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Your search for 'dc_creator:( "J. Hönscheid" ) OR dc_contributor:( "J. Hönscheid" )' returned 95 results. Modify search

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Horatius Flaccus, Quintus

(531 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 8. 12. 65 v. Chr. in Venusia, 27. 11. 8 v. Chr. in Rom, röm. Dichter und Lit.theoretiker. Die Ausbildung in Rom und Athen wird durch Teilnahme am Bürgerkrieg abgebrochen. Broterwerb als scriba. 37 oder 38 Beginn der Freundschaft mit dem Literaturförderer Maecenas, der die Begegnung mit Octavian vermittelt. Werke: Satiren (sermones) ab 41/40–30; gleichzeitig Arbeit an den Epoden (iambi; seit bald nach 40–ca. 30). Ab ca. 30–23 wendet sich H. zunächst der Lyrik zu: Oden (carmina [Buch IV aus späterer Zeit: 14/13 vollendet]). Ab 23 zwei Bücher de…

Loccumer Richtlinien

(293 words)

Author(s): J. Hönscheid
im wesentlichen Regeln für die Transkription hebräischer und griech. biblischerOrts- und Personennamen als Voraussetzung und Hilfsmittel für die Herausgabe Ökumenischer Bibelübersetzungen. Darüber hinaus sollen sie «dazu beitragen, daß Verlage, die biblische Lit. herausbringen, sowie christliche Zeitschriftenverlage zu einer gemeinsamen Schreibweise biblischer Eigennamen im dt. Sprachraum kommen» (L. R. 2. AufL, S. 16). Die Namen sind in einem Namensverz. zusammengestellt, zus. mit biblischen Mo…

Holek, Wenzel

(355 words)

Author(s): J. Hönscheid
*20.1.1864 in Schönhof/Nordböhmen, † 2. 1. 1935 in Berlin, Sohn eines deutsch-tschechischen Wanderarbeiters. Nach nur sporadisch ermöglichtem Schulbesuch und unter schwierigen sozialen Bedingungen selbst als Wanderarbeiter lebend suchte H. Anschluß an den Sozialismus und erlangte eine führende Stellung in der tschechischen Arbeiterbewegung Nordböhmens. Nebenamtlich war er vorübergehend in einem Arbeiter-Leseverein tätig. Seit 1904 lebte H. in Dresden, wo er dem Pädagogen Theodor Greyerz, der die…

Katechismus

(641 words)

Author(s): J. Hönscheid
(zu griech. ῖϰɑτηχεῖυ unterrichten, lat. catechizare), ursprünglich Bezeichnung für den mündlichen Taufunterricht (bei der Kindertaufe vor allem: Befragung und Antworten der Paten vor dem Taufakt und 187 den nachgeholten Taufunterricht) sowie für dessen Stoff, dann für das diesen Stoff enthaltende Buch (häufig in Frage–Antwort–Form, bisweilen mit Holzschnitten versehen oder auch als Bilderk.). Als Buchtitel ist der Ausdruck für einen evangelischen K. zuerst 1528 von A. Althamer gebraucht, für eine…

Karthago

(351 words)

Author(s): J. Hönscheid
im 9-/8. Jh. v. Chr. von Tyrus aus an der Nordspitze Afrikas gegründet. Das phönizische K. kam 146 v. Chr. nach Eroberung und Zerstörung der Stadt unter röm. Herrschaft. Unter Caesar und Augustus wurde die Stadt neu gegr. und ausgebaut. Ihre monumentalen Teile wurden unter Antoninus Pius (138 – 161) durch Feuer zerstört, der Wiederaufbau gefördert. Seit der zweiten Hälfte des 2. Jh.s n. Chr. ist das Christentum im Gebiet von K. bezeugt. Als einer der frühen Vertreter christlicher Latinität wirkt…

Flacius Illyricus, Matthias

(374 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 3. 3. 1520 in Albona (Istrien daher Illyricus), †11. 3. 1575 in Frankfurt am Main (Name latinisiert aus Vlacic alias Frankovic), Haupt der Gnesiolutheraner, die sich mit dem Anspruch, echte Nachfolger Luthers zu sein, vornehmlich gegen Melanchthon und seine Anhänger wandten. Nach humanistischer Erziehung in Venedig (J. B. Egnatius) kam F. 1541 nach Wittenberg, wo er Anhänger der Reformatoren wurde. 1544 dort Professor für Hebräisch. 1549–1557 hauptsächlich in Magdeburg, wo er im Buchhandel arb…

Kaiser–Wilhelm–Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften

(371 words)

Author(s): J. Hönscheid
am n. 1. 1911 anläßlich der Hundertjahrfeier der Berliner Univ. gegr., nach Aufnahme von Plänen F. Althoffs vornehmlich durch F. Schmidt–Ott und A. von Harnack (Gründungsdenkschrift vom 21. 11. 1909 von Harnack). Sie beruhte auf dem Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und Staat mit der Aufgabe, die Wissenschaft insbes. durch Gründung und Erhaltung naturwiss. Forschungsinstitute zu fordern (§ 1 der Satzung), in denen Forscher grundsätzlich vom Lehrbetrieb entlastet und von der haushaltsmä…

Humanismus

(1,187 words)

Author(s): J. Hönscheid
Eine genaue Bestimmung des komplexen, akzentreichen Phänomens H. (das Wort wurde 1808 von dem dt. Pädagogen F. J. Niethammer im Sinne eines Bildungsprogramms geprägt, abgeleitet von lat. humanista, das in die Renaissance zurückreicht, 1859 von G. Voigt erstmals als Epochenbezeichnung verwendet) ist schwierig. Versteht man unter Renaissance «etwa den Zeitraum zwischen 1300 und 1600» (Kristeller), bezeichnet der Renaissance-H. eine historische Bewegung, ein Kultur- und Bildungsprogramm, das, vom L…

Symmachus, Quintus Aurelius

(329 words)

Author(s): J. Hönscheid
(ca. 345–402), röm. Politiker und Redner, als Wortführer des Adels Repräsentant des untergehenden Heidentums in der christli-chen Spätantike. Seine Verteidigung der altröm. Religion brachte ihn in Konflikt mit dem Bischof Ambrosius. Während von seinen Reden nur Fragmente in einem Bobiensis rescriptus aus dem 6. Jh. erhalten sind (die S. betreffenden Seiten befinden sich in Mailand [Ambrosianus E 147 inf.] und Rom [Vaticanus Lat. 5750]) ist der größte Teil seiner Briefe in einer postum von seinem Sohn edierten Sammlung in mehr…

Kollationsvermerk

(63 words)

Author(s): J. Honscheid
Bestandteil der Einheitsaufnahme nach den Regeln fur die Alphabetische Katalogisie-rung (RAK). Hierzu gehoren: 1. Umfangsangabe, 2. Illu-strationsangabe, 3. Angabe von Begleitmaterial. Die Ein-zelheiten regeln die §§ 150-153 der RAK-WB bzw. RAK-OB. In den PreuBischen Instraktionen kommt der K. (dort Kollation genannt) expressis verbis nur in der Anlage IV (Anleitung zur ausfiihrlichen Beschreibung der Wiegendrucke) als Teil der Beschreibung vor. J. Honscheid

Luther, Martin

(1,183 words)

Author(s): J. Hönscheid
10. 11. 1483 in Eisleben, 18. 2. 1546 ebd., Theologe, Reformator. Kurz nach Abschluß des Studiums der Artes hberales in Erfurt (Magister artium 1505) trat er ins Kloster der Augustiner–Eremiten ein. Nach Priesterweihe (1507) und Studium der Theologie (1507—1509) lehrte er in Wittenberg und Erfurt. In dieser Zeit beginnt der wachsende Einfluß Augustins auf die Ausbildung seiner Theologie. 1512 übernahm er die Bibelprofessur (Lectura in Biblia), ein Amt, das er bis an sein Lebensende ausübte. Von …

Kallimachos von Kyrene

(889 words)

Author(s): J. Hönscheid
(ca. 305-ca. 240 v. Chr.), hellenistischer Dichter, Gelehrter und Bibliothekar. Schon als ganz junger Mann kam er an den alexandrini-schen Hof (Alexandria), wo er der anerkannteste Hofdichter der Ptolemäer (Herter) wurde. Noch unter Zenodot begann er seine Arbeit in der Bibl, des Museion. Viel diskutiert wurde die Frage, ob K. als Nachfolger des Zenodot die Leitung der Bibl, übertragen bekam. Nach dem Fund des Oxyrhynchos-Papyrus 1241, der in einer Liste der Bibliotheksvorsteher des Museion K. n…

Gymnasion

(171 words)

Author(s): J. Hönscheid
öffentliche griech. Stätte der Körperertüchtigung mit Kultstätte, seit dem 4. Jh. v. Chr. auch Bildungsinstitution, die sich in hellenistischer Zeit zu einer Art Univ. entwickelte; Treffpunkt der Gebildeten. Hier wurden Unterrichtsstunden, Vorträge und Vorlesungen gehalten, und hier sind wohl auch regelmäßig Bibl.en untergebracht gewesen. Im 4. Jh. v. Chr. haben Philosophenschulen sich in den außerhalb Athens liegenden Gymnasien der Akademie, des Lykeion und des Kynosarges angesiedelt, später ei…

Hermes Trismegistos

(88 words)

Author(s): J. Hönscheid
der «dreimalgrößte Hermes», Name eines synkretistischen Gottes aus hellenistischer Zeit, der wohl in Ägypten durch Gleichsetzung des ägyptischen Gottes Thot (u. a. Gott der Schrift und der Bibliotheken) mit dem griechischen Gott Hermes (beide Künder der Weisheit) entstand. Religiöse Gruppen, die H. T. als Offenbarer verehrten, haben ihm ihre Offenbarungsliteratur, die «hermetischen Schriften» zugeschrieben. J. Hönscheid Bibliography Pauly-Wissowa Bd. 8, Sp. 792f. Der kleine Pauly. Bd. 2. Stuttgart 1967, Sp. 1069–1076 Muth, R.: Einführung in die griechische und römis…

Macrobius, Aurelius Ambrosius Theodosius

(388 words)

Author(s): J. Hönscheid
(Anfang 5.Jh.), röm. Schriftsteller, wohl aus Afrika stammend. M. war wahrscheinlich Prätorianerpräfekt von Italien i.J. 430. Der Dichter Avianus widmete ihm seine Fabeln. Von seinen Werken sind erhalten: 1. De differentiis et societatibus Graeci Latinique verbi (wahrscheinlich vor 430), eine Abh. über das griech. und lat. Verb, die nur in Fragmenten erhalten ist. 2. Commentarii in somnium Scipionis (vermutlich um 430), ein Kommentar zum Schlußteil von Ciceros Werk De república, der sonst nur fragmentarisch in einem P…

Gnostische Schriften

(520 words)

Author(s): J. Hönscheid
Von der umfangreichen gnostischen Lit. waren bis Mitte des 19. Jh.s, abgesehen von neutestamentlichen Apokryphen und diesen verwandten Schriften, nur Berichte und Fragmente bei den Kirchenvätern bekannt (Auswahl in: Quellen zur Gesch. der christlichen Gnosis. Hrsg, von W. Völker. Tübingen 1932). Seit der 2. Hälfte des 19. Jh.s wurden g. S. in koptischer Überlieferung veröff.: 1. aus dem Codex Askewianus (Vorbesitzer A. Askew jetzt British Library MS. Add. 5114) eine Gruppe von Schriften, bekannt…

Mabillon, Jean

(764 words)

Author(s): J. Hönscheid
*23. 11. 1632 in Pierremont, Champagne, 27.12.1707 in Paris, franz. Benediktiner der Kongregation der Mauriner, Begründer der Diplomatik und (neben B. de Montfaucon) der Z Paläographie. M. verbrachte den größten Teil seines Lebens im Kloster von St.-Germain-des Prés (Paris), dem wiss. Mittelpunkt der Mauriner. Hier wurde er bei seinem Eintritt (1664) dem Bibliothekar J. L. d' Achéry als Assistent zugewiesen. Zahlreiche Reisen unternahm er von hier aus, um Hss. und Dokumente vor allem in Klosterb…

Zürcher Bibel

(428 words)

Author(s): J. Hönscheid
auf die Zürcher Reformation zurückgehende dt. Bibelübersetzung. Nachdem seit 1522 die Baseler Drucker Adam Petri und Thomas Wolff sprachlich und sachlich leicht überarbeitete (seit 1523 mit einem Glossar für im Alemannischen ungebräuchliche Wörter und einem Perikopenverz. versehene) ND von Luthers Septembertestament und seiner bis zu dem Zeitpunkt fertigen Teile des AT (Genesis bis Hoheslied) vorgelegt hatten, ersch. ab 1524 in Zürich das NT und ab 1525 die bisher veröff. Teile des AT der Luther…

Kebes von Theben

(474 words)

Author(s): J. Hönscheid
Schüler des Pythagoreers Philolaos und des Sokrates. Ihm wird (Diogenes Laertios III 125) fälschlich die aus der Kaiserzeit (1. Jh. n. Chr.?) stammende Schrift πίναξ zugeschrieben (Kέβητοςπίναξ, Cebetis Tabula, Kebes' Gemälde), ein populär–philosophischer Dialog, der in Form einer Gemäldebeschreibung eine allegorische Schilderung des Lebens und der Lebenswege gibt: Ein in einem Kronosheiligtum aufgestelltes figurenreiches, schwer verständliches Gemälde, das Weihegeschenk eines Pythagoreers, wird von einem alten Mann erkl…

Konstantin der Große

(361 words)

Author(s): J. Hönscheid
* um 285 in Naissus (Nisch), 337 bei Nikomedia, erster röm. Kaiser, der sich als Christ verstand. 306 Caesar, 312 nach der Schlacht vor Rom an der Milvischen Brücke Herrscher über den Westen, 324 — 337 Alleinherrscher. Er einte das Reich nach innen, sicherte es nach außen und führte ein großes Reformwerk durch auf einer durch das Christentum gewonnenen neuen Grundlage: Das Ereignis von 312 bzw. Konstantins Wirken nach 324 — von der Kirchengeschichtsschreibung i. d. R. als «Konstantinische Wende»…

Heilige Bücher, heilige Schriften

(353 words)

Author(s): J. Hönscheid
religionswiss. Bezeichnung für Texte, die i. d. R. in Form einer Schriftenrolle oder eines Codex kanonisierte Urkunden mit normativem Charakter enthalten. Da es kein Einzelmerkmal gibt, das auf alle als h. B. angesehenen Texte ausnahmslos zutrifft, ist eine genaue Definition schwierig. Zu den h. B.n gehören vor allem Ritualbücher, aber auch in Religionen, in denen der Kultus nicht im Zentrum steht, gibt es h. B. Besonders in den Buchreligionen, in denen das Buch zentrale Bedeutung hat, das im Go…

Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur (TU)

(242 words)

Author(s): J. Hönscheid
1882 von O. von Gebhardt und A. Harnack begründete Schriftenreihe, 1897 als «Neue Folge» mit dem Zusatz zum Sachtitel «Archiv für die von der Kirchenväter-Commission der Kgl. Preußischen Akad. d. Wiss. unternommene Ausgabe der älteren christlichen Schriftsteller» der Ausg. der Griech. Christlichen Schriftsteller (GCS) angegliedert. Deren erster Bd. (Hippolyt: Werke. Bd. 1. Leipzig 1897) weist im Vorwort erstmals auf die Neue Folge der TU als Archiv der Kirchenväterausg. hin. Hierdurch konnten di…

Heiligenlegenden

(634 words)

Author(s): J. Hönscheid
Christliche Heiligenverehrung begann in der Form des Märtyrerkultes. Entsprechend stellt das Schrifttum über die Märtyrer (Märtyrerakten; seit dem 4. Jh. als biographische Legenden) den ersten Schritt zu den H. dar. Aber auch die apokryphen Apostelgeschichten (Apokryphen) gingen – im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Heiligenkultes – in die Gattung der H. über. Im einzelnen nicht immer leicht festzustellende (gegenseitige) Beeinflussungen liegen auch vor bei den Bischofsviten und vor allem de…

Kernstellen

(182 words)

Author(s): J. Hönscheid
zur Unterstreichung ihrer Bedeutung typographisch oder durch Zeichen herausgehobene Stellen in Büchern, vor allem in der Lutherbibel. Hier wurden sie in ersten Ansätzen seit 1529 (Die Weisheit Salomonis. Wittenberg: Hans Lufft) durch Luther selbst schon bezeichnet und in späteren Drucken ausgeweitet. Indem Luther durch Versalien oder auf andere Weise einzelne Wörter, Wortgruppen oder Sätze von besonderem theologischen Gewicht, die auf das heilschaffende Wort Gottes hinweisen, hervorhob, versah er seine Übers, mit einer Anleitung zum richtigen Lesen und Vers…

Evangeliar

(294 words)

Author(s): J. Hönscheid
Hs. (oder Druck) mit dem vollst. Text der vier kanonischen Evangelien (KanonEvangelium), im Unterschied zum Evangelistar, das nur die Texte für die liturgischen Lesungen (Perikope) enthält. Vor allem in älterer Zeit wurden E. und Evangelistar nicht immer terminologisch unterschieden (lat. evangeliarium, evangelium plenum und evangelistarium im MA z. T. synonym). I. d. R. sind einleitende Stücke beigegeben: Kanontafeln, oft mit dem diese erläuternden Brief des Eusebios von Caesarea an Karpianos, …

Evangelium

(353 words)

Author(s): J. Hönscheid
griech. εύαγγέλιου (gute Botschaft). Wort schon vorchristlich, auch im sakralen Sinn (Kaiserkult). Im NT immer «Botschaft, Verkündigung» als die eine Heilsbotschaft (daher nie Plural). E. als Evangelienbuch (entsprechend Gebrauch im Plural) erst ab 2. Jh. außerhalb des NT (Markus 1,1 noch nicht im technischen Sinn). Bei den kanonischen Evangelien (Kanon, Apokryphen) führte die weitgehende Übereinstimmung von Matthäus, Markus, Lukas (Synoptiker, Synopse) im Unterschied zu Johannes zur synoptischen…

Gnomon

(264 words)

Author(s): J. Hönscheid
(γνώuων = Anzeiger). 1. Titel eines altertumswissenschaftl. Rezensionsorgans: «Kritische Zs. für die klassische Altertumswissenschaft», in jährlich acht Heften mit regelmäßigem Nachrichtenteil. Begründet 1925, erschien der G. bis Bd. 20. 1944 bei Weidmann, Berlin, seit Bd. 21 bei C. H. Beck, München. Seit Beginn erscheint zwei- bis sechsmal, seit Bd. 21. 1949 in der Regel viermal jährlich eine «Bibliographische Beilage», die selbständig (mit Preisangabe) und unselbständig erschienene Lit. anzeigt, und …

Tischendorf, Lobegott Friedrich Constantin

(344 words)

Author(s): J. Hönscheid
(seit 1869: von) * 18. 1. 1815 in Lengenfeld (Vogtland), † 7. 12. 1874 in Leipzig, evangelischer Theologe und Hss.forscher. Nach Studium der Theologie (1834–1838) und Habilitation (1840) in Leipzig wurde er ebd. 1845 zum außerordentlichen Professor, 1851 zum ordentlichen Honorarprofessor, 1860 zum ordentlichen Professor ernannt. Mit seiner eigenen Bestimmung seiner «Lebensaufgabe» als «das Ringen um die ursprüngliche Gestalt des Neuen Testaments» ist der Leitfaden für seine wiss. Leistungen gege…

Septuaginta

(631 words)

Author(s): J. Hönscheid
(lat. = siebzig), heilige Schrift des griechischsprechenden Diasporajudentums und der frühen Christen, AT der griech. Kirche. Einen genauen Bericht (διη´γησις) über die Entste-hung der S. will der wohl aus dem Ende des 2. Jh.s v. Chr. stammende pseudepigraphische Aristeasbrief geben: Auf Veranlassung des ägyptischen Königs Ptolemaios II. Philadelphos († 246 v. Chr.) sei die jüdische Tora, der Pentateuch, von 72 Jerusalemer Gelehrten («aus jedem Stamm sechs»; andere Überlieferungen sprechen von 70 [wahrscheinlich n…

Losungen

(436 words)

Author(s): J. Hönscheid
(«Die täglichen Losungen und Lehrtexte der Brüdergemeine»), Andachtsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine, einer kleinen, auf N. L. Graf von Zinzendorf (1700 bis 1760) zurückgehenden Freikirche, die mit diesem Buch, das in 40 Sprachen (1994) erscheint (Gesamt- aufl. 1,6 Mio. Ex., davon 1,2 Mio. in dt. Sprache), weit über ihre Grenzen hinaus wirkt. Am 3. 5. 1728 gab Zinzendorf seiner Gemeinde eine aus einer Verszeile bestehende Tagesparole mit «als Losung für den künftigen Tag». Daraus entwickelte sich schließlich 1731 das erste gedr. Losungsbuch: «E…

Kleine Texte

(111 words)

Author(s): J. Hönscheid
für (H. 2 u. ö.: theologische und philologische) Vorlesungen und Übungen, von Hans Lietzmann (1875—1942) i.J. 1902 begründete und hrsg. (seit 1940 von Kurt Aland) Textreihe für den akademischen Unter-N richt. Zunächst für Theologen bestimmt, nahm die Reihe seit 1905 auch Texte zur klassischen Philologie, später auch aus anderen Geisteswissenschaften auf. Doch blieben die klassische Philologie und die Theologie Schwerpunkte. Von Anfang an waren führende Gelehrte (z. B. Adolf v. Harnack und Ulrich v. Wilamowitz-Moellendorff) unter den Herausgebern. J. Hönscheid Bibliography Li…

Kollationieren

(325 words)

Author(s): J. Honscheid
(von lat. conferre zusammentragen, ver-gleichen; Substantiv: collatio). 1. Als editionstechnische Bezeichnung: systematische Vergleichung der Hss. eines Textes (nach dem Original oder meistens nach Photographien oder Mikrofilm) zur Ermittlung verschiedener Lesarten, die von einem Ver-gleichsex. abweichen. Sie werden in das Vergleichsex. (meist ein - moglichst durchschossener - gedr. Text) eingetragen bzw. nach dem Vergleichstext erfaBt. Ziel ist die Ermittlung der Abhangigkeitsverhaltnisse der hs.' Uberlieferung, die - wenn moglich - in einem A Stem-ma dargestellt…

Gesner, Johann Matthia

(344 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 9. 4. 1691 in Roth an der Rednitz, † 3. 8. 1761 in Göttingen, Klassischer Philologe, Pädagoge und Bibliothekar. Nach Studium in Jena Konrektor in Weimar 1715–1729, daneben Verwalter der herzoglichen Bibl, und Münzsammlung. Nach kurzer Tätigkeit als Rektor in Ansbach 1730 Rektor der Thomasschule in Leipzig, wo er mit Johann Sebastian Bach in Verbindung stand. 1734 Ruf als Professor der Poesie und Beredsamkeit an die neue Univ. Göttingen. Hier war G. der erste Leiter der UB (1734–1761), gründete…

Julius Africanus, Sextus

(378 words)

Author(s): J. Hönscheid
* um 170 in Jerusalem, † nach 240, Chronograph, Enzyklopädist, Bibliothekar. In einer synkretistischen Atmosphäre aufgewachsen, war J. Christ, wenn man auch stark nachhelfen muß, um seine Kirchlichkeit sicherzustellen (W. Bauer). Eine Zeitlang hielt er sich in Edessa auf, wo er Kontakt zum christlichen Herrscherhaus hatte und den Gnostiker Bar – desanes kennenlernte. Nach Aufenthalten in Emmaus in Palästina und Alexandrien, wo er Heraklas hörte und mit Origenes persönlich bekannt wurde, richtete…

Religionsgeschichtliche Volksbücher

(218 words)

Author(s): J. Hönscheid
(anfangs: ... für die dt. christliche Gegenwart), Serie, welche die Forschungen der «Religionsgeschichtlichen Schule», eines Ende des 19. Jh.s entstandenen Kreises von evangelischen Theologen, welche die religionsgeschichtliche Betrachtung der jüdisch–christlichen Überlieferung in den Vordergrund stellten, in allgemeinverständlicher Form verbreitete. Seit 1904 im Verlag Gebauer–Schwetschke in Halle an der Saale ersch., wurden sie seit 1906 vom Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) übernommen. Die …

Telephos von Pergamon

(168 words)

Author(s): J. Hönscheid
griech. Grammatiker (2. Jh n. Chr.), dessen umfangreiches schriftstellerisches Werk nicht erhalten ist. Ein Verz. seiner Schriften gibt die Suda, ein byzantinisches Lexikon aus dem 10. Jahrhundert. T. verfaßte u. a. eine Einführung in die Philologie «Πóσα χϱή είδέναι τòν γϱαμματιϰóν« (Titel unsicher), eine kritische Bücherkunde in drei Büchern (Bιβιoθηϰη έμπειϱία), die der Anschaffung werte Bücher nachweist, lexikalische Werke: ein Synonymenlexikon(Ωϰυτó-ϰιoν) und ein alphabetisch geordnetes Onomastikon über die Benennung der Kleidungsstücke und anderer …

Theologische Literaturzeitung (ThLZ)

(510 words)

Author(s): J. Hönscheid
seit Jg. 64. 1939 mit Zusatz: Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft, 1876 von Emil Schürer (1844–1910) und Adolf Harnack begründet. Die Gründung bezweckte in einer Zeit des Aufschwungs durch die Theologie Albrecht Ritschls, die wiss. Kräfte des dt. Protestantismus aus allen Lagern zusammenzufassen und die theologische Arbeit unter strenge historischkritische Beurteilung zu stellen. In den ersten Jahrzehnten war die ThLZ fast ausschließ-lich Rezensionsorgan, das daneben einen – teilweise annotierten – bibliographi…

Longinos (Pseudo–Longinos)

(233 words)

Author(s): J. Hönscheid
angeblicher Verf. der Schrift 7t8Ql O\|/ouq (de sublimitate, vom Erhabenen) sowie verlorener Werke über Xenophon und über die Synthesis (Wort– und Satzfiigung). Das anonym überlieferte Werk 7tSQi U\|/OUq, «das schonste stilkritische Buch der Griechen» (Wilamowitz), tragt seit dem MA die Zuschreibung AiovuctIoo Aoyyivou (von Dionysios L.) bzw. Aiovucnou t) Aoyyivou (von Dionysios oderL.). Entdeckt wurde 7tSQi uyouq erst durch die Humanisten (Humanismus), welche die Schrift edierten und übersetzten. Wirksam wurde sie vor allem in der franz. Hochklas…

Hermann, Johann Gottfried Jakob

(190 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 28.. 11. 1772 in Leipzig, † 31. 12. 1848 ebd., klassischer Philologe, Vertreter einer grammatisch-kritischen Auffassung der Philologie. Nach Studium in Leipzig und Jena 1794 Habilitation für klassische Philologie in Leipzig, dort seit 1797 ordentlicher Professor, von 1801 bis 1803 auch Bibliothekar der UB Leipzig. H. leistete bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Metrik und Grammatik, beides wirkte sich in der Textkritik und Erklärung griech. Dichter aus und führte zu zahlreichen Editionen. …

Gebhardt, Oskar Leopold von

(331 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 22. 6. 1844 in Wesenberg (Estland), †9* 5* 1906 in Leipzig, Theologe und Bibliothekar. Studium der Theologie; seit 1875 im Bibl.dienst: 1875 Volontär UB Straßburg, im selben Jahr Assistent UB Leipzig, 1876 Kustos UB Halle, dort Unterbibliothekar 1877. 1880 Versetzung nach Göttingen, 1886 Bibliothekar an der Kgl. Bibl. Berlin, dort seit 1891 Direktor der Druckschriftenabteilung. Seit 1893 leitete er die UB Leipzig, wo er sich der Neuorganisation der Bibl, widmete (zweckmäßige Verwaltung, Lük-ke…

Lykeion

(408 words)

Author(s): J. Hönscheid
wohl in perikleischer Zeit errichtetes offentli-ches Gymnasion im Gelande des Heiligtums des Apollon Lykeios im Nordosten Athens, seit 335/334 v. Chr. Forschungs- und Lehrstatte vor allem des Aristoteles und seiner Schuler. Wenn auch nicht de iure - er konnte als Fremder kein Grundstiick erwerben -, so hat Aristoteles doch faktisch hier eine Schule begriindet, die sich zu einer Art Univ. entwickelte. Spater (zuerst bei Clemens Alexandrinus) wurde L. auch als Bezeichnung fiir diese Schule verwandt als Synonym zu Peripatos. Im L. befand sich wohl auch die Bibl. des Aristotel…

Kerntitel

(167 words)

Author(s): J. Hönscheid
Einzeltitel eines Kern – oder Grundbestandes einer Bibl., hinsichtlich des Zweckes der Slg. unbedingt erforderlich, oft durch Staffelung hervorgehoben, bzw. Einzeltitel eines Kern – oder Grundbestandskatalogs. Es handelt sich somit um einen funktionalen, nicht formalen Begriff. In wiss. Bibl.en können K. durch Benutzerforschung ermittelt werden und durch die Analyse der Zitierhäufigkeit, bes. bei Zss.titeln. K. sind – im Unterschied zu Titeln des Ausbaubestandes — bes. stark dem Verschleiß ausge…

Kußstelle

(215 words)

Author(s): J. Hönscheid
Der Kuß hat als Zeichen der Ehrfurcht und Verehrung seit früher Zeit seinen Platz im christlichen Gottesdienst. Er gilt Personen (Friedenskuß) und Sachen (z.B. Altar, Büchern). Bei den Büchern gilt der Kuß vor allem dem Evangelienbuch (Evangeliar, Evangelistar) bzw. dem Missale. Vielfach ist die K. nicht näher bezeichnet (doch durch Schmutzstellen häufig sichtbar); bisweilen findet sich jedoch an verschiedenen Stellen, insbes. des Canon missae, eine Kennzeichnung, so vor allem an seinem Anfang (…

Herculaneum

(444 words)

Author(s): J. Hönscheid
Küstenstadt am Golf von Neapel, 63 n. Chr. durch Erdbeben zerstört, 79 durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet. In die Jahre 1752–1754 fallen die wichtigsten Papyrusfunde (insgesamt 1826 Stücke, die zu ca. 800 Rollen gehören), die bei Nachforschungen, die Karl III. von Bourbon durch Militäringenieure vornehmen ließ, im Nordwesten der Stadt in der sog. Villa dei Pisoni gemacht wurden. Da die Arbeiten laienhaft ausgeführt und die freigelegten Räume anschließend wieder zugeschüttet wurden, bleibe…

Kosmas Indikopleustes

(254 words)

Author(s): J. Hönscheid
(d.h. der Indienfahrer), ein wahrscheinlich nestorianischer Kaufmann aus Ägypten, der Ostafrika, Arabien, aber wohl nicht Indien und Ceylon bereiste und (als Mönch) um 550 wahrscheinlich anonym (der Name K. I. erst in Hss. des n.Jh.s) die Χριστιανική τοπογραφία (Christliche Topographie) verfaßte, in der er die ptolemäische Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde mit seiner Bibelexegese und seiner persönlichen Erfahrung bekämpft. Das Werk bringt wertvolle Beschreibungen der bereisten Länder sow…

Theologische Revue (ThRv)

(250 words)

Author(s): J. Hönscheid
1902 von Franz Diekamp (1864–1943) begründete Zs. Vorbild war das 1866–1877 in Verbindung mit der katholisch-theologischen Fakultät zu Bonn ersch. «Theologische Literaturbl.» und wohl auch die konfessionell anders ausgerichtete «Theologische Literaturzeitung». Hrsg. wurde die ThRv bis Jg. 43. 1944 von Mitgliedern der katholischtheologischen Fakultät zu Münster, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Herausgabe übernahm. 1944 hatte die Zs. nach drei Heften ihr Erscheinen kriegsbedingt einstellen müss…

Schröder, Rudolf Alexander

(422 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 26. 1. 1878 in Bremen, † 22. 8. 1962 in Bad Wiessee, Dichter, Übers., Bibliophile. S. studierte ab 1897 in München Architektur, Musik und Kunstgeschichte. Schon 1899 rief er – zus. mit Otto Julius Bierbaum und Adolf Walter Heymel – die Monatsschrift «Die Insel» ins Leben, aus der 1901 der Insel Verlag hervorging. Er gab die Anregung zur Einrichtung der Bremer Presse (1911–1939) und war deren Mitbegründer. Längere Zeit war S., der 1905–1908 in Berlin, dann in Bremen lebte, bevor er 1936 nach Be…

Lutherbibel

(1,698 words)

Author(s): J. Hönscheid
Übers.Der Bibeldurch Martin Luther. 1. Aus Luthers neuem theologis chen Verständnis von Sinn und Autorität der Bibel folgt seine Bemühung um die Realisierung seiner Erkenntnis in der Kirche, vor allem durch die Ende 1521 aufgenommene Arbeit an der Übers, der Bibel, zunächst des NT. Gut vorbereitet durch eine auf der Vulgata beruhende intensive Bibelkenntnis, aber auch durch seine Kenntnis der hebräischen und griech. Sprache, nutzte er, nachdem er schon seit 1517 einzelne Texte der Bibel ins Dt. …

Evangelistar

(161 words)

Author(s): J. Hönscheid
Hs. (oder Druck) mit dem Text der Evangelienperikopen (Perikope) für die gottesdienstliche Lesung, zu unterscheiden von Evangeliar. Die Perikopen erscheinen im E. (lat. liber evangeliorum oder evangelium per circulum anni sumptum ex libro comitis, libellus evangeliorum, ordo evangeliorum) in der Reihenfolge des Kirchenjahres – wie in der Evangelienliste (capitulare evangeliorum) –; doch ist zu differenzieren, ob die Sonntage (Temporale) und die Heiligenfeste (Sanctorale) getrennt oder ineinander…

Hermippos von Smyrna

(194 words)

Author(s): J. Hönscheid
(2. Hälfte des 3. Jh.s v. Chr.), Literarhistoriker und Biograph, Schüler des Kallimachos, setzte die lit. und biographischen Werke der Peripatetiker fort und wurde einer der Hauptvertreter alexandrinischer Vitenschriftstellerei. Vermutlich war er in der Bibl. des Museion Mitarbeiter des Kallimachos bei der Erstellung der πίναϰες (pinax), deren Material er für seine Lebensbeschreibungen (in Autorengruppen gegliedert, falls es sich um ein einheitliches Werk handelte) verwertete. Diesem Werk waren Dokumente beigegeben: So geht der Kat. der W…

Lucullus, L (ucius) Licinius

(267 words)

Author(s): J. Hönscheid
(ca. 117 — ca. 56 v. Chr.), röm. Feldherr, 74 Konsul, Liebhaber von Lit. und Kunst, «der ein sehr achtbares militärisches Talent mit gründlicher lit. Bildung und schriftstellerischen Neigungen vereinigte» (T. Mommsen), berühmt wegen seines Hangs zum Luxus, dem er als einer der reichsten Männer Roms frönen konnte. Aus dem Dritten Mithridatischen Krieg (74 — 64) brachte er, neben weiteren Schätzen, nach dem Vorbild des Aemilius Paullus und – Sullas die Bibl, des Königs Mithridates VI., der über gr…

Hexapla

(252 words)

Author(s): J. Hönscheid
(griech. ἑξαπλᾶ sechsfach), das sechsspaltige AT des Orígenes. Um Klarheit zu schaffen über Wortlaut und Sinn des hebräischen Urtextes und sein Verhältnis zu der von den Christen gebrauchten Septuaginta, stellte Orígenes zwei Kolumnen des hebräischen Textes (in unvokalisierter hebräischer Schrift und in griech. Schrift zur Festlegung der Aussprache) und die vier griech. Übers, der Aquila, des Symmachos, der Septuaginta und des Theodotion nebeneinander. Für manche Bücher kamen weitere Übersetzunge…

Gregory, Caspar René

(262 words)

Author(s): J. Hönscheid
*6. 11. 1846 in Philadelphia, † 9. 4. 1917 in Neuchâtel-sur-Aisne (Frankreich), evangelischer Theologe, Handschriftenforscher. Nach Studium der Theologie an den beiden Seminaren der reformierten Presbyterianer in Philadelphia (1865–1867) und Princeton, New Jersey (1867–1873), wurde er durch den Neutestamentler Ezra Abbot für Fragen der Textkritik des NT interessiert und ging 1873 nach Leipzig, wo er die Arbeit von C. von Tischendorf fortsetzte. Er schrieb nach zahlreichen Bibliotheksreisen die l…

Kollema

(137 words)

Author(s): J Hönscheid
(griech. κολλημα; das, was zusammengekklebt ist, von κολλάω kleben), bezeichnet das einzelne Blatt bestand. So wurde aus Urkunden nach Bd. (τόμος) und Blatt (κολλημα) zitiert. Auch die Klebestellen werden in der Lit. häufig als K. bezeichnet (richtiger: kollesis [κολλησις]). Die einzelnen Bl. derselben Rolle konnten oft von unterschiedlicher Größe sein. Sie wurden so zusammengcklebt, d.h. die zum Schreiben besonders geeigneten, horizontal verlaufenden Fasern bildeten die Innenseite der Rolle (Recto), die Vertikalfasern die Außenseite (Verso), Papyrus Kollergänge, die …

Konkordienbuch

(318 words)

Author(s): J. Hönscheid
maßgebende, den kirchlich verbindlichen, aus der Bibel als Norm abgeleiteten Lehrbegriff enthaltende Slg. von Bekenntnissen und bekenntnisartigen Lehrschriften des Luthertums (corpus doctrinae), die nach langen Vorverhandlungen und einigen Vorstufen in ihrer Letztfassung in dt. Sprache 1580 im Druck erschien. Der unter dem Datum vom 25. 6. 1580 zum fünfzigjährigen Jubiläum des Augsburgischen Bekenntnisses (Confessio Augustana) in der Dresdener Offizin von Matthes Stöckel und Gimel Bergen crsch. …

Hieronymus, Sophronius Eusebius

(591 words)

Author(s): J. Hönscheid
(* ca. 347 in Stridon, † 30. 9. 420), Kirchenvater. Studienzeit in Rom, wo er u.a. Donat hörte, eifrig lat. Klassiker las und den Grundstock zu seiner bedeutenden Privatbibl, legte. Etwa 19jährig ließ er sich taufen. Für den Christen standen die antiken Klassiker nun im Dienste seines Bemühens um die Bibel. Nach längerer Zeit der Unstetigkeit und «geistlicher Bildungsreisen» (Campenhausen) ließ er sich 386 in Bethlehem nieder, wo er bis zu seinem Tode ein Kloster leitete. In seinem Werk wird er «zum Lehrer einer asketischen Bildung, zum Theologen der heiligen Schrift» (Campenhausen). …

Tertullianus, Septimius Florens

(566 words)

Author(s): J. Hönscheid
ca. 160 – nach 220 n. Chr., Kirchenvater, erster lat. schreibender christlicher Schriftsteller. Über sein Leben kann man nur spärliche Nachrichten aus seinen Werken und Angaben bei Eusebios und Hieronymus entnehmen. Er erhielt eine umfassende Bildung, wurde vor 197 Christ, lebte – wohl außer einiger Zeit in Rom – ständig in Karthago. Zwischen 203 und 207 wandte er sich der rigoristischen Bewegung des Montanismus zu. T. hatte umfassende Kenntnisse heidnischer und christlicher Lit. in griech. und lat. Sprache, die ihm wohl zu einem großen Teil in einer Privatbi…

Ueberweg, Friedrich

(359 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 22. 1. 1826 in Leichlingen, † 9. 6. 1871 in Königsberg, Philosoph. Nach Promotion in Halle 1850 und Habilitation in Bonn 1852 wurde U. 1862 außerordentlicher, 1868 ordentlicher Professor der Philosophie in Königsberg. U.s wichtigste Werke sind sein «System der Logik und Gesch. der logischen Lehren» (Bonn 1857, 3. Aufl. 1886; eine 4.Aufl. gab 1874 Jürgen Bona Meyer heraus) und sein «Grundriß der Gesch. der Philosophie». Diese Darstellung der Philosophiegesch. ersch. erstmals 1863 (Bd. 1 bereits ausgegeben im November 1862) bis …

Rörer, Georg

(295 words)

Author(s): J. Honscheid
*1. 10. 1492 in Deggendorf, Niederbayern, 24. 4. 1557 in Jena, evangelischer Theologe, Schüler und Mitarbeiter von Martin Luther. Durch seine Mitschriften, die er seit 1522 in einer eigenen dt. – lat. Kurzschrift mit genauen Datierungen anfertigte, hat R. nicht nur dazu beigetragen, Vorlesungen und Predigten Luthers zu erhalten, sondern auch Charakteristika seines Vorlesungs – und Predigtstils. Auch Predigten Johann Bugenhagens und Vorlesungen von Philipp Melanchthon schrieb er nach. Ferner fert…

Gellius

(321 words)

Author(s): J. Hönscheid
A(ulus; in Hss. oft Agellius durch Verbindung des Vornamens mit dem Gentilnamen), * um 130 n. Chr., vielleicht in Rom, wo er außer einem Studienaufenthalt in Athen sein Leben verbrachte. Sein Werk, die Noctes Atticae (Titel verweist auf den Beginn der Entstehung in Athen; praef. 4) in 20 Büchern (Anfang und Ende des Werkes sowie Buch VIII außer Inhaltsangabe und einem Fragment verloren), gibt zahlreiche Zitate in buntem Wechsel (Poikilographie) aus etwa 275 Autoren wieder – z. T. wohl aus Mittel…

Griechisches Buch

(634 words)

Author(s): J. Hönscheid
Die Entwicklung des g. B.es ist im wesentlichen durch die BeschreibstoffePapyrus und Pergament bestimmt, denen noch die Holz- und Wachstafel an die Seite trat (frühere Beschreibstoffe wie z. B. Bast und Leinwand sind zu vernachlässigen). In byzantinischer Zeit wurde das Papier wichtiger Beschreibstoff. Eine zweite — damit nicht ganz parallel laufende - Linie beruht auf der Entwicklung der Buchform von der Buchrolle zum Codex. Die Normalform des Papyrus ist die Rolle, doch haben sich die Christen offenbar von Anfang an des Papyrus in der …

Handreichung

(134 words)

Author(s): J. Hönscheid
Publikationsform. Das im ma. Ablaßformular im Sinne von materieller Gabe verwandte Wort H. (lat. manutentio) wurde von M. Luther in seiner Bibelübers. in mehr geistlicher Akzentuierung verwandt (z. B. Eph. 4, 16 für ἐπιχοϱηϒἱα). Im lit. Sinn als Titel eines Erbauungsbuchs wohl erstmalig gebraucht von Nicolaus Haas: «Sonderbare Handreichung zu dem Kirch-und Hauß-Gottesdienste, durch auserlesene Gebet Andachten», Bautzen 1713, dann mit dem 19. Jh. immer häufiger. Heute bezeichnet es i. d. R. eine kirchliche, besonders kirchenamtl…

Lactantius, L. Caecilius (in einigen Hss.: Caelius) Firmianus

(623 words)

Author(s): J. Hönscheid
(2. Hälfte 3. Jh. –1. Viertel 4. Jh.) Kirchenvater. Nachrichten über sein Leben verdanken wir fast ausschließlich den Angaben des Hieronymus in «De viris illustribus». Geboren in Nordafrika, wahrscheinlich Schüler des Rhetors Arnobius von Sicca, wurde L. durch den Kaiser Diokletian als Lehrer der lat. Rhetorik in die neue Residenzstadt Nikomedeia berufen, wo er kurz vor oder in der Verfolgungszeit Christ wurde. Hier war er wahrscheinlich Lehrer Konstantins des Großen, der ihn nach 312 zur Erziehung seines ältesten Sohnes nach Gallien, in die Umgebung von oder nach Trier berief. In s…

Logia Jesu

(381 words)

Author(s): J. Hönscheid
(Worte Jesu). Mit der Slg. von Worten und Reden Jesu beginnt die «'Literarisierung'» der Jesustradition» (Schneemelcher). Von den kanonischen Schriften (Kanon) des NT benutzten das Matthäus- und das Lukasevangelium eine hypothetisch erschlossene, ihnen wahrscheinlich schriftlich vorliegende Spruchquelle (Evangelium). Slg. von Herrenworten finden sich auch bei den Apostolischen Vätern und bei Häretikern. Daneben gibt es isolierte Worte, die Jesus in der Überlieferung zugeschrieben werden, die aber in den vier kanonischen Evangelien fehlen (Agrapha). Ist die von den b…

Librarius

(302 words)

Author(s): J. Hönscheid
(zu über Buch; Etymologie bei Hieronymus, Brief 8; im MA öfter aufgenommen) bezeichnet im klassischen Latein 1. seit Cicero den Schreiber oder Kopisten, der von einer Vorlage eine Abschrift anfertigte oder nach Diktat schrieb. (Zur Abgrenzung von antiquarius s. Isidor, Etymologiae 6.14.1). Die Bedeutung 2. Buchhändler bezeugt erstmals Catull (Carmen 14.17), seit Plinius (Briefe 1.2.6; 9.11.2) und Martial (4.72.2; 14.194.2) auch bibliopola. In diesem Sinne verwendet später das MA 1. einerseits sy…

Scholion

(340 words)

Author(s): J. Hönscheid
kurze Erklärung sprachlich oder inhaltlich schwieriger Textstellen am Rand einer Papyruskolumne oder einer Hss.seite. Ein S. besteht i.d.R. aus dem Lemma, einem aus dem Text wiederholten Wort oder Kolon, und der Erklärung. Das Lemma kann auch durch ein Verweisungszeichen ersetzt sein. Eine genaue Abgrenzung von Glosse einerseits und Kommentar andererseits ist oft schwierig. Scholion. Ausschnitt aus einem Papyrus-Fragment einer griechischen Odyssee-Handschrift. 2. Jh. n. Chr. Das griech. Wort σχόλιον - erstmals bei Cicero (Att. 16.7.3) – kommt als terminus techni…

Griechenland

(3,533 words)

Author(s): J. Hönscheid
Die wechselvolle Geschichte des griechischen Territoriums - antike Demokratien, Zugehörigkeit zum byzantinischen Reich, türkische Herrschaft, Königreich, selbständige Republik – erschwert eine einheitliche Darstellung. Verweisungen auf andere Artikel des Lexikons sind daher unvermeidbar. So sind das antike Buchwesen in G. in den Artikeln Griechisches Buch und Griechische Schrift, der griech. Buchhandel in der Antike in dem Artikel Buchhandelsgeschichte (Bd. 1, S. 610), die griech. antiken Biblio…

Vitruvius

(527 words)

Author(s): J. Hönscheid
(Praenomen unbekannt, Cognomen Pollio unsicher), 1. Jh. v. Chr., röm. Architekt, Ingenieur und Fachschriftsteller. Über sein Leben wissen wir nicht viel mehr als das, was er selbst in seinem Werk angibt. Für sein Architekturstudium erwarb er Kenntnisse von Lit. und enzyklopädische Bildung in allen Wissenszweigen. Diese Bildung ist grundlegend, denn das Wissen des Architekten umfaßt Theorie (ratiocinatio) und praktische, handwerkliche Befähigung (fabrica) (I 1). Sein dem Kaiser Augustus gewidmetes Werk «De architectura libri X» (Zehn Bücher über Architektur, …

Lehmann, Paul

(546 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 13.7.1884 in Braunschweig, 4. 1. 1964 in München, Mediävist, Hss.forscher, Bibl.historiker. Nach dem Studium (1903–1907) in Göttingen und hauptsächlich München, wo er Schüler des Philologen und Paläographen L. Traube war, habilitierte er sich 1911 in München für lat. Philologie des MA. Dort wurde er 1926 ordentlicher Professor. Seit seiner Diss. (Franciscus Modius als Hss.forscher. München 1908) und der Habilitationsschrift (Johannes Sichardus und die von ihm benützten Bibl.en und Hss. München 1911) verband L. Gelehrtengesch. mit der Gesch.…

Höherer Bibliotheksdienst

(996 words)

Author(s): J. Hönscheid
oberste Gruppe der Laufbahn des Bibliotheksdienstes; hierzu werden auch in vergleichbaren Vergütungsgruppen tätige Angestellte gezählt. 1. Geschichte. Gelehrte, Dichter (Dichterbibliothekare), Literaten finden sich als Bibliothekare in der Geschichte der Bibliotheken. UB wurden bis spät ins 19. Jh. von Professoren nebenamtlich verwaltet, in den letzten Jahrzehnten des 19.Jh.S auch hauptamtlich. Außer den Leitern waren auch oft weitere habilitierte Bibliothekare im Doppelamt tätig. Als sich im 19. Jh. auf der G…

Evangelienharmonie

(482 words)

Author(s): J. Hönscheid
Angesichts der Pluralität der Evangelien (Evangelium) versucht die E., den Inhalt der vier Evangelien unter weitgehender Beibehaltung ihres Wortlauts in i. d. R. fortlaufender Darstellung zu harmonisieren, und ist daher zu unterscheiden von Synopse, obwohl in älterer Zeit die Grenzen bisweilen fließend sind. Zugrunde liegt die Überzeugung von der allg. Übereinstimmung der Evangelien, wie sie historisch wirksam von Augustinus dargelegt wurde (De consensu evangelistarum, um 400). Älteste E., von d…

Spalatin, Georg

(418 words)

Author(s): J. Hönscheid
(eigentlich Georg Burckhardt [aus Spalt]), * 17. 1. 1484 in Spalt bei Nürnberg, † 16. 1. 1545 in Altenburg, dt. Humanist, Reformator, Bibliothekar. Nach Studium in Erfurt und Wittenberg als Schüler des Humanisten Nikolaus Marschalk, gehörte S. zum Erfurter Humanistenkreis um Mutianus Rufus. Durch diesen kam er nach Lehrtätigkeit im Kloster Georgenthal bei Gotha und nach der Priesterweihe 1508 als Erzieher an den Hof des sächsischen Kurfürsten Friedrich III. des Weisen († 1525). Dieser ernannte i…

Icones

(77 words)

Author(s): J. Hönscheid
lat. Form für griech. ɛἰxóvɛç, Plural von ɛἰxώv, Bild; gebraucht 1. als Titel für Drucke von meist älteren Slg. von Bildnissen, wie z. B. Icones illustrium aliquot veterum medicorum et philosophorum cum epigrammatibus J. Sambuci. Antwerpen: Plantin 1574, oder Icones plantarum medicinalium. Abb. von Arzneygewächsen. Centuria 1–6. 2. Aufl. Nürnberg 1784–1790; 2. bisweilen für Bildnisse, die erst von Bibl.en zu Slg. zusammengefaßt wurden; 3. als Klassenbeschreibung für Bildnissig, und Abbildungswerke in älteren Klassifikationen. J. Hönscheid

Zwingli, Ulrich

(567 words)

Author(s): J. Hönscheid
(Selbstbezeichnung Huldrych), * 1. 1. 1484 in Wildhaus (Toggenburg), † 11. 10. 1531 bei Kappel am Albis; Theologe, Reformator. Nach Studium in Wien und Basel (1498 - 1506), wo er den Buchdrucker Johann Froben kennenlernte, war er Pfarrer in Glarus (1506 - 1516), Einsiedeln (1516 - 1518) und am Groß-münster in Zürich (1519 - 1531). Bereits in Basel wirkten humanistische (Humanismus) Einflüsse auf ihn ein. Seit 1515 beschäftigte er sich intensiver mit Schriften des Erasmus, dem er 1516 persönlich begegnete. Von bes. Bedeutung für sein immer stärker auf…

Kyrieleis, Hermann

(399 words)

Author(s): J. Hönscheid
Kolonialwarenhändler, Fälscher von Lutherautographen. Trotz mangelhafter Schulbildung hat K. in den Jahren 1893 — 1896 «fabrikmäßig» (Hermann) mehr als neunzig Lutherautographen gefàlscht, indem er in Drucke des 15. und 16. Jh.s — meist lat. — Widmungen Luthers an seine Freunde eintrug, verbunden mit einem Spruch, einem Stück von einem Psalm oder von Liedstrophen, darunter mehrmals Luthers Lied «Ein feste Burg ist unser Gott». Vereinzelt finden sich solche Eintragungen auch in Büchern, die Luthe…

Itala

(131 words)

Author(s): J. Hönscheid
Bezeichnung für die altlat. Bibelüben., die heute im allg. nicht mehr gebraucht wird, weil sie unklar ist und in verschiedenen Bedeutungen benutzt wurde: für «Vetus Latina ganz allg. oder nur die europäischen Texte im Gegensatz zu den afrikanischen oder — bes. in den Evangelien — (für) eine bestimmte Gruppe unter den europäischen Textzeugen» (B. Fischer, S. 4). Die Bezeichnung geht auf Augustinus zurück (De doctrina Christiana I115. 22). Bibelhss. Vetus Latina J. Hönscheid Bibliography Fischer, B.: Das NT in lat. Sprache. In: Die alten Übers, des NT, die Kirchenväterzi…

Heiligenbild

(497 words)

Author(s): J. Hönscheid
Die Christen der ersten Jahrhunderte hielten im Prinzip am Bilderverbot des A. T.s (Exodus 20,4) fest, indem sie jedes Gottesbild und jede bildliche Darstellung des Heiligen ablehnten. Seit der Zeit Konstantins des Großen erschienen in den Kirchen neben biblischen Darstellungen auch Bildmotive, die den Märtyrer- und Heiligenkult (Heiligenlegenden) berücksichtigten. In der Katakombenmalerei erkennt man Heilige innerhalb eschatologischer Bildthemen, seit dem 5. Jh. wurden sie auch allein dargestel…

Synopse

(433 words)

Author(s): J. Hönscheid
(griech. σύνοψις = Zusammenschau, Übersicht, lat. synopsis), im engeren Sinne Hilfsmittel zum Studium der synoptischen Evangelien (Evangelium). Nachdem die historisch-kritische Bibelwissenschaft im 18. Jh. die kanonischen (Kanon) Evangelien – im Unterschied zu früheren Harmonisierungsversuchen (Evangelienharmonie) – in ihrer jeweiligen Eigenart untersuchte, hat Johann Jakob Griesbach (1745–1812)im ersten Teil seiner kritischen Ausgabe des NT u. d. T. «Libri historici Novi Testamenti Graece. Pars …

Isidorus von Sevilla (Hispalensis)

(399 words)

Author(s): J. Hönscheid
* um 560 in Carthagena(?), † 4-4. 636 in Sevilla(?), Theologe und Enzyklopädist im westgotischen Spanien, seit 600 oder 601 Bischof von Sevilla. I. gilt als der letzte abendländische Kirchenvater. Sein Werk, dessen genauer Umfang strittig ist, umfaßt historische (Historia Gothorum, Vandalorum et Sueborum; De viris illustribus [Fortsetzung des entsprechenden Werkes des Hieronymus]; Chronicon, eine kurze bis 615 reichende Weltchronik), naturwiss. (De natura rerum; De ordine creaturarum), grammatis…

Manichäische Schriften

(586 words)

Author(s): J. Hönscheid
Schriften des ReÜgionsstifters der starken Missionskraft dieser gnostischen Religion (Gnostiche Schriften) die im Romischen Reich im 6. Jh. vernichtet wurde, in China erst im 17. Jh. endgültig unterging, mußte ihr Schrifttum in zahlreiche Sprachen übersetzt werden. Bis zum Anfang des 20.Jh.s waren keine Originalquellen vorhanden. Das Schrifttum mußte aus Zitaten und Berichten in den Büchern nichtmanichäischer Autoren, insbes. der Gegner des Manichäismus rekonstruiert werden. In den Jahren 1902 —1914 wurden bei vier preußischen Turfanexpeditionen hauptsächlic…

Orígenes

(586 words)

Author(s): J. Hönscheid
(* um 185 in Alexandrien [?], f 253/254 in Tyrus [?]), erster systematischer Denker unter den Kirchenvätern. O. war zunächst in Alexandrien freier Lehrer, zuerst für Grammatik, dann für theologische Fächer. Daneben studierte er Philosophie und antike Wissenschaften, deren Kenntnis in seine Lehre und seine Schriften einging. Seinen Lebensunterhalt bestritt er nach Aufgabe des Grammatikunterrichts mit einer kleinen Rente, die er aus dem Verkauf heidnischer Autoren aus seiner Privatbibi, (aus der B…

Menge, Hermann August

(387 words)

Author(s): J. Hönscheid
7.2.1841 in Seesen, 9.1.1939 in Goslar, Lexikograph und Übersetzer. Nach dem Studium der Klassischen Philologie und Gesch. in Göttingen (1860—1864; Promotion 1863) wirkte M. 1864—1900 im Schuldienst, seit 1887 als Direktor am Gymnasium in Sangerhausen, seit 1894 in Wittstock. Aus der Unterrichtspraxis heraus entstanden seine in vielen Aufl. stets verb. und erw. Lehrbücher, von denen sein Repetitorium der lat. Syntax und Stilistik (die ersten drei Aufl. 1872 — 1878 u.d. T. Repetitorium der lat. G…

Varro, Marcus Terentius

(631 words)

Author(s): J. Hönscheid
* 116 v. Christus, in Rom (?), † 27 v. Christus, röm. Staatsmann, Gelehrter und Dichter. In Rom und wohl auch in Athen erwarb er bei namhaften Lehrern umfangreiche philosophische und lit. Bildung. Im Jahre 47 oder 46 v. Chr. betraute ihn Caesar (wohl unter dem Einfluß hellenistischer Vorbilder) damit, in Rom «eine möglichst große griech. und lat. Bibl. dem Publikum zugänglich zu machen» und mit der «Aufgabe der Beschaffung und Ordnung» der Bestände (Sueton, Ju- lius 44.2). Durch die Ermordung Caesars und die anschließenden poli…

Philokalia

(164 words)

Author(s): J. Hönscheid
von Basilius von Caesarea und Gregor von Nazianz um 360 n. Chr. zusammengestellte Anthologie aus den Werken des Origenes (Ώριγένου φιλοκαλία). Sie umfaßt 27 Kapitel, denen jeweils ein Titel (ϰεφάλαιον) nüt Angabe des behandelten Themas sowie Name und Titel des Werkes, dem der jeweilige Auszug entnommen ist, vorangestellt ist. Das Werk ist vor allem bedeutsam, weil es umfangreiche griech. Texte überliefert hat, die sonst verloren bzw. nur in lat. Übers, erhalten sind. Dadurch kann ein Maßstab für die Beurteilung der Origenes…

Patrologie

(464 words)

Author(s): J. Hönscheid
1. Nach Anfängen bei Eusebios von Caesarea sachlich vorgebildet in der Schrift «De viris illustribus» des Hieronymus, begegnet P. als Titel erst in dem 1653 in Jena postum ersch. Werk von J. Gerhard: «Patrologia sive de primitivae ecclesiae christianae doctorum vita ac lucubrationibus». Seitdem ist P bevorzugter Titel von Handb., die Leben, Schriften und Lehre altkirchlicher Autoren behandeln, z.B. J. Quasten, «Patrology», 3 Bde. Utrecht 1962 – 1964; B. Altaner / A. Stuiber, «Patrologie», 9. Auf…

Griechischen Christlichen Schriftsteller (GCS), Die

(315 words)

Author(s): J. Hönscheid
1891 beschloß die Preußische Akad. d. Wiss. zu Berlin auf Antrag von T. Mommsen die Herausgabe aller in griech. Sprache geschriebenen christlichen Schriften bis einschließlich Eusebius (ohne das NT, aber mit Einschluß der häretischen und apokryphen und der vom Judentum übernommenen) als Gegenstück des von der Wiener Akademie hrsg. Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum (CSEL). Als Inaugurator erarbeitete A. von Harnack zunächst eine Bestandsaufnahme (Die Gesch. der altchristlichen Lit. bis…

Terentius Afer, Publius

(754 words)

Author(s): J. Hönscheid
* ca. 195 (oder 185)v.Chr.in Karthago, † ca. 159 / 158 v. Chr., röm. Komödiendichter. Vielleicht Libyer nach seiner Herkunft (Afer), lernte er wohl bereits in Karthago griechisch. In Rom erhielt er als Sklave eines Senators eine gute Bildung und wurde später freigelassen. Er fand Anschluß an bedeutende Römer (den sog. «Scipionenkreis»), denen er Anregungen verdankte. Die sechs Komödien des T. sind durch die erhaltenen Didaskalien, die Vita des T. von Sueton und die Prologe auf die Jahre 166–160 v. Chr. datiert. Die Vorbilder für die Komödien sind – w…

Lutherausgaben

(859 words)

Author(s): J. Hönscheid
Frühe Sammelausg. von Luthers Schriften in lat. Sprache ersch. schon, kurz nachdem er durch die 95 Thesen berühmt geworden war, mit großem buchhändlerischem Erfolg: 1518 bei J. Froben in Basel ohne Orts– und Druckerangabe (1519 bei M. Schürer in Straßburg zweimal nachgedr.), 1520 in Basel bei A. Cratander und bei A. Petri. Cratander brachte 1520 auch eine Slg. von Luthers deutschsprachigen Schriften heraus (ND im selben Jahr bei Schürer). Die erste Gesamtausg. (Wittenberger Ausg., gedr. größtent…

Hermetische Schriften

(358 words)

Author(s): J. Hönscheid
Pseudepigraphische Weisheitsliteratur. Auf dem Boden des griech.-orientalischen Synkretismus der Kaiserzeit entstand wahrscheinlich in Ägypten im 2. und 3. Jh. n. Chr. (teilweise früher) eine Sammlung griech. Texte, das Corpus Hermeticum, das den Namen des Hermes Trismegistos trägt. Außerhalb dieses Corpus, dessen ersten Traktat der Poimandres bildet, nach dem früher das ganze Corpus fälschlich genannt wurde, gehören zu den h. S.: die lat. und koptische Offenbarung an Asklepios (λόγος τέλειος; Übers, aus dem Griech.) und die Offenbarung der Isis (= Kore Kosmou),…

Hyginus, C. Iulius

(206 words)

Author(s): J. Hönscheid
*ca. 60 v. Chr., † nach 10 n. Chr. (?), Philologe und Polyhistor, Leiter der 28 v. Chr. von Augustus gegr. bibliotheca Palatina (bibliotheca [templi] Apollinis). Wohl aus Spanien stammend, wurde H. als Sklave von Caesar 47 oder 45 v. Chr. nach Rom gebracht, wo er Alexander Polyhistor gehört hat; von Augustus freigelassen. Befreundet mit Ovid und Clodius Licinus cinus, ist H. der erste eigentliche Bibliothekar Roms, von dem wir wissen, daß er, zumindest teilweise, seinen Lebensunterhalt von einem…

Kanon

(891 words)

Author(s): J. Honscheid
Das aus dem Semitischen stammende griech. Lehnwort ϰανών bedeutet Rohr, gerader Stab; als Werkzeug die Richtschnur der Zimmerleute und das Lineal der Schreiber; in übertragener Bedeutung: 1. Norm, Regel; gelegentlich auch 2. Liste, Verz., Reg. (Äquivalent zu ϰατάλογος = Kat.). Die Anwendung des Wortes auf die christliche Bibel ist erst um die Mitte des 4. Jh.s belegbar. 1. Bibelkanon. a. AT: In Israel vollzog sich seit dem 7. Jh. v. Chr., insbes. in der Zeit vor der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar 587, als Staat, Land und Tempel verlorengingen u…

Lectio difficilior

(170 words)

Author(s): J. Hönscheid
(lat. fur: die schwierigere Lesart), editionstechnische Bezeichnung (Editionstechnik). Bei der Examinatio, der Auswahl der besten Lesarten, verdient, wenn von einer Textstelle verschiedene sachlich und sprachlich einleuchtende Lesarten überliefert sind, die 1. d. (z. B. ein seltenes Wort oder eine ausgefallene Wendung) den Vorzug, da Schreiber zu Vereinfachungen neigen. Diese Regel, daß die schwierigere Lesart den größeren Anspruch auf Authentizität hat (praestat difficilior lectio), findet sich…

Zenodotos von Ephesos

(170 words)

Author(s): J. Hönscheid
(* ca. 325 v. Chr.) alexandrinischer Philologe und Bibliothekar. Von Ptolemaios I. (367–282) als Prinzenerzieher an dessen Hof in Alexandria berufen, konnte Z. bald im Rahmen des von Ptolemaios begründeten Mouseion eine umfangreiche philologische und bibliothekarische Tätigkeit entfalten. Als erster Vorstand der dieser Forschungsstätte angegliederten Bibl. hatte er Pionierarbeit bei deren Klassifizierung, vor allem der epischen und lyrischen Dichterhandschriften, zu leisten, zunächst wohl, indem…

Harnack, Karl Gustav Adolf

(965 words)

Author(s): J. Hönscheid
(seit 1914: von) *7. 5. 1851 in Dorpat, † 10. 6. 1930 in Heidelberg, evangelischer Theologe, Wissenschaftsorganisator, Bibliothekar. Nach Studium der Theologie in Dorpat (1869–1872) und Leipzig 1873 Promotion, 1874 Habilitation für Kirchengesch. H. wurde 1876 außerordentlicher Professor in Leipzig, dann ordentlicher Professor in Gießen (1879), Marburg (1886), Berlin (1888). Er gehörte 1876 zu den Begründern der Theologischen Literaturzeitung. Seit 1890 war H. Mitglied der Kgl. Preußischen Akad. …

Lietzmann, Hans

(632 words)

Author(s): J.Hönscheid
*2. 3. 1875 in Dfisseldorf, ✝ 25. 6. 1942 in Locarno, evangelischer Theologe, Handschriftenforscher, Wissenschaftsorganisator. Nach dem Studium der Theologie und klassischen Philologie in Jena (1893 bis 1894) und Bonn (1894–1898) und Habilitation in Bonn (1900) wurde L. 1905 a. o., 1908 o. Professor für Kirchengesch. in Jena, 1924 in Berlin auf dem Lehrstuhl von K. G. A. von Harnack. Auf historisch-philologischer Methode fuBend, war er im Bereich der Neutestamentlichen Wissenschaft und der Kirch…
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