Search

Your search for 'dc_creator:( "Herms, E." ) OR dc_contributor:( "Herms, E." )' returned 63 results. Modify search

Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Fontane

(570 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Fontane, Theodor (30.12.1819 Neuruppin – 20.9.1898 Berlin). Eltern aus hugenottischen Familien. F. war seit 1850 Mitarbeiter des »Literarischen Kabinetts« des preußischen Innenministeriums, 1852 und 1855–1859 Korrespondent in London, 1859–1870 Redakteur der Kreuzzeitung, seit 1871 Theaterkritiker der »Vossischen Zeitung«, März bis Mai 1876 Sekretär der preußischen Akademie (: II.,3.) der Künste, aus der er auf eigenen Wunsch ausschied, seitdem war F. freier Schriftsteller. – Zunä…

Generationenvertrag

(848 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] (Gv.). Der Gv. im weiten Sinne umfaßt alle Weisen der verantwortlichen Vorsorge und Rücksichtnahme der vorangehenden für die nachfolgenden Generationen (G.). Jede G. ist abhängig von den Erwerbungen und Ersparnissen ihrer Vorgänger und mit ihren eigenen Erwerbungen und Ersparnissen verantwortlich für die Gegenwart ihrer Nachkommen. Das gilt nicht nur für Vermögenswerte, sondern ebenso für Formen des Zusammenlebens, Bildungsgüter gleichursprünglich (psychische [intellektuelle und…

Individualismus, methodologischer

(380 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . M.I. ist die forschungsstrategische Wendung einer sozialontologischen Annahme über die universalen Konstitutions- und Entwicklungsbedingungen sozialer Ordnungen mit sozialpolit. Pointe. Die sozialontologische Annahme besagt: Nur Einzelpersonen sind handlungsfähig (»Systeme handeln nicht«); daher entstehen und entwickeln sich alle Ordnungen nur durch das Zusammenspiel des interessegeleiteten (Interesse), planvollen Handelns von Einzelaktanten, dessen Effekte – die konkreten Inte…

Güterabwägung

(338 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] ist der oft gebotene letzte Schritt in der ethischen Urteilsbildung. Er kann auftreten, wenn sich die Frage nach dem jetzt zu wählenden Verhalten nicht erschöpfend durch eine allg. oder spezielle Handlungsanweisung beantworten läßt. Sie wird es, wenn unter den jeweils jetzt wählbaren Maßnahmen nicht eine eindeutig gegenüber anderen vorzuziehen ist, sei es weil mehrere gleich vorzugswürdig zu sein scheinen, eine zeitliche Staffelung der durch sie zu erreichenden Güter ausscheidet…

Kriteriologie

(429 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . K. ist die Lehre (der Inbegriff der Aussagen) über die notwendigen und hinreichenden Bedingungen für das Gegenwärtigsein (Gegebensein) von Unterschieden. Wir benötigen sie für den bewußten und verantwortlichen Vollzug unserer Unterscheidungspraxis, und zwar sowohl für das angemessene Erfassen von schon – durch unsere eigene Praxis oder durch nicht von uns zu verantwortende Prozesse – getroffenen Unterschieden (also für unser symbolbildendes Handeln) als auch für unser eigenes a…

Interimsethik

(354 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Gibt es objektive oder subjektive Gründe dafür, eine die Lebensführung leitende Gewißheit über Natur (Wesen), Ursprung und Bestimmung von Welt und Mensch sowie die daraus abgeleiteten Regeln des Handelns als nur für eine bestimmte Zeit gültig anzusehen, so wird von einer I. gesprochen; richtig müßte es Interims ethos (Ethos) heißen oder Interimsmoral. Als Beispiele dafür gelten (a) das Ethos Jesu und (b) die »provisorische Moral« R.Descartes' (Discours de la méthode, 1637). – a) Als »I.« hat zuerst A.Schweitzer Jesu Ethos be…

Dogma

(2,170 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] »D.« ist kein Ausdruck des Glaubens oder kirchl. Lehre, sondern der theol. Reflexion über sie (wie z.B. auch »Offenbarung«), aus der Bildungssprache des Hellenismus übernommen. Vorchristl. Bedeutung: a) »Meinung«, b) »Gutdünken«, »Ent-« bzw. »Beschluß«, rechtlich zugespitzt »Verordnung«, »Erlaß«, »Dekret« einer polit. (in LXX etwa Est 3,9; Dan 2,13; 6,8; im NT Lk 2,1; Apg 17,7) oder der göttlichen Autorität (im NT Kol 2,14; Eph 2,15), aus beidem dann c) verbindliche Schullehre in…

Folge/Folgeträchtigkeit des Handelns

(464 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Alles Handeln besitzt eine unübersehbare Folgeträchtigkeit, und auch seine faktischen Folgen sind nur teilweise absehbar. Das ist so, weil es aus innerweltlicher Handlungsgegenwart heraus geschieht und weil deren Restriktionen die Wirkungen seiner Effekte beherrschen. Handeln setzt eine von mehreren jeweils jetzt wählbaren Möglichkeiten weiteren Werdens wählend in eine Bestimmtheit des Gewordenseins der Handlungsgegenwart um. Diese Bestimmtheit ist ihm als sein Effekt inhärent. Handlungseffekte sind an Gewicht verschieden, reichen vom bl…

Handlungsarten

(403 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Schon F.Schleiermacher unterschied in seiner »Philos. Ethik« »symbolisierendes Handeln« und »organisierendes Handeln«, dann in der »Christl. Sitte« »darstellendes« und »wirkendes«, sowie »reinigendes« und »erweiterndes« Handeln. In gleichgebauten Ausdrücken hat jüngst Habermas in seiner »Theorie des kommunikativen Handelns« die Differenzzw. »teleologischem«, »strategischem«, »normenreguliertem«, »dramaturgischem« und »kommunikativem Handeln« zur Geltung gebracht. Beide Autoren …

Abbe

(244 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Abbe, Ernst Carl (23.1.1840 Eisenach – 14.1.1905 Jena), Sohn eines Eisenachers Fabrikarbeiters (Spinnmeisters), studierte Philos., Mathematik und Physik in Jena und Göttingen. 1867 Habil. in Jena für Physik. Im selben Jahr begann die Zusammenarbeit mit der optischen Werkstatt von Carl Zeiss. Deren Produktion stellte A. durch eigene Forschungen zur Optik und durch Hinzuziehung des Chemikers und Glasherstellers Otto Schott (1884 Gründung des Glaswerks »Schott und Genossen«) auf wiss.…

Ethos

(615 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . »Ethos« bez. in Zusammenfassung der Bedeutung von griech. ε῎ϑος/éthos (»Gewohnheit«) und η῎ϑος (ē´thos: natürlicher Aufenthaltsort, das dort Übliche, innere Eigenart, Charakter) stets eine gattungsspezifische Weise des regelmäßigen Umgangs einzelner Lebewesen mit ihresgleichen und den Herausforderungen ihrer Umwelt, wobei die Herrschaft der Regeln dieses Umgangs irgendwie im inneren Milieu der Interaktanten begründet ist. Menschliches E. ist dann: eine Interaktionsordnung, deren Regeln die…

Hayek

(204 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Hayek, Friedrich August v. (8.5.1899 Wien – 23.3.1992 Freiburg). Jura- und Volkswirtschaftsstudium in Wien, 1927–1931 Direktor des Östr. Instituts für Konjunkturforschung; Professuren: 1931–1950 London School of Economics, 1950–1962 Chicago, 1962–1968 Freiburg i.Br.; 1974 Nobelgedächtnispreis der Bank von Schweden. Beginnend mit Arbeiten zur Geld- und Konjunkturtheorie hat sich H. seit den 40er Jahren dem Studium der wissenschaftstheoretischen, sozialphilos. und anthropologischen Fu…

Moral

(752 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Der Ausdruck »M.« bez. das Ganze einer in motivierenden und orientierenden Gewißheiten (Überzeugungen) und dadurch affektiver Strebens- bzw. Interessenlage samt zugehörigen Grundentschlüssen fundierten regelgemäßen, also zu relativer Stabilität gelangten Interaktionsweise, äquivalent mit »Ethos« (gegenüber dem sozialen Akzent dieses Ausdrucks allenfalls mehr individuenbezogen); entsprechend »Moralphilos.« äquivalent mit »Ethik«. Dafür grundlegende Stationen der Terminologiegesc…

Güterethik

(440 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . I. »G.« kann eine Teilaufgabe der Ethik bezeichnen: Besinnung auf die Folgen, das Interagieren in einem Ethos und deren Beitrag zum bonum commune/proprium. Diese Aufgabe ist unumg#änglich gestellt, weil Handeln Folgen (Folge/Folgeträchtigkeit des Handelns) hat, die – je nach Wissen und Können – vorhergesehen, angezielt und mehr oder weniger sicher bewirkt werden können, so daß Handeln aufgabenspezifische Kompetenz und Verantwortlichkeit gewinnt. Zu deren Wahrnehmung trägt G. als…

Brandström,

(68 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Elsa (26.3.1888 als Tochter des schwedischen Gesandten in St.Petersburg – 4.3.1948 Cambridge, MS), im 1. Weltkrieg Rot-Kreuz-Delegierte für dt. und östr. Kriegsgefangene in Sibirien; wirkte dort während der Typhusepidemie, organisierte Hilfsaktionen, gründete nach dem Krieg mit amer. Hilfe Sanatorien für ehemalige Kriegsgefangene (Marienborn, Schreibermühle) und ein Heim für Kriegsgefallenenkinder (Neusorge/Mittweida). Eilert Herms Bibliography E.B., Unter Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien, 1921 E.Juhl u.a., E.B., 1962.

Dogmatik

(7,367 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] I. Problemgeschichtlich Der Titel »D.«, im 17.Jh. aufgekommen, bez. einen der ältesten Zweige theol. Arbeit: die Darstellung des Gehalts christl. Verkündigung in ihrem Zusammenhang, die sich ihrerseits am maßgeblichen (»kanonischen«) Paradigma von Bekenntnis und Verkündigung orientiert. Andere Titel – »Genaue Darlegung des orth. Glaubens« (Johannes von Damaskus), »Sentenzen« (Petrus Lombardus), »Summe der Theol.« (Thomas von Aquin), »Unterricht in der christl. Rel.« (Calvin), »Loci…

Geismar

(162 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Geismar,  Eduard (12.2.1871 Randers – 14.5.1939 Kopenhagen), 1899–1921 Pfarrer, seit 1921 Prof. für Syst. Theol. in Kopenhagen. Durch die christl. Studentenbewegung und das Großstadtpfarramt für sozial- und gesellschaftspolit. Gegenwartsfragen sensibilisiert, engagierte G. sich als Mitbegründer der sozialreformerischen Partei »Retsforbund«. Von S.Kierkegaard her vertrat er eine Ethik des im Gottesverhältnis gebundenen Gewissens, verstand dieses jedoch als zum Engagement für Gesell…

Höchstes Gut

(1,957 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Jedes Verständnis des Guten und der Güter (Gut/Güter) ist bestimmt durch ein Verständnis des h.G. 1. Das Gute ist das als Vervollkommnung der Gegenwart anziehend Erlebte (Gewißseiende) und daher Angestrebte (vgl. Arist.e.N.1094 a3,1172b; Thomas von Aquin, In Metaphysicam Aristotelis commentaria, 1926, Liber IV, n.317). Jede Handlungsgegenwart präsentiert das Gute in drei Gestalten: a) als eine innerweltlich gewordene Bestimmtheit von Handlungsgegenwart ( realisiertes bonum), b) ausstehende Möglichkeiten weiteren Werdens, deren realisie…

Mittleres Axiom

(83 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Auf der ersten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Amsterdam 1948) trug J.H.Oldham das Konzept der »Responsible Society« als konkrete Richtungsangabe für das den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen entsprechende sozialethische Engagement der Kirchen unter dem Titel »mittleres Axiom« vor. Der von daher verbreitete Ausdruck bez. der Sache nach dasselbe wie »(sozialethische) Maxime (: II.) mittlerer Reichweite«. Eilert Herms Bibliography J.H.Oldham, A Responsible Society, in: World Council of Churches (Hg.), The …

Metaethik

(578 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Der Siegeszug der sensualistischen Einschränkung des Erkennbaren und Wirklichen auf das in Sinneswahrnehmung Gegebene – der auch von der Transzendentalphilos. I.Kants entgegen ihrer Absicht nicht aufgehalten, sondern befördert wurde, indem auch sie sinnliche Wahrnehmung als notwendige Bedingung allen möglichen wahren Wissens behauptete und damit schon sich selbst, und zwar sowohl ihre Theorie des theoretischen als auch ihre Theorie des praktischen Vernunftgebrauchs samt deren B…

Hirsch

(520 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Hirsch, Emanuel (14.6.1888 Benwitsch, Kreis Perleberg – 17.7.1972 Göttingen). Nach Kindheit und Jugend in einem Berliner Pfarrhaus 1906–1910 Studium der ev. Theol. in Berlin (Begegnung mit K.Holl, zu dem sich H. als seinem Lehrer bekannt hat; Freundschaft mit P.Tillich), 1911 1. Theol. Examen, Hauslehrer, 1912–1915 Inspektor am Theol. Stift der Universität Göttingen (Freundschaft mit P.Althaus), 1915 Habil. für Kirchengesch. in Bonn, bis 1921 dort PD, 1917 Pfarrdienst in Baden (Sc…

Interesse

(293 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] . Ausgehend von seiner zivilrechtlich-ökonomischen Grundbedeutung im röm. Recht (Schadensersatz, Vorteil, Gewinn, Nutzen) wird der Begriff – nach Ausweitung auf das polit. Handeln und seine Ziele – seit dem 16.Jh. zunächst zur allg. Bez. für das Motiviertsein des Handelns konkurrierender Individuen oder Kollektive durch das Ziel des eigenen Vorteils und dann schließlich zur Bez. des natürlichen Motiviertseins allen möglichen Handelns durch das Ziel der Selbsterhaltung des Aktanten (so seit Th.Hobbes). Fraglich war für Spätscholastik und chris…

Briefs,

(239 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Goetz Anton (1.1.1889 Eschweiler – 16.5.1974 Rom), Soziologe und Volkswirtschaftler. Seit 1913 Lehrtätigkeit an den Universitäten Freiburg und Würzburg, seit 1926 an der TU Berlin. 1934 Emigration in die USA, bis 1937 Gastprofessur an der Catholic University Washington DC, seitdem bis 1962 (Emeritierung) Professur an der dortigen Georgetown University, 1938–1949 auch Gast an der Columbia University. Von der kath. Soziallehre beeinflußt, untersucht B. die Wirtschaftsordnung des Ka…

Adiaphora

(1,623 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Der Ausdruck (griech. α᾿δια´ϕορα; semantische Äquivalente: Mitteldinge [griech. με´ση, mésē], das Erlaubte) bezeichnet Phänomene des menschlichen Lebens, die nicht in den Bereich des sittlich (d.h. im Blick auf die Erreichung der Bestimmung des Menschen) Positiven (Guten, bonum) oder Negativen (Übels, malum) fallen. A. im strikten Sinne gibt es also nur in Ethiken, deren leitendes Menschenverständnis Lebensphänomene kennt, die für Wesen und Bestimmung des Menschen äußerlich sind. Das zeigt sich an klassischen Gesprächsgängen der Philos., der Theol. und he…

Erhard

(275 words)

Author(s): Herms, E.
[English Version] Erhard, Ludwig Wilhelm (4.2.1897 Fürth – 5.5.1977 Bonn). 1919–1925 Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. 1928–1942 Mitarbeiter, später Leiter des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung an der Handelshochschule Nürnberg. 1942 Gründung eines privaten Instituts für Industrieforschung. 1945–1946 Bayerischer Wirtschaftsminister. 1947 Leiter der Sonderstelle Geld und Kredit des Wirtschaftsrats der Bizone, 1948 Direktor der Verwaltung für Wirtschaft der Bizone. 1949–1963 Bundeswi…

Kulturstaat

(642 words)

Author(s): Germann, M. | Herms, E.
[English Version] I. Rechtlich K. heißt ein Staat, der sich nicht nur der Sicherheit und Freiheit, sondern auch der kulturellen Belange (Kultur) seiner Bürger annimmt, und zwar um seiner eigenen kulturellen Voraussetzungen willen. Rechtlich äußert sich der K. z.T. in Staatszielbestimmungen (deutlich Art.3 I 1 der Bayerischen Verfassung von 1946: »Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat«), im übrigen in der Einrichtung des staatlichen Bildungswesens v.a. mit der staatlichen Schule (Schulpfli…

Embryonen, Forschung an

(922 words)

Author(s): Schwinger, E. | Herms, E.
[English Version] I. Allgemein Ergebnisse der Forschung an Tierembryonen haben die Tierzucht stark verändert. Aus E. werden sehr früh (2–8-Zellstadium) totipotente Embryonalzellen herausgelöst. Diese einzelnen Zellen teilen sich erneut und bilden funktionsfähige E., die sich nicht von E. nach normaler Entwicklung unterscheiden. Große Bedeutung gewinnt die Möglichkeit, Tiere auch aus differenzierten Zellen zu »klonen«. Dazu werden differenzierte Zellkerne durch Verbringen in elektrische Felder oder Züch…

Kohärenz

(1,427 words)

Author(s): Grube, D. | Herms, E.
[English Version] I. Religionsphilosophisch K. ist grundsätzlich eine syntaktische Relation, die zw. verschiedenen Propositionen, nicht jedoch zw. Propositionen und Wirklichkeit gilt. Diese Relation wird klassischerweise als Widerspruchsfreiheit zw. verschiedenen Propositionen definiert. Sinnvoller ist jedoch eine weitere Spezifizierung als logisch und begrifflich konsistente Eingliederbarkeit bestimmter Propositionen in ein umfassenderes Propositionensystem. Bei einer Kohärenztheorie der Wahrheit wird Wahrheit als Relation zw. verschiedenen Prop…

Aktivität/Passivität

(1,182 words)

Author(s): Herms, E. | Härle, W.
[English Version] I. Religionsphilosophisch und fundamentaltheologisch Fundamentaltheol. thematisiert die Konstitution das Zustandekommen christl. Daseinsgewißheit. Dessen bewußtseins- bzw. persontheoretische Beschreibung muß auf ihre ontologischen Voraussetzungen bedacht und in deren Rahmen verstanden werden. Erst im Rahmen des ontologischen Verständnisses von A. und P. (1) findet ihr person(bewußtseins)theoretisches Verständnis seinen wahren Ort (2). –  1. A. ist die Eigenschaft von in Prozessen (: I.) wirkenden Instanzen, selbst die hinreic…

Intention/Intentionalität

(1,390 words)

Author(s): Gander, H. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch Abgeleitet vom lat. Begriff intentio bez. Intentionalität bzw. Intention für gewöhnlich in handlungstheoretischen Kontexten eine Absicht oder Zielsetzung. Intentionalität wird dabei sowohl im Sinne des Handlungen auslösenden Willens als auch des das Wollen und Handeln leitenden Motivs verstanden. Das demgegenüber bis heute philos. maßgebliche Verständnis von Intentionalität bildet sich an der Wende zum 20.Jh. bei E.Husserl aus. Er greift hierfür auf seinen Lehrer …

Gewißheit

(2,862 words)

Author(s): Künne, W. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch G. ist entweder objektive oder subjektive G. (Goclenius: »certitudo rei cognitae« oder »certitudo hominis cognoscentis«). Objektive G. wird durch »Es ist gewiß (sicher, steht fest), daß p« ausgedrückt, subjektive G. durch »Das Erkenntnissubjekt S ist gewiß (sicher, überzeugt), daß p«. Objektive und subjektive G. sind voneinander logisch unabhängig: Man kann gewiß sein, daß p, obwohl es nicht gewiß ist, daß p; und es kann gewiß sein, daß p, obwohl niemand gewiß ist…

Konkurrenz

(840 words)

Author(s): Sautter, H. | Herms, E.
[English Version] I. Ökonomisch Mit dem Begriff K. ist die Vorstellung eines »Gegeneinander« verbunden, aber der lat. Wortstamm »concurrere« macht deutlich, daß es letztlich um das »Zusammenlaufen« mehrerer Akteure geht. Als Konkurrenten bestreiten sie gemeinsam eine Veranstaltung, die sie dazu herausfordert, ihr jeweils Bestes zu geben. Davon profitiert die Allgemeinheit – in der Wirtschaft nicht anders als im Sport. Der wirtschaftliche Konkurrenzkampf (»Wettbewerb«) nützt der Allgemeinheit gerade…

Intuition

(630 words)

Author(s): Enskat, R. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch I. ist ein Ausdruck der Erkenntnistheorie und bez. einen speziellen, erfolgreichen kognitiven Akt. I. ist also insofern und nach der Typologie von G.Ryle ein (kognitives) Erfolgswort, bez. aber auch ein spezielles kognitives Vermögen. In vielen Kontexten ist für den intuitiven Akt ein Vollzugscharakter reserviert, wie er zuerst wohl im epikureischen Umkreis markiert wird: seine Blitzartigkeit (α᾿ϑρο´α/athróa). Sofern diese Blitzartigkeit temporal aufgefaßt wird, fällt sie mit der Plötzlichkeit (ε᾿ξαιϕνη´ς/exaiphnē´s) zus., mit de…

Brentano

(846 words)

Author(s): Ströker, E. | Herms, E.
[English Version] , 1.Franz (16.1.1838 Boppard – 17.3.1917 Zürich) trat in den vielfältigen Kontroversen im letzten Drittel des 19. Jh. um die philos. Grundlagen der Wiss. mit einem Grundlegungsprogramm hervor, das ihn zum Begründer der deskriptiven Psychologie und zum einflußreichen Wegbereiter der phänomenologischen Philos. werden ließ. – Als Schüler F.A.Trendelenburgs zunächst mit Studien zu Aristoteles befaßt, nahm B. nach empfangener Priesterweihe (1864) ein Theologiestudium auf, trat aber im…

Fortpflanzungsmedizin

(1,002 words)

Author(s): Schwinger, E. | Herms, E.
[English Version] I. Medizinisch F. umfaßt die Erforschung weiblicher und männlicher Sterilität und deren Behandlung. Die F. hat in den letzten Jahren durch Einführung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren sehr an Bedeutung gewonnen. Seit langem ist bekannt, daß unterschiedliche morphologische Veränderungen (z.B. Fehlbildungen der Gebärmutter, Verschlüsse von Ei- und Samenleiter) zu männlicher und weiblicher Sterilität führen. Therapeutisch kann versucht werden, diese morphologischen V…

Maxime

(405 words)

Author(s): Steinmann, M. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch Der Begriff entstammt der Wendung »propositio maxima«, der Bez. für den obersten Satz in einem Syllogismus. Er kann ein Axiom oder einen praktischen Grundsatz bedeuten. Relevanz erlangt er in I.Kants Moralphilos. Als M. bez. Kant jeden subjektiven Handlungsantrieb, im Gegensatz zum objektiv gültigen, allg. Gesetz. Durch den kategorischen Imperativ wird gefordert, nur diejenigen M. zuzulassen, die auch als Gesetz gelten können (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten…

Ideal

(1,416 words)

Author(s): Mirbach, D. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch Abgeleitet ist der Begriff »I.« von lat. »idealis, idealiter«, zuerst bei Martianus Capella (»ad ideam pertinens«), ab dem 13.Jh. 1. im Sinn von in der platonischen Idee oder »urbildlich« im göttlichen Geist (»esse exemplariter«) und 2. als »vorbildhaft« oder »mustergültig« nur in der Vorstellung seiend (»esse in intellectu«). Syst. steht das I. im Spannungsfeld zw. Idee und empirischer Wirklichkeit. Von der Allgemeinheit der Idee unterscheidet sich das I. darin, daß es diese in einem einzelnen Paradigma indiv…

Medien

(961 words)

Author(s): Herms, E. | Grethlein, C.
[English Version] I. Begriff (Problemfeld) Im weiten Sinn bez. der Ausdruck »Medien« alle materialen Bedingungen, die es koexistierenden Individuen (einzelnen Personen und sozialen Systemen) überhaupt ermöglichen, füreinander wirksam präsent zu werden und darauf wirksam zu reagieren. M. in diesem weiten Sinn sind die materialen Bedingungen von Intersubjektivität. Auch archaischen, nichtausdifferenzierten Gesellschaften eignet ein – entsprechend unausdifferenzierter – Komplex von M. Gesellschaftliche…

Demokratie

(1,647 words)

Author(s): Letto-Vanamo, P. | Herms, E.
[English Version] I. Begriff und Geschichte »D.« bez. eine Weise legitimer polit. Herrschaft. Die wörtliche Übersetzung des griech. »δημοκρατι´α«/dēmokratía ist: »Volksmacht/Volksherrschaft«. Urbild ist das antike Griechenland, insbes. Athen. Aristoteles siedelte die D. zw. »Aristokratie« (»Herrschaft der Besten«) und »Ochlokratie« (»Herrschaft des Haufens«) an. Im Unterschied zum heutigen Verständnis von D. hatten nur die männlichen Vollbürger Stimmrecht in der Volksversammlung, es gab keine Gewaltenteilung, und…

Gesetz der Evolution

(1,644 words)

Author(s): Kubon-Gilke, G. | Herms, E.
[English Version] I. Wissenschaftsgeschichtlich Durch ein grundlegend neues Verständnis des Menschen und der Natur ab dem Ende des 16.Jh. wurde der Weg für evolutionäres Denken bereitet. Im neuen Paradigma, das als eine der größten wiss. Revolutionen angesehen wird, wurde eine sich ad infinitum entwickelnde und verändernde Welt ohne Endverursachung unterstellt. Seit Ch.R.Darwin wird der Mechanismus der Evolution als Variation und natürliche Auslese beschrieben. Als wichtiger Wegbereiter der Evoluti…

Behaviorismus

(1,276 words)

Author(s): Loder, J.E. | Herms, E.
[English Version] I. Zum Begriff Der B. versuchte, wie seine hist. Vorläufer, die menschliche Natur am Vorbild des Tieres oder der Maschine zu erklären. 1913 begründete John-Broadus Watson (1878 – 1958) den B. als moderne Forschungsrichtung in der Psychologie. Im Gefolge der darwinistischen Evolutionstheorie argumentiert der B., daß wir Tiere verstehen und kontrollieren können, auch ohne ihren Bewußtseinszustand zu erforschen. Mit den gleichen Methoden können wir auch die menschliche Natur verstehen…

Gut/Güter

(1,289 words)

Author(s): Himmelmann, B. | Slenczka, N. | Herms, E.
[English Version] I. Philosophisch Ein Gut ist das, was wir handelnd für uns wollen (Handeln: I.). Unverkennbar ist, daß es verschiedenartige Güter sind, nach denen wir streben: Wohlstand, Gesundheit, die Ausbildung unserer Talente, Freundschaft, beruflicher Erfolg, Liebesglück, ein langes Leben u.a.m. Der klassischen Einteilung gemäß (Plato, Nomoi, 697 b, 743 e) lassen sich die Güter in drei Klassen ordnen: solche des Besitzes, solche des Leibes wie die Gesundheit und solche der Seele, zu denen et…

Leistung

(1,102 words)

Author(s): Herms, E. | Nipkow, K.E.
[English Version] I. Ethisch Im Blick auf beliebige Prozesse meint L. deren Effizienz. Ethik thematisiert jedoch nur Handlungen (Handeln: III.) – und zwar nicht beliebige, sondern ethisch gerechtfertigte – unter dem Gesichtspunkt der L. Möglich ist das nur, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Erste Bedingung: Die ethisch gerechtfertigten Handlungen müssen von anderen unterschieden werden können. Es bedarf eines Kriteriums der sittlichen Güte von Handlungen. Dieses besagt: Handlungen sind sittlich, …

Eucken

(596 words)

Author(s): Graf, F.W. | Herms, E.
[English Version] , 1.Rudolf Christoph (5.1.1846 Aurich – 15.9.1926 Jena). Seit 1863 studierte E. Altphilol. und Philos. bei R.H.Lotze und Gustav Teichmüller (1832–1888) in Göttingen. Für die Diss. über Aristoteles' Sprache knüpfte er Kontakte zu F.A.Trendelenburg. Von 1871 bis 1874 lehrte er Philos. und Päd. in Basel und von 1874 bis 1920 Philos. in Jena. Seine populärwiss. Werke erreichten auch im Ausland hohe Auflagen. 1908 erhielt der kulturprot. Modephilosoph den Nobelpreis für Lit. Zur Durchs…

Elite

(1,073 words)

Author(s): Münch, R. | Jödicke, A. | Herms, E.
[English Version] I. Soziologisch »Elite« – von lat. »eligere«, »auswählen« – bez. eine Auswahl von Menschen, die hinsichtlich bestimmter Merkmale – Blutsverwandtschaft, Alter, Macht, Reichtum, Wissen, handwerklicher, organisatorischer, künstlerischer Kompetenz, Bildung und dgl. – aus der »Masse« herausragen. Eine E. kann alle Auslesemerkmale auf sich vereinigen (»herrschende E.«), oder es kann sich für jedes Merkmal oder eine Merkmalsgruppe eine eigene E. bilden (»Funktions-E.«). In einfachen, nur…

Lehrbeanstandungs-/Lehrzuchtverfahren

(2,117 words)

Author(s): Herms, E. | Mortanges, R.P. de | Germann, M.
[English Version] I. Kirchengeschichtlich Innerhalb der allg. kirchl. Aufgabe, Häresien entgegenzutreten, stellt sich seit altkirchl. Zeit insbes. die Aufgabe, solchen bei Inhabern kirchl. Ämter entgegenzuwirken. Bis ins Spät-MA wurde diese Aufgabe durch synodale bzw. bfl. und schließlich papale Entscheidung – im westlichen MA nach vorangegangenem kanonischen Prozeß – gelöst: Proskription der unerträglichen Lehre, die zu widerrufen ist oder – von der weltl. Gewalt exekutierte – Sanktionen nach sich…

Institution

(1,290 words)

Author(s): Kehrer, G. | Berger, W. | Heintel, P. | Herms, E.
[English Version] I. Religionswissenschaftlich Versteht man I. als Normen, die Handeln eindeutig regeln, so kann man religionswiss. zw. I., die rel. Handeln regeln, und Normierungen, die rel. begründet nicht-rel. Handeln regulieren, unterscheiden. Dabei ist jedoch immer zu berücksichtigen, daß diese Unterscheidung vom außenstehenden Beobachter getroffen wird und daß die rel. Akteure selbst diese Differenzierung oft nicht vornehmen. – In der religionswiss. Lit. spielt der Begriff I. keine Rolle, obw…

Kontingenz (Zufall)

(1,765 words)

Author(s): Russell, R.J. | Mörth, I. | Schütt, H. | Herms, E.
[English Version] I. NaturwissenschaftlichDer Begriff der K. kommt in unterschiedlichen naturwiss. Zusammenhängen und Bedeutungen vor. Im einfachsten Fall bez. K. ein Ereignis, einen Prozeß oder eine Eigenschaft, deren Bestimmtheit ohne unmittelbar erkennbare Ursache existiert. Obwohl wir ungenau sagen, daß etwas durch Zufall geschah, bedeutet Zufall genauer das Fehlen einer bekannten oder tatsächlichen Ursache. In den Naturwiss. und der Philos. gibt es Modelle, die sowohl Prozesse und Ereignisse …

Lehrautorität

(2,255 words)

Author(s): Wiedenhofer, S. | Kallis, A. | Herms, E. | Hezser, C. | Rudolph, U.
[English Version] I. Christentum 1. Katholische Kirche Das kath. Verständnis der kirchl. L. bezieht sich prinzipiell auf den doppelten Ursprung der Kirche, Ostern und Pfingsten, d.h. auf die bevollmächtigte Repräsentation Christi in der Öffentlichkeit der Gemeinde in bestimmten Diensten und Ämtern, zu denen bestimmte Menschen auserwählt und gesandt sind (Mt 28,16–20; Mk 3,13–19; 2Kor 3–6 u. ö.), und auf die Gnadengaben des Geistes Gottes in der Vielfalt von Gaben, Diensten und Ämtern (1Kor 12,4–31a),…

Güte (Gottes)

(1,170 words)

Author(s): Brink, G. van den | Webster, J. | Herms, E.
[English Version] I. Religionsphilosophisch In der Religionsphilos. wird die göttliche bonitas aus einem metaphysischen, einem theol. und einem ethischen Blickwinkel betrachtet. Im metaphysischen Sinne ist »Güte« (G.) ein transzendentaler Begriff, d.h. eine Vorstellung, die jede ontologische Kategorie übersteigt. Als solche fällt G. mit Existenz zusammen: Zu existieren ist ein Gut in sich selbst. Aber nicht alles, was existiert, besitzt Sein und G. in gleichem Maße. Die Qualität der G. und des Sein…
▲   Back to top   ▲