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Analytische Handschriftenforschung

(383 words)

Author(s): W. Milde
untersucht die literarischen Handschriften der Neuzeit (besonders des 19. und 20. Jahrhunderts) in ihrem materiellen, greifbaren Charakter: Autorenhandschriften wie Schreiberkopien. Typisch sind dafür Vorarbeiten; Niederschriften zur Ausarbeitung des Textes (Konzepte mit Streichungen und Veränderungen, Versuche, Entwürfe); Reinschriften. Entwickelt in jüngster Zeit besonders in Frankreich als Hilfsdisziplin der neueren Literaturwissenschaft in Anlehnung an Kodikologie (Begriffsprägung 1949) und …

Opistographischer Druck

(97 words)

Author(s): W. Milde
heißt der beidseitige Abdruck von Holzschnitten bzw. Holztafeln in Blockbüchern des 15.J11.S. Zunächst konnte der Abdruck mit dem Reiber durch Handpressung nur einseitig ( Anopistographisch) erfolgen, da sich die Umrisse der Holztafeln so tief in das Papier eindrückten, daß die Rückseite nicht mehr zu bedrucken war. Die Blätter wurden mit ihren unbedruckten Rückseiten zusanmlengeklebt. Erst nach Erfindung der Buchdruckpresse konnten Vorderund Rückseite eines Blattes beidseitig bedruckt werden. W. Milde Bibliography Geldner, F.: Die Drucktechnik der Blockbücher. In:…

Liber floridus

(313 words)

Author(s): W. Milde
ist die Bezeichnung für die vermutlich älteste illuminierte ma. Enzyklopädie, die von Lambert, Kanoniker der Liebfrauenkirche in Saint-Omer, ca. 1090 begonnen und ca. 1120 beendet wurde. Er wollte das gesamte Wissen seiner Zeit dem heiligen Audomarus von Saint-Omer wie den eigenen Zeitgenossen darbieten, zumindest auszugsweise. Er stellte sein Werk aus über hundert Quellen, größtenteils aus Büchern der heimischen Bibl, zus., wobei er die zahlreichen Miniaturen einschließlich der Erd- und Himmels…

Wolfstieg, August

(196 words)

Author(s): W. Milde
Bibliothekar, Professor, Geheimer Regierungsrat, * 21. 6. 1859 in Wolfenbüttel, † 27. 5. 1922 ebenda. Der Sohn eines Sattlermeisters besuchte das humanistische Gymnasium «Große Schule» in Wolfenbüttel, studierte anschließend Philosophie und Gesch. in Berlin und schloß 1883 mit einer Promotion über die Stadt Goslar im 11. und 12. Jh. ab. 1882 Volontär, 1891 Kustos an der UB in Berlin, 1892–1896 Bibliothekar des Staatswissenschaftlichen Seminars. 1897 ging er an die Bibl. des Preußischen Abgeordne…

Lohnschreiber

(186 words)

Author(s): W. Milde
Antike und Spätantike kannten das gewerbsmäßige Abschreiben von Texten durch Berufsschreiber, genannt antiquarii, bibliographii, scriptores bzw. calligraphii librarii. Im frühen MA wurden sie durch Mönche und Nonnen abgelöst, die überwiegend für Gotteslohn, d. h. ohne Entgelt, arbeiteten. Als im 13. Jh. in den älteren Klöstern der wirtschaftliche und kulturelle Niedergang einsetzte, zeigten sich seine Auswirkungen auch in der Vernachlässigung der Scriptorien: Das Abschreiben überließen die des S…

Unziale

(1,895 words)

Author(s): W. Milde
Bezeichnung für eine Form sowohl der griech. wie der lat. Buchschrift. 1. Gr iechische Unziale. Griech. U. ist eine zwischen zwei Linien gesetzte Majuskelschrift mit Neigung zur Rundung der Buchstaben, beginnend in geringem Umfang im 4. Jh. v. Chr. (z. B. auf Papyri aus Ägypten). Die Buchstaben stehen unverbunden nebeneinander, ohne Wort- und Satztrennung. Bes. typische Buchstaben sind €, ω. Nach den beiden Schriftträgern spricht man von Papyrusunziale (4. Jh. v. Chr.–8. Jh. n. Chr.) und von Pergamentunziale (…

Riesenbibeln

(283 words)

Author(s): W. Milde
von dem Kunsthistoriker Georg Swarzenski (1876 — 1957, Frankfurt a.M. / Boston, Massachusetts) in die Gesch. der ma. Buchmalerei eingeführte Bezeichnung eines Typus von Bibeln im Großfolioformat, die mit Initialen, Figuren und szenischen Darstellungen geschmückt sind. Die romanischen R., die unter den illuminierten Hss. des MA eine Gruppe für sich bilden, finden sich zuerst (vor und nach 1100) in Ober– bzw. Mittelitalien (R. aus Hirsau 2. Hälfte n. Jh., R. aus St. Florian ca. 1075, R. aus Cividale 1. Hälfte 12. Jh.). Von ihnen ang…

Praun, Georg Septimus Andreas von

(251 words)

Author(s): W. Milde
* 4. 8. 1701 in Wien, 1. 5. 1786 in Braunschweig, Bibliothekar, Archivar und Minister. P. führte von 1751 an die Oberaufsicht über die herzogliche Bibl, in Wolfenbüttel, war Vorgesetzter von Christian Johann Brandan Hugo (1725 bis 1804), Gotthold Ephraim Lessing (1729 — 1781) und Ernst Theodor Langer (1743 — 1820). Er studierte in Altdorf, wurde 1725 Assessor und Kammeijunker in Oettingen, ca. 1727 Bibliothekar in Blankenburg, Harz, der Residenz des Herzogs Ludwig Rudolf von Braunschweig–Lünebur…

Initia

(358 words)

Author(s): W. Milde
Anfangswörter bzw. Anfangswendungen oder Anfangssätze eines Textes, der am Beginn eines Buches oder am Anfang eines Schriftwerkes steht (meist in Hss.). Die Initien bilden häufig das wichtigste Mittel, einen bestimmten Text (bzw. eine bestimmte Hs.) zu kennzeichnen, wobei oftmals noch entsprechende Sätze oder Wendungen vom Schluß des Textes hinzutreten können. Diesen Kennzeichnungen eines Textes bzw. einer Hs. kam bes. Bedeutung in einer Zeit zu, als exakte Angaben über Verf., Titel, Datierung u…

Aschaffenburg

(169 words)

Author(s): W. Milde
Die Hofbibliothek (Schloß Johannisburg) entstand 1794 durch die Verlegung der Privatbibliothek des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Friedrich Karl Joseph vonErthal (1774-1802), (Bestand 1785: 8000 Bde.). Mit ihr kam auch der Dichter Wilhelm Heinse (1746-1803) als Bibliothekar von Mainz nach A. In der Sammlung befinden sich u. a. Stücke aus der Mainzer Dombibliothek, darunter fünf Prachthss., die für Erzbischof Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545) hergestellt worden waren (z. B. das Ha…

Anopistographisch

(57 words)

Author(s): W. Milde
nennt man Drucke, bei denen das Papier nur einseitig, und zwar meist mit dem Reiber durch Handpressung bedruckt wurde, wie das bei Blockbüchern des 15. Jh.s oftmals der Fall ist. Bei der Benutzung des Reibers drückten sich die Umrisse der Zeichnung so tief in das Papier ein, daß die Rückseite unbedruckt bleiben mußte. W. Milde

Rubrica

(301 words)

Author(s): W. Milde
(lat. rubrica terra, rubrum = rote Erde, rote Farbe, Rötel), einfache Strichelung in Rot beziehungsweise Rotschreibung, als Mittel, um in Hss. Überschriften, wichtige Wörter, Zeilen (Incipit, Explicit), Textabschnitte beziehungsweise Texteinschnitte hervorzuheben, eine Arbeit, die im allg. dem Rubrikator (oftmals identisch mit dem Schreiber) zukam. Meist fin den sich rote oder rot gestrichelte Zeilen am Anfang wie am Schluß von Hss.; innerhalb eines Textes sollte Rot die Gliederung und Übersicht…

Handschriftenkataloge

(1,010 words)

Author(s): W. Milde
Das Verzeichnen von ma. wie nachma. abendländischen Hss. geschieht, obwohl jede Hs. aufgrund ihrer Eigenart (Inhalt, äußere Merkmale, Gesch., Leserschaft) ein Individuum darstellt und dem Bearb. stets neue Probleme bietet, nach Regeln bzw. Richtlinien, die eine gewisse Einheitlichkeit bei der Beschreibung anstreben und z. T. bereits vor Jahrzehnten aufgestellt wurden: in Frankreich (um 1900), Österreich (1975). in der BRDeutschland (1963), in der DDR (1983). Die meisten abendländischen Hss. find…

Pollio, (Gaius) Asinius

(186 words)

Author(s): W Milde
76 v. Chr. — 5 n. Chr., Konsul 40 v. Chr., Anhänger Caesars im röm. Bürgerkrieg, Gründer der ersten öffentlichen Bibl, in Rom. Bereits Caesar hatte den Plan gehabt, in Rom eine Bibl, für alle Bürger einzurichten, in der die lat. Lit. neben der griech. aufgestellt werden sollte. Nach dessen Tod führte P. mit Mitteln aus der Beute des illyrischen Feldzugs von 39 v. Chr. den Plan aus. Er richtete im Atrium Libertatis, dem Behördenhaus neben dem Forum, eine griech. und eine lat. Bibl, ein, geschmück…

Schreibfeder

(162 words)

Author(s): W. Milde
Das Schreibinstrument für das Schreiben mit Tinte war in der Antike das Schreibrohr (calamus), das im MA die Feder (penna). Das Rohr (gewonnen aus Schilfrohr) wurde zunächst auch noch im MA benutzt; frühe Spuren der Feder sind bereits im 5. Jh. nachweisbar. Im ma. Abendland wurde fast ausschließlich mit der Gänsefeder (Schwanz- wie Flügelfeder) geschrieben, gelegentlich auch mit einer Schwanenfeder. Anweisungen für das Schneiden von Federn (temperieren) gibt es aus dem SpätMA. Nur vereinzelt fin…

Quintilianus, Marcus Fabius

(134 words)

Author(s): W. Milde
ca. 35 — 100 n. Chr., aus Calagurris (Spanien), bedeutendster lat. Rhetoriker. Q. war Lehrer der Rhetorik und Prinzenerzieher in Rom unter Kaiser Domitian. Sein Werk «De institutione oratoria» entstand aufgrund seiner Lehrtätigkeit. Es behandelt die Erfindung der Rhetorik, die Ausbildung des Redners, das Memorieren, die Rede und den Vortrag. Im zehnten Buch gibt er eine wichtige Übersicht über die griech. und lat. Dichter und Prosaiker, die der Redner zum Zwecke der Nachahmung kennen sollte. Sei…

Handschriftenkunde

(1,733 words)

Author(s): W. Milde
1hr Gegenstand im weiteren Sinn ist «jede Art von Dokumenten, die mit der Hand aufgezeichnet sind, ohne Rücksicht auf Form, Beschreibstoff, Alter, Ort und Zeit der Entstehung, Inhalt» (Karl Löffler). Spezielle Teile haben sich im Laufe der Zeit ausgegliedert: Aufzeichnungen auf Papyrus gehören zur Papyrologie, auf Stein, Holz und Metall zur Epigraphik, auf Münzen und Medaillen zur Numismatik, auf Siegeln zur Sphragistik, mit ma. Urkunden und neuzeitlichen Akten beschäftigt sich die Diplomatik (U…

Fürstenbibliotheken

(859 words)

Author(s): W. Milde
entstanden durch bibliophile Leidenschaft und Mäzenatentum ihrer adligen Stifter; sie waren als Privatbibl, en konzipiert, sollten aber auch der Wissenschaft offenstehen und der fürstlichen Repräsentation dienen (wie dies in den Baulichkeiten zum Ausdruck kommt). Wenn auch bereits Karl der Große und andere Herrscher des MA bis zu Kaiser Friedrich II. († 1250) Bü-cherslg. anlegten, so gibt es doch die F. als Institution im eigentlichen Sinne erst seit dem späten MA, als die Laienbildung in Europa zunahm und mit ihr die Lateinkenn…

Invocatio

(83 words)

Author(s): W. Milde
Anrufung Gottes bzw. des göttlichen Namens am Anfang ma. Urkunden. Dies kann durch Worte in unterschiedlichen Wendungen (häufig z. B. «In nomine sanctae et individuae trinitatis») oder symbolisch durch das Chrismon (zunächst ein reich verziertes Kreuz, daneben der verzierte Initialbuchstabe C oder das griech. Monogramm Christi) geschehen, aber auch durch Verbindung beider Möglichkeiten. In nomine W. Milde Bibliography Erben, W.: Urkundenlehre. T. 1. München/Berlin 1907, S. 140ff., 2l7ff., 306ff Bresslau, H.: Handb. der Urkundenlehre. Bd. 1. 3. Aufl. Berlin 1958, S. 47.

Metten

(357 words)

Author(s): W. Milde
Benediktinerabtei (Kreis Deggendorf, Niederbayern), gegr. ca. 766, besiedelt wahrscheinlich mit Rei–chenauer Mönchen, 1236 Vernichtung von Kloster, Kirche und Bibliothek durch Brand. 1414 entstanden eine Biblia Pauperum mit zahlreichen hervorragenden Federzeichnungen und eine Benediktinerregel mit ungewöhnlich qualitätvollen Miniaturen aus dem Leben des Heiligen (heute: München, Bayerische SB, Clm 8201 und 820 Id). 1624 wurde ein Bibliotheksbau errichtet, 1724 bis 1726 folgte die Einrichtung des…

IncipitW

(194 words)

Author(s): W. Milde
(in cant) Wendung am Anfang von Texten in ma. Hss. oder Inkunabeln, die den Text einleitet; meist in der Form «Hic incipit ...». Das I. vertritt im MA den Buchtitel. Es wird – wie sein Gegenstück, das Explicit, am Schluß eines Textes – häufig hervorgehoben durch eine besondere Schriftart (z.B. durch Majuskelschrift in Minuskeltexten bzw. durch eine nicht mehr als Textschrift gebräuchliche ältere Schriftart als Auszeichnungsschrift) oder durch Farbe (meist rot) oder durch abwechselnd andersfarbig…

E caudata

(146 words)

Author(s): W. Milde
(ę), das unten mit einem zumeist bogenförmigen Strich (Schwanz, Schweif) versehene e für den Diphthong ae. Entstand aus der Ligatur ae durch Reduzierung des weiter nach unten gesetzten a zu einem Bogen bzw. Haken bzw. Strich. Begegnet seit Anfang des 6. Jh.s, wurde bald sehr häufig und verdrängte im 10. und 11. Jh. zusehends ae (auch für e und oe, da lautlicher Zusammenfall). Im 12. Jh. wich £ dem einfachen e. In den humanistischen Schriften tauchte ę neben ae wieder auf (und hielt sich bis nach 1500). E caudata. Nach Lindsay. W. Milde Bibliography Lindsay, W. M.: The Letters in early Lati…

Bethmann, Ludwig Konrad

(223 words)

Author(s): W. Milde
* 23. 6. 1812 in Helmstedt, † 5. 12. 1867 in Wolfenbüttel, Bibliothekar und Historiker, studierte Philologie u. Geschichte in Göttingen (bei Jacob u. Wilhelm Grimm, K. O. Müller, F. C. Dahlmann). Zunachst Hauslehrer, 1837–1854 Mitarbeiter («gelehrter Gehilfe») an den «Monumenta Germaniae historica» (mit Reisen nach Holland, Belgien, Frankreich, Italien), 1854–1867 Bibliothekar (Direktor) der Herzoglichen Bibl. in Wolfenbüttel, um deren Ausbau er sich verdient machte (Erwerbung: Jährlicher Zuwach…

Plutarch

(98 words)

Author(s): W Milde
ca. 46 — 120 n. Chr., aus Chaironeia (Böotien) stammender Biograph und Philosoph, letzter griech. Schriftsteller von Bedeutung, nach Studien in Athen und Rom im kommunalen Bereich tätig. Sein Hauptwerk sind die Biographien von Staatsmännern und Feldherren, wobei jeweils ein Grieche und ein Römer im Vergleich als Paar zusammengeordnet werden (z.B. AlexanderCaesar, Demosthenes — Cicero); insgesamt 23 Paare und vier Einzelpersonen — ein Werk mit moralischer Zweckbestimmung. Außerdem haben sich von …

Klosterbibliotheken

(1,055 words)

Author(s): W. Milde
sind der wichtigste und zahlenmäßig größte Bibliothekstyp des abendländischen MA. Daneben gab es Dombibl.en, einige wenige Bibl.en von Personen, sowie seit dem hohen MA die UB (Bibliotheksgesch., MA). Die Klöster brauchten für die Erfüllung ihrer Aufgaben eine Anzahl von Büchern, für den Gottesdienst, für die Bibelauslegung, für die Tischlesung, für das Studium. Umfangmäßig waren die K. sehr unterschiedlich, von wenigen Cod. in kleineren Klöstern bis zu mehreren Hundert Bdn. in größeren, wie ber…

Maurdramnus

(160 words)

Author(s): W. Milde
Abt von Corbie (772—780) und Auftraggeber von Handschriften. Mit seinem Namen ist ein Schrifttyp verbunden, der als früher Vertreter einer nahezu vollentwickelten karolingischen Minuskel gilt («M. Minuskel», bes. charakteristisch sind die Buchstaben f, r, s). In Corbie wurden innerhalb eines Jh.s bis zur Zeit Karls des Großen mehrere Schrifttypen nebeneinander verwendet, nämlich der «eN-Typ» und der häufiger vorkomniende «ab-Typ». Neben ihnen ist der M.-Typ der fortgeschrittenere, der seine halb…

W

(100 words)

Author(s): W. Milde
23. Buchstabe im dt. Alphabet, kommt im Lat. nicht vor, entstanden durch Verdoppelung des V. Er bezeichnet im Dt. den stimmhaften labiodentalen Reibelaut und wurde erst durch den dt. Laut notwendig. Im MA an-fangs durch uu dargestellt; etwa im 11. Jh. kam die Form W auf (neben uu). Im Englischen W blieb der alte stimmhafte bilabiale Lautwert erhalten. In angelsächsischen Texten wird statt W oft die Rune = wyn gebraucht, die auch im Althochdt. vorkommt (Hildebrandslied, Glossen). Als Majuskel fi…

Pultbibliotheken

(699 words)

Author(s): W Milde
vorherrschender Bibliothekstyp im SpätMA und in der Renaissance, sowohl in Kirchen und Klöstern als auch in Profanbauten. Es handelt sich dabei um Räume, in denen die Bücher — überwiegend angekettet — flach auf geneigten Pulten oder «Buchbänken» (pulpita, lectrina) zur Benutzung bereitlagen. Nicht selten gab es unter der Pultplatte noch ein Fach zur Ergänzung des Ablageraumes. Das ein- oder zweiseitig abgedachte Pult, in der Form aus den älteren Schreib– bzw. Lesepulten in den Schreibstuben der …

U

(158 words)

Author(s): W. Milde
zwanzigster Buchstabe des lat. Alphabets (einundzwanzigster im dt. Alphabet), geht zurück auf die griech. Zeichen (7. Jh. v. Chr.); diese hängen zus. mit dem altsemitischen Zeichen (13. Jh. v. Chr.). Die Formen U und V in der lat. Schrift haben eine gemeinsame Herkunft: In der Capitalis quadrata (in Hss. und Inschriften) wurde für den Vokal wie für den Konsonanten gleichermaßen die unten spitz zulaufende Form V verwendet; von Capitalis rustica an, insbes. aber seit der Unzialis sowie zumeist auc…

Meyer, Wilhelm

(277 words)

Author(s): W Milde
gen. «Meyer aus Speyer», 1. 4. 1845 in Speyer, 9. 3. 1917 in Göttingen, klassischer und mittellat. Philologe und Handschriftenbibliothekar. M.wurde 1867 von dem Direktor der Münchener Hof– und SB Karl Halm, zur Mitarbeit an der Katalogisierung der mehr als 27 Tsd. lat. Münchener Hss. herangezogen, von denen er rund 15 Tsd. verzeichnete und für die Drucklegung des Kat. vorbereitete (1871— 1881). Er wurde 1875 Bibliothekssekretär in München, 1886 ordentlicher Professor für klassische und mittellat…

R

(128 words)

Author(s): W. Milde
siebzehnter Buchstabe des lat. Alphabets (achtzehnter im dt. Alphabet), entstanden aus dem griech. Rho = «P» durch Verlängerung des Schrägstrichs rechts, der sich bereits in westgriech. Inschriften findet. Der Name, phönizisch rösch, bedeutet «Kopf». Mit dem griech. Alphabet übernahmen es die Römer. Die früheste kalligraphische Form (Capitalis) zeigt links einen senkrechten Schaft, dem oben ein gerundeter Halbbogen in Richtung Mitte links angefügt ist, dessen unteres Ende frei schwebt (d. h. nic…

Evangeliar Heinrichs des Löwen

(353 words)

Author(s): W. Milde
entstanden in Helmarshausen (heute Ortsteil von Karlshafen, Weser) um 1188 im Auftrag des Weifenherzogs Heinrich des Löwen (1129/1130–1195) und seiner Gemahlin Mathilde (1156 bis 1189), die es der Stiftskirche St. Blasius in Braunschweig widmeten. Die guterhaltene Hs., eine der prachtvollsten Leistungen der Buchkunst und hervorragendes Zeugnis ma. Frömmigkeit, besteht aus 226 Pergamentblättern (Maße 34,2 X 25,5 cm). Sie enthält als Dekor nach einem Widmungsgedicht (mit Angaben über die Stifter, …

Dedikationsbild

(435 words)

Author(s): W. Milde
(lat. dedicatio = Vollzug der Übergabe einer Sache, z.B. einer Opfergabe, an eine Gottheit); auf frühchristlichen Mosaiken Darbringung von Märtyrerkronen bzw. Architekturmodellen, in der Buchmalerei Darstellung der Darbringung bzw. Widmung eines Buches. Der Autor, Schreiber, Übersetzer oder Besteller bzw. Stifter eines Buches (Dedikator) überreicht es einer übergeordneten Persönlichkeit (Empfänger), für die es bestimmt ist. Als solche gelten sowohl religiös zu verehrende Gestalten wie Christus, …

Cesena

(244 words)

Author(s): W. Milde
Biblioteca Malatestiana. Gegr. 1452 von Malatesta Novello dei Malatesti, Herrn von Cesena (†† 1465), im alten Minoritenkloster San Francesco (13. Jh.). 1447—1452 Errichtung des Bibliothekssaales durch Matteo Nuti aus Umbrien. Einzige Bibl, der Frührenaissance, die noch völlig im Originalzustand erhalten ist: dreischiffige Basilika mit zwei Säulenreihen und 29 Bänken und Pulten mit angeketteten Büchern (mehrfach in Italien nachgeahmt). Berühmte lat. Inschrift über dem Eingang: «Der indische Elefa…

Lesepulte

(147 words)

Author(s): W. Milde
bzw. Schreibpulte oder Bücherpulte sind seit der karolingischen Zeit bekannt (zunächst in Miniaturen dargestellt, später auch als Originale erhalten). Sie dienten zum Auflegen der meist schweren Bände beim Lesen und Schreiben. Ihre bes. Blütezeit war während der Gotik, als man die Pulte durch Schnitzereien und Bemalung zu verschönern trachtete. Zuweilen vereinte man zwei Pulte übereinander, so daß das eine im Sitzen, das andere im Stehen benutzt werden konnte. Auch drehbare und transportable Pulte kommen vor. Eine bes. Art stellt das «Bücherrad» dar. Mit dem Übergang zu handl…

Ab epistulis

(158 words)

Author(s): W. Milde
kaiserl. Hofamt (Sekretariat), das die offizielle Korrespondenz des röm. Kaisers erledigte, hauptsächlich mit Körperschaften, Beamten, hohen Privatpersonen (Versendung der kaiserl. Befehle, Ausfertigung der meist in Briefform abgefaßten Erlasse, Benachrichtigung von Beamten u. Offizieren über ihre Ernennung). Den Gegensatz dazu bildete der öffentlich ausgehängte kaiserl. Randbescheid (subscriptio) auf den libelli niedriger gestellter Personen ab libellis). - Entstehung: Zusammen mit dem Kaisertu…

Pecia

(410 words)

Author(s): W. Milde
(mittellat. pecia, petiä = Stück, Bissen). Mehrere europäische Univ. besaßen im 13. und 14. Jh. Einrichtungen, die für eine zuverlässige Vervielfältigung von Textbüchern für Studienzwecke sorgen sollten. Die Univ. ließ von diesen Unterrichtstexten (z.B. vom Corpus Juris, von Aristoteles, Roger Bacon, Thomas von Aquin) korrigierte «Normalex.» herstellen, die offiziellen Charakter trugen und nach starkem Gebrauch ersetzt wurden. Diese unter der Aufsicht der Univ. angefertigten Normalex, wurden bei…

T

(171 words)

Author(s): W. Milde
neunzehnter Buchstabe des lat. Alphabets (zwanzigster im dt. Alphabet), entspricht dem griech. T («Tau»). Als Laut bezeichnet T den dentalen stimmlosen Verschluß-laut. Die Minuskelform des T unterscheidet sich im Prinzip nicht von der Majuskelform: Das T der frühen Majuskelschriften (Capitalis, Unziale u. a.) wird in der Halbunziale wie in den Minuskelformen bis zur Karolingischen Minuskel (d. h. im Vierliniensystem) ebenfalls mit Schaft (zuweilen unten gerundet) und oberem Deck-oder Querbalken …

Amorbach

(420 words)

Author(s): W. Milde
im Odenwald, unterfränkisches Benediktinerkloster, gegr. noch vor dem Bistum Würzburg (742). Ältestes erhaltenes Schriftdenkmal sind die Fragmente eines Alten Testamentes (Berlin, Staatsbibi. Preuß. Kulturbesitz; London; Würzburg; Amorbach Archiv) vom Anfang des 9. Jh.s in angelsächsischer Minuskel (Amorbach oder Fulda). In karolingischer Zeit Beteiligung an der Sachsenmission (drei Äbte waren zugleich Bischöfe von Verden/Aller). 1015 gelangten Hss. durch Übersiedlung Amorbacher Mönche nach Bamb…

Reverenzpunkte

(68 words)

Author(s): W. Milde
(gemipunctus) sind zwei nebeneinander gesetzte Punkte, die in ma. Hss. Namen von Personen ersetzen, die nicht gen., sondern nur durch Titel und / oder Würden bezeichnet werden. Der Gebrauch ist bereits dem Altertum bekannt, kam in der Neuzeit aberwieder abhanden. W. Milde Bibliography Bretholz, B.: Lat. Paläographie. 3. Aufl. Leipzig / Berlin 1926, S. III—112 Foerster, H.: Abriß der lateinischen Paläographie. 2. Aufl. Stuttgart 1963, S. 249.

Quintern

(156 words)

Author(s): W. Milde
(io), auch Quinio (lat. Heft aus fünf Bl.), ist die Bezeichnung für eine Lage von fünf in der Mitte ge falteten Doppelbl. (= zehn Bl.). Die meisten irischen und viele angelsächsischen Hss. weisen Lagen aus fünf Doppelbl. auf. Auch in Capitalis rustica geschriebene frühe Hss. bestehen aus Q.en, so z. B. der vatikanische Terenz («Cod. Bembinus» Vat. Lat. 3226) oder der palimpsestierte vatikanische Aulus Gellius (Vat. Palat. Lat 24). Der auch von den Frühdruckern vielverwendete Ausdruck konnte auch ganz allg. eine Lage (von beliebigem Umfang) bezeichnen. Quatern Quincy–Apokalypse. M…

Helmstedt

(355 words)

Author(s): W. Milde
ehemalige UB: Restbibl, der 1809/1810 aufgelösten Univ. H. Heutiger Bestand: Ca. 30 Tsd. Titel, ferner Kupferstiche, Autographen Helmstedter Professoren, kleinere H.er Privatbibl.en, heimatkundliche Literatur. Gesch.: Gründung der Univ. H. 1576 durch Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg (1528–1589) ohne größere Bibl. Die ebenfalls von Julius in seiner Residenz Wolfenbüttel in der 2. Hälfte des 16. Jh.s angelegte fürstliche Bibl, wurde daher 1618 fast vollst. von seinem Enkel Herzog Friedrich …

Samuhel Presbyter

(283 words)

Author(s): W. Milde
nennt sich in der Subskription der Schreiber des Samuhel-Evangeliars im Schatz der Stiftskirche zu Quedlinburg (s. Abb. in Bd. VI, S. 146). Entstanden im zweiten Viertel des 9. Jh.s in Süddeutsch-land (Augsburg?), geschrieben mit Goldtinte in Unziale und karolingischer Minuskel, geschmückt mit 16 Kanontafeln, vier Evangelistenbildern und Initialen. Das Evangeliar gelangte wahrscheinlich als Schenkung über das sächsische Herrscherhaus an das von Kaiser Otto I. und seiner Mutter Mathilde 936 gegr.…

Schmidt, Wieland

(270 words)

Author(s): W. Milde
* 29. 3. 1904 in Berlin, † 27. 12. 1989 ebd., Bibliothekar, Bibliothekshistoriker, Germanist. Nach Studium (Germanistik, Kunstgesch., Gesch., Mittellatein) in Berlin, Mitarbeit an dem Unternehmen der Preu-ßischen Akad. d. Wiss. zur Beschreibung der dt. Hss. des MA und Promotion wurde S. 1934 Volontär an der Preu-ßischen SB und der UB Berlin, zugleich Mitarbeiter am GW. Er war 1936–1939 und 1945–1946 Bibliothekar an der SB, der er «die Treue nie gebrochen» hat; 1939–1945 Kriegsdienst, 1946–1950 D…

Capponi, Alessandro Gregorio

(124 words)

Author(s): W. Milde
Marchese, * 12. 3. 1683 in Rom, 21. 9. 1746 ebd., Schöpfer einer an ital. Lit. (einschl. Hss.) sehr reichen Bibliophilenbibl., päpstlicher Geheimkämmerer. C. führte ein Bibliothekstagebuch. Seine Bücher (über 3000) und Hss. (289) hinterließer testamentarisch der Vatikanischen Bibliothek (Uberführung Dezember 1746). W. Milde Bibliography Berti, A.: Catalogo della Libreria Capponi o sia de'libri italiani del fu Marchese A. G. Capponi. Roma 1747 Salvo Cozzo, G.: I codici Capponiani della bibl. Vaticana. Roma 1897 Bogeng, G. A. E.: Die großen Bibliophilen Bd. 3. Leipzig 1922…

Quatern

(157 words)

Author(s): W. Milde
(io), meist maskulin, aber auch feminin (lat. Vierzahl, Quartbogen, Heft), ist die Bezeichnung für eine Lage von vier in der Mitte gefalteten Doppelbl. (= acht Bl.), die übliche Lagenform ma. Hss.; im Sinne von «Bogen», «Heft» wurde der Ausdruck bereits von Cassiodor (um 487 — 583) in seinen «Institutiones« verwendet (18,3; 40,7; 41,8). Die Bezeichnung wurde auch von den Frühdruckern übernommen, wie u. a. der «Numerus et ordo quaternorum» in einem Koberger–Druck von 1485 (HC 4641) und die deutsc…

Federprobe

(250 words)

Author(s): W. Milde
(lat. probatio pennae), kürzerer oder längerer Eintrag in ma. Hss. vorne oder hinten, auch auf den Spiegeln der Einbanddeckel oder am Seitenrand. Einerseits handelt es sich dabei um einfache Schreibereien (Namen, einzelne Buchstaben bzw. Wörter, oft nur «probatio pennae»), um Feder bzw. Tinte zu prüfen; andererseits um Merkverse (oft korrupt oder unvollständig), die in den Bereich des ma. elementaren Schreibunterrichts verweisen. Kannte der Schüler das Alphabet, dann erfolgte dessen Einübung anh…

Kontraktion

(336 words)

Author(s): W Milde
ist neben der Suspension die zweite Art des lat. Abkürzungssystems, wobei nur der Anfangs– und der Endbuchstabe (bzw. die Hauptkonsonanten) zur Wiedergabe des Wortes verwendet werden und ein Strich über der Kürzung diese verdeutlicht. Nach Ludwig Traube ist diese Methode zunächst von den griech. Bibelschreibern verwendet worden. Er nahm an, daß diese Art auf jüdischen Einfluß zurückgehe (Gottesname). Doch kann man die Anregung dafür auch in der griech. Stenographie suchen, welche die veränderlic…

Lessing, Gotthold Ephraim

(390 words)

Author(s): W. Milde
* 22. 1. 1729 in Kamenz (Oberlausitz), U· 2. 1781 in Braunschweig, Bibliothekar, Dichter, Aufklärer. Nach dem Besuch der Kamenzer Lateinschule und der Fürstenschule St. Afra in Meißen begann L. 1746 das Studium in Leipzig (Theologie, Philologie); hier hatte er auch enge Verbindung zum Theater (Neubersche Truppe, «Der junge Gelehrte» 1748); 1752 legte er das Magisterexamen in Wittenberg ab. Seit 1748 war L. in Berlin (mit Unterbrechungen) als Herausgeber, Journalist und Rezensent (Freundschaft mi…

S

(150 words)

Author(s): W. Milde
achtzehnter Buchstabe des lat. Alphabets (neunzehnter im dt. Alphabet), entstand aus dem griech. Sigma, altgriech. (5. Jh. v. Chr.). Dieses wiederum stammt aus dem phönizischen bzw. altsemitischen Zeichen (13. Jh. v. Chr.). Semitisch sāmekh (semk) bezeichnete den Buchstaben S. Das s bezeichnet den stimmlosen dentalen Reibelaut (s); im Deutschen, Englischen und Fran-zösischen auch den stimmhaften dentalen Laut (z). Für sch im tschechischen, kroatischen, litauischen, lettischen Alphabet sowie in…
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