Search

Your search for 'dc_creator:( "W. Milde" ) OR dc_contributor:( "W. Milde" )' returned 92 results. Modify search


Sort Results by Relevance | Newest titles first | Oldest titles first

Pollio, (Gaius) Asinius

(186 words)

Author(s): W Milde
76 v. Chr. — 5 n. Chr., Konsul 40 v. Chr., Anhänger Caesars im röm. Bürgerkrieg, Gründer der ersten öffentlichen Bibl, in Rom. Bereits Caesar hatte den Plan gehabt, in Rom eine Bibl, für alle Bürger einzurichten, in der die lat. Lit. neben der griech. aufgestellt werden sollte. Nach dessen Tod führte P. mit Mitteln aus der Beute des illyrischen Feldzugs von 39 v. Chr. den Plan aus. Er richtete im Atrium Libertatis, dem Behördenhaus neben dem Forum, eine griech. und eine lat. Bibl, ein, geschmück…

Schreibfeder

(162 words)

Author(s): W. Milde
Das Schreibinstrument für das Schreiben mit Tinte war in der Antike das Schreibrohr (calamus), das im MA die Feder (penna). Das Rohr (gewonnen aus Schilfrohr) wurde zunächst auch noch im MA benutzt; frühe Spuren der Feder sind bereits im 5. Jh. nachweisbar. Im ma. Abendland wurde fast ausschließlich mit der Gänsefeder (Schwanz- wie Flügelfeder) geschrieben, gelegentlich auch mit einer Schwanenfeder. Anweisungen für das Schneiden von Federn (temperieren) gibt es aus dem SpätMA. Nur vereinzelt fin…

Quintilianus, Marcus Fabius

(134 words)

Author(s): W. Milde
ca. 35 — 100 n. Chr., aus Calagurris (Spanien), bedeutendster lat. Rhetoriker. Q. war Lehrer der Rhetorik und Prinzenerzieher in Rom unter Kaiser Domitian. Sein Werk «De institutione oratoria» entstand aufgrund seiner Lehrtätigkeit. Es behandelt die Erfindung der Rhetorik, die Ausbildung des Redners, das Memorieren, die Rede und den Vortrag. Im zehnten Buch gibt er eine wichtige Übersicht über die griech. und lat. Dichter und Prosaiker, die der Redner zum Zwecke der Nachahmung kennen sollte. Sei…

Handschriftenkunde

(1,733 words)

Author(s): W. Milde
1hr Gegenstand im weiteren Sinn ist «jede Art von Dokumenten, die mit der Hand aufgezeichnet sind, ohne Rücksicht auf Form, Beschreibstoff, Alter, Ort und Zeit der Entstehung, Inhalt» (Karl Löffler). Spezielle Teile haben sich im Laufe der Zeit ausgegliedert: Aufzeichnungen auf Papyrus gehören zur Papyrologie, auf Stein, Holz und Metall zur Epigraphik, auf Münzen und Medaillen zur Numismatik, auf Siegeln zur Sphragistik, mit ma. Urkunden und neuzeitlichen Akten beschäftigt sich die Diplomatik (U…

Fürstenbibliotheken

(859 words)

Author(s): W. Milde
entstanden durch bibliophile Leidenschaft und Mäzenatentum ihrer adligen Stifter; sie waren als Privatbibl, en konzipiert, sollten aber auch der Wissenschaft offenstehen und der fürstlichen Repräsentation dienen (wie dies in den Baulichkeiten zum Ausdruck kommt). Wenn auch bereits Karl der Große und andere Herrscher des MA bis zu Kaiser Friedrich II. († 1250) Bü-cherslg. anlegten, so gibt es doch die F. als Institution im eigentlichen Sinne erst seit dem späten MA, als die Laienbildung in Europa zunahm und mit ihr die Lateinkenn…

Invocatio

(83 words)

Author(s): W. Milde
Anrufung Gottes bzw. des göttlichen Namens am Anfang ma. Urkunden. Dies kann durch Worte in unterschiedlichen Wendungen (häufig z. B. «In nomine sanctae et individuae trinitatis») oder symbolisch durch das Chrismon (zunächst ein reich verziertes Kreuz, daneben der verzierte Initialbuchstabe C oder das griech. Monogramm Christi) geschehen, aber auch durch Verbindung beider Möglichkeiten. In nomine W. Milde Bibliography Erben, W.: Urkundenlehre. T. 1. München/Berlin 1907, S. 140ff., 2l7ff., 306ff Bresslau, H.: Handb. der Urkundenlehre. Bd. 1. 3. Aufl. Berlin 1958, S. 47.

Metten

(357 words)

Author(s): W. Milde
Benediktinerabtei (Kreis Deggendorf, Niederbayern), gegr. ca. 766, besiedelt wahrscheinlich mit Rei–chenauer Mönchen, 1236 Vernichtung von Kloster, Kirche und Bibliothek durch Brand. 1414 entstanden eine Biblia Pauperum mit zahlreichen hervorragenden Federzeichnungen und eine Benediktinerregel mit ungewöhnlich qualitätvollen Miniaturen aus dem Leben des Heiligen (heute: München, Bayerische SB, Clm 8201 und 820 Id). 1624 wurde ein Bibliotheksbau errichtet, 1724 bis 1726 folgte die Einrichtung des…

IncipitW

(194 words)

Author(s): W. Milde
(in cant) Wendung am Anfang von Texten in ma. Hss. oder Inkunabeln, die den Text einleitet; meist in der Form «Hic incipit ...». Das I. vertritt im MA den Buchtitel. Es wird – wie sein Gegenstück, das Explicit, am Schluß eines Textes – häufig hervorgehoben durch eine besondere Schriftart (z.B. durch Majuskelschrift in Minuskeltexten bzw. durch eine nicht mehr als Textschrift gebräuchliche ältere Schriftart als Auszeichnungsschrift) oder durch Farbe (meist rot) oder durch abwechselnd andersfarbig…

Richard de Fournival

(399 words)

Author(s): W. Milde
(1201 — 1260), seit 1246 Kanzler der Kirche von Amiens, zum Gelehrtenkreis der Pariser Sorbonne gehörig, Dichter im allegorisch – gelehrten Zeitstil. Seine «Biblionomia magistri Richardi de Furnivalle, cancellarii Ambianensis» (entstanden nach 1243; Hs.: Paris, Bibl, de la Sorbonne MS 636, Kopie 15. Jh.; Fragment [nur Anfangszeilen]: Paris, BN, MSS. Don. Nr. 18845, 2 - Hälfte des 13.J11.S) gibt die Beschreibung einer Bibl, allegorisch im Bild eines Gartens mit Früchten: Erstes Beet (Abt.) für di…

Quedlinburg

(403 words)

Author(s): W. Milde
Stiftsbibliothek. Das durch das sächsische Herrscherhaus 936 in Q. errichtete reichsunmittelbare Kanonissenstift St. Servatii besaß Hss. bald von Anfang an; ein frühes Scriptorium ist nicht nachgewiesen. Erst aus spätma. Zeit kennt man in Q. hergestellte Bücher, auch privaten Bücherbesitz bei Stiftskanonikern (mit Besitzvermerken). Von den vier dem Stift inkorporierten Stadtkirchen St. Benedikti, St. Nikolai, St. Blasii, St. Aegidii gelangten Hss. in Stiftsbesitz. Durch die Reformation (1539) wu…

Maugérard, Jean-Baptiste

(512 words)

Author(s): W. Milde
* 29. 4. 1735 in Auzéville (Meuse), f 15. 7. 1815 in Metz; Benediktinermönch, Bibliothekar, Hss.– und Inkunabelhändler. M. war 1751 Mönch in der Benediktinerabtei Saint–Vannes, dann Bibliothekar des Klosters Saint-Arnould in Metz; er wurde 1759 Priester und 1779 Bibliothekar des Metzer Bischofs Laval-Montmorency sowie Mitglied der «Société Royale des sciences et des arts de Metz» und brachte es 1781 zum Prieur von Chini (Luxemburg). M. kaufte und verkaufte für sein Kloster und für sich selbst Hs…

Kästner, Erhärt

(257 words)

Author(s): W. Milde
13. 3. 1904 in Schweinfurt, 3. 2. 1974 in Staufen (Breisgau), dt. Bibliothekar und Schriftsteller. K. begann nach Abitur, Antiquariatslehre und Studium (Germanistik, Gesch., Geographie) 1927 seine bibliothekarische Laufbahn. Stationen waren die Sächsische LB Dresden (bibliophile Slg., Einrichtung von Ausstellungsräumen) und die Herzog August Bibl. Wolfenbüttel (1950—1968 Direktor). Dazwischen war er Sekretär bei Gerhart Hauptmann (1936—1938). In Wolfenbüttel legte er den Grund zur modernen Forsc…

Analytische Handschriftenforschung

(383 words)

Author(s): W. Milde
untersucht die literarischen Handschriften der Neuzeit (besonders des 19. und 20. Jahrhunderts) in ihrem materiellen, greifbaren Charakter: Autorenhandschriften wie Schreiberkopien. Typisch sind dafür Vorarbeiten; Niederschriften zur Ausarbeitung des Textes (Konzepte mit Streichungen und Veränderungen, Versuche, Entwürfe); Reinschriften. Entwickelt in jüngster Zeit besonders in Frankreich als Hilfsdisziplin der neueren Literaturwissenschaft in Anlehnung an Kodikologie (Begriffsprägung 1949) und …

Opistographischer Druck

(97 words)

Author(s): W. Milde
heißt der beidseitige Abdruck von Holzschnitten bzw. Holztafeln in Blockbüchern des 15.J11.S. Zunächst konnte der Abdruck mit dem Reiber durch Handpressung nur einseitig ( Anopistographisch) erfolgen, da sich die Umrisse der Holztafeln so tief in das Papier eindrückten, daß die Rückseite nicht mehr zu bedrucken war. Die Blätter wurden mit ihren unbedruckten Rückseiten zusanmlengeklebt. Erst nach Erfindung der Buchdruckpresse konnten Vorderund Rückseite eines Blattes beidseitig bedruckt werden. W. Milde Bibliography Geldner, F.: Die Drucktechnik der Blockbücher. In:…

Liber floridus

(313 words)

Author(s): W. Milde
ist die Bezeichnung für die vermutlich älteste illuminierte ma. Enzyklopädie, die von Lambert, Kanoniker der Liebfrauenkirche in Saint-Omer, ca. 1090 begonnen und ca. 1120 beendet wurde. Er wollte das gesamte Wissen seiner Zeit dem heiligen Audomarus von Saint-Omer wie den eigenen Zeitgenossen darbieten, zumindest auszugsweise. Er stellte sein Werk aus über hundert Quellen, größtenteils aus Büchern der heimischen Bibl, zus., wobei er die zahlreichen Miniaturen einschließlich der Erd- und Himmels…

Wolfstieg, August

(196 words)

Author(s): W. Milde
Bibliothekar, Professor, Geheimer Regierungsrat, * 21. 6. 1859 in Wolfenbüttel, † 27. 5. 1922 ebenda. Der Sohn eines Sattlermeisters besuchte das humanistische Gymnasium «Große Schule» in Wolfenbüttel, studierte anschließend Philosophie und Gesch. in Berlin und schloß 1883 mit einer Promotion über die Stadt Goslar im 11. und 12. Jh. ab. 1882 Volontär, 1891 Kustos an der UB in Berlin, 1892–1896 Bibliothekar des Staatswissenschaftlichen Seminars. 1897 ging er an die Bibl. des Preußischen Abgeordne…

Lohnschreiber

(186 words)

Author(s): W. Milde
Antike und Spätantike kannten das gewerbsmäßige Abschreiben von Texten durch Berufsschreiber, genannt antiquarii, bibliographii, scriptores bzw. calligraphii librarii. Im frühen MA wurden sie durch Mönche und Nonnen abgelöst, die überwiegend für Gotteslohn, d. h. ohne Entgelt, arbeiteten. Als im 13. Jh. in den älteren Klöstern der wirtschaftliche und kulturelle Niedergang einsetzte, zeigten sich seine Auswirkungen auch in der Vernachlässigung der Scriptorien: Das Abschreiben überließen die des S…

Unziale

(1,895 words)

Author(s): W. Milde
Bezeichnung für eine Form sowohl der griech. wie der lat. Buchschrift. 1. Gr iechische Unziale. Griech. U. ist eine zwischen zwei Linien gesetzte Majuskelschrift mit Neigung zur Rundung der Buchstaben, beginnend in geringem Umfang im 4. Jh. v. Chr. (z. B. auf Papyri aus Ägypten). Die Buchstaben stehen unverbunden nebeneinander, ohne Wort- und Satztrennung. Bes. typische Buchstaben sind €, ω. Nach den beiden Schriftträgern spricht man von Papyrusunziale (4. Jh. v. Chr.–8. Jh. n. Chr.) und von Pergamentunziale (…

Riesenbibeln

(283 words)

Author(s): W. Milde
von dem Kunsthistoriker Georg Swarzenski (1876 — 1957, Frankfurt a.M. / Boston, Massachusetts) in die Gesch. der ma. Buchmalerei eingeführte Bezeichnung eines Typus von Bibeln im Großfolioformat, die mit Initialen, Figuren und szenischen Darstellungen geschmückt sind. Die romanischen R., die unter den illuminierten Hss. des MA eine Gruppe für sich bilden, finden sich zuerst (vor und nach 1100) in Ober– bzw. Mittelitalien (R. aus Hirsau 2. Hälfte n. Jh., R. aus St. Florian ca. 1075, R. aus Cividale 1. Hälfte 12. Jh.). Von ihnen ang…

Praun, Georg Septimus Andreas von

(251 words)

Author(s): W. Milde
* 4. 8. 1701 in Wien, 1. 5. 1786 in Braunschweig, Bibliothekar, Archivar und Minister. P. führte von 1751 an die Oberaufsicht über die herzogliche Bibl, in Wolfenbüttel, war Vorgesetzter von Christian Johann Brandan Hugo (1725 bis 1804), Gotthold Ephraim Lessing (1729 — 1781) und Ernst Theodor Langer (1743 — 1820). Er studierte in Altdorf, wurde 1725 Assessor und Kammeijunker in Oettingen, ca. 1727 Bibliothekar in Blankenburg, Harz, der Residenz des Herzogs Ludwig Rudolf von Braunschweig–Lünebur…

Initia

(358 words)

Author(s): W. Milde
Anfangswörter bzw. Anfangswendungen oder Anfangssätze eines Textes, der am Beginn eines Buches oder am Anfang eines Schriftwerkes steht (meist in Hss.). Die Initien bilden häufig das wichtigste Mittel, einen bestimmten Text (bzw. eine bestimmte Hs.) zu kennzeichnen, wobei oftmals noch entsprechende Sätze oder Wendungen vom Schluß des Textes hinzutreten können. Diesen Kennzeichnungen eines Textes bzw. einer Hs. kam bes. Bedeutung in einer Zeit zu, als exakte Angaben über Verf., Titel, Datierung u…

Aschaffenburg

(169 words)

Author(s): W. Milde
Die Hofbibliothek (Schloß Johannisburg) entstand 1794 durch die Verlegung der Privatbibliothek des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Friedrich Karl Joseph vonErthal (1774-1802), (Bestand 1785: 8000 Bde.). Mit ihr kam auch der Dichter Wilhelm Heinse (1746-1803) als Bibliothekar von Mainz nach A. In der Sammlung befinden sich u. a. Stücke aus der Mainzer Dombibliothek, darunter fünf Prachthss., die für Erzbischof Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545) hergestellt worden waren (z. B. das Ha…

Anopistographisch

(57 words)

Author(s): W. Milde
nennt man Drucke, bei denen das Papier nur einseitig, und zwar meist mit dem Reiber durch Handpressung bedruckt wurde, wie das bei Blockbüchern des 15. Jh.s oftmals der Fall ist. Bei der Benutzung des Reibers drückten sich die Umrisse der Zeichnung so tief in das Papier ein, daß die Rückseite unbedruckt bleiben mußte. W. Milde

Rubrica

(301 words)

Author(s): W. Milde
(lat. rubrica terra, rubrum = rote Erde, rote Farbe, Rötel), einfache Strichelung in Rot beziehungsweise Rotschreibung, als Mittel, um in Hss. Überschriften, wichtige Wörter, Zeilen (Incipit, Explicit), Textabschnitte beziehungsweise Texteinschnitte hervorzuheben, eine Arbeit, die im allg. dem Rubrikator (oftmals identisch mit dem Schreiber) zukam. Meist fin den sich rote oder rot gestrichelte Zeilen am Anfang wie am Schluß von Hss.; innerhalb eines Textes sollte Rot die Gliederung und Übersicht…

Handschriftenkataloge

(1,010 words)

Author(s): W. Milde
Das Verzeichnen von ma. wie nachma. abendländischen Hss. geschieht, obwohl jede Hs. aufgrund ihrer Eigenart (Inhalt, äußere Merkmale, Gesch., Leserschaft) ein Individuum darstellt und dem Bearb. stets neue Probleme bietet, nach Regeln bzw. Richtlinien, die eine gewisse Einheitlichkeit bei der Beschreibung anstreben und z. T. bereits vor Jahrzehnten aufgestellt wurden: in Frankreich (um 1900), Österreich (1975). in der BRDeutschland (1963), in der DDR (1983). Die meisten abendländischen Hss. find…

Schmidt, Wieland

(270 words)

Author(s): W. Milde
* 29. 3. 1904 in Berlin, † 27. 12. 1989 ebd., Bibliothekar, Bibliothekshistoriker, Germanist. Nach Studium (Germanistik, Kunstgesch., Gesch., Mittellatein) in Berlin, Mitarbeit an dem Unternehmen der Preu-ßischen Akad. d. Wiss. zur Beschreibung der dt. Hss. des MA und Promotion wurde S. 1934 Volontär an der Preu-ßischen SB und der UB Berlin, zugleich Mitarbeiter am GW. Er war 1936–1939 und 1945–1946 Bibliothekar an der SB, der er «die Treue nie gebrochen» hat; 1939–1945 Kriegsdienst, 1946–1950 D…

Capponi, Alessandro Gregorio

(124 words)

Author(s): W. Milde
Marchese, * 12. 3. 1683 in Rom, 21. 9. 1746 ebd., Schöpfer einer an ital. Lit. (einschl. Hss.) sehr reichen Bibliophilenbibl., päpstlicher Geheimkämmerer. C. führte ein Bibliothekstagebuch. Seine Bücher (über 3000) und Hss. (289) hinterließer testamentarisch der Vatikanischen Bibliothek (Uberführung Dezember 1746). W. Milde Bibliography Berti, A.: Catalogo della Libreria Capponi o sia de'libri italiani del fu Marchese A. G. Capponi. Roma 1747 Salvo Cozzo, G.: I codici Capponiani della bibl. Vaticana. Roma 1897 Bogeng, G. A. E.: Die großen Bibliophilen Bd. 3. Leipzig 1922…

Quatern

(157 words)

Author(s): W. Milde
(io), meist maskulin, aber auch feminin (lat. Vierzahl, Quartbogen, Heft), ist die Bezeichnung für eine Lage von vier in der Mitte gefalteten Doppelbl. (= acht Bl.), die übliche Lagenform ma. Hss.; im Sinne von «Bogen», «Heft» wurde der Ausdruck bereits von Cassiodor (um 487 — 583) in seinen «Institutiones« verwendet (18,3; 40,7; 41,8). Die Bezeichnung wurde auch von den Frühdruckern übernommen, wie u. a. der «Numerus et ordo quaternorum» in einem Koberger–Druck von 1485 (HC 4641) und die deutsc…

Federprobe

(250 words)

Author(s): W. Milde
(lat. probatio pennae), kürzerer oder längerer Eintrag in ma. Hss. vorne oder hinten, auch auf den Spiegeln der Einbanddeckel oder am Seitenrand. Einerseits handelt es sich dabei um einfache Schreibereien (Namen, einzelne Buchstaben bzw. Wörter, oft nur «probatio pennae»), um Feder bzw. Tinte zu prüfen; andererseits um Merkverse (oft korrupt oder unvollständig), die in den Bereich des ma. elementaren Schreibunterrichts verweisen. Kannte der Schüler das Alphabet, dann erfolgte dessen Einübung anh…

Kontraktion

(336 words)

Author(s): W Milde
ist neben der Suspension die zweite Art des lat. Abkürzungssystems, wobei nur der Anfangs– und der Endbuchstabe (bzw. die Hauptkonsonanten) zur Wiedergabe des Wortes verwendet werden und ein Strich über der Kürzung diese verdeutlicht. Nach Ludwig Traube ist diese Methode zunächst von den griech. Bibelschreibern verwendet worden. Er nahm an, daß diese Art auf jüdischen Einfluß zurückgehe (Gottesname). Doch kann man die Anregung dafür auch in der griech. Stenographie suchen, welche die veränderlic…

Lessing, Gotthold Ephraim

(390 words)

Author(s): W. Milde
* 22. 1. 1729 in Kamenz (Oberlausitz), U· 2. 1781 in Braunschweig, Bibliothekar, Dichter, Aufklärer. Nach dem Besuch der Kamenzer Lateinschule und der Fürstenschule St. Afra in Meißen begann L. 1746 das Studium in Leipzig (Theologie, Philologie); hier hatte er auch enge Verbindung zum Theater (Neubersche Truppe, «Der junge Gelehrte» 1748); 1752 legte er das Magisterexamen in Wittenberg ab. Seit 1748 war L. in Berlin (mit Unterbrechungen) als Herausgeber, Journalist und Rezensent (Freundschaft mi…

S

(150 words)

Author(s): W. Milde
achtzehnter Buchstabe des lat. Alphabets (neunzehnter im dt. Alphabet), entstand aus dem griech. Sigma, altgriech. (5. Jh. v. Chr.). Dieses wiederum stammt aus dem phönizischen bzw. altsemitischen Zeichen (13. Jh. v. Chr.). Semitisch sāmekh (semk) bezeichnete den Buchstaben S. Das s bezeichnet den stimmlosen dentalen Reibelaut (s); im Deutschen, Englischen und Fran-zösischen auch den stimmhaften dentalen Laut (z). Für sch im tschechischen, kroatischen, litauischen, lettischen Alphabet sowie in…

Clodius, Heinrich Jonathan

(158 words)

Author(s): W. Milde
4. 8. 1767 in Dresden, Bibliothekar, Sekretär der Kurfürstlichen Bibl. in Dresden 1743 — 1767. C. erarbeitete den alphabetischen Kat. (20 Bde. 1750 — 1753) und machte sich um die Verzeichnung der Hss. verdient. Im Siebenjährigen Krieg lagerte er die Bestände in die Kasematten am Opernhaus aus (1760). Werke: «Specimen thesauri novae Bibliothecae litterariae universalis realis» 1757; « Kurzgefaßte historische Nachricht von der ehemaligen und gegenwärtigen Einrichtung der Churfürstlichen Bibl. zu Dresden 1763; «Primae lineae bibliothecae lusoriae» 1761. W. Milde Bibliography Ad…

Schweiger, Franz Ludwig Anton

(228 words)

Author(s): W. Milde
* 29. 3. 1803 in Braunschweig, † 23. 4. 1872 in Göttingen, Professor der Literärgesch. und Bibliothekar, 1836–1838 Bibl.sekretär in Wolfenbüttel unter dem Oberbibliothekar Karl Philipp Christian Schönemann. S. war gegen die weitere Auflö-sung der alten Sammelbde. und wollte die alte Ordnung des Herzogs August retten. 1838 ging er nach Göttingen als Unterbibliothekar, 1858 wurde er 2. Bibliothekar neben dem Oberbibliothekar Karl Friedrich Christian Hoeck. Er hatte entscheidenden Anteil an den Dir…

Handschriftensammlungen

(6,210 words)

Author(s): W. Milde
(hier: Slg. abendländischer Hss.) sind mit wenigen Ausnahmen Bestandteile öffentlicher Institutionen (überwiegend der Bibl.en). Eine Gesamtübersicht mit exakten Zahlenangaben der Bestände gibt es nicht, zumal einheitliche Aufnahmeverfahren und Zählweisen nicht existieren. Regionale Übersichten gibt es für die BRDeutschland, die USA, die UdSSR und für Polen. Eine heute noch maßgebliche Auflistung gab der Münchener Philologe und Mediävist Ludwig Traube («Vorlesungen und Abhandlungen» Bd. 1, S. 127), als er die wichtigsten europäischen Bibl.e…

Heinemann, Otto von

(234 words)

Author(s): W. Milde
*7.3.1824 in Helmstedt, † 7. 6. 1904 in Wolfenbüttel, Bibliothekar und Historiker. H. studierte Gesch. und neuere Sprachen in Bonn und Berlin (insbes. bei Leopold von Ranke), war 1848 – 1850 Hauslehrer in Paris, 1854–1863 Gymnasialoberlehrerund Archivar in Bernburg, 1868–1904 Leiter der Bibl, zu Wolfenbüttel. Er begann mit der modernen Katalogisierung der Hss. (1. Bd. 1884) und Drucke in Wolfenbüttel, ließ den Neubau des Bibliotheksgebäudes errichten (1881–1886; das ältere, die baufällig geworde…

Riddagshausen

(327 words)

Author(s): W. Milde
(urspr. «Cella S. Mariae») ehemaliges Zisterzienserkloster, östlich von Braunschweig, 1934 eingemeindet. R. wurde 1145 gegr. als Filiation des Zisterzienserklosters Amelungsborn; es erhielt zahlreiche Dotationen, u. a. von Heinrich dem Löwen. 1216 Baubeginn, 1275 Weihe der heutigen Kirche (seit 1568 evangelische Pfarrkirche). 1542 bzw. 1568 wurde die Reformation eingeführt, nach dem 30jährigen Krieg wurde R. herzogliche Domäne. Im 16. und 17. Jh. erlitt R. oftmals Plünderungen, und Zerstörungen.…

Plinius Secundus der Ältere, Gaius

(140 words)

Author(s): W Milde
(23 — 79 n.Chr.), aus Comum (= Como, Oberitalien), röm. Offizier und Verwaltungsbeamter, beim Vesuvausbruch am 24. 8. 79 als Opfer seines Forschungsdranges in Aschenregen und Vulkangasen umgekommen. Von seinen Werken hat sich nur die «Naturalis historia» (37 Bücher, unvollendet, über 300 bekannte Hss. und 21 Ink. [H 13087 — 13107]) erhalten, eine aus zahllosen Quellen und eigenen Erfahrungen zusammengestellte Enzyklopädie des damals bekannten Wissens: Entstehung des Weltalls, Geographie, Medizin…

Laskaris, Janos

(234 words)

Author(s): W. Milde
(genannt Rhyndaconus), * 1445, f 7. 12. 1534, byzantinischer Philologe, Dichter und Bibliothekar. Er floh 1453 aus Konstantinopel über Kreta nach Italien, wurde um 1475 in Florenz Lehrer für Griech. und Bibliothekar bei Lorenzo de'Medici, für den er auf zwei Reisen 1491/1492 ca. 200 griech. Hss. erwarb (bes. aus Klöstern auf dem Athos und auf Kreta). Nach der Vertreibung der Medici aus Florenz (1494) ließ er sich 1496 in Paris nieder, unterrichtete dort Griech., war befreundet mit Guillaume Búdé…

Bernward

(279 words)

Author(s): W. Milde
* ca. 960, 20. 11. 1022 in Hildesheim, Bischof von Hildesheim, heiliggesprochen 1192. Aus sächsischem Hochadel; ca. 975 Eintritt in die Domschule Hildesheim (Leiter: Thangmar). Diakon-u. Priesterweihe in Mainz, danach Verwaltung von Familiengütern. Eintritt in die Hofkapelle Ottos III.; 987 (Mit-)Erzieher des jungen Königs; 993 Bischof von Hildesheim. Gründete u.a. 1001 das Michaelskloster in Hildesheim. Unter B. kam Hildesheim zu erstrangiger künstlerischer Blüte («Bernwardinische Kunst»). Von ihm angeregt, gefordert oder veranlaßt: Buchkunst (fünf…

P

(109 words)

Author(s): W. Milde
fünfzehnter Buchstabe des lat. Alphabets (sechzehnter im dt. Alphabet), griech. TT (Pi). Er bezeichnet den stimmlosen bilabialen Verschlußlaut. Die früheste kalligraphische Form (Capitalis) zeigt einen senkrechten Schaft und einen von seiner oberen Spitze nach unten, zur rechten Mitte hin geführten gerundeten Bogen, der den Schaft noch nicht berührt. In der älteren röm. Kursive ist der Schaft schräg, der Bogen geht — mehr oder weniger stark gerundet — dagegen nach rechts oben; in der jüngeren röm. Kursive ähnelt der Buchstabe, etwas schräg stehend, im alig. der heutigen Form. W. M…

E caudata

(146 words)

Author(s): W. Milde
(ę), das unten mit einem zumeist bogenförmigen Strich (Schwanz, Schweif) versehene e für den Diphthong ae. Entstand aus der Ligatur ae durch Reduzierung des weiter nach unten gesetzten a zu einem Bogen bzw. Haken bzw. Strich. Begegnet seit Anfang des 6. Jh.s, wurde bald sehr häufig und verdrängte im 10. und 11. Jh. zusehends ae (auch für e und oe, da lautlicher Zusammenfall). Im 12. Jh. wich £ dem einfachen e. In den humanistischen Schriften tauchte ę neben ae wieder auf (und hielt sich bis nach 1500). E caudata. Nach Lindsay. W. Milde Bibliography Lindsay, W. M.: The Letters in early Lati…

Bethmann, Ludwig Konrad

(223 words)

Author(s): W. Milde
* 23. 6. 1812 in Helmstedt, † 5. 12. 1867 in Wolfenbüttel, Bibliothekar und Historiker, studierte Philologie u. Geschichte in Göttingen (bei Jacob u. Wilhelm Grimm, K. O. Müller, F. C. Dahlmann). Zunachst Hauslehrer, 1837–1854 Mitarbeiter («gelehrter Gehilfe») an den «Monumenta Germaniae historica» (mit Reisen nach Holland, Belgien, Frankreich, Italien), 1854–1867 Bibliothekar (Direktor) der Herzoglichen Bibl. in Wolfenbüttel, um deren Ausbau er sich verdient machte (Erwerbung: Jährlicher Zuwach…

Plutarch

(98 words)

Author(s): W Milde
ca. 46 — 120 n. Chr., aus Chaironeia (Böotien) stammender Biograph und Philosoph, letzter griech. Schriftsteller von Bedeutung, nach Studien in Athen und Rom im kommunalen Bereich tätig. Sein Hauptwerk sind die Biographien von Staatsmännern und Feldherren, wobei jeweils ein Grieche und ein Römer im Vergleich als Paar zusammengeordnet werden (z.B. AlexanderCaesar, Demosthenes — Cicero); insgesamt 23 Paare und vier Einzelpersonen — ein Werk mit moralischer Zweckbestimmung. Außerdem haben sich von …

Klosterbibliotheken

(1,055 words)

Author(s): W. Milde
sind der wichtigste und zahlenmäßig größte Bibliothekstyp des abendländischen MA. Daneben gab es Dombibl.en, einige wenige Bibl.en von Personen, sowie seit dem hohen MA die UB (Bibliotheksgesch., MA). Die Klöster brauchten für die Erfüllung ihrer Aufgaben eine Anzahl von Büchern, für den Gottesdienst, für die Bibelauslegung, für die Tischlesung, für das Studium. Umfangmäßig waren die K. sehr unterschiedlich, von wenigen Cod. in kleineren Klöstern bis zu mehreren Hundert Bdn. in größeren, wie ber…

Maurdramnus

(160 words)

Author(s): W. Milde
Abt von Corbie (772—780) und Auftraggeber von Handschriften. Mit seinem Namen ist ein Schrifttyp verbunden, der als früher Vertreter einer nahezu vollentwickelten karolingischen Minuskel gilt («M. Minuskel», bes. charakteristisch sind die Buchstaben f, r, s). In Corbie wurden innerhalb eines Jh.s bis zur Zeit Karls des Großen mehrere Schrifttypen nebeneinander verwendet, nämlich der «eN-Typ» und der häufiger vorkomniende «ab-Typ». Neben ihnen ist der M.-Typ der fortgeschrittenere, der seine halb…

W

(100 words)

Author(s): W. Milde
23. Buchstabe im dt. Alphabet, kommt im Lat. nicht vor, entstanden durch Verdoppelung des V. Er bezeichnet im Dt. den stimmhaften labiodentalen Reibelaut und wurde erst durch den dt. Laut notwendig. Im MA an-fangs durch uu dargestellt; etwa im 11. Jh. kam die Form W auf (neben uu). Im Englischen W blieb der alte stimmhafte bilabiale Lautwert erhalten. In angelsächsischen Texten wird statt W oft die Rune = wyn gebraucht, die auch im Althochdt. vorkommt (Hildebrandslied, Glossen). Als Majuskel fi…

Pultbibliotheken

(699 words)

Author(s): W Milde
vorherrschender Bibliothekstyp im SpätMA und in der Renaissance, sowohl in Kirchen und Klöstern als auch in Profanbauten. Es handelt sich dabei um Räume, in denen die Bücher — überwiegend angekettet — flach auf geneigten Pulten oder «Buchbänken» (pulpita, lectrina) zur Benutzung bereitlagen. Nicht selten gab es unter der Pultplatte noch ein Fach zur Ergänzung des Ablageraumes. Das ein- oder zweiseitig abgedachte Pult, in der Form aus den älteren Schreib– bzw. Lesepulten in den Schreibstuben der …

U

(158 words)

Author(s): W. Milde
zwanzigster Buchstabe des lat. Alphabets (einundzwanzigster im dt. Alphabet), geht zurück auf die griech. Zeichen (7. Jh. v. Chr.); diese hängen zus. mit dem altsemitischen Zeichen (13. Jh. v. Chr.). Die Formen U und V in der lat. Schrift haben eine gemeinsame Herkunft: In der Capitalis quadrata (in Hss. und Inschriften) wurde für den Vokal wie für den Konsonanten gleichermaßen die unten spitz zulaufende Form V verwendet; von Capitalis rustica an, insbes. aber seit der Unzialis sowie zumeist auc…

Meyer, Wilhelm

(277 words)

Author(s): W Milde
gen. «Meyer aus Speyer», 1. 4. 1845 in Speyer, 9. 3. 1917 in Göttingen, klassischer und mittellat. Philologe und Handschriftenbibliothekar. M.wurde 1867 von dem Direktor der Münchener Hof– und SB Karl Halm, zur Mitarbeit an der Katalogisierung der mehr als 27 Tsd. lat. Münchener Hss. herangezogen, von denen er rund 15 Tsd. verzeichnete und für die Drucklegung des Kat. vorbereitete (1871— 1881). Er wurde 1875 Bibliothekssekretär in München, 1886 ordentlicher Professor für klassische und mittellat…
▲   Back to top   ▲