscheinungsweise, die von der «Association of Special Libraries» (ASLIB) getragen und von einem unabhängigen Editorial Board geleitet wird. Die Interessengebiete reichen von der Bibliographie über die Klassifikation, das Abstracting und Indexieren bis zu technischen Fragen der Fotoreproduktion und der elektronischen Datenverarbeitung. Bis zum Jahr 1969 besaß die Zs. eine eigene Sektion, die Zusammenfassungen von einschlägigen Beit…

Feuerwerksbücher

(402 words)

Author(s): G. Pflug
Nachdem sich in Europa wohl über die Araber die chinesische Erfindung des Schießpulvers im Laufe des 14. Jh.s verbreitete und mit Hilfe des Berthold Schwartz (um 1318–um 1384), der lange Zeit als Erfinder des Pulvers galt, im Krieg zwischen Venedig und Padua 1380 die erste Kanone eingesetzt wurde, bildete sich der Beruf des Büchsenmeisters heraus, in dem ursprünglich die Kenntnis der Pulverherstellung als Berufsgeheimnis gewahrt wurde. Zu Beginn des 15. Jh.s wurden jedoch die ersten Hss. zur Her…

Summarium

(72 words)

Author(s): G. Pflug
(von lat. = Zusammenfassung), kurze Inhaltsangabe einer Veröffentlichung. Die Bezeichnung geht auf Lucius Aeneus Seneca (Epist. 39, 1) zurück. Meist ist das S. am Ende des Textes angefügt, doch wird es auch, vor allem in wiss. Zss., dem eigentlichen Artikel in einer abgesetzten, kleineren oder kursiven Type vorangestellt und als «Abstract» (Referat) bezeichnet. Dabei kann es sich – bei nichtengl.sprachigen Texten – auch um eine engl. Version handeln. G. Pflug

Verhorntes Papier

(46 words)

Author(s): G. Pflug
ist ein durch Lacken oder Wachsen abwaschbar gemachtes Papier. Es wird als Einbandstoff bei leichten Einbänden, z. B. als Taschenbucheinband eingesetzt, um eine Verschmutzung des Einbandes zu verhindern oder zumindest zu verringern. G. Pflug Bibliography Gent S.: Taschenbuchfibel. Frankfurt / M. 1992, S. 251

Korruptele

(43 words)

Author(s): G. Pflug
(lat. corruptus verdorben) bezeichnet in den philologischen Wissenschaften – vor allem in der verdorbene Textstelle. Sie wird, soweit die durch eine Konjektur behoben. G. Pflug Bibliography Stählin, O.: Editionstechnik. 2. Aufl. Leipzig 1914 Maas, P.: Textkritik. 4. Aufl. Leipzig 1960, S. 10—15.

Verfasser

(191 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine allg. Bezeichnung für eine Person, der einen Text konzipiert und niederschreibt. Er faßt eine Reihe von Schreibern zusammen, z. B. den Autor eines lit. oder wiss. Werks, den V. eines sonstigen Schriftstücks (z. B. einer Erklärung) oder den Schreiber von persönlichen Aufzeichnungen, z. B. eines Briefes oder eines Tagebuchs. In der juristischen Terminologie wird der V. gewöhnlich als Urheber bezeichnet (URG § 7). Wirken mehrere V. an einem Werk mit, so werden sie Miturheber genannt. Das Verlagsgesetz (§ 8) bezeichnet jeden Verlagsgeber al…

Verhandlungen

(163 words)

Author(s): G. Pflug
Nach der modernen Kommunikationstheorie wird in der sprachlichen Auseinandersetzung zwischen Verhandlung und Argumentation unterschieden. Die Verhandlung ist eine Gesprächsform, in der die Teilnehmer eine gemeinsame Lösung des Problems anstreben, indem sie sich gegenseitig ihre Argumente vortragen, um zu einer Übereinstimmung zu gelangen. Sie schließen gewöhnlich mit einem Vertrag ab. Der urspr. auf eine mündliche, gelegentlich auch briefliche Kommunikation abzielende Begriff wird seit dem 18. Jh. auch für schriftliche Auseinandersetzungen geb…

Lehrbuch

(210 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine allg., systematisch oder didaktisch aufgebaute Einführung in ein Fach- oder Wissensgebiet. Das L. dient in der Regel neben dem Schulbuch als Hilfsmittel im Unterricht, kann jedoch auch eine Grundlage zum Selbstunterricht oder Anleitung für die Grundlagen und den systematischen Aufbau einer Wissenschaft bilden. Es gehört zum Grundbestand der Lit. seit dem Beginn abendländischer Kultur. Urspr. auf die traditionellen Bildungsfächer (artes liberales) beschränkt, hat das L. seit Beginn der N…

Systematische Aufstellung

(811 words)

Author(s): G. Pflug
Eine nach inhaltlichen Zusammenhängen ihrer Buchbestände geordnete Bibl. ermöglicht es ihren Nutzern, die für ein sie interessierendes Thema vorhandene Lit. an einer von ihnen vorab bestimmbaren Stelle in den Regalen zu finden. Daher ist die Buchaufstellung nach einer sog. Systematik die Grundform der Ordnung für eine Bibliothek. Vor allem seit der Entwicklung der großen Saalbibliothek im Ba-rock mit ihren ständig wachsenden Buchbeständen hat die Frage nach einer übersichtlichen Ordnung zunehmen…

Raritätenkabinett

(213 words)

Author(s): G. Pflug
(auch Raritätenkammer) Seit der Renaissance wurden an Fürstenhöfen Gegenstände gesammelt, die als Raritäten galten. Die Slg. wurden in entsprechenden Räumen aufbewahrt und seit dem 17. Jh. oft prunkvoll ausgestellt, um sie Besuchern vorzuführen, wie eine einschlägige Veröff. der Zeit zeigt («Die geöffnete Raritätenkammer» Hamburg 1704). Zu den Raritäten rechneten neben alten Münzen und Medaillen sowie Gemälden und Portraitslg. vor allem sog. Naturalien, zu denen Mineralien, Versteinerungen, Skel…

Graph

(42 words)

Author(s): G. Pflug
Ein G. ist eine bildliche Wiedergabe von Strukturen in Form von Punkten und Strecken. Graphen werden zur übersichtlichen Darstellung von Fluß- und Ablaufdiagrammen und anderen ebenen Strukturen benutzt. Graph des Parallelogramms der Kräfte. G. Pflug Bibliography Perl, J.: Graphentheorie. Wiesbaden 1981.

Hypertext

(72 words)

Author(s): G. Pflug
werden in der elektronischen Textverarbeitung Textsysteme genannt, die in einen Textzusammenhang auch andere Textformen und Medien einschließen, also verschachtelte Verknüpfungen von Texten, Graphiken, Bildern, Filmen, Tonfolgen und Computerprogrammen ermöglichen, die die Steuerung des Systems und die Nutzung externer Geräte übernehmen. Die Wiedergabe aller Medien erfolgt über einen hochauflösenden Farbbildschirm G. Pflug Bibliography H. Theory into practice. Ed. R. McAleese. Oxford 1989 H.:State of the art. Ed. R. McAleese/C. Green. Oxford 1990

Logographie

(69 words)

Author(s): G. Pflug
(griech. λόγος Wort, γράφειν schreiben) ist die zusammenfassende Bezeichnung derjenigen Schriftformen, die nicht lautorientiert, phonetisch sind ( Phonographie), sondern inhaltsorientiert. Diese Schriften, die sich aus piktographischen (z. B. Altsumerisch), ideographischen (z.B. Hieroglyphen) oder abstrakten (z. B. Mathematik) Symbolen zusammensetzen, sind einerseits von reinen Bilderzählungen (z.B. prähistorischen Bilderschriften), andererseits von Silbenoder Buchstabenschriften zu unterscheiden. G. Pflug Bibliography Haarmann, H.: Universalgesch. d…

Udine

(420 words)

Author(s): G. Pflug
Hauptstadt der Provinz Udine im Norden Italiens (Friaul-Julisches Venetien) mit 95 Tsd. Einwohnern, Erzbischofsitz, Univ. und verschiedene Industriezweige (Maschinenbau, Textil, Chemie). Buchdruck. Der flämische Wanderdrucker Gerardus de Lisa stellte 1484 das erste Druckwerk in U. her, die «Constituzioni de la patria de Frivoli» (Hain 5670). 1485 folgten die «Rudimenta Grammatices» des Nicolaus Perottus. Er verließ zwar U., kehrte jedoch 1497 zurück und starb dort 1499. Untersuchungen aus dem Beginn des 19. Jh.s nennen als Erstdrucker in U. Gabriel Petri aus …

Spiegelbild

(100 words)

Author(s): G. Pflug
In der epigraphischen Technik wird seit der Begründung des Corpus Inscriptionum Latinarum durch die Preußische Akademie der Wissenschaften im Jahr 1853 ein Verfahren zur Kopie von Steininschriften mit S. bezeichnet. Es besteht im Auftragen eines ungeleimten, feuchten Papierblattes auf den Steintext. Mit einer federnden Bürste wird der Text in Negativform (Spiegel-bild) auf das Blatt übertragen und steht damit der Forschung für den Corpus zur Verfügung. Die Preußische Akademie besitzt inzwischen 20 800 derartige Spiegelbilder. Abklatsch G. Pflug Bibliography Hübner, E.: Übe…

Bootlegging

(76 words)

Author(s): G. Pflug
ist die allgemein verbreitete Bezeichnung für illegale Aufzeichnung und Vertrieb von urheberrechtlich geschützten Veranstaltungen. Das Wort diente während der amer. Prohibition zur Umschreibung des Schmuggels von Alkoholika in Stiefelschäften (Boots) und wurde in den 1970er Jahren auf die Tonpiraterie übertragen. Vor allem bei musikalischen Aufführungen hat das B. im letzten Jahrzehnt ein großes Ausmaß angenommen. G. Pflug Bibliography HoDiK, K.: Bootlegging – ein Kavaliersdelikt? In: Intern. Medien und Recht 4. 1986, H. 1, S. 2.

Scheckbuch

(65 words)

Author(s): G. Pflug
Als im Laufe des 19. Jh.s im Zusammen-hang mit der Festigung des Wertpapierrechts der Scheck als Zahlungsmittel allgemeine Verbreitung fand, gaben die Banken an ihre Kunden Scheckbücher heraus, in denen standardisierte Formulare von Blankoschecks enthalten sind, die zur Weitergabe herausgetrennt werden können. G. Pflug Bibliography Schultze-v.Lasaulx, H. A.: Beiträge zur Gesch. des Wertpapierrechts. Marburg 1931 Duden. 3. Aufl. Bd. 7. Mannheim 1999, S. 3335

Schiefertafel

(307 words)

Author(s): G. Pflug
ist ein Beschreibstoff, der aus einer flachen, kohlehaltigen Tonschiefertafel besteht, die mit einem Schiefergriffel oder mit Kreide beschrieben wird. Ihr Vorzug gegenüber anderen Beschreibstoffen liegt darin, daß die Schrift mit einem angefeuchteten Schwamm jederzeit gelöscht werden kann. S.n lassen sich bereits in der minoischen Kultur (16. Jh. v. Chr.) nachweisen, wie ein Fund in Akrotiri (Santortin) zeigt. In der klassischen Antike wurden die S.n sowohl in Griechenland (Πι´να σ ιστ υ` λι´ υ = Tafel aus gespaltenem Stein) wie in…

Bersuire

(161 words)

Author(s): G. Pflug
(Bercheur, Berchoire), Pierre * um 1290 in Pierre-du-Chemin (Poitou), † 1360 in Paris. Franz. Theologe und Benediktinermönch, Verfasser einer umfangreichen Enzyklopädie («Reductorium, Repertorium et Dictionarium Morale», Straßburg 1474 u. ö.), die zu seiner Zeit verbreitet war und durch Richard Leblanc ins Franz, übersetzt wurde (Paris 1584). B. ist vor allem bemerkenswert als Übersetzer des Livius. Die Übersetzung wurde für König Johann den Guten von Frankreich angefertigt. Das Manuskript — mit 6…

Sprachwissenschaft

(478 words)

Author(s): G. Pflug
(auch Linguistik) ist die Wissenschaft von dem Wesen, der Funktion, der Struktur, der Wirkung, der Leistung und den verschiedenen Ausprägungen von Sprache. Ihr liegt eine allg. Sprachtheorie (Sprachphilosophie) zugrunde, die nach dem Ursprung der Sprache, ihren für alle Sprachen gemeinsam gültigen Prinzipien (Universalien) und ihrem Verhältnis zu den in ihr ausgedrückten Sachverhalten (Semantik) fragt. Darüber hinaus gliedert sich die S. in folgende Teildisziplinen: die Grammatik, welche die Mor…

Merchandising

(147 words)

Author(s): G. Pflug
ist der Fachbegriff für die Übernahme von Themen und Personen aus audiovisuellen rzeugnissen (Film und Fernsehen) durch andere Branchen. Neben der Werbewirtschaft, die einzelne Themen oder Personen aus erfolgreichen Produktionen zur Produktwerbung verwendet, sind es vor allem Verlage, die derartige Lizenzen erwerben, um audiovisuelle Darstellungen in Buchform zu übertragen. Da Kino– oder Fernsehfilme oft nach literarischen Vorlagen angefertigt wurden, erfolgt in vielen Fällen beim M. eine Rücküb…

Titlonym

(44 words)

Author(s): G. Pflug
(von lat. titulus = Aufschrift und griech. ὄνoμα = Name) meist ein Pseudonym, in dem statt des Autorennamens eine Berufsbezeichnung angegeben oder auf ein anderes Werk des Verfassers hingewiesen wird, etwa «von einem Schauspieler» oder «vom Verfasser des .... ». G. Pflug

Opernführer

(494 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine Buchgattung, die für die Standardwerke des Opernrepertoires Inhaltsangaben und Erläuterungen gibt. Der O. ist meist alphabetisch nach Komponisten oder Operntiteln geordnet, gelegentlich auch chronologisch nach Uraufführungsdaten, womit er sicheiner volkstümlich gefaßten Gesch. der Oper annähert. I. d. R. werden neben dem Inhalt Angaben über die Rollen, einschl. ihrer Stimmlagen, und über die Uraufführungsdaten, häufig auch über die Stellung der Oper im Gesamtwerk des Komponisten und in der historischen Entwicklung der Oper gemacht. Die Zahl der in den O.n ber…

Leseratte

(95 words)

Author(s): G. Pflug
ist seit dem Ende des 19. Jh.s eine volkstümliche Bezeichnung für einen Menschen, der viel — und auch wahllos — liest. Daneben treten Formulierungen wie «Leseratz» und «Leseteufel» auf und im Gegensatz zu L. seit den 60er Jahren des 20. Jh.s «Lesemuffel» für einen Menschen, der nicht liest. Seit den 20er Jahren des 20. Jh.s wird auch der Universitätsdozent, der in seinen Vorlesungen am Ms. klebt, als L. bezeichnet. G. Pflug Bibliography Trübners dt. Wb. Bd. 4. Berlin 1943, S. 447 Küpper, H.: 111. Lexikon der dt. Umgangssprache. Bd. 5. Stuttgart 1984, S. 1764

Trilingue

(180 words)

Author(s): G. Pflug
(lat.: trilinguis = dreisprachig) ist eine Inschrift, die den Text in drei verschiedenen Sprachen wiedergibt. Für die Entzifferung antiker Schriften haben zwei Trilingua eine entscheidende Rolle gespielt. 1. Der Rosette-Stein. Sprachlich stellt dieser Stein zwar nur eine Bilingue dar, doch wird sein ägyptischer Text in zwei Schriftversionen, in Hieroglyphen wie in demotischer Schrift wiedergegeben. Diesem Text ist als drittes eine griech. Version angefügt. Der Stein ist ein 114 x 72 cm großer Basalt mit einem Text zur Thr…

Metasprache

(237 words)

Author(s): G. Pflug
ist eine Sprache, in der im Gegensatz zu den Objekt- oder Umgangssprachen, in denen Aussagen über Gegenstände formuliert werden, Aussagen über die die Gegenstände repräsentierenden Begriffe oder die Struktur dieser Aussagen gemacht werden. Beispiel: Objektsprache: «Berlin ist eine große Stadt»; oder: «2 + 2 = 4»; M.: «Berlin hat sechs Buchstaben»; oder «2 + 2 = 4 ist eine algebraische Aussage». Die M. ist urspr. im Rahmen der theoretischen Logik entstanden und WLirde von der Linguistik zur Beschreibung von Sprachstrukturen übernommen. Einen wesentlichen I…

Verschleierung von Texten

(141 words)

Author(s): G. Pflug †
ist eine Technik, Literatur, die sich gegen real existierende Personen oder Einrichtungen richtet, in eine andere Zeit oder an einen anderen Ort zu verlegen, ihnen fiktive Namen zu geben oder auf andere Personen zu übertragen, um den Autor vor dem Zugriff durch entsprechende Personen oder Stellen abzusichern, wobei die wirkliche Absicht des Textes für den Kenner erkennbar bleibt. Vor allem gegen undemokratische Staaten wird die Verschleierungstechnik in sog.Tarnschriften angewandt, in denen unte…

Wilkins, John

(244 words)

Author(s): G. Pflug †
* 1614 in Oxford, † 9. 11. 1672 in Cambridge. Bischof von Chester. W. hat sich, entsprechend dem Geist seiner Zeit, mit einer Reihe sehr unterschiedlicher Themen befaßt, neben theologischen vor allem in den ersten Jahren mit Astronomie, wobei ihn die Frage beschäftigte, ob es neben der Erde auch auf anderen Sternen Leben gebe. 1641 veröff. er ein Werk zur Geheimschrift: «Mercury, or the Secret and Swift Messenger, showing how a Man may with Privacy and Speed communicate his Thoughts to a Friend at any Distance». 1662 war er Mitbegründer der Royal Society, deren erster Sekretär er wurde. 1668…

Texttypologie

(189 words)

Author(s): G. Pflug
ist die philologische Disziplin, welche die unterschiedlichen Formen von schriftlichen und mündli-chen Texten (Textsorten) in ihrer Struktur und Funktion untersucht. Sie ist in der Mitte der 1960er Jahre im Rückgriff auf verschiedene philologische und soziologische Ansätze entstanden und ging dabei von unterschied-lichen Ansätzen aus: etwa der langue-parole-Theorie von Ferdinand de Saussure, dem Strukturalismus von Roland Barthez, der Sprechakttheorie von John L. Austin, der Sprechtheorie von Ka…

Sic

(50 words)

Author(s): G. Pflug
(lat. = so!, wirklich so!) ist eine Bemerkung, die einem Wort in einem Zitat oder einer Titelangabe, gewöhnlich in Klammern, beigefügt wird, um auf eine fehlerhafte Schreibweise der Aussage hinzuweisen und damit den Vorwurf des Schreib- oder Druckfehlers von sich ab und auf den Autor hinzuwenden. G. Pflug

Offenbarungsliteratur

(206 words)

Author(s): G. Pflug
Unter O. werden Schriften zusammengefaßt, deren Urheberschaft auf eine übernatürliche Quelle, in der Regel auf einen Gott, zurückgeführt wird. Dabei wird zwischen unmittelbarer Verfasserschaft und dem Diktat unterschieden, bei dem sich die übernatürliche Macht eines Menschen als Vermittler - meist ein inspirierter Priester oder Prophet - bedient. Typische Beispiele für die erste Form sind die Himmelsbücher, für die zweite die Apokalypsen des AT und NT einschließlich der Apokryphen, aber auch die…

Moses

(277 words)

Author(s): G. Pflug
In hellenistisch–jüdischen Kreisen entstand wahrscheinlich schon im 2. Jh. v. Chr. die These, daß M. der Erfinder der Buchstabenschrift sei. Eusebios von Caesarea (Praepar. evangel. 9, 261) und Clemens Alexandrinus (Stromat. 23, 153) zitieren einen nicht näher bekannten jüdischen Autor Eupolemos, der eine Jüdische Gesch. verf. hat, in der von M. berichtet wird, daß er den Juden die Buchstaben übermittelt habe, von wo sie auf die Phönizier und Griechen übergegangen seien. Alexander Polyhistor nen…

Davy, Humphry

(99 words)

Author(s): G. Pflug
* 17. 12. 1778 in Penzance, † 29. 5. 1829 in Genf. Einer der bedeutenden engl. Chemiker, Entdecker mehrerer Elemente, berühmt durch seine chemischen Experimente und seine technischen Erfindungen (Grubenlampe). Zugleich auch als Dichter tätig. Er reiste 1818 nach Neapel, um dort ein chemisches Verfahren zu entwickeln, das es ermöglicht, die aus Herkulaneum stammenden Bibliolithen aufzurollen und zu entziffern. Damit wollte er das unzureichende Verfahren von F. C. L. Sickler verbessern. Über seinen nur begrenzten Erfolg berichtete er 1821 in den Transactions der Royal Society. G. …

Bibliolatrie

(161 words)

Author(s): G. Pflug
Bücherverehrung von ßιßλίον = Buch, λάτϱιϛ = Diener, Knecht. Die Verehrung von Büchern und Texten läßt sich bis in die Frühzeit der Antike nach-weisen und hängt eng mit dem Glauben zusammen, daß Bücher eine übernatürliche Wirkung ausüben. Sie führte in vielen Religionen zu einer Heiligung der ihr zugrunde liegenden Texte (heilige Bücher). Doch verlief dieser Prozeß — etwa im Gegensatz zur bildlichen Darstellung — ohne Gegenreaktionen, so daß es im Altertum und MA nicht zu einer Heranbildung des Termi…

Sitzungsberichte

(92 words)

Author(s): G. Pflug
Seit der Mitte des 19. Jh.s dient der Begriff in Akademien und wiss. Ges. als Titelbegriff bei der Veröff. der in den Sitzungen oder Tagungen gehaltenen Vorträge. Zum ersten Mal wurde er 1848 von der kaiserlichen Akademie in Wien verwandt. Bis zum Ende des 19. Jh.s breitete er sich über ganz Deutschland aus. Er ist dem franz. Terminus «Compte rendu» nachgebildet, der in diesem Sinne seit 1835 von der Académie des science in Paris genutzt wurde, nachdem er im 18. Jh. für Sitzungsprotokolle oder Denkschriften üblich gewesen war. G. Pflug

Corsten, Hermann

(121 words)

Author(s): G. Pflug
*18. 7. 1889 in Geilenkirchen, † 23. 7. 1968 in Köln, dt. Bibliothekar, seit 1933 Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Er hat die drei Bibliotheken, die nach der Gründung der Univ. zu Köln zur UStB zusammengefugt wurden, zu einer einheitlichen Bibliothek weiterentwickelt. C. begründete 1947 in Köln den Zentralkatalog des Landes Nordrhein-Westfalen, 1949 das Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Bibliograph Verfasser einer Bibliographie von Firmenschriften …

Grimoire

(110 words)

Author(s): G. Pflug
auch Grémoire (nach nicht gesicherter Etymologie franz. verballhornt aus grammaire). Titelbegriff für Zauberbücher, die sich an eine breite, wenig gebildete Leserschicht – vor allem bäuerlicher Herkunft - wenden. Sie enthalten in der Regel Zaubersprüche aus kabbalistischen oder mythischen Texten, mit denen Dämonen gebannt oder verborgene Schätze aufgefunden werden sollen. Verbreitete Werke dieser Art sind «G. du Pape Honorius» (Rom 1670) und «Le Grand G.» (Nimes 1823 mit häufig reproduzierten Holzschnitten). Im übertragenen Sinn bedeutet G. ein unverständliches Bu…

Vater, Johann Severin

(129 words)

Author(s): G. Pflug
(* 27. 5. 1771 in Altenburg, † 15. 3. 1828 in Halle), Sprachwissenschaftler, Bibliograph und Bibliothekar. Seit 1799 Professor für morgenländische Sprachen an der Univ. Halle, seit 1808 dort auch Bibliothekar an der UB. Er wechselte 1809 in gleichen Funktionen nach Königsberg und kehrte 1820 nach Halle zurück. Er veröff. 1797 eine «Hebräische Sprachlehre», 1815 die erste Bibliographie von Sprachwörterbüchern («Litteratur der Grammatiken, Lexika und Wörtersammlungen zu allen Sprachen der Erde», Berlin 1823, 2. Aufl. 1847, ND Graz 1970) und 182…

Perkins, Jacob

(366 words)

Author(s): G. Pflug
9. 7. 1766 in Newburyport (Massachusetts), 9. 7. 1849 in London, Erfinder des Stahlstichs. P. wurde in seine Heimatstadt als Goldschmied ausgebildet. Schon früh befaßte er sich mit Erfindungen, als erstes mit silberplattierten Schuhschnallen. Im Auftrag des Staates Massachusetts schuf er Prägestempel für Kupfermünzen. Seit 1806 entwickelte er zusammen mit dem Stecher Gideon Fairman den Stahlstich auf der Grundlage seiner ersten Veröff. «The permanent stereotype steelplate» (Newburyport 1806). Fü…

Elenchus

(186 words)

Author(s): G. Pflug
(von ἔλεγχος = Vorwurf, Schimpf, später Beweis). Das Wort wurde von Aristoteles als Terminus in die Logik eingeführt und diente ihm zur Bezeichnung eines Schlusses in der dialektischen Widerlegung (Anal, priora II, 20, 66b 11). Mit der Ausweitung der Logik durch rhetorische Elemente in der Stoa übertrug Sueton diesen Begriff in die Grammatik und verlieh ihm die Bedeutung Reg., Inhaltsverz. (De ill. gramm. 8). Zu Beginn des 17. Jh.s lebte das Wort in seiner lat. Form E. wieder auf und diente als T…

Polygraphie

(460 words)

Author(s): G. Pflug
(griech. πολύς = viel, allg., γϼάφειν = schreiben) 1. Allg. Zeichensprache, die unabhängig von den Volkssprachen eine weltweite Verständigung ermöglichen soll (auch Pasigraphie, Pasilalle oder Pantographie genannt). Die ersten Ansätze zu einer P. entwickelte im 15. und beginnenden 16. Jh. Johannes Trithemius (Trittenheim) als eine intern. Geheimschrift («Polygraphiae libri V1» Oppenheim 1518). Diese Versuche wurden u.a. von E Bacon («De dignitate et augmentis scientiarum» London 1623) und R. Descartes (Br…

Calepinus, Ambrosius

(234 words)

Author(s): G. Pflug
Ambrogio – urspr. Giacomo –Conte da Calepio (auch Caleppio), nach älteren Angaben 1435 oder 1436, nach neueren 1440 in Calepio bei Bergamo, ✝ 30. 11. 1510 oder 1511 in Bergamo, Augustinermönch. C. ist einer der frühesten Lexikographen der Neuzeit, Verf. eines «Dictionarium interpretamente», das im 16. und 17. Jh. in ganz Europa weite Verbreitung fand. Zuerst 1502 bei D. Bertocchi in Reggio Emilia erschienen, erlebte es bis 1779 mehr als 200 Ausgaben durch zahlreiche Bearbeiter, unter denen sich …

Vengerov, Semen Afjanasevič

(96 words)

Author(s): G. Pflug
* 5. 4. 1855 in Lubny, † 14. 9. 1920 in Moskau, russ. Lit.wissenschaftler, Bibliograph und Lexikograph. Er verfaßte ein kritisch-biographisches Lexikon russ. Schriftsteller und Gelehrter in sechs Bdn. (Istočniki slovarja russkich pisatelej. St. Petersburg 1886–1904, ND Leipzig 1965), Russkie knigi (Russ. Bücher; drei Bde., St. Petersburg 1897–1899, ND Leipzig 1965), Russkaja literatura (Russ. Literatur, Moskau 1914–1916, ND München 1972) und je eine vier-bändige Ausg. der Werke von Friedrich Schiller (1901 / 1902) und von Alexej Konstantinovič Tolstoj. Kalentieva, A. G.: …

LIBEX

(60 words)

Author(s): G. Pflug
ist ein Büro für den intern. Austausch von Bibliothekaren. Es wurde 1983 von der Library Association und ihrer International and Comparative Librarianship Group gegründet und vermittelt den individuellen Austausch von Bibliothekaren in alle Länder der Erde, indem die an einem Austausch interessierten Partner zusammengebracht werden. Die Zentrale befindet sich im College of Librarianship in Aberystwyth (Wales). G. Pflug

Paläoepigraphik

(165 words)

Author(s): G. Pflug
(griech. παλαιός = alt, έπιγράφειν = aufschreiben) ist eine von dem niederl.-dt. Mythenforscher Herman Wirth (1885 — 1981) eingeführte Bezeichnung für eine Forschungsrichtung, die das Entstehen der Schrift aus einem urspr. in der atlantisch–polaren Region Nordeuropas und Nordamerikas entstandenen Sonnenkalender ableiten will. («Die heilige Urschrift der Menschheit». 4 Bde. Leipzig 1931 — 1936, ND Frauenfeld 1979 bis 1981). Das Volk, das diesen Kalender entwickelt hat, soll aufgrund von Klimaveränder…
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